Wiesbaden-Mitte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Mitte
Wappen von Wiesbaden
Mitte
Ortsbezirk von Wiesbaden
Auringen Biebrich Bierstadt Breckenheim Delkenheim Dotzheim Erbenheim Frauenstein Heßloch Igstadt Klarenthal Kloppenheim Mainz-Amöneburg Mainz-Kastel Mainz-Kostheim Medenbach Mitte Naurod Nordenstadt Nordost Rambach Rheingauviertel Schierstein Sonnenberg Südost WestendKarte
Über dieses Bild
Koordinaten 50° 4′ 54″ N, 8° 14′ 28″ OKoordinaten: 50° 4′ 54″ N, 8° 14′ 28″ O
Höhe 109–170 m ü. NN
Fläche 1,53 km²
Einwohner 22.138 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 14.469 Einwohner/km²
Ausländeranteil 29,9 % (31. Dez. 2016)
Postleitzahl 65183, 65185, 65193
Vorwahl 0611
Adresse der
Verwaltung
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Roland Presber (SPD)
Stellv. Ortsvorsteher Guido Haas (Grüne),
Reinhard Bauerschmitz (CDU)
Quelle: Landeshauptstadt Wiesbaden: EWZ - HW am 31. Dezember 2016 (Memento vom 23. Januar 2017 im Internet Archive)
Wiesbadener Fußgängerzone; das Pflaster ist erneuert worden.

Mitte ist ein Orts- und Verwaltungsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Wiesbaden-Mitte ist geprägt durch das Zentrum mit seiner Fußgängerzone und das höher liegende Bergkirchenviertel, die zusammen das Historisches Fünfeck bilden. Die südliche Innenstadt reicht mit der Bahnhofsstraße bis vor dem Hauptbahnhof und ist eher durch Wohnen geprägt. Wiesbadens Fußgängerzone reicht vom Schlossplatz über die Einkaufsstraße Kirchgasse/Langgasse bis zur Schwalbacher Straße. Der Ortsteil Wiesbaden-Mitte beherbergt den Hessischen Landtag und eine Vielzahl von Behörden der Stadt und des Landes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Wiesbaden-Mitte erstreckt sich von der Friedrich-Ebert-Allee über die Wilhelmstraße, Taunusstraße, Stiftstraße, Kellerstraße, Platter Straße, über die Schwalbacher Straße zur Dotzheimer Straße und von dort über den 1. Ring wieder zur Friedrich-Ebert-Allee.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsbezirk Wiesbaden-Mitte lebten Ende 2015 insgesamt 21.626 Menschen.[1] Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund lag im Januar 2015 bei 43,4 Prozent, davon der Ausländeranteil bei 28,4 Prozent.[1] Die Arbeitslosenquote lag bei 9,6 Prozent.

Die Bevölkerungsstruktur stellt sich wie folgt dar:

jünger als 6 Jahre: 05,5 %
6–17 Jahre: 08,6 %
18–49 Jahre: 56,4 %
50–64 Jahre: 17,9 %
65–74 Jahre: 07,1 %
75 Jahre und älter: 04,4 %

Wichtige Behörden und Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus an der Marktstraße 16
Das Neue Rathaus Südseite, gesehen vom Dern’schen Gelände
Sitz des Hessischen Landtags: Stadtschloss in Wiesbaden (vom Schlossplatz aus gesehen)
Hessische Staatskanzlei im Gebäude des ehemaligen Hotels Rose Wiesbaden

Am Schlossplatz liegt gegenüber dem Alten Rathaus und dem Neuen Rathaus der Landeshauptstadt Wiesbaden das Wiesbadener Stadtschloss, in dem sich seit 1946 die Repräsentationsräume des Hessischen Landtags befinden. An das Stadtschloss grenzt das Kavaliershaus und der Wilhelmsbau an. Gegenüber diesen beiden Gebäuden steht die neugotische Marktkirche. An der Rückseite des Stadtschlosses und des Kavaliershauses befindet sich der neue Plenarsaal des Hessischen Landtags. Der Haupteingang liegt an der Grabenstraße. Dort steht auch der historische Bäckerbrunnen.

Die Hessische Staatskanzlei liegt gegenüber dem Kochbrunnenplatz, der an dem Kranzplatz angrenzt. Hier befanden sich die Trinkkuranlage, zahlreiche Badehäuser und Hotels. Von der prächtigen Trinkanlage ist nur noch der Kochbrunnenpavillon vorhanden. Nur ein kleiner Teil der Natrium-Chlorid-Thermalquelle tritt heute über den vierarmigen Auslauf und den „Kochbrunnenspringer“ an die Oberfläche.

Im Bezirk Mitte befindet sich außerdem das Hessische Kultusministerium, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das Hessische Justizministerium, das (Amts- und Landgericht Wiesbaden) und der Hessische Staatsgerichtshof sowie die Hessische Landesbibliothek.

Nahe der Langgasse befindet sich die Kaiser-Friedrich-Therme, die 1913 in den Formen des Jugendstils erbaut wurde.

Auf dem Gelände des ehemaligen Taunusbahnhofs und gegenüber dem Landesmuseum standen von 1957 bis 2014 die Rhein-Main-Hallen. 2018 sollen die neuen Hallen fertig werden.

Museen, Galerien und Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesbibliothek - Teil der Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain, Rheinstraße
  • Mauritius-Mediathek, sie vereint seit 2014 die Wiesbadener Stadtbibliothek, die Musikbibliothek sowie das Medienzentrum

Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Platz ist der Schlossplatz mit dem Marktbrunnen.

Während der Nassauische Herzog das Marktgeschehen mit seiner Volksnähe tolerierte, war es dem Preußischen Kaiser zu laut. Der Platz sollte Aufmärschen, Paraden und wohlformierten Volksauftritten dienen und von „niedrigen Volksgetümmel“ freizuhaltender Hoheitsraum sein. So wurde ein neuer Marktplatz mit Marktkeller und Marktsäule hinter der Marktkirche und Neuem Rathaus gebaut. Hier konnten die Waren im Kellergewölbe gelagert werden. Heute wird der Marktkeller als Stadtmuseum genutzt, die Marktfläche dient als Gastronomiefläche des Restaurant Lumen. Der Markt wird mittwochs und samstags auf dem danebenliegendem Dern'schen Gelände abgehalten, auf dem auch viele Veranstaltungen stattfinden.

An der autofreien Einkaufsstraße Kirchgasse befindet sich der Mauritiusplatz. Sein Name erinnert an die 1850 abgebrannte Mauritiuskirche.

Der Luisenplatz wird von klassizistischen Bauten eingerahmt, darunter die Alte Münze und das ehemalige Pädagogium.

Der Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ortsbeirat Mitte gibt es seit 1972. Die Beschlüsse des Ortsbeirates sind für Magistrat und Stadtverordnetenversammlung – bis auf wenige Ausnahmen – nicht bindend.

Alleiniges Recht des Ortsbeirates ist die Benennung von Straßen und Plätzen. Bei der Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen lässt sich der Ortsbeirat sehr oft durch das Gedenken an die Opfer der Nazi-Zeit und die Personen des demokratischen Wiederaufbaus leiten.

In den letzten Jahren wurde so die Mittelstraße in der Wiesbadener Altstadt, dem sogenannten Historischen Fünfeck, in Alfons-Paquet-Straße umbenannt. Ebenfalls wurde im Bereich der Bahnhofstraße/Ecke Kronprinzenstraße ein Platz in Geschwister-Stock-Platz nach zwei durch die Nazis deportierten und im KZ Sobibor in Ostpolen ermordeten jüdischen Kindern Josef und Rosel Stock benannt. Zur Erinnerung an einen bedeutenden Maler und Heimatdichter wurde in der Adolfsallee der Bereich um den Brunnen in Kaspar-Kögler-Platz benannt. Die Straße vor der neuen Hessischen Staatskanzlei hat der Ortsbeirat nach dem langjährigen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn benannt. Schließlich hat der Ortsbeirat durch sein Namensgebungsrecht einen jahrelangen politischen Streit über die offizielle Benennung des Dern’schen Geländes zwischen Rathaus und Friedrichstraße beendet, indem er diesen Platz erstmals offiziell als Dern’sches Gelände benannte.

Die Sitzungen des Ortsbeirates sind öffentlich.

Wahlergebnisse Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 wird zeitgleich, aber unabhängig davon, mit den Wahlen zur Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung der Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte gewählt (Angaben in der Tabelle in Prozent).

CDU SPD GRÜNE FDP REP Linke Wahlbeteiligung
2016 18,8 25,4 29,0 12,0 14,9 34,7
2011 22,3 27,7 34,1 7,3 8,7 34,7
2006 25,2 31,4 25,0 10,0 8,4 30,4
2001 26,1 36,9 23,7 9,3 4,0 35,7
1997 22,7 37,9 27,1 4,0 7,5 47,6
1993 24,8 37,6 29,0 8,6 55,3
1989 25,6 46,7 19,3 6,7 61,7
1985 34,1 45,1 13,6 6,0 56,5
1981 43,7 39,6 8,0 7,9 54,4
1977 48,7 43,8 5,8 60,4
1972 38,4 53,4 8,2 64,5
Ortsbeiratswahl 2016
in Prozent
 %
30
20
10
0
18,8 %
25,4 %
29,0 %
12,0 %
19,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,5 %p
-2,3 %p
-5,1 %p
+4,7 %p
+11,2 %p

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte sieht danach wie folgt aus (bis 1997 galt die Fünf-Prozent-Hürde):

CDU SPD GRÜNE FDP REP Linke Gesamt
2016 3 4 4 2 2 15
2011 4 4 5 1 1 15
2006 4 5 4 1 1 15
2001 4 5 4 1 1 15
1997 4 6 4 1 15
1993 4 6 4 1 15
1989 4 7 3 1 15
1985 5 7 2 1 15
1981 7 6 1 1 15
1977 8 7 15
1972 6 8 1 15

1985 wurde im Ortsbeirat die erste rot-grüne Koalition in Wiesbaden auf Stadtteilebene geschlossen. In deren Folge wurde ein Mitglied der Grünen-Fraktion zum stellvertretenden Ortsvorsteher gewählt, obwohl die Grünen nur drittstärkste Partei war und die CDU den Anspruch auf diese Position als zweitstärkste Kraft im Ortsbeirat erhob. Diese Koalition hielt – mit einer kurzen Unterbrechung Anfang der neunziger Jahre aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Bebauung des Dern’schen Geländes – bis 2001. Danach bildete sich im Ortsbeirat eine grün-schwarze Koalition, ebenfalls die erste in Wiesbaden auf Ortsbeiratsebene, obwohl die SPD als stärkste Partei weiter den Ortsvorsteher stellen wollte.

Ortsvorsteher des Ortsbeirates Wiesbaden-Mitte seit 1972[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972–1975: Richard Werner (SPD)
  • 1975–1977: Klaus Bensberg (SPD)
  • 1977–1981: Hans-Eberhard Naumann (CDU)
  • 1981–1985: Stefan Grüttner (CDU)
  • 1985: Klaus Bensberg (SPD)
  • 1985–1988: Ralf Bender (SPD)
  • 1988–2000: Felix Gabor (SPD)
  • 2000–2001: Roland Presber (SPD)
  • 2001–2006: Sabine Gaedeke (Grüne)
  • 2006–2011: Maria Seibert-Gölz (CDU)
  • seit 2011: Roland Presber (SPD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesbaden-Mitte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bevölkerung in den Ortsbezirken 2015 (PDF; 69 kB), Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik; Landeshauptstadt Wiesbaden; abgerufen am 15. Jan. 2016