Uummannaq

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Uummannaq (der Robbenherzförmige)
Ũmánaĸ
Uummannaq (2010)
Uummannaq (2010)
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Uummannaq
Geographische Lage 70° 40′ 39″ N, 52° 7′ 19″ WKoordinaten: 70° 40′ 39″ N, 52° 7′ 19″ W
Uummannaq (Grönland)
Uummannaq
Höhe m
Einwohner 1.364
(1. Januar 2019)
Postleitzahl 3961
Gründung 1758/1763
Zeitzone UTC−3

Uummannaq [ˈuːˌmːanːɑq] (nach alter Rechtschreibung Ũmánaĸ) ist eine grönländische Stadt im Distrikt Uummannaq in der Avannaata Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uummannaq liegt auf der Südspitze einer gleichnamigen Insel im Uummannap Kangerlua. Auf ihr befindet sich der markante 1175 m hohe herzförmige Berg Uummannaq, der der Insel und dem Ort ihren Namen gegeben hat. Die nächstgelegenen Siedlungen sind Qaarsut 20 km westlich und Saattut 24 km nordöstlich.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht von Uummannaq mit dem Berg im Hintergrund (um 1900)

Archäologische Funde zeigen, dass die Gegend bereits seit Tausenden von Jahren bewohnt war.[2] Auf dem Festland einige Kilometer südlich fand man 1972 in Qilakitsoq mehrere etwa 500 Jahre alte Mumien, die heute im Grönländischen Nationalmuseum in Nuuk ausgestellt sind.[3] Im 18. Jahrhundert ließen sich hier Walfänger nieder[2] und 1763 verlegte Johan Henrik Bruun seine 1758 in Nuussuaq gegründete Kolonie wegen der schlechten Lage 90 km gen Osten nach Uummannaq.[4]

Anfangs dominierte in Uummannaq die Jagd und ab 1778 wurde im nahegelegenen Qaarsut die erste Kohlemine Grönlands betrieben. Im 20. Jahrhundert war die Mine in Maamorilik zudem von größerer Bedeutung.[2]

Die Umgebung von Uummannaq war der Drehort für den Film SOS Eisberg des Filmpioniers Arnold Fanck aus den Jahren 1932/1933. In den Hauptrollen spielten Leni Riefenstahl, Sepp Rist, Ernst Udet, Gibson Gowland und Walter Riml.[3] Parallel hierzu entstand Nordpol – Ahoi! von Regisseur Andrew Marton unter Mitwirkung von Guzzi Lantschner und Walter Riml; die weibliche Hauptrolle war mit Jarmila Marton besetzt. Der Film gilt als Parodie auf SOS Eisberg und fand bei seiner Premiere begeisterte Kritiken, ist aber trotz intensiver weltweiter Suche in verschiedenen Archiven bis heute verschollen.[5]

Uummannaq war bis zur Verwaltungsreform 2009 Hauptort der Gemeinde Uummannaq, der nach Anzahl an zugehörigen Dörfern zweitgrößten Grönlands nach der Gemeinde Upernavik. Anschließend wurde sie in die Qaasuitsup Kommunia eingegliedert und ist seit 2018 Teil der Avannaata Kommunia.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der offiziellen Gründung war Uummannaq ein Walfängerort, das das Meer hier reich an Narwalen und Belugas ist. Mit der Kolonialisierung ging eine Konzentrierung auf die Robbenjagd einher. Heute ist die Fischerei von größter Bedeutung in Uummannaq. Neben Schwarzem Heilbutt werden auch in kleinerem Umfang Gestreifter Seewolf, Rotbarsch, Kabeljau, Seehasen und Lodden gefischt und in der ansässigen Fischfabrik von Royal Greenland verarbeitet. In Uummannaq spielt zudem der Tourismus eine größere Rolle. Für Touristen werden unter anderem Hundeschlittenfahrten und Walbeobachtungen angeboten. Die Umgebung ist außerdem für Wander- und Klettertouristen interessant. Zudem fand ab 1999 bei Uummannaq regelmäßig die Eisgolf-Weltmeisterschaft statt.[6]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen von Uummannaq mit der Kirche im Vordergrund (2009)

Der Hafen von Uummannaq liegt im Südosten der Stadt und besteht aus zwei kleineren Kais bei einer Wassertiefe von etwa 4,20 m. An der Küste befinden sich zudem mehrere Anlegestellen für kleinere Fischerboote. Das Meer ist von Juni bis Dezember befahrbar. Auf der kleinen bergigen Insel gibt es keinen Platz für einen Flughafen, weswegen der Flughafen für die Region 1999 in Qaarsut angelegt wurde. Von dort aus führt eine Helikopterverbindung zum Heliport Uummannaq. Das ausgebaute Straßennetz in Uummannaq ist größtenteils asphaltiert.

Nukissiorfiit versorgt den Ort über ein Kraftwerk mit Strom und mittels Wasserleitungen von den beiden Seen Tasersuaq und Tasersuaq Qulleq mit Trinkwasser. Ölöfen gewährleisten die Wärmeversorgung. Der Müll wird im Norden der Stadt deponiert und verbrannt und das Abwasser ins Meer geleitet. TELE Greenland ist für die Telekommunikation im Ort zuständig.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Uummannaq (2008)

Uummannaq hat einen Kindergarten mit Kinderkrippe und ein Kinderheim. Das von der Färingerin Ann Andreasen geleitete Kinderheim ist sehr bekannt und unter anderem zentraler Bestandteil des Spielfilms Inuk. In Deutschland wurde bereits zahlreich darüber berichtet. Die Edvard Krusep Atuarfia unterrichtet etwa 250 Schüler bis zur zehnten Klasse und beherbergt auch die Bibliothek und einen Jugendtreff. Uummannaq hat eine Niederlassung des Berufszentrums Piareersarfik und ist Sitz der Piniarnermut Aalisarnermullu Ilinniarfik, der grönländischen Jagd- und Fischereischule. Für die ältere Bevölkerung gibt es das Altenheim Utoqqaat Illuat. In der Stadt gibt es zudem ein Krankenhaus und eine Zahnarztpraxis, ein Kommunalbüro, eine Polizeistation, eine Feuerwehrstation, mehrere Kneipen, Cafés oder Bars, drei Läden, darunter eine Pilersuisoq-Filiale. Uummannaqs historischer Stadtkern mit den Bauten aus der Kolonialzeit ist erhaltenswürdig. Insgesamt befinden sich 28 erhaltenswürdige Gebäude in der Stadt. Zudem ist die 1935 vom dänischen Architekten Helge Bojsen-Møller errichtete Feldsteinkirche aus Granit als Wahrzeichen der Stadt und größte Steinkirche des Landes als Baudenkmal geschützt.[2][3]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Uummannaq stieg bis in die 1990er Jahre auf etwa 1500 Personen an und ist seither wieder rückläufig. Erst im Sommer 2017 stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an, als die Stadt den Großteil der Bewohner der beim Tsunami im Karrat-Fjord zerstörten und evakuierten Siedlungen Nuugaatsiaq und Illorsuit aufnehmen musste.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uummannaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b c d e Uummannaq bei qaasuitsup-kp.cowi.webhouse.dk
  3. a b c Uummannaq bei groenlandkreuzfahrt.de
  4. 250 år – og stadig må mærkerne in der Avannaani tamanut vom 17. Juli 2013
  5. Nordpol Ahoi! in der Internet Movie Database (englisch)
  6. a b Uummannaq in Den Store Danske
  7. Einwohnerzahl Uummannaq 1977–2019 bei bank.stat.gl