Wern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wern
Untere Mühle bei Eußenheim

Untere Mühle bei Eußenheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2438
Lage Deutschland
  Bayern
    Unterfranken
      Landkreis Schweinfurt
      Landkreis Main-Spessart
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Wernquelle
(auch Aubrunnen genannt)
nördlich von Pfersdorf, Gemeinde Poppenhausen
50° 8′ 14″ N, 10° 9′ 57″ O
Quellhöhe 285 m ü. NN[1]
Mündung bei Gemünden-Wernfeld in den MainKoordinaten: 50° 1′ 42″ N, 9° 43′ 36″ O
50° 1′ 42″ N, 9° 43′ 36″ O
Mündungshöhe 152 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 133 m
Länge 70,9 km[2] ab Wernquelle
75,3 km[2] mit OL Augraben
Einzugsgebiet 600,89 km²[2]
Abfluss am Pegel Geldersheim[3]
AEo: 87,5 km²
Lage: 54,9 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1964–2012
MQ 1964–2012
Mq 1964–2012
MHQ 1964–2012
HHQ (23.2.1970)
4 l/s
77 l/s
314 l/s
3,6 l/(s km²)
3,88 m³/s
9,6 m³/s
Abfluss am Pegel Arnstein[4]
AEo: 328,2 km²
Lage: 31,2 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1978–2012 (2013)
MQ 1978–2012 (2013)
Mq 1978–2012 (2013)
MHQ 1978–2012 (2013)
HHQ (1.6.2013)
247 l/s
510 l/s
1,43 m³/s
4,4 l/(s km²)
11,8 m³/s
27,5 m³/s
Abfluss am Pegel Sachsenheim[5]
AEo: 599,1 km²
Lage: 1,4 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1975–2012
MQ 1975–2012
Mq 1975–2012
MHQ 1975–2012
HHQ (3.1.2003)
399 l/s
1,08 m³/s
2,68 m³/s
4,5 l/(s km²)
15,2 m³/s
38,6 m³/s

Die Wern ist ein knapp einundsiebzig Kilometer langer rechter und östlicher Nebenfluss des Mains in Unterfranken.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Namen schrieb man im 8. Jahrhundert Werma und um das Jahr 1015 Werina. Es liegt die indogermanische Wurzel ûer, was Wasser oder Regen bedeutet, zugrunde, von der mit einem n-Suffix abgeleitet wurde.[6] Diese Wurzel ist auch im Namen des Flusses Wörnitz enthalten. Der Flussname übertrug sich auf die Gemeinden Niederwerrn und Werneck sowie auf die Orte Oberwerrn und Wernfeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernquelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wernquelle

Die Wern entspringt zwischen Rannungen und Pfersdorf. Es gibt zwar eine auf Karten ausgewiesene Wernquelle, teilweise auch Aubrunnen genannt, auf etwas über 285 m ü. NN (ungefähr einen Kilometer nordöstlich der Ortsmitte von Pfersdorf), diese schüttet aber durchschnittlich nur ein bis zwei Liter pro Sekunde und versiegt im Sommer vollständig.[7] Wenige Schritte nach dieser Quelle mündet aus dem Nordosten der 4,4 km lange Augraben, der wegen seiner höheren Wasserführung und viel größeren Länge als Oberlauf der Wern angesehen wird. Er entsteht am Südwestrand des Dorfes Rannungen auf etwas über 325 m ü. NN und biegt nach etwa 600 Metern in die Zulaufrichtung seines mehr oder weniger beständigen linken Oberlaufes ab, welcher Lein- oder Leimgraben genannt wird. Dieser Leimgraben ist fast 2,0 km lang und beginnt in der Gemarkung der Gemeinde Pfändhausen, etwa 700 Meter nordöstlich des Ortskerns, (nahe der Kreisstraße nach Rannungen) auf unter 365 m ü. NN.

Auf Blatt Eltingshausen der Landvermessung in Bayern von 1844 ist der Augraben-Talabschnitt oberhalb des Aubrunnens trocken; einen großen Abschnitt des dort Leim-Graben genannten linken Augraben-Oberlaufs zeichnet die historische Karte jedoch ein. Der Augraben wurde in den 1930er Jahren als Entwässerungsgraben ausgebaut, seine beiden Oberläufe sind fast überall Weggräben.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wern fließt zunächst in südlicher Richtung und nähert sich dabei dem Main bei Schweinfurt bis auf ca. zwei Kilometer. Dann wendet sie sich nach Westen und durchfließt den nördlichen Teil des Maindreiecks. Nachdem sie sich in der Nähe von Karlstadt-Stetten wiederum bis auf ca. zwei Kilometer dem Main genähert hat, ändert sie auch hier ihre Richtung und fließt nach Norden weiter. Bei Gemünden-Wernfeld mündet die Wern schließlich auf einer Höhe von 152 m ü. NN in den Main.

Am Oberlauf hat die Wern nur wenig Gefälle. Der früher stark gewundene Flusslauf wurde dort bis Arnstein in den 1930er Jahren durch den Reichsarbeitsdienst in meist mühevoller Handarbeit begradigt, um zusätzliche landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Das versucht man nun aus Naturschutzgründen und zum Schutz vor Hochwasser wieder rückgängig zu machen.

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Nebenflüssen der Wern gehören (flussabwärts betrachtet):[8]

Mündung des Aschbachs (von hinten) in die Wern (fließt von rechts nach links) – im Hintergrund der Ort Aschfeld
Name GKZ Länge
in km
Zufluss-
richtung
Mündungshöhe
(m ü. NN)[9]
Mündungsort
Augraben (mit Oberlauf ab Rannungen) 243812 04,43 rechts 285 Poppenhausen-Pfersdorf
Haidgraben (Behrwiesengraben) 01,10 rechts 281 Poppenhausen-Pfersdorf
Pfersbach 03,70 links 272 Poppenhausen-Pfersdorf
Poppenhausener Gemeindegraben 243814 04,21 rechts 249 Poppenhausen
Leuselbach 243816 07,96 rechts 241 Poppenhausen-Kronungen
Maibach 243818 04,86 links 241 Poppenhausen-Kronungen
Ebersbach 01,70 links 240 Poppenhausen-Kronungen
Nußgraben 01,30 rechts 235 Niederwerrn-Oberwerrn
Röstgraben 01,00 links 235 Niederwerrn-Oberwerrn
Bartelsgraben 03,00 links 234 Niederwerrn-Oberwerrn
Dürrellerngraben 01,80 rechts 224 Geldersheim
Biegenbach (mit Euerbach) 243820 10,35 rechts 224 Geldersheim
Erlachsgraben 01,26 links 221 Werneck-Schnackenwerth
Breitwiesengraben (Stöckinggraben) 243832 04,56 rechts 220 Werneck-Schnackenwerth
Güsgraben 01,90 rechts 219
Eschenbach (Kieslochgraben) 243834 08,22 rechts 219
Holzgraben 01,50 rechts 219
Lachbach (mit Lachgraben) 243836 08,55 rechts 219 Werneck-Ettleben
Gassigbach (mit Langwiesengraben) 06,75 links 217 Werneck-Zeuzleben
Stängersgraben 06,75 rechts 217 Werneck-Zeuzleben
Katzenbach 02,00 rechts 217 Werneck-Zeuzleben
Weidleinbach 03,10 links 217 Werneck-Mühlhausen
Brumbach 08,13 links 216 Werneck-Mühlhausen
Riedener Mühlbach 243838 08,92 links 215 Werneck-Mühlhausen
Binsbach 03,50 links 213
Hinterer Lerchengraben 01,40 links 207 Arnstein
Schwabbach 243840 10,58 rechts 202 Arnstein
Krebsbach (mit Augraben) 243860 07,77 rechts 202 Arnstein-Heugrumbach
Seeliggraben 03,60 rechts 192 Thüngen
Neubergsgraben 01,20 rechts 178 Eußenheim
Aschbach 243880 16.51 rechts 173 Eußenheim-Aschfeld
Kubach (mit Mühlbach) 243892 09,91 rechts 167 Gössenheim
Ringelbach 02,30 rechts 164 Gössenheim

Die kleineren Zuflüsse führen oft nur im Frühjahr oder nach starken Niederschlägen Wasser.

Flusssystem Wern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Ortschaften an der Wern gehören (flussabwärts betrachtet):

Die Wern ist Namensgeber der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Maindreieck ist eines der regenärmsten Gebiete in Deutschland. Vor allem in seinem nordöstlichen Teil werden übers Jahr meist nur Niederschlagsmengen von weniger als 600 mm gemessen. Die Abflussspende des Einzugsgebietes ist deshalb mit 4,3 l/s km² außergewöhnlich niedrig. Die Wern führt oft nur wenig Wasser, und die Wasserqualität ist recht schlecht (meist Güteklasse II bis III); sie hat sich aber nach 2010 durch den Bau neuer Kläranlagen und die Renaturierungsmaßnahmen deutlich verbessert.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wern kommen Äsche, Bachforelle, Bachschmerle, Barbe, Brachse, Elritze, Giebel, Gründling, Hasel, Regenbogenforelle, Rotauge, Aal, Aitel und Schleie vor.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  2. a b c Längen und Einzugsgebiet nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 87 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  3. Stammdaten und Statistik zum Pegel Geldersheim, abgefragt am 3. März 2017 auf: Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Hinweise)
  4. Stammdaten und Statistik zum Pegel Arnstein, abgefragt am 3. März 2017 auf: Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Hinweise)
  5. Stammdaten und Statistik zum Pegel Sachsenheim, abgefragt am 3. März 2017 auf: Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Hinweise)
  6. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 240 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Infotafel an der Wernquelle
  8. Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 87 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB) (bis Seite 91)
  9. TOP 10 Bayern Nord
  10. Fischereiverband Unterfranken: Gewässer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]