Eußenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eußenheim
Eußenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eußenheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 59′ N, 9° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Höhe: 194 m ü. NHN
Fläche: 56,81 km2
Einwohner: 3103 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97776
Vorwahlen: 09350, 09353
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 127
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Kirchberg 16
97776 Eußenheim
Website: www.eussenheim.de
Bürgermeister: Achim Höfling (Freie Wähler[2])
Lage der Gemeinde Eußenheim im Landkreis Main-Spessart
HessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraBurgjoß (gemeindefreies Gebiet)Burgjoß (gemeindefreies Gebiet)SchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Eußenheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Eußenheim liegt an der Wern, in der Region Würzburg, Landkreis Main-Spessart, im „Fränkischen Weinland“.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat sieben amtlich benannte Gemeindeteile[3]:

Es gibt die Gemarkungen Aschfeld, Bühler, Eußenheim, Hundsbach, Münster und Obersfeld.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Eußenheim besteht aus dem Personennamen Uzzo und dem althochdeutschen Wort heim.[4]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 802 Izzentheim
  • 823 Iuzenheim
  • 1144 Vezenheim
  • 1156 Uzinesheim
  • 1169 Uzenheim
  • 1303 Vzzenheim
  • 1452 Eußenheim
  • 1461 Ussenheim
  • 1503 Eußenheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 3. und 4. Jahrhundert bewohnten die germanischen Stämme der Alemannen und Thüringer das Gebiet um das heutige Eußenheim. Sie wurden schließlich von den Franken besiegt, die später aus dem Rhein- und Moselraum kommend in die mittleren Mainlande vorrückten. Dabei nahmen sie auch das Tal des Flusses Wern ein. Im Jahre 531 hatten die Franken das Reich der Thüringer und damit auch dieses Gebiet in ihr Staatswesen eingegliedert. Danach setzte die erste fränkische Siedlungswelle ein. Die Franken zogen in geschlossenen Verbänden ins Land, die Führer an der Spitze. Der Name ihrer 531–550 an den Flüssen und Bächen angelegten Siedlungen setzt sich aus den Personennamen dieser Anführers und der Endung „heim“ zusammen. So entstand auch der Name „Uzzo-Heim“ (Eußenheim), das im 6. Jahrhundert zum ersten Mal besiedelt und urkundlich erwähnt wurde.

Vom 12. bis 16. Jahrhundert lebte hier das Adelsgeschlecht derer von Heußlein. Die hoch über dem Dorf gelegene Pfarrkirche St. Marcellinus und St. Petrus wurde 1619 erbaut. Der ehemalige Keller des Domkapitels Würzburg des Hochstifts Würzburg wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
siehe auch Burgruine Schönarts

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Eußenheim gibt es nur katholische Gotteshäuser. Bis auf die Kirche St. Ottilie in Schönarts, die Filiale der Pfarrei Stetten ist, gehören alle Kirchengemeinden zur Pfarreiengemeinschaft Bachgrund im Dekanat Karlstadt des Bistums Würzburg. Dies sind die Pfarreien St. Bonifatius Aschfeld, St. Nikolaus Bühler mit Filiale St. Martin in Münster, St. Marcellinus und Petrus Eußenheim und St. Andreas Hundsbach mit Filiale St. Peter und Paul in Obersfeld.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 schloss sich Eußenheim mit den Bachgrundgemeinden Aschfeld, Bühler, Hundsbach, Münster und Obersfeld zu einer Gemeinde Eußenheim zusammen.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 3203 auf 3110 um 93 Einwohner bzw. um 2,9 %.

  • 1961: 3267 Einwohner[5]
  • 1970: 3400 Einwohner[5]
  • 1987: 3191 Einwohner
  • 1991: 3360 Einwohner
  • 1995: 3407 Einwohner
  • 2000: 3374 Einwohner
  • 2005: 3407 Einwohner
  • 2010: 3249 Einwohner
  • 2015: 3194 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eußenheim

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:[6]

Partei/Liste % Sitze
CSU 54,26 9
Freie Wähler 45,74 7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Mai 2020 ist Achim Höfling (Freie Wähler) Bürgermeister. Er wurde am 15. März 2020 mit 51,8 % der Stimmen gewählt.[7] Seine Vorgänger waren:

  • Dieter Schneider (CSU) vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020
  • Herbert Schneider (CSU) bis 30. April 2008.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Eußenheim
Blasonierung: „In Rot eine gestürzte eingeschweifte goldene Spitze, darin drei zwei zu eins gestellte rote heraldische Rosen mit goldenen Butzen und silbernen Kelchblättern; vorne ein verdoppelter silberner Rautenschrägbalken, hinten ein schräg links gestellter silberner Eschenzweig.“[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg Eußenheimer First

Nach dem Niedergang des Weinbaues im 19. Jahrhundert kam es nach der Flurbereinigung 1972 wieder zu einem Aufschwung (Weinlage Eußenheimer First).

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 128 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 50 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1268. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 98 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2869 ha, davon waren 2633 ha Ackerfläche und 205 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnstromschaltwerk Schönarts

Im Ortsteil Schönarts befindet sich ein Schaltwerk der Deutschen Bahn AG, über das die einkreisige 110-kV-Bahnstromleitung nach Waigolshausen an die zweikreisige Bahnstromleitung Würzburg-Gemünden angekoppelt wird. Obwohl diese Anlage direkt an der elektrifizierten Werntalbahn liegt, erfolgt keine Einspeisung in die Oberleitung, weshalb diese Anlage kein Unterwerk ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Drei Kindertageseinrichtungen mit zusammen 161 Plätzen und 114 Kindern
  • Grundschule und Mittelschule mit zusammen 12 hauptamtlichen Lehrkräften und 172 Schüler (Schuljahr 2018/2019)[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eußenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat. Gemeinde Eußenheim, abgerufen am 28. Juni 2020.
  3. Gemeinde Eußenheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. März 2018.
  4. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 68 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.
  6. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Eußenheim - Gesamtergebnis. Abgerufen am 10. November 2020.
  7. Wahl des ersten Bürgermeisters - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Eußenheim - Gesamtergebnis. Abgerufen am 10. November 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Eußenheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Grundschule Eußenheim in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 31. August 2019. (5 Lehrkräfte, 110 Schüler)
  10. Mittelschule Eußenheim in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 31. August 2019. (7 Lehrkräfte, 62 Schüler)