Verbandsgemeinde Saarburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Saarburg
Verbandsgemeinde Saarburg
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Saarburg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Fläche: 199,14 km2
Einwohner: 23.195 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Verbandsschlüssel: 07 2 35 5005
Verbandsgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Schlossberg 6
54439 Saarburg
Webpräsenz: www.vg-saarburg.de
Bürgermeister: Jürgen Dixius (CDU)
Lage der Verbandsgemeinde Saarburg im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
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Sitz der Verwaltung der Verbandsgemeinde Saarburg

Die Verbandsgemeinde Saarburg ist eine rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde im südwestlichen Bereich des Landkreises Trier-Saarburg und wird gebildet aus der Stadt Saarburg und 15 weiteren, selbständigen Ortsgemeinden. Sie hat ihren Verwaltungssitz im Haus Warsberg in Saarburg. Über 22.000 Einwohner leben in dem 19.870 Hektar großen Gebiet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde erstreckt sich von der Obermosel im Westen bis hin zum Hunsrückrandbereich im Osten, im Süden wird das Gebiet von der Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Saarland bestimmt, im Norden grenzt es an die Verbandsgemeinde Konz.

Geographisch teilt sich die Landschaft in drei Ebenen: in die Saartalgemeinden, die gleichzeitig Weinbauorte sind, in die landwirtschaftlich geprägten Saargaugemeinden und in die wein- und gemischtwirtschaftlichen Gemeinden der Obermosel. Die Höhenlagen liegen zwischen 140 und 440 Meter.

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Fläche
(km²)
Einwohner
(1950)[2]
Einwohner
(31. Dezember 2015)[1]
Wappen Ayl 7,58 931 1.535
Wappen Fisch 6,88 302 397
Wappen Freudenburg 11,00 1.396 1.736
Wappen Irsch 15,21 1.249 1.541
Wappen Kastel-Staadt 5,23 455 397
Wappen Kirf 19,15 954 800
Wappen Mannebach 6,02 349 338
Wappen Merzkirchen 18,21 916 788
Wappen Ockfen 2,46 495 628
Wappen Palzem 21,30 1.378 1.469
Wappen Saarburg, Stadt 20,36 4.942 7.180
Wappen Schoden 5,14 393 725
Wappen Serrig 17,63 1.431 1.648
Wappen Taben-Rodt 16,16 752 772
Wappen Trassem 7,53 650 1.187
Wappen Wincheringen 18,72 1.543 2.054
Wappen VG Saarburg 198,70 18.136 23.195

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeinden in der heutigen Verbandsgemeinde Saarburg reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Funde aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie keltische Wälle zeugen von einer frühen Besiedlung. Während der Römerzeit (1. Jhd. v. Chr. bis 5. Jhd. n. Chr.) wies das Gebiet der Verbandsgemeinde Saarburg eine blühende Villenkultur auf. In fast jeder Ortsgemeinde sind Funde aus der Römerzeit nachweisbar. Die Römer pflanzten erstmals Weinreben an Saar und Mosel und sorgten für eine geordnete Verkehrs-Infrastruktur.

Im 5. Jahrhundert wurden die Römer durch die nach Westen vordringenden Franken vertrieben und das Land verwüstet. Die Wiederbesiedlung des Saarburger Raumes setzte bereits im 7. Jahrhundert ein. Erste urkundliche Erwähnungen einiger Ortschaften des Verbandsgemeindegebietes fallen in diesen Zeitraum. Die weitere Geschichte der Verbandsgemeinde lässt sich ab diesem Zeitraum anhand von Urkunden verfolgen. Die Stadt Saarburg, am Fuße der im Jahre 964 von Graf Siegfried errichteten Burg gelegen, erhielt 1291 durch König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Aufgrund der Stadtrechtsverleihung und seiner geographisch und strategisch wichtigen Lage entwickelte Saarburg eine hervorgehobene Stellung als Zentrum an der unteren Saar. Während der französischen Zeit (1794–1815) wurde Saarburg Kantonssitz und nach 1815 Kreisstadt (Landkreis Saarburg) im Regierungsbezirk Trier der preußischen Rheinprovinz.

Während im Saarburger Land Weinanbau und Landwirtschaft dominierten, blühte in der Stadt Saarburg das Fischerei- und Schifffahrtswesen sowie das Handwerk. Noch im Jahre 1914 besaßen über 80 Saarburger Familien Schiffe. Ehemalige städtische Zünfte weisen auf ein reges Wirtschaftsleben hin.

Bedingt durch die grenznahe Lage des Saarburger Raumes zu Frankreich wurde das Land häufig Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Die kriegerischen Ereignisse, die sich über Jahrhunderte hinweg aneinanderreihten, störten das Wirtschaftsleben bis in die jüngste Zeit empfindlich. Noch im Zweiten Weltkrieg wurde die Bevölkerung des Saarburger Landes zweimal evakuiert und am Ende des Krieges waren die Stadt Saarburg und einige Ortschaften zerstört. Die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Entwicklung der Völkerverständigung und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Ländern Europas trägt im Saarburger Land nun ihre Früchte.

Durch das Achte Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz wurde die Verbandsgemeinde Saarburg mit Wirkung vom 7. November 1970 neu gebildet. Sie ist Rechtsnachfolgerin der aufgelösten Verbandsgemeinden Palzem, Saarburg-Land und Saarburg-Ost. Das Gebiet der Verbandsgemeinde Saarburg deckt sich nahezu vollkommen mit dem Gebiet des ehemaligen Kurtrierischen Amtes Saarburg (Stadt Saarburg, Irscher Pflege und Gaupflege) sowie dem ehemaligen luxemburgischen Gebiet an der Obermosel.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das heutige Gebiet der Verbandsgemeinde Saarburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

  • 1815 – 09.443
  • 1835 – 13.477
  • 1871 – 13.903
  • 1905 – 16.103
  • 1939 – 20.421
  • 1950 – 18.136
  • 1961 – 19.925
  • 1970 – 20.430
  • 1987 – 18.770
  • 2015 – 23.195

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Saarburg besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 9 17 3 7 36 Sitze
2009 9 17 3 7 36 Sitze
2004 10 19 7 36 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Saarburg e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971 – 1993 Hans Houy
  • 1994 – 2005 Günther Schartz
  • 2006 – 2013 Leo Lauer
  • 2014 – 0000 Jürgen Dixius

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde führt ein Wappen und eine Flagge.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stellung des Mittelzentrums Saarburg als Arbeitsplatzstandort für die Bevölkerung der Stadt und des Umlandes zeigt sich in der positiven Pendlerbilanz. Die Zahl der Arbeitsplätze nahm in den letzten Jahrzehnten zu.

Die Wirtschaftsstruktur ist überwiegend mittelständisch geprägt. Die ansässigen Handwerks- und Handelsbetriebe dienen weitgehend der Versorgung von Stadt und deren Einzugsbereich. In ausgewiesenen Gewerbegebieten stehen noch Flächen zur weiteren Ansiedlung von immissionsarmen Betrieben des produzierenden Gewerbes zur Verfügung. Der Wirtschaftsstandort hat enge wirtschaftliche Verflechtungen ins benachbarte Luxemburg. Trotz gewandelter wirtschaftlicher Strukturen spielt auch heute noch die Landwirtschaft in der Verbandsgemeinde Saarburg, insbesondere auf den fruchtbaren Böden des Saargaues, eine große Rolle. Als das wirtschaftliche Markenzeichen der Verbandsgemeinde Saarburg kann man den Weinanbau bezeichnen. In Saarburg und in den bekannten Weinbaugemeinden des Saartales wachsen auf steilen Schieferhängen erstklassige Saar-Riesling-Weine mit Weltruf in bekannt guten Lagen heran. An der Obermosel wächst als besondere Rarität der Elblingwein, der u.a. auch zur Herstellung auserlesener Sekte bevorzugt verwandt wird; vermehrt werden hier Burgundersorten produziert und vermarktet. Die Rentabilität der traditionellen Klein- und Familienweinbaubetriebe beruht auf der Herstellung qualitativ hochwertiger Weine sowie auch auf einer gut organisierten genossenschaftlichen Weinvermarktung. Trotz scharfer internationaler Konkurrenz konnten die Winzerbetriebe der Verbandsgemeinde Saarburg ihre Plätze auf dem Absatzmarkt behaupten.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde Saarburg ist eingebettet in eine vielfältige Naturlandschaft und es gibt in der Stadt Saarburg und in jeder Ortsgemeinde eine Vielzahl von geschichtlichen und historischen Sehenswürdigkeiten. Besonders erwähnenswert ist der mittelalterliche Stadtkern von Saarburg mit engen Gassen und Winkeln, die historische Burganlage hoch über der Altstadt mit ihren bunten Fischer- und Schifferhäusern sowie der imposante Wasserfall der Leuk im Stadtzentrum. Seit Anfang der 1970er Jahre wird der Tourismus in der Verbandsgemeinde durch besondere Maßnahmen gefördert.

Neben den zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten steht den vielen Tausend Urlaubern ein breites Spektrum an Freizeit- und Erholungseinrichtungen zur Verfügung. Zu erwähnen sind hier insbesondere die vielen Sportzentren, das moderne Erlebnis-Freibad und das familienfreundliche Freizeithallenbad, Sommerrodelbahn, Greifvogelpark, Städtisches Museum und Kulturtreffpunkt „Amüseum“, Museum Hackenberger Mühle, Glockengießerei-Museum, Sportboothafen, Rudersportanlegestelle, Schiffsanlegestelle für Passagierfahrten, Tanzlokal, Reitstadion, Tennis- und Kegelhalle usw. Die Stadthalle in Saarburg steht für kulturelle und sonstige Veranstaltungen zur Verfügung. Für Naturliebhaber gibt es gut ausgebaute Rad- und Wanderwegenetze, Nordic-Walking-Routen sowie themenorientierte Lehrpfade innerhalb der Verbandsgemeinde.

Siehe auch: Saar-Radweg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gebiet der Verbandsgemeinde führen die Bundesstraßen 51 (an der Saar), 407 (teilweise Hunsrückhöhenstraße) und 419 (an der Obermosel) sowie weitere Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verbandsgemeinde Saarburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Verbandsgemeinderatswahlen
  4. Flagge VG Saarburg