Wiesbaden-Frauenstein

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Wappen von Frauenstein
Wappen von Wiesbaden
Frauenstein
Ortsbezirk von Wiesbaden
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 3′ 54″ N, 8° 9′ 14″ OKoordinaten: 50° 3′ 54″ N, 8° 9′ 14″ O
Höhe 120–560 m ü. NN
Fläche 10,65 km²
Einwohner 2350 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 221 Einwohner/km²
Ausländeranteil 7,4 % (31. Dez. 2016)
Eingemeindung 1. Apr. 1928
Postleitzahl 65201
Vorwahl 0611
Adresse der
Verwaltung
Dörrgasse 2
65199 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Harald Weber (SPD)
Stellv. Ortsvorsteher Bernd Wagner (CDU)
Quelle: Landeshauptstadt Wiesbaden: EWZ - HW am 31. Dezember 2016 (Memento vom 23. Januar 2017 im Internet Archive)
Blick vom Kirchvorplatz nach Osten über den Georgsbrunnen, die Kirschblütenstraße und das „Weinhaus zur Burg“ hin zur Burg auf dem Burgfelsen
Georgsbrunnen aus Sandstein mit vier kaskadenartig überfließenden Brunnentrögen vor der Kirche St. Georg und Katharina, am rechten Bildrand die Blutlinde

Frauenstein ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Der Ort mit knapp 2400 Einwohnern gehört schon zum Weinbaugebiet Rheingau und bezeichnet sich deswegen gerne als Tor zum Rheingau.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte, die sich in dem engen Lippbach-Tal erstreckt, steht auf einem Felsen die Burgruine mit ihrem erhaltenen Bergfried, die um das Jahr 1200 entstand.

Gegenüber der Burgruine befindet sich ein kleiner Platz mit der katholischen Kirche St. Georg und Katharina mit spätgotischem Chor und Dachreiter (1509). Die 1953/54 erbaute neue Pfarrkirche stößt rechtwinklig dahinter an die alte Kirche und hat einen Teil der Ausstattung aufgenommen, zu der u. a. ein gotisches Kruzifix aus der Entstehungszeit der Kirche, ein barocker Hochaltar aus dem Kloster Tiefenthal (1713), eine aus dem Franziskanerkloster in Hadamar stammende Barockkanzel (1676) sowie die Statuen der Namenspatronen aus gleicher Epoche gehören. Bei einer Restaurierung 1989/90 kamen ein neuer Altartisch, Ambo und Osterleuchter von Hubert Elsässer dazu.

Der Brunnen vor der Kirche (1978) wird von einer Sandsteinskulptur des Hl. Georg gekrönt.

Neben der Kirche steht eine schon teilweise geborstene tausendjährige Linde. Sie wird auch Blutlinde genannt nach einer Legende, dass ein junger Mann, der die Nichte eines Frauensteiner Burgherren entführt haben soll, deswegen hingerichtet worden sei. Die Braut ließ an dieser Stelle die Linde pflanzen.

Zu den besterhaltenen Fachwerkhäusern des Ortes gehört der Schönborn’sche Hof von 1571, in der Kirschblütenstraße direkt unterhalb der Burg, mit Resten mittelalterlichen Mauerwerks. Er wurde, wie der Falker’sche Hof in der Georgstraße und das ehemalige Weinhaus zur Burg ursprünglich für die Burgmannen errichtet.

Zur touristischen Infrastruktur zählen mehrere Weingüter, teilweise mit Ausschank, Vinotheken, Pensionen, Ferienwohnungen und Apartments.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hügel hinter der Burgruine thront der Nürnberger Hof, ein beliebtes Ausflugslokal und Weingut, von dem man Blick auf den Rhein und den Rheingau mit seinen Weinbergen hat. 1815 machte Johann Wolfgang von Goethe hier bei seinem zweiten Aufenthalt in Wiesbaden Station, um geologische Studien zu betreiben. Im Jahre 1932 setzten die Frauensteiner Bürger ihm hier oben über den Rebhängen ein Denkmal: den so genannten Goethestein. Hierbei handelt es sich nicht wie vielfach irrtümlich angenommen um einen Obelisken, sondern wegen seiner dreieckigen Grundfläche um einen Tetraeder.

Am Ortsausgang Richtung Wiesbaden-Schierstein und Walluf, in der Nähe des Grorother Hofs wurde ein Europa-Weinberg angelegt, in dem verschiedene charakteristische Rebsorten Europas angepflanzt sind. Auf Tafeln sind sie näher beschrieben.

Um Frauenstein gibt es, neben Wein, zahlreiche Kirschbaum-Wiesen, die vor allem zur Kirschblüte im Frühjahr ein beliebtes Ausflugsziel sind. Hinter diesen Obstwiesen führen Wanderwege zum Grauen Stein (339 m) bei Georgenborn im Nonnenbuchwald. Mit einer Höhe von 25 m gehört der Graue Stein zu einem Quarzitgang, der vor rund 320 Millionen Jahren entstand und ca. 4 km weit bis zum Spitzen Stein (auf dem die Burgruine Frauenstein steht) reicht. Der Graue Stein wird auch als Kletter-Übungsfels genutzt.

Monstranzenbaum am Rheinsteig

An einem Wanderparkplatz unterhalb des Grauen Steins stand einst der Monstranzenbaum, eine stämmige Stiel-Eiche, wo der Legende nach eine Äbtissin des Klosters Tiefenthal die Heilige Monstranz aus Sorge vor Plünderungen in Kriegswirren vergraben hatte und sich zur Orientierung neben dem Versteck einen Baum gepflanzt hatte. Später aber fand sie die Stelle nicht wieder und starb bei der Suche vor Erschöpfung. Der Baum wuchs in Form einer Monstranz heran. Schon vor Jahren abgestorben, musste er 2009 gefällt werden; der Stamm liegt noch an Ort und Stelle.

Am Ortszentrum Frauenstein, am Goethestein sowie am Grauen Stein führt der Rheinsteig vorbei.

Eine Besonderheit für die Region stellt das Vorkommen der seltenen Äskulapnatter dar. Ein „Schlangenpfad“ wurde 2006 im Lindenbachtal vom Verein Naturschutzhaus erstellt und informiert über diese heimische ungiftige Schlange. Das bestehende Naturschutzgebiet "Sommerberg bei Frauenstein" wurde eigens als Refugium für die deutschlandweit seltene Schlange, die eine sogenannte geschützte Art der FFH-Anhangliste darstellt, ausgewiesen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlergebnisse zum Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 wird im Rahmen der Kommunalwahlen in Hessen auch der Ortsbeirat des Ortsbezirkes Frauenstein gewählt. Die einzelnen Wahlergebnisse sind nachfolgend zusammengestellt.

Wahljahr CDU % SPD % FDP % Wahlbeteiligung %
2016 45,5 54,5 59,7
2011 48,3 51,7 58,1
2006 42,4 57,6 54,7
2001 42,4 57,6 65,2
1997 38,5 61,5 76,4
1993 38,6 54,8 6,6 76,1
1989 35,8 57,7 6,5 84,1
1985 42,4 54,1 3,5 84,2
1981 42,7 55,9 1,4 84,0
1977 47,1 51,4 1,5 87,7
1972 43,1 54,1 2,8 88,1

Daraus ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung:

Wahljahr CDU SPD Gesamt
2016 3 4 7
2011 3 4 7
2006 3 4 7
2001 3 4 7
1997 3 4 7
1993 3 4 7
1989 3 4 7
1985 3 4 7
1981 3 4 7
1977 3 4 7
1972 3 4 7

Am 6. März 2016 in den Ortsbeirat gewählt wurden:[1]

  • Weber, Harald (SPD)
  • Alikhani, Farsin (SPD)
  • Baranowsky, Frank (SPD)
  • Hülsing, Ute (SPD)
  • Wagner, Bernd (CDU)
  • Kuckro, Andreas (CDU)
  • Herborn, Christoph (CDU)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Link zu den Ergebnissen der Ortsbeiratswahlen 2016 in Wiesbaden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesbaden-Frauenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien