Weißenkirchen in der Wachau

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Weißenkirchen in der Wachau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weißenkirchen in der Wachau
Weißenkirchen in der Wachau (Österreich)
Weißenkirchen in der Wachau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 23,34 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 15° 28′ OKoordinaten: 48° 23′ 52″ N, 15° 28′ 12″ O
Höhe: 224 m ü. A.
Einwohner: 1.429 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 61 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3610
Vorwahl: 02715
Gemeindekennziffer: 3 13 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 32
3610 Weißenkirchen in der Wachau
Website: www.weissenkirchen-wachau.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Trauner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
11
4
4
11 
Insgesamt 19 Sitze
  • ÖVP-WG: 11
  • SPÖ: 4
  • FPW: 4
Lage der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau im Bezirk Krems-Land
AggsbachAlbrechtsberg an der Großen KremsBergern im DunkelsteinerwaldDroßDürnsteinFurth bei GöttweigGedersdorfGföhlGrafeneggHadersdorf-KammernJaidhofKrumau am KampLangenloisLengenfeldLichtenau im WaldviertelMaria Laach am JauerlingMautern an der DonauMühldorfPaudorfRastenfeldRohrendorf bei KremsRossatz-ArnsdorfSchönberg am KampSenftenbergSpitzSt. Leonhard am HornerwaldStraß im StraßertaleStratzingWeinzierl am WaldeWeißenkirchen in der WachauKrems an der DonauLage der Gemeinde Weißenkirchen in der Wachau im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
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Weißenkirchen in der Wachau gesehen von Süden
Weißenkirchen in der Wachau gesehen von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weißenkirchen in der Wachau ist eine Marktgemeinde mit 1429 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenkirchen in der Wachau liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 23,28 Quadratkilometer. 63,06 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Joching (169)
  • St. Michael (24)
  • Weißenkirchen in der Wachau (939)
  • Wösendorf in der Wachau (297)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Joching, St. Michael, Weißenkirchen und Wösendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Weißenkirchen 1701 auf einem Gemälde im Fürstengang Freising

Um 830 wurde das linke Donauufer von erstmals als „Wahowa“ (Wachau) bezeichnet. Bereits 1258 wurde der Ort in einer Urkunde des Albero von Kuenring als Liechtenchyrchen bezeichnet. In karolingischer Zeit wird für das Kloster Niederaltaich in einer Urkunde aus dem Jahre 830 Weingartenbesitz in Weißenkirchen und Wösendorf angeführt. 1070 wird Weißenkirchen in einer Schenkungsurkunde an das Benediktinerkloster Weihenstephan erwähnt, Besitzungen der Bischöfe von Freising. Die Benediktinerabtei Michaelbeuern erhielt 1138 durch eine Schenkung der Gräfin Ita von Burghausen Weingärten in Weißenkirchen.

Im 12. bis 14. Jahrhundert finden sich spärliche Aufzeichnungen über Weißenkirchen. Das hat seine Ursache darin, dass größere Besitzungen des Klosters Tegernsee in Weißenkirchen meist unter der Bezeichnung „Distrikt Wachau“ erwähnt werden. Zu diesem Distrikt gehören die Orte St. Michael, Wösendorf, Joching und Weißenkirchen. Seit mindestens 1256 hat das von Hadmar von Kuenring gestiftete Kloster Zwettl (1137) Besitzungen (Weingärten) in Weißenkirchen und Wösendorf.

Leutold I. von Kuenring gründete 1289 das Clarissinnenkloster Dürnstein. In der Stiftungsurkunde werden Weingärten in Weißenkirchen erwähnt. 1325 erwirbt das Kloster Kremsmünster Weingartenbesitz in Weißenkirchen. 1414 gründete Hans von Neidegg das Paulinerkloster Unterranna und übertrug diesem Weingartenbesitz in Weißenkirchen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1494 Einwohner. In den letzten Jahrzehnten verringerte sich die Bevölkerung stets.

Jahr Bevölkerung
1971 1672
1981 1601
1991 1563
2001 1494

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Hubert Trauner, Amtsleiter Christian Tauber.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

  • 11 Mandate ÖVP-Wahlgemeinschaft,
  • 04 SPÖ,
  • 04 Freiheitliche und Parteiunabhängige für Weißenkirchen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißenkirchen in der Wachau
  • Katholische Wehrkirche St. Michael: Zwei Kilometer stromaufwärts, in der Katastralgemeinde St. Michael, befindet sich die Wehrkirche St. Michael aus der Zeit um 1500. Die Pfarre St. Michael ist noch 500 Jahre älter und gilt als älteste Pfarre der Wachau.
  • Katholische Pfarrkirche Weißenkirchen in der Wachau Mariä Himmelfahrt: Der Ort wird dominiert von der mächtigen gotischen Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert, die auch namensgebend ist und deren stattlicher Turm 1531 zum Schutz gegen die Türken erbaut wurde. Im Inneren mischen sich Spätgotik und Barock.
  • Katholische Pfarrkirche Wösendorf hl. Florian
  • Teisenhoferhof: Sehenswert sind auch der prächtige aus der Renaissance 1542 vollendete Teisenhoferhof, der heute das Wachaumuseum, eine Außenstelle des NÖ. Landesmuseums, und das Weinbaumuseum beherbergt.
  • Salzstadeln: Die an der Donau gelegenen drei Salzstadeln sind aus dem 17. Jahrhundert, die zu früheren Zeiten das nahe gelegene nördliche Waldviertel mit dem „weißen Gold“ (=Salz) versorgt haben.
  • Gruberwarte

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 72, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 196. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 702. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 50,06 %.

  • Weinbau: Weißenkirchen ist einer der wichtigsten und bedeutendsten Weinbauorte der Wachau nördlich der Donau. Angebaut werden hauptsächlich Grüner Veltliner und Riesling. Zu den besten und bekanntesten Rieslinglagen gehören die Rieden Achleiten, Klaus und Steinriegl. Die älteste der urkundlich erwähnten Rieden (aus dem 13. Jahrhundert) heißt Ritzling.
  • Tourismus: Mit über 14.000 Touristen pro Jahr und rund 40.900 Nächtigungen[2] ist der Fremdenverkehr, wie auch in der gesamten Region Wachau, zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Weißenkirchens geworden. Zusammenschlüsse von touristischen Betrieben wie die ARGE 100% Wachau dienen der Stärkung der Region und des Ortes Weißenkirchen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollfähre bei Weißenkirchen in der Wachau, kurz vor dem Anlegen in Weißenkirchen

Hochwasserschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Weißenkirchen wie viele Orte im Jahr 2002 beim Donauhochwasser verheerende Schäden davontrug, wurde beschlossen, einen Hochwasserschutz zu errichten. Dieser musste aber mit den Weltnaturerbevorschriften koordiniert werden. Aus diesem Grund wurde eine mobile Lösung auf einer Länge von über drei Kilometern errichtet. Dieser Schutz, der innerhalb von einigen Stunden aufgebaut werden kann, ist zum Errichtungszeitpunkt der größte in Österreich und soll den Ort vor einem Pegel von maximal elf Meter schützen. Fertiggestellt wurde er mit einem Kostenaufwand von 27 Millionen Euro im Februar 2010.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Eduard Gruber (* 1952), katholischer Geistlicher und Generalvikar der Diözese St. Pölten
  • Josef Gruber (1855–1933) in Wösendorf geborener Organist und Komponist
  • Roman Jäger (1909–1944), Jurist und Politiker
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Cypriano Biasino (1580 –1636), Baumeister des Barocks, Umbau von St. Michael
  • Hermine Cloeter (1879–1970), Schriftstellerin und Kulturhistorikerin, lebte und starb in Weißenkirchen in der Wachau
  • Ignaz Gatto der Ältere (1708–1786), Orgelbauer (St. Michael)
  • Barbara Kaudelka (* 1981), Schauspielerin und Sprecherin, in Weißenkirchen in der Wachau aufgewachsen
  • Eduard Peithner von Lichtenfels (1833–1913), Maler und Hochschullehrer, Landschaftsmalerei um Weißenkirchen in der Wachau
  • Paul Peschke (Bildhauer) (1907–1991), Bildhauer, Werk in St. Michael
  • Marcus Strahl (* 1968), Intendant der Wachaufestspiele in Weißenkirchen seit 2005, Ehrenzeichen der Marktgemeinde Weißenkirchen in Silber (2018)[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Tourismus in Weissenkirchen (Memento des Originals vom 26. Juli 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.weissenkircheninderwachau.at. Website von Weissenkirchen in der Wachau.
  3. Rollfähre Weissenkirchen; abgerufen am 22. Mai 2016
  4. Wachau: Hochwasserschutz um 27 Millionen@1@2Vorlage:Toter Link/noe.orf.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf ORF-NÖ vom 6. März 2010 abgerufen am 6. März 2010
  5. LH Mikl-Leitner überreichte Silbernes Ehrenzeichen des Landes NÖ an Marcus Strahl. OTS-Meldung vom 18. Juli 2018, abgerufen am 19. Juli 2018.