Wissembourg

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Wissembourg
Wissembourg (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Europäische Gebietskörperschaft Elsass (Bas-Rhin) (67)
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Wissembourg
Gemeindeverband Pays de Wissembourg
Koordinaten 49° 2′ N, 7° 57′ OKoordinaten: 49° 2′ N, 7° 57′ O
Höhe 133–527 m
Fläche 47,90 km²
Einwohner 7.487 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 156 Einw./km²
Postleitzahl 67160
INSEE-Code
Website ville-wissembourg.eu

Rathaus (Hôtel de ville)

Wissembourg [visɑ̃ˈbuʀ] (deutsch Weißenburg, im lokalen südfränkischen Dialekt Weisseburch[1]) ist eine französische Gemeinde mit 7487 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Elsass (Europäische Gebietskörperschaft Elsass). Die Stadt ist der Präfektur Bas-Rhin zugeordnet und liegt in der Region Grand Est. Die Stadt Wissembourg ist Mitglied und Sitz des Gemeindeverbandes Communauté de communes du Pays de Wissembourg.

Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Weißenburg eine selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Fluss Lauter, der in Deutschland entspringt, an jener Stelle der deutsch-französischen Grenze, an der der Oberrheingraben in den Pfälzerwald bzw. die Vogesen übergeht. Auf deutscher Seite liegt ihr gegenüber die Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach (Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz). Wissembourg ist die nördlichste Gemeinde des Departements Bas-Rhin.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Altenstadt (etwa 1000 Einwohner, 1974 eingemeindet) sowie Geisberg, Geitershof, Weiler und Welschdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Wissembourg sind Schweigen-Rechtenbach (D) im Norden, Schweighofen (D), Kapsweyer (D) und Steinfeld (D) im Nordosten, Scheibenhardt (D, Berührungspunkt), Salmbach und Schleithal im Südosten, Seebach und Riedseltz im Süden, Steinseltz, Oberhoffen-lès-Wissembourg, Rott und Cleebourg im Südwesten, Climbach im Westen sowie Bobenthal (D) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenburg auf einem Stich aus dem 17. Jahrhundert
Gotischer Kreuzgang des alten Klosters

Die Gemeinde Weißenburg (lateinisch Weissenburgum, Sebusium,[2] Leucopolis[3]) entwickelte sich aus einer stetig wachsenden Ansiedlung um ein im 7. Jahrhundert gegründetes Kloster, das bald an Bedeutung gewann und zur Abtei wurde. Von 1306 bis 1697 war Weißenburg Reichsstadt. Sie gehörte zum 1354 gegründeten Zehnstädtebund elsässischer Reichsstädte.

Im Jahr 1440 begann der Weißenburger Bürger Eikhart Artzt mit der Niederschrift seiner „cronick“ der Stadt.[4]

Zwischen 1480 und 1503 beschäftigte der Zwist des Klosters mit dem Burgherrn des nahen Berwartstein, Hans von Trotha, nacheinander den Kurfürsten von der Pfalz, Philipp den Aufrichtigen, den römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. und sogar die Päpste Innozenz VIII. sowie Alexander VI. Höhepunkt der Auseinandersetzung war 1485 die sogenannte Wasserfehde, als Hans von Trotha zunächst Weißenburg das Wasser entzog, indem er die Lauter aufstauen ließ, um dann den Damm einzureißen und der Stadt eine gewaltige Überschwemmung zu bescheren.

Preußen-Ehrenmal Geisberg
Porträt von Joseph Philipp von Stichaner am Denkmal in Wissembourg

1522 wurde die Reformation durch Heinrich Motherer, den Pfarrer der Johanneskirche, und Martin Bucer eingeführt.[5]

Nach dem Westfälischen Frieden 1648 kamen große Teile des Elsass unter französische Herrschaft, ferner wurde Frankreich die Landvogtei über den elsässischen Zehnstädtebund zugesprochen. Jedoch entsandte dieser weiterhin seine Vertreter zum immerwährenden Reichstag nach Regensburg. Mit seiner Reunionspolitik ließ Ludwig XIV. in den Jahren 1673 und 1674 die zehn Städte erobern, ihre Befestigungen schleifen und unterstellte sie der französischen Provinzialverwaltung. Im Frieden von Rijswijk musste Frankreich 1697 alle Eroberungen und Reunionen der vorherigen Kriege außerhalb des Elsass zurückgeben, erhielt damit aber endgültig die Herrschaft über Straßburg und die Dekapolis bestätigt.

Mit der Französischen Revolution erfolgte die Einbindung in das moderne Verwaltungs- und Rechtssystem des Landes. Die Stadt Wissembourg war von 1800 bis 2014 Sitz der Unterpräfektur (Sous-préfecture) des Arrondissements Wissembourg im Département Bas-Rhin bzw. der deutschen Kreisdirektion. Seit 1800 ist die Stadt Kantonshauptort; der Kanton wurde im Januar 2015 von 13 auf 44 Gemeinden erweitert.

Die heutigen Ortsteile Altenstadt und Weiler waren nach dem Wiener Kongress zunächst pfälzische Gemeinden im Kanton Bergzabern. Am 5. Juli 1825 wurden sie in der Grenzkonvention zwischen Bayern und Frankreich zusammen mit Ober- und Niedersteinbach von Bayern an Frankreich abgetreten.[6] Weißenburg wurde 1816 Grenzort zur bayerischen Pfalz, zu der seit 1815 auch wieder Landau gehörte. Im Jahr 1861 hatte Weißenburg 5376 Einwohner.[7]

Am 4. August 1870 besiegten in der Schlacht bei Weißenburg preußische Truppen die Franzosen. Zwei gepflegte Denkmäler – eines für die französischen und eines für die deutschen Gefallenen – auf dem Geisberg an der Straße Wissembourg–Riedseltz erinnern an die vielen Gefallenen. Bürger aus Wissembourg kämpften als Soldaten auf französischer Seite.

Mit dem Frieden von Frankfurt (1871) wurden das Elsass (mit Wissembourg) und Lothringen dem neu gegründeten Deutschen Kaiserreich angegliedert. Vom 28. Juni 1871 bis 1918 war die Stadt Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Im September 1871 wurde das Militärgouvernement aufgelöst und die deutsche Verwaltung aufgebaut. Wissembourg wurde Sitz einer Kreisdirektion und Garnisonsort: Das Infanterie-Regiment Nr. 60 verlegte nach Kriegsende nicht in die brandenburgische Heimat zurück, sondern zog in Weißenburg ein. Für das Regiment wurde von 1893 bis 1896 die Neue Kaserne errichtet. Die heute noch erhaltenen Kasernengebäude an der Rue de l' Industrie (Karte) werden als Wohngebäude genutzt.[8]

Von der überwiegend katholischen Bevölkerung Elsass-Lothringens war die Annexion unter Führung des protestantisch geprägten Preußen mit Skepsis aufgenommen worden. Das gute Verhältnis des Kreisdirektors Joseph Philipp von Stichaner zu den Bürgern und zur Frankreich treuen Führungsschicht des Kreises stellte im ganzen Elsass eine Ausnahme dar. Ende 1886 wurde Stichaner zum Bezirkspräsidenten in Straßburg ernannt. Um 1900 hatte Weißenburg eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, ein Gymnasium, eine Landwirtschaftsschule, eine Oberförsterei und war Sitz eines Amtsgerichts. Eine erste Synagoge war 1805 errichtet worden. Sie wurde 1872 durch einen Neubau ersetzt, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Eine dritte Synagoge wurde nach dem Krieg errichtet.[9][10]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zusammen mit dem Elsass Frankreich zugeschlagen. In die Neue Kaserne (nun Caserne Abel Douay) zogen die Chasseurs alpins ein. Im Zweiten Weltkrieg von 1940 bis 1944/1945 waren die Stadt und das Land vom Deutschen Reich annektiert. Im März 1945 wurden die Stadt und das Umland im Rahmen der Operation Undertone von US-Truppen erobert.

Seit 1945 gehört die Stadt wieder zu Frankreich. Um die Hoheit über den im Norden von Wissembourg in der Pfalz liegenden Mundatwald wurde bis 1990 verhandelt.

Heute führt eine offene Grenze zu Nachbarschaftshilfen bei Bränden und zur Zusammenarbeit des Notarztdienstes auf beiden Seiten. 1997 wurde die Maximiliansbahn zwischen Wissembourg und Winden in der Pfalz wieder eröffnet.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungszahlen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 ca. 500 Feuerstellen (Haushaltungen)[2]
1821 5696 davon 1800 Katholiken, 3806 Lutheraner (mit zwei Pfarrern), 50 Reformierte und 290 Juden[3]
1872 5885 am 1. Dezember, in 718 Häusern;[11] nach anderen Angaben 5570 Einwohner[12]
1880 6185 am 1. Dezember, einschließlich Militär, davon 2276 Katholiken, 3644 Protestanten und 251 Juden[13]
1885 5968 davon 2825 Katholiken, 2900 Evangelische und 231 Juden[14]
1890 5846 darunter 2316 Katholiken und 206 Juden, in Garnison das 1., 3. und 4. Bataillon des Infanterie-Regiments „Markgraf Karl“ Nr. 60[15][7]
1895 6788 mit der Garnison (Infanterie-Regiment „Markgraf Karl“ (7. Brandenburgisches) Nr. 60), davon 2895 Katholiken, 200 Juden[9]
1905 6788 [7]
1910 6772 [7][16]
Anzahl Einwohner nach Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 5278 5704 6784 7311 7443 8170 7978 7537
Quellen: Cassini und INSEE

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissembourgs Altstadt ist noch teilweise von Resten der alten Stadtbefestigung umschlossen. Sie ist nördlicher Ausgangspunkt der Romanischen Straße, die im Elsass durch Orte mit Baudenkmälern der Romanik führt. Hier sind es die Abteikirche St. Peter und Paul sowie in Altenstadt die Pfarrkirche aus dem 11./12. Jahrhundert.

Christophorus

Die Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul (St. Peter und Paul) ist eine der größten Kirchen des Bas-Rhin außerhalb von Straßburg. Das vorwiegend gotische Gebäude weist noch einen romanischen Glockenturm vom Vorgängerbau (11. Jahrhundert) auf. Im Innern finden sich Glasfenster und Wandmalereien aus dem 14./15. Jahrhundert, unter anderem eine elf Meter hohe Darstellung des heiligen Christophorus, sowie eine original erhaltene Orgel von 1766, die eines der prachtvollsten Gehäuse im Elsass aufweist. Vom alten Kloster Weißenburg, an dem der Mönch Otfrid von Weißenburg wirkte, ist lediglich ein unvollendeter hochgotischer Kreuzgang übrig geblieben, der als einer der schönsten im Oberrhein­gebiet gilt. Daran angegliedert ist ein ehemaliger romanischer Kapitelsaal, der heute als Seitenkapelle dient und in dem ein Replikat des Christ de Wissembourg, ein Bleiglasfenster, zu sehen ist. Blickt man vom Hof vor dem Kreuzgang auf das Langhaus, erkennt man einen Konstruktionsfehler beim Umbau der Kirche: ein Joch ist kürzer als die anderen, der Abstand vom gotischen Turm zum romanischen Glockenturm ist zu kurz.

Die protestantische Pfarrkirche Saint Jean ist ein schlichtes gotisches Gebäude aus dem 15. Jahrhundert im Stile der Bettelorden­architektur.

Zu den sehenswertesten Gebäuden der Stadt zählen das Salzhaus aus dem 15. Jahrhundert mit seinem auffallenden Dach, das Maison de l’ami Fritz (um 1550, Ort der Dreharbeiten der Romanverfilmung L’ami Fritz) mit seinem aufwändigen Erker und das klassizistische Rathaus (erbaut 1741 bis 1752), ein Hauptwerk des Straßburger Stadtarchitekten Joseph Massol. Das Haus Vogelsberger mit seinem Renaissanceportal stammt aus dem Jahre 1540. In dem Haus am Quai Anselmann lebte der Ordensgründer Charles de Foucauld als Kind für einige Jahre. Das Hôtel Stanislas ist ein Barockpalais, in dem Stanislaus I. Leszczyński von 1719 bis 1725 lebte.

Musée Westercamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Musée Westercamp werden archäologische Funde aus der Gegend, mittelalterliche Kunstwerke sowie Dokumente zur Stadtgeschichte und Heimatkunde ausgestellt. Es geht zurück auf die private Sammlung des Kreisdirektors Joseph Philipp von Stichaner und den Sammlungen des Altertumsvereins von 1904. Der Notar Paul Westercamp stiftete 1909 10.000 Mark, um historische Gebäude in der Altstadt, heute 2, rue du Musée, zu kaufen und zu renovieren. Das Museum wurde 1912 eröffnet. 2002 musste das Museum wegen Baufälligkeit geschlossen werden, die Sammlungen wurden eingelagert. Nach der Schließung der Unterpräfektur ist das Museum in diesem Gebäude, das ehemalige Dekanat der Abteikirche aus dem Jahr 1784, untergebracht. Die Sammlung umfasst antike Funde, Bilder und Gegenstände der Lokalgeschichte und viele Ausstellungsstücke zur Schlacht bei Weißenburg (1870).[17] Ein Saal ist mit einer Tapete der Tapetenfabrik Zuber et Cie geschmückt.[18] Ein farbiges Relief aus dem Jahr 1717 stellt den Pumpernickel dar, einen berühmten Spaßvogel, der die Menschen mit Liedern und Streichen unterhielt und wegen seines Dursts als lokaler Bacchus galt.[19]

Stadtbefestigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pulverturm in Wissembourg

Die erhaltenen Stadtbefestigungen in Wissembourg umfassen die Zeit vom 13. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert. Die ursprüngliche Stadtmauer wurde im 13. Jahrhundert gebaut, ab 1262 und 1293. Nach dem Aufkommen leistungsfähiger Kanonen im 18. Jahrhundert waren die Steinmauern überholt und wurden ab 1746 durch Erdwälle ersetzt, aber nur im nord-östlichen Teil. Dabei wurde die alte Stadtmauer als Kern genutzt und vor dem Wall zusätzlich ein Graben, der geflutet werden konnte, angelegt. Die Schleuse ist noch neben dem Maison de l’ami Fritz erhalten. Diese Verteidigungslinie hat sich am 4. August 1870 in der Schlacht bei Weißenburg bewährt, als es den bayerischen Truppen nicht gelang, sie zu überwinden. Die restliche Stadtmauer blieb erhalten, wegen Geldmangel und auch weil man sich jetzt hauptsächlich gegen Deutschland schützte.[20] Der Pulverturm aus dem 13. Jahrhundert am östlichen Ende der Erdwälle wurde in die Maginot-Linie in den 1930er Jahren einbezogen. Im Erdgeschoss wurde ein Bunker eingebaut, die Schießscharten im Obergeschoss wurden mit Beton verstärkt und Maschinengewehre installiert.[21]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Epochen vom Mittelalter bis zur neuesten Zeit haben ihre Spuren in Wissembourg hinterlassen. Die Kirche St. Peter und Paul ist im romanischen und gotischen Stil erbaut. Die Altstadt zwischen der Rue National und dem Stadtwall ist auf mittelalterlichem Grundriss erbaut, die heutigen Gebäude wurden meist nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut. An der Rue National findet man mehrere barocke Bürgerhäuser.

Aus der Reichslande-Zeit stammt unter anderem das Haus „Germania“ an der Kreuzung Rue Bannacker und Rue de la Paix, das Teil eines neuen Viertels werden sollte. Neben dem Bahnhof befinden sich mehrere große Villen im Stil des Historismus (französisch: Germanique Imperial). Am Boulevard Clemenceau gegenüber der Stadtmauer findet man Villen im „Vogesen-Stil“, mit Fachwerk in der oberen Etage und Natursteinverzierungen im Erdgeschoss.

Moderne Architektur aus dem späten 20. Jahrhundert findet man etwas außerhalb: in der Rue du Faisan hinter den Sozialwohnungsblöcken am Stadteingang von der deutschen Grenze aus wurden moderne Ein- und Zwei-Familien Häuser aus versetzten Kuben gebaut. Das Collège (Mittelschule) in der Rue des Quatre Vents und das Lycée (Gymnasium) in der Rue du Lycée sind Beispiele moderner Schularchitektur.

Volkshochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissembourg ist nur eine kleine Stadt, hat aber zwei Volkshochschulen (Université Populaire). Die „Université Populaire Européenne“ (Europäische Volkshochschule) wurde nach 1919 unter anderem von Marc Bloch als „Erweiterung der Universität“ gegründet und hat Niederlassungen im ganzen Nord-Elsass. Sie wird von den Gemeinden und der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass getragen.[22] Die „up PAMINA vhs - Université Populaire franco-allemande“ wurde 1994 gegründet, zuerst in der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz und zog 1997 nach Wissembourg. Sie wird getragen vom Eurodistrikt PAMINA, das sind die Gebietskörperschaften Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass. Ihre Besonderheit ist, dass die meisten Kurse zweisprachig durchgeführt werden, viele Deutsche aus den Grenzregionen nehmen teil.[23]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An Pfingsten finden seit 1863 Pferderennen im Hippodrom auf der Hardt statt. Später kamen Folkloreauftritte und Umzüge in der Stadt hinzu.[24]
  • Im Sommer findet seit 2014 ein zweiwöchiges Kammerkonzertfestival statt.[25]
  • Die lokale Theatertruppe Ex Nihilo führt seit 2011 zweimal im Jahr Theaterstücke auf den Straßen und Plätzen der Stadt auf. Die Stücke haben entweder einen lokalen Bezug wie der Aufenthalt von Stanislas, König von Polen,  in Wissembourg oder einen zeitlichen Bezug wie Weihnachtsgeschichten.[26]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Wissembourg ist Endpunkt einer von Haguenau im Süden kommenden Bahnlinie, die von TER Grand Est, einer Regionaltochter der SNCF, betrieben wird und der von Norden, aus Rheinland-Pfalz, heranführenden Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg. Aus dieser Richtung haben Ausflügler am Wochenende und an Feiertagen von Ende April bis Ende Oktober eine Direktverbindung ab Mainz mit dem RE Elsass-Express und ab Koblenz mit dem Weinstraßenexpress. Wissembourg liegt im deutschen Verkehrsverbund Rhein-Neckar und im Karlsruher Verkehrsverbund.

Der Straßenverkehr ist nach Norden mit der Bundesstraße 38 über Bad Bergzabern und Landau in der Pfalz (A 65) an das deutsche Fernstraßennetz angebunden. Nach Süden verbindet die Départementsstraße D 263 Wissembourg mit Haguenau. Die D 3 verläuft parallel zur deutschen Grenze von Lauterburg (Autoroute A35) im Osten über Wissembourg nach Bitsch im Westen.

Wissembourg ist sehr gut an das touristische Radwegenetz im Elsass angeschlossen.[27] Der deutsch-französische Pamina-Radweg Lautertal verbindet Wissembourg über den Wasgau mit dem pfälzischen Radwegenetz[28] und über den Bienwald mit der Veloroute Rhein.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Industrie ist der zweitwichtigste Arbeitgeber mit 1377 Beschäftigten (2018), nach dem Öffentlichen Dienst.[29] In Wissembourg haben sich mehrere deutsche Industrieunternehmen angesiedelt, die Zweisprachigkeit der Bewohner erleichtert die Kommunikation: [30]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannes Wader hat Wissembourg das Lied Kleine Stadt gewidmet. Darin beschreibt er die Atmosphäre, die Mentalität der ansässigen Bewohner und die Schönheit der Stadt.[31][32] Eine französische Version Petite Ville spielte er ebenfalls ein.[33] Privat trifft er sich regelmäßig mindestens einmal im Jahr mit Freunden im Restaurant Au Cygne, um dort zu singen.

Altstadt von Wissembourg: Häuserreihe entlang der Lauter (verdeckt) mit altem Salzhaus (rechts)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 331–334.
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Starßburg 1873, S. 43–44.
  • Ludwig Boßler: Die Straßennamen zu Weißenburg. In: Programm des Collegiums zu Weißenburg im Elsaß, Weißenburg 1873, S. 3–11 (online).
  • Heinrich Fertsch: Otfrid, der Weißenburger Mönch. In: Programm des Progymnasiums zu Weißenburg im Elsaß, Weißenburg 1874, S. 3–14 (online).
  • Weißenburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Weißenburg.
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 1597–1621.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wissembourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Wissembourg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der französische Name ist gleichwohl hergeleitet aus der im überwiegenden Teil des Elsass gebräuchlichen alemannischen Lautung wiss für weiß.
  2. a b Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 331–334.
  3. a b Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Zweiter Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 392–394.
  4. Peter Johanek: Artzt, Eikhart. In: Verfasserlexikon. Band I, Sp. 503 f.
  5. Für Weißenburg und die elsässische Dekapolis ist im Jahre 1529 keine formale Zustimmung für die Protestation zu Speyer nachweisbar.
  6. Google Books.
  7. a b c d M. Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006)
  8. Caserne Abel-Douay, Dossier IA67008073 von 1998. In: Service de l’Inventaire du Patrimoine de la Région Alsace.
  9. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig/Wien 1909, S. 498 (Zeno.org )
  10. Französisches Kulturministerium
  11. C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 43–44 und S. 78.
  12. Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 67 (online)
  13. Statistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. C. F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 36, Ziffer 404.
  14. Anonymes Mitglied des Katholischen Volksvereins: Die konfessionellen Verhältnisse an den Höheren Schulen in Elsaß-Lothringen. Statistisch und historisch dargestellt.Straßburg 1894, S. 45.
  15. Brockhaus' Konversations-Lexikon, 14. Auflage, Band 16, Leipzig/Berlin/Wien 1895, S. 609.
  16. Weißenburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Weißenburg.
  17. Christian Gliech: L'Épopée d'un Musée (Die Geschichte eines Museums). Hrsg.: Ville de Wissembourg. Wissembourg 2022, S. 8 ff.
  18. La Sous Préfecture. The Pandemonium Group, 1997, abgerufen am 5. Januar 2022 (französisch).
  19. Le Pumpernickel du musée Westercamp. In: Les Amis du Musée Westercamp. 2020, abgerufen am 18. April 2022 (französisch).
  20. [1] Ministère de la Culture, POP : la plateforme ouverte du patrimoine (Die offene Platform des Kulturerbes). Abgerufen am 8. August 2021
  21. [2] Histo Guide Sébastien Saur, Fremdenführer in Wissembourg. Abgerufen am 8. August 2021
  22. Université Populaire Européenne. Abgerufen am 22. November 2021
  23. UP Pamina VHS. Abgerufen am 22. November 2021
  24. Les Festivités de Pentecôte. Ville de Wissembourg, abgerufen am 1. Dezember 2021 (französisch).
  25. Festival de Musique de Wissembourg. Ville de Wissembourg, abgerufen am 25. November 2021 (französisch).
  26. Ex Nihilo - Créateur de Spectacles. Ex Nihilo, 20. November 2021, abgerufen am 25. November 2021 (französisch).
  27. Radwege im nördlichen Elsass (französisch).
  28. Radwege in Rheinland-Pfalz.
  29. [3] INSEE - Institut national de la statistique et des études économiques (Nationales Institut für Statistik und Ökonomie). Abgerufen am 12. Juli 2021.
  30. PPLE.fr Portail de la Publicité Légale des Entreprises (Gesetzliches Verzeichnis der Firmen) . Abgerufen am 12. Juli 2021.
  31. Duklas Frisch: Hannes Wader, Wünsche, (abgerufen am 13. Juni 2015) Liedtext.
  32. Kleine Stadt (abgerufen am 12. Februar 2020)
  33. Hannes Wader: Kommentare (zu) den Liedern der neuen CD (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (abgerufen am 13. Juni 2015).