Wiesbaden-Breckenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Breckenheim
Wappen von Wiesbaden
Breckenheim
Ortsbezirk von Wiesbaden
Auringen Biebrich Bierstadt Breckenheim Delkenheim Dotzheim Erbenheim Frauenstein Heßloch Igstadt Klarenthal Kloppenheim Mainz-Amöneburg Mainz-Kastel Mainz-Kostheim Medenbach Mitte Naurod Nordenstadt Nordost Rambach Rheingauviertel Schierstein Sonnenberg Südost WestendKarte
Über dieses Bild
Koordinaten 50° 4′ 50″ N, 8° 22′ 15″ OKoordinaten: 50° 4′ 50″ N, 8° 22′ 15″ O
Höhe 140–325 m ü. NN
Fläche 6,526 km²
Einwohner 3419 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 524 Einwohner/km²
Ausländeranteil 6,1 % (31. Dez. 2016)
Eingemeindung 1. Jan. 1977
Postleitzahl 65207
Vorwahl 06122
Adresse der
Verwaltung
Am Rathaus 5
65207 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Bernd Scharf (CDU)
Stellv. Ortsvorsteher Dieter Becht (SPD)
Quelle: Landeshauptstadt Wiesbaden: EWZ - HW am 31. Dezember 2016 (Memento vom 23. Januar 2017 im Internet Archive)

Breckenheim ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Er wurde am 1. Januar 1977 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Wiesbaden eingemeindet und hat ca. 3.400 Einwohner.

Breckenheim liegt nahe der Bundesautobahn 3, unweit des Wiesbadener Kreuzes und grenzt an Langenhain, Wildsachsen und Wallau (Stadtteile von Hofheim am Taunus) sowie die Wiesbadener Stadtteile Medenbach, Igstadt und Nordenstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung als Brechenheim findet sich in einer Schenkung vom 1. Mai 950 von König Otto I. an den Grafen Gerung (Land im Königssundrandgau (Königssondergau) in Breckenheim, Wallau und Nordenstadt). Der Fund eines fränkischen Gräberfeldes aus dem 6. Jahrhundert bei Nordenstadt lässt auf eine fränkische Besiedlung in dieser Zeit auch hier in Breckenheim schließen. Nach Ausführungen von Dr. phil. Hensche (Heimatbuch „Der ehemalige Landkreis Wiesbaden“) wäre es denkbar, dass diese Ansiedlung auf Grund ihres Sippenführers „Brecko“ seinen Namen erhielt. „Heim“ deutet wohl auf eine größere Ansiedlung hin (6. bis 9. Jahrhundert).

Im 12. Jahrhundert war die Herrschaft Eppstein Eigentümer des Ortes Breckenheim. Am 15. Mai 1251 schenkte der Erzbischof von Mainz dem Domstift zu Mainz Güter in Breckenheim und Erbenheim. Ein Müller namens Engilbertus findet in der Schenkungsurkunde Erwähnung.

Die Breckenheimer Kirche wird erstmals zwischen 1280 und 1285 als Filialkirche von Wallau erwähnt. 1310 wird eine eigene Pfarrei errichtet. Der Pfarrer wurde vom Kloster Bleidenstadt gestellt.

Im Jahr 1492 wurden Teilgebiete der Herrschaft Eppstein, darunter auch das Dorf Breckenheim, für 64.000 Gulden von Gottfried X. an den Landgrafen Wilhelm III. von Hessen verkauft.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf inklusive Kirche, Pfarr- und Schulhaus schwer verwüstet.

1718 bis 1724 wurde ein Schulhaus erbaut, das zuletzt bis 1966 als Rathaus diente und dann abgerissen wurde. Auch die Kirche entstand damals in ihrer heutigen Form. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam Breckenheim 1803 an das Fürstentum Nassau-Usingen. Mit der Gründung des Amtes Hochheim am 4. April 1816 gehörte Breckenheim zu diesem herzoglich-nassauischen Amt. Mit der Annexion Nassaus durch Preußen wurde Breckenheim 1866 preußisch und Teil des Mainkreises.

1845 wurde der Weg nach Igstadt als Chaussee ausgebaut.

1928 erhielt Breckenheim eine erste Wasserleitung. 1936 wurde eine neue Schule gebaut. Von 1936 bis 1939 zogen sich die Bauarbeiten an der heutigen Bundesautobahn 3 durch die Gemarkung. Mit der Pflasterung der Ortsstraßen wurde 1953/55 begonnen, Abwässerkanäle wurden 1963–1965 verlegt.

Ab 1965 begann eine rege Bautätigkeit. Zunächst wurden Rathaus und Feuerwehrhaus als Mehrzweckgebäude errichtet, und vor das Rathaus kam sodann ein Kinderspielplatz. 1968 begann der Bau einer Friedhofskapelle. 1971–1974 wurden Neubaugebiete erschlossen, die Sport- und Kulturhalle und der Kindergarten in der Brunnenstraße gebaut. 1974 wurde der alte Dorfplatz neu gestaltet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen verlor Breckenheim seine kommunale Eigenständigkeit. Der Ort wurde am 1. Januar 1977 aus dem Main-Taunus-Kreis ausgegliedert und als Stadtteil in die Landeshauptstadt Wiesbaden eingegliedert. Für Breckenheim wurde wie für alle früher selbständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Seit 1998 gab es wieder eine Großbaustelle in der Gemarkung. Parallel zur Autobahn entstand die ICE-Trasse Köln–Frankfurt mit dem Tunnel Breckenheim.

2007 wurde der neue Dorfplatz nach erheblicher Eigeninitiative der Einwohner fertiggestellt.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Breckenheim unterstand im Überblick:[1][2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

  • 1457: 30 Häuser
  • 1492: 33 Häuser
  • 1592: 43 Häuser
  • 1610: 70 Haushaltungen
  • 1630: 36 Männer, 2 Witwen, 3 Vormundschaften
  • 1637: 3 Haushaltungen
  • 1650: 8 Haushaltungen
  • 1677: 18 Haushaltungen
  • 1721: 61 Haushaltungen
  • 1794: 466 Einwohner
  • 1817: 517 Einwohner
  • 1852: 725 Einwohner
  • 1875: 758 Einwohner
  • 1910: 781 Einwohner
  • 1939: 826 Einwohner
  • 1950: 1142 Einwohner
  • 1961: 1209 Einwohner
  • 1967: 1453 Einwohner

Wahlergebnisse zum Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eingliederung nach Wiesbaden 1977 wird im Rahmen der Kommunalwahlen in Hessen auch der Ortsbeirat des Ortsbezirkes Breckenheim gewählt. Nach den einzelnen Wahlergebnissen ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung:

Wahljahr CDU SPD GRÜNE FDP FWGB Gesamt
2016 4 2 1 7
2011 4 3 0 7
2006 4 2 1 0 7
2001 2 1 0 4 7

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festschrift des Turnvereins Breckenheim 1890 e. V. zu seinem 80jährigen Jubiläum. Hrsg. v. Heimat und Verkehrsverein Breckenheim, Breckenheim 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesbaden-Breckenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Breckenheim, Stadt Wiesbadendatum =2016-11-16. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990