Vlexx

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
vlexx GmbH
Vlexx logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Mainz
Webpräsenz www.vlexx.de
Bezugsjahr 2015
Eigentümer Regentalbahn
Geschäftsführung Frank Höhler[2]
Betriebsleitung Uwe Kaerstens
Verkehrsverbund RMV, RNN, SaarVV, VRM und VRN
Mitarbeiter 290 (Stand Okt. 2016)[1]
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 11
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 45 Alstom Coradia LINT 54
18 Alstom Coradia LINT 81
Statistik
Fahrleistung 6,1 Mio. km/Jahr
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien ~620 kmdep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Mainz-Hartenberg-Münchfeld
Unternehmenssitz und Betriebshof in Mainz
Alstom Coradia LINT 54 der vlexx auf der InnoTrans 2014

Die vlexx GmbH ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Mainz und eine Tochtergesellschaft der Regentalbahn, welche wiederum seit 2011 über die Muttergesellschaft Netinera zur italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato gehört. Vlexx betreibt Schienenpersonennahverkehr in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen sowie eine Verbindung nach Frankreich auf der Bahnstrecke Winden–Wissembourg ins Elsass zum Bahnhof Wissembourg.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unternehmensname lautete bei Gründung 2012 „DNSW“ und leitete sich vom Streckennetz, dem „Dieselnetz Südwest“ ab, dessen Eckpunkte die rheinland-pfälzischen Städte Mainz, Koblenz, Worms, Kaiserslautern und Idar-Oberstein sowie Saarbrücken im Saarland und Frankfurt am Main in Hessen sind. Am Wochenende in der Sommersaison gibt es auch ein Zugpaar bis ins elsässische Wissembourg.

Bahnhof Idar-Oberstein mit VLEXX-Zug

Von Anfang an war der Name DNSW nur als Übergangslösung gedacht. Bei einem Namenswettbewerb im Januar 2014 konnte die Öffentlichkeit sich bei der Namensfindung beteiligen. Um einen regionalen Bezug des Unternehmens zu unterstreichen wurde nach einem passenden Namen gesucht. Die Wahl fiel auf vlexx, der Vier-Länder-Express.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschreibung des Dieselnetzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Februar 2012 wurde die Regentalbahn vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd zum Gewinner der Ausschreibung „Dieselnetz Südwest - Los 2“ gekürt. Seit dem turnusmäßigen Fahrplanwechsel 2014/2015 am 14. Dezember 2014 hat das Unternehmen damit für 22,5 Jahre bis Juni 2037 auf den Linien Mainz–AlzeyKirchheimbolanden, Frankfurt–MainzBad Kreuznach–Idar-Oberstein–Saarbrücken (Regional-Express), Mainz–Bad Kreuznach–Kaiserslautern (ein Regional-Express-Zugpaar in der werktäglichen Hauptverkehrszeit) und Mainz–Idar-Oberstein–Baumholder/Neubrücke betreiben. Damit umfassen die Leistungen des Unternehmens seit Dezember 2014 6,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Zusätzlich wurde im Dezember 2016 eine weitere Regional-Express-Linie auf der Strecke KaiserslauternBad KreuznachBingenKoblenz eingeführt, wodurch nun 6,7 Millionen Zugkilometer pro Jahr zu erbringen sind.[4] Das Dieselnetz Südwest enthält nicht elektrifizierte Haupt- und Nebenbahnen in Rheinland-Pfalz und verbindet im Schienenpersonennahverkehr insbesondere die Regionen Rheinhessen, Nahe, die Westpfalz und das Saarland mit dem Rhein-Main-Gebiet und den Zentren Mainz, Rüsselsheim am Main und Frankfurt am Main sowie dem Frankfurter Flughafen.

Die Zugleistungen werden mit insgesamt 63 Dieseltriebwagen des Typs LINT 54 und LINT 81 gefahren.[5][6] Zwischenzeitlich gründete die Regentalbahn mit DNSW eine Tochtergesellschaft, auf die die Erbringung der Verkehre übertragen wurde. Die DNSW wurde später im Rahmen eines Wettbewerbs in vlexx umbenannt.[3] Die ersten neuen Züge der vlexx fuhren seit Juli 2014 testweise auf den zukünftigen Betriebsstrecken.[7]

Probleme bei der Betriebsübernahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. November 2014 wurde bekannt, dass vlexx zum Fahrplanwechsel 2014/2015 nicht genügend Lokführer hatte, um alle Zugleistungen zu betreiben. Der ehemalige Betreiber der Strecke, DB Regio, wurde daher mit dem Betrieb einzelner Zugleistungen von vlexx beauftragt.[8]

Bei der Betriebsübernahme am 15. Dezember kam es zu massiven Zugausfällen und teils stundenlangen Verspätungen. In Folge dessen wurde am 17. Dezember ein Notfahrplan veröffentlicht, mit dem nur etwa 50 % aller Zugleistungen bedient wurden.[9] Zudem wurden die Geschäftsführer abberufen und durch Arnulf Schuchmann ersetzt, der Geschäftsführer der ODEG, teilweise ebenfalls zur Netinera-Gruppe gehörend, ist.[10] Zum 6. Januar 2015 wurde der Notfahrplan stückweise ausgeweitet, sodass ab dem 12. Januar etwa 90 % aller Zugleistungen wieder bedient werden konnten.[11] Seit Anfang März 2015 wurden alle vertraglich vereinbarten Verbindungen bedient.[12] Dazu gehört insbesondere die reaktivierte Strecke zwischen Heimbach und Baumholder, die nur per Ersatzbus bedient wurde.

Nachdem Vlexx zum 1. Juli 2015 auch die letzte Leistung mit einem halben Jahr Verspätung von DB Regio übernahm (RE Bodenheim–Kaiserslautern), kam es erneut zu Zugausfällen aufgrund fehlenden Personals. Betroffen hiervon waren fünf Verbindungen, die während der rheinland-pfälzischen Sommerferien von DB Regio und Transregio übernommen wurden oder komplett ausfielen.[13]

Ausschreibung des E-Netz Saar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Januar 2017 wurde vom Aufgabenträger MWAEV verkündet, dass vlexx das 2,3 Mio Zugkilometer umfassende Los 2 des E-Netz Saar-RB gewonnen hat. Betrieben werden dann die RB-Linien Saarbrücken–Neubrücke, Saarbrücken–Neunkirchen(Saar)–Homburg und Homburg–Illingen. Diese sollen mit 21[14] Elektrotriebwagen vom Typ Talent 3 bedient werden. Zusätzlich im Los enthalten ist die derzeit noch unelektrifizierte Strecke von Saarbrücken nach Lebach-Jabach. Diese soll vorerst mit Dieseltriebwagen vom Typ Desiro Classic betrieben werden, eine Elektrifizierung ist für das Jahr 2024 geplant, ab dann sollen dort ebenfalls die Elektrotriebwagen vom Typ Talent 3 verkehren.[15]

Auftraggeber und Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auftraggeber und Vertragspartner von Vlexx für diese Leistungen sind:

Die Linien der vlexx befahren Strecken in den Verkehrsverbünden Rhein-Main, Rhein-Nahe, saarVV, Rhein-Neckar und Rhein-Mosel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: vlexx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vlexx-Website: Unser vlexx-Team sucht Verstärkung. Abgerufen am 31. Oktober 2016
  2. Wechsel an der Unternehmensspitze der vlexx GmbH. Frank Höhler löst Arnulf Schuchmann als neuen vlexx-Geschäftsführer ab. vlexx GmbH, 28. April 2015, abgerufen am 2. Mai 2015.
  3. a b Vlexx-Website: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.vlexx.deVlexx – der neue Zug für den Südwesten. Pressemitteilung vom 20. März 2014, abgerufen am 19. November 2014 (PDF-Datei, 203 kB)
  4. Vlexx-Website: Unternehmen. Abgerufen am 19. November 2014.
  5. ZSPNV Süd: Rheinland-Pfalz-Takt an der Nahe, in Rheinhessen und der Pfalz wird verbessert. 29. Februar 2012, abgerufen am 16. Juli 2013.
  6. Vlexx-Website: Kaufvertrag über DNSW-Fahrzeuge auf der InnoTrans in Berlin abgeschlossen. 20. September 2012, abgerufen am 19. November 2014.
  7. Vlexx-Website: Neue Vlexx-Züge starten zu Testfahrten. 11. Juli 2014, abgerufen am 19. November 2014.
  8. Allgemeine Zeitung Mainz: Vlexx ist nur bedingt abfahrbereit – Personalmangel beim privaten Bahnbetreiber. Allgemeine Zeitung vom 27. November 2014
  9. "Vlexx: Viele Einzelprobleme führten offenbar zum Systemkollaps", Online-Ausgabe der Rhein-Zeitung vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 10. Januar 2015
  10. Chefwechsel nach vlexx Fehlstart SWR Nachrichten vom 23. Dezember 2014
  11. Allgemeine Zeitung Mainz: Zugverkehr normalisiert sich. Allgemeine Zeitung vom 13. Januar 2015
  12. vlexx fährt wieder normal – Startschwierigkeiten überwunden vom 23. Januar 2015 auf swr.de
  13. Notprogramm für ausfallende vlexx-Züge während der rheinland-pfälzischen Sommerferien. Zweckverband SPNV
  14. Bombardier und vlexx unterzeichnen Vertrag über die Lieferung von 21 TALENT 3 Zügen für den Betrieb im Saarland. Bombardier Transportation, 31. März 2017, abgerufen am 4. April 2017.
  15. Entscheidung im Vergabeverfahren Elektro-Netz Saar RB. Pressemitteilung vom 09.01.2017 - 11:15 Uhr. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, 9. Januar 2017, abgerufen am 13. Januar 2017.