Vogelheim

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Wappen von Vogelheim
Wappen der Stadt Essen

Vogelheim
Stadtteil von Essen

Lage von Vogelheim im Stadtbezirk V Altenessen/Karnap/Vogelheim
Basisdaten
Fläche 2,9 km²
Einwohner 5869 (30. Jun. 2017)
Koordinaten 51° 29′ 28″ N, 6° 59′ 13″ OKoordinaten: 51° 29′ 28″ N, 6° 59′ 13″ O
Höhe 35 m
Eingemeindung 1. Apr. 1915
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45329, 45356
Stadtteilnummer 50
Bezirk Stadtbezirk V Altenessen/Karnap/Vogelheim
Bild
St. Thomas Morus

St. Thomas Morus

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Vogelheim (auf Borbecker Platt Vüegelheem genannt) ist ein nördlicher Stadtteil der Stadt Essen, und in seinem Stadtbezirk der jüngste.

Geschichte und Strukturwandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen Fund im Jahr 1926 wurde Vogelheim überregional bekannt, denn mit der Vogelheimer Klinge wurde das älteste menschliche Werkzeug der Region entdeckt.

Im Mittelalter war Vogelheim eine bäuerliche Gegend, die im Wesentlichen durch die Wasserburgen und Herrensitze Heck und Horl geprägt wurde. Diese frühe Bauernsiedlung entwickelte sich erst nach 1900 zur Bergarbeitersiedlung. Mit Stilllegung der Zeche Emil-Emscher 1973 setzte ein Strukturwandel ein. Die Industrieflächen wurden zu Gewerbegebieten mit klein- und mittelständischen Industrie- und Handwerksbetrieben umgewandelt. Weiterhin bieten die Industrieansiedlungen am Stadthafen, die zwei Alten- und Pflegeheime sowie der Groß- und Einzelhandel heute vielen Bürgern Arbeitsplätze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Vogelheim

Blasonierung: „In Silber (Weiß) drei balkenweise schwarze Vögel, darüber und darunter je zwei grüne Balken.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Bedeutung: Das Wappen ist ein sogenanntes „redendes Wappen“; die schreitenden Vögel stammen aus dem Wappenbild der Erbgutsbesitzer von Vogelheim. Später verkauften sie das Gut an die mit ihnen verwandte Adelsfamilie derer von Knippenburg. Auch sie führten die drei Vögel im Wappen. Die Vogelheimer Bürger legen das Wappen jedoch wie folgt aus: das Grün der Balken für die Hoffnung auf bessere Achtung der Menschenwürde, das Weiß des Schildes für friedliche Akzeptanz menschlicher Verschiedenheit und die Vögel für Freiheit der Gemeinnützigkeit und des Bürgerwillens.[1]

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem vom Bergbau geprägten Stadtteil wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts für die Arbeiter Wohnraum in Siedlungen nahe der Zechen erschaffen. Die überwiegend zwei- bis dreigeschossige offene Bauweise prägt heute noch den gesamten Stadtteil. Nach der Zechenschließung verbesserte sich das Wohnumfeld weiterhin durch die Schaffung gehobener Wohnbebauung und die Ausweitung des Grünanteils (Begrünung Essen Norden, Waldentwicklungsprogramm Essener Norden). Bis auf die Hafen- und Krablerstraße ist das gesamte Wohngebiet verkehrsberuhigt. Es gibt vier Kindergärten. Im Stadtteil leben Menschen vieler Nationalitäten. Rund 17 Prozent der Bürger sind nicht deutscher Herkunft. Neben der katholischen und evangelischen Gemeinde sind auch die kroatische und eine spanische Gemeinde im Stadtteil ansässig.

Die Gesamtschule Nord wurde am 21. September 1990 offiziell eingeweiht. Knapp 1000 Schüler besuchten 2012 die Gesamtschule Nord, davon haben 50 Prozent einen Migrationshintergrund. Etwa 400 Schüler erreichten das Abitur.

In der Straße An der Walkmühle erinnert ein Gedenkstein an die erste Fabrikationsstätte und damit den Ursprung der Friedrich Krupp AG. 1812 wurde hier der erste Reckhammer durch den Firmengründer Friedrich Krupp errichtet.[2]

Um den zugezogenen Bergarbeitern der Zeche Emil 1/2, später Zeche Emil-Emscher Wohnraum zu bieten, wird 1903 die Bergbausiedlung Wildstraße erbaut.[3]

1952 wird die Kirche St. Thomas Morus der katholischen Kirchengemeinde aus Trümmersteinen erbaut.

Ein Gedenkstein an den Pfarrer Albert Schmidt befindet sich an der nach ihm benannten Straße. Ihm wurde in Anerkennung seiner besonderen Verdienste in Vogelheim, am 23. September 1969 die Ehrenplakette der Stadt Essen verliehen.

Um die Schadstoffbelastung der Luft festzustellen wurde eine Messstation des Landesumweltamtes in der Hafenstraße/Wildstraße errichtet.[4]

Im Stadtteil befindet sich der Stadthafen, eine Feuerwache, die Wasserschutzpolizei, ein Briefverteilzentrum der Deutschen Post AG sowie der erste am 8. November 1963 eröffnete SB-Großmarkt der Metro GmbH.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vogelheim ist Heimat des Fußballvereins Rot-Weiss Essen, der 1907 aus dem Vogelheimer Sportverein hervorging. Die Spielstätte des Vereins war bis zur Saison 2011/12 das Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße. Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 ist der Verein im Stadion Essen beheimatet. Der bekannteste Vereinsspieler von Rot-Weiss Essen war Helmut Rahn, Fußballweltmeister 1954. Weitere bekannte Spieler waren Willi Lippens, Horst Hrubesch und Otto Rehhagel.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile Essen 2009, S. 79
  2. Archäologische RuhrgebietsZeiten abgerufen am 2. März 2013
  3. Archäologische Ruhrzeiten: Die Walkmühle – Wiege der Firma Krupp in Essen Vogelheim; abgerufen am 13. März 2013
  4. Informationen zur Messstation Hafenstraße (PDF; 33 kB) abgerufen am 2. März 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]