World of Tanks

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
World of Tanks
Logo World of Tanks.png
Studio WeissrusslandWeißrussland Wargaming.net
Plattform Windows, Mac OS X, Linux, Xbox 360, Xbox One, PlayStation 4, iOS, Android
Spiel-Engine BigWorld
Genre Taktik-Shooter
Thematik Panzerschlachten
Spielmodus Mehrspieler
Steuerung Maus, Tastatur oder Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Medium Download oder DVD-ROM
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch u.a.
Aktuelle Version 9.15.0.1
(Stand: 10. Juni 2016)
Kopierschutz Anmeldung
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 7 Jahren empfohlen

World of Tanks (WoT) ist ein 2010 erschienenes Third-Person-Taktik-Shooter-Online-Mutltiplayer-Spiel des weißrussischen Spieleentwicklers Wargaming.net nach einem free-to-play-Konzept, in dem es kostenpflichtige Zusatzangebote gibt.

Die Spielwelt ist in 3D-Grafik (unter Verwendung der Software von BigWorld) gestaltet und Spiele finden mit Panzern im Player-versus-Player-Modus statt. Als Vorlage dienen Panzerschlachten mit Modellen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, wobei auch Prototypen sowie Nachkriegsmodelle (bis zum Ende der 1950er-Jahre) genutzt werden. Die historische Grenze soll laut Wargaming bei Glattrohrkanonen und elektronischer Ausrüstung liegen.

Bei dem Produkt handelt es sich um ein Free-to-play-Onlinespiel. Das Spielen ist kostenlos, Spieler können jedoch gegen reales Geld virtuelle Güter erwerben, die Vorteile im Spielfortschritt bringen.[2] Das Spiel richtet sich an Personen, die aufgrund beruflicher oder sozialer Bindung wenig Zeit für Computerspiele haben.[2] Der Geschäftsführer Victor Kislyi nennt die kurze Dauer einer Spielpartie als niedrige Einstiegsschwelle und bezeichnet Panzer als für eine männliche Zielgruppe anziehende Gegenstände, die ein „Tamagotchi für Väter“ seien.[2]

Spielaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spiel werden Gefechte durchgeführt, in denen zwei Teams mit in der Regel 15 Panzern einander gegenüber stehen. Es gibt Panzer in den Kategorien leichter Panzer, mittlerer Panzer, schwerer Panzer, Jagdpanzer und Selbstfahrlafette (mobile Artillerie). Weiter sind die Panzer in verschiedene Leistungs-Stufen von I bis X und verschiedene Nationen eingeteilt. Die Zusammensetzung der Teams wird vor Spielbeginn serverseitig errechnet (sogenanntes Matchmaking). Jedes Team ist gemischt aus Fahrzeugen verschiedener Kategorien und Stufen. Die Nation wird nicht berücksichtigt, sodass beispielsweise britische, sowjetische und deutsche Panzer in einem Team stehen.

Für die Gefechte gibt es verschieden Karten, auf denen gespielt wird. Die Aufgabenstellung in einer Schlacht lautet entweder die gegnerische oder eine neutrale Basis auf der Karte einzunehmen oder sämtliche gegnerische Panzer zu zerstören. Ein Gefecht dauert in der Regel nur wenige Minuten, wobei nach Ablauf von 15 Minuten und Nichterfüllung der Ziele die Partie Unentschieden ausgeht. Seit der Version 7.4 gibt es neben dem sog. Zufallsgefecht, in dem jedes Team die Basis des anderen zu erobern oder alle gegnerischen Panzer zu zerstören sucht, den Spielmodus Angriff, bei dem nur ein Team eine Basis besitzt, die es gegen das andere Team verteidigen muss. In diesem Modus beträgt das Zeitlimit nur 10 Minuten. Zudem kam der Spielmodus Begegnungsgefecht hinzu, bei dem es eine neutrale Basis gibt, die es für beide Teams zu erobern gilt. Von Version 9.0 bis 9.3 gab es die Gefechtsart historische Gefechte, bei der die Teams aus Fahrzeugen der gleichen Nation bestehen. Die Anzahl und Ausrüstung der Fahrzeuge sollte die historischen Gegebenheiten nachempfinden.[3] Dieser Modus wurde mangels Interesse wieder entfernt.

Am Ende eines Gefechts bekommt der Spieler Erfahrungspunkte und Punkte einer Spielwährung gutgeschrieben und kann damit Ausrüstungsgegenstände sowie weitere Panzermodelle erwerben. Die Höhe der Gutschrift korreliert mit den Leistungen des Spielers und seiner Mannschaft während des Gefechtes, vor allem aber mit dem Spielausgang (Sieg, Niederlage, Remis). Das Spiel bewertet am Gegner verursachten Schaden hoch. Abschüsse, bei denen ein schon stark angeschlagenes Gegnerfahrzeug endgültig ausgeschaltet wird, bringen daher viel weniger an Gutschrift als das massive Beschädigen eines gegnerischen Panzers.

Spielfortschritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pro im Spiel vertretener Nation Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China, UdSSR, Tschechoslowakei, Japan und USA steht ein Startpanzer zur Verfügung[4], von dem ausgehend man weitere Panzer der Nation erspielen kann. Zudem sind Panzer anderer Nationen im Spiel bzw. wurden angekündigt; so befindet sich ein Panzer der Schweizer Armee, der Panzer 58 Mutz, oder ein Panzer der ungarischen Armee, ein Prototyp des Turan-Panzers, in der Gruppe der deutschen Panzer, sowie den DDR-Panzer T-55A.

Ausgehend vom Startpanzer kann der Spieler durch die Investition von Erfahrungspunkten (in Form von Silbersternen) und Spielgeld (in Form von Silbermünzen) Ausrüstungsgegenstände und weitere Panzer erwerben.[5] Module eines Panzers (Geschütztürme, Motoren, Kanonen, Funkgeräte, Kettenantriebe) sind einem Panzer zugeordnet. Die Panzer selbst sind innerhalb einer Nation hierarchisch in Stufen (im Spiel mit dem englischen Begriff Tier bezeichnet) von I bis X so gruppiert, dass (bis auf den Startpanzer) jeder Panzer einen untergeordneten Vorgänger und (bis auf die Panzer der Stufe X) mindestens einen übergeordneten Nachfolger hat. Auf diese Weise ergibt sich für jede Nation ein sog. Forschungsbaum. Jeder neue Panzer muss unter Einsatz von Erfahrungspunkten erforscht werden, die mit dem direkt untergeordneten Panzer erspielt wurden. Ähnliches gilt für Module, die innerhalb des jeweiligen Panzer durch Erfahrungspunkte freigespielt werden müssen. Innerhalb einer Nation können jedoch einige Module auch in anderen Panzern eingesetzt werden. Zusätzlich müssen die Panzer und Module mit Spielgeld bezahlt werden, das im Spiel universell, d.h. unabhängig von den nationalen Forschungsbäumen, erworben wird. Zusätzlich zu der innerhalb eines Forschungsbaumes gewonnenen Erfahrung erhält man 5 % freie Erfahrung (in Form von Goldsternen), die universell genutzt werden kann.

Jeder Panzer hat Besatzungsmitglieder, deren Leistung mit gesammelten Erfahrungspunkten von anfänglich 50% auf 100 % steigt. Wenn die Besatzung an Erfahrung gewinnt, beeinflusst dies die Leistung des Panzers, für die das jeweilige Besatzungsmitglied zuständig ist (Nachladetempo, Geschwindigkeit des Einzielens, Sichtweite, Beschleunigung, Wendegeschwindigkeit etc.). Nach Erreichen von 100 % kann der Spieler den Besatzungsmitgliedern eine besondere Fertigkeit zuweisen. Es besteht die Wahl zwischen den vier allgemeinen Fertigkeiten verbesserte Tarnung, schnellere Reparatur, schnelleres Feuerlöschen und „Waffenbrüder“ (bewirkt gesteigerte Werte für alle Besatzungsmitglieder sobald alle Crewmitglieder 100 % „Waffenbrüder“ besitzen), und weiteren, für die jeweilige Aufgabe des Besatzungsmitgliedes spezifischen, Fertigkeiten.[6] Sollte ein Panzer nicht für jede Rolle ein Besatzungsmitglied haben, also zum Beispiel keinen Funker, kann ein anderes Besatzungsmitglied dessen spezifische Fertigkeit erlernen. Hat ein Besatzungsmitglied eine Fertigkeit zu 100 % erworben, kann der Spieler für dieses Mitglied eine weitere Fertigkeit auswählen, die dann auch erworben wird. Eine vollständig ausgebildete Besatzung würde demnach über 100 % Leistung bezüglich der Standardfunktionen und 100 % in allen Fertigkeiten verfügen. Da die hierfür benötigten Mengen an Erfahrungspunkten sich jedoch mit jeder 100-%-Grenze verdoppeln, sind dafür sehr viele Spiele vonnöten.

Wargaming.net bietet eine Premiumwährung an, das sog. "Gold" (in Form von Goldmünzen). Sie erlaubt es, die Leistung der Besatzung sofort auf 100 % zu setzen.

Wie bei derartigen Spielen üblich, ist auch World of Tank ein sogenannter "Grinder", d.h. man muss viele Gefechte fahren, bis man einen Fortschritt erzielt. Die benötigte Erfahrung steigt über die 10 Stufen exponentiell an, ebenso wie die Anschaffungspreise der Panzer. So stellt ein voll ausgebauter Stufe 8 Panzer gerade erst die Halbzeit auf dem Weg zur Stufe 10 dar. Die pro Gefecht erreichbare Erfahrung hingegen steigt lang nicht so steil an. Dementsprechend kann man die unteren Stufen noch in wenigen Dutzend Gefechten durchlaufen, während die meisten Spieler für die höheren Stufen jeweils hunderte von Gefechten benötigen. Besonders hart trifft es hier Neueinsteiger, da diese noch nicht über freie Erfahrung verfügen können, mit der der sogenannten "Stock Grind" – die ersten Gefechte mit dem Panzer in Basisausstattung bis zur Freischaltung der besseren Module – übersprungen werden kann. Dies stellt einen gewissen Teufelskreis dar: ein Panzer im Auslieferungszustand ("stock") hat wesentlich schlechtere Leistungswerte als ein ausgebauter, dadurch sind auch nur deutlich schlechtere Resultate erzielbar, wodurch das Freischalten weiterer Module wiederum länger dauert.

Dieses "grinding" ist typisch v.a. für Onlinespiele – als Beispiel seien die typischen Quests in MMORPGs wie World of Warcraft genannt, für die der Spieler beispielsweise dutzende oder hunderte von Kreaturen erschlagen muss, bis die erforderliche Anzahl Questgegenstände gesammelt ist; seien es nun Gänseblümchen oder Drachenzähne.

Spürbar abkürzen lässt sich der Grind durch die Nutzung von Premium-Inhalten (siehe auch "Freemium-Modell" weiter unten).

Spielablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Gefechtsbeginn muss der Spieler sicherstellen, dass sein Fahrzeug repariert und aufmunitioniert ist. Dieser Vorgang kann automatisiert werden. Die Kosten hierfür werden in „Silbermünzen“ berechnet, z.T. ist alternativ Gold möglich. Bei der Munition wird zwischen panzerbrechender Munition (AP), hochexplosiver Munition (HE) und Premium-Munition (APCR, HEAT und HESH).[7] unterschieden. Sie unterscheiden sich in Durchschlagskraft und verursachtem Schaden. Bei manchem Panzern, wie zum Beispiel dem Leopard 1, wird APCR-Munition als Standard-Munition benutzt, und z.T. gibt es Premium-AP-Geschosse, z.B. für die Kanone des Jagdpanzers SU-100Y, die mehr Schaden als Standard-AP-Munition bei geringerer die Durchschlagskraft oder, z.B. bei der 152mm-Kanone des KV-2, mehr Durchschlagskraft bei gleichem Schaden verursachen. Panzerbrechende Munition hat die höchste Durchschlagskraft, richtet aber weniger Schaden an als HE-Munition. HE-Munition hat einen sehr geringen Durchschlag, richtet aber sehr hohen Schaden an, wenn sie durchschlägt. Wenn sie nicht durchschlägt, macht sie in den meisten Fällen zwar Schaden, der fällt dann aber eher gering aus. Die APCR-Premium-Munition orientiert sich an den Eigenschaften der normalen panzerbrechenden Munition, wobei sie einen höheren Durchschlag aufweist und schnellere Fluggeschwindigkeit besitzt. Die HESH-Munition orientiert sich wiederum an den Eigenschaften von HE-Munition, hat aber eine erhöhte Durchschlagskraft, welche aber meist nicht an den Durchschlag von AP- oder APCR-Munition heranreicht. Die HEAT-Munition hat dagegen meist eine erhöhte Durchschlagskraft gegenüber AP- und oft auch APCR-Munition, erfährt aber keine Winkelverbesserung wie die anderen Munitionsarten beim Aufschlag auf die Panzerung und besitzt in der Regel eher trägere Flugeigenschaften. Auch ist die HEAT-Munition ineffektiv gegen Schottpanzerung und prallt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an gewinkelter Panzerung ab. Bei Selbstfahrlafetten weist die Premium-Munition meist einen höheren Sprengradius oder eine höhere Durchschlagskraft bei dann meist geringerem Sprengradius auf, so dass auch Einschläge in der Nähe der feindlichen Panzer eher zu Schäden führen.

Die Panzer verfügen jeweils über sechs Steckplätze, drei für zusätzliche Ausrüstung und drei für Verbrauchsgegenstände. Verwendete Ausrüstung kann einige Werte des Gefährts, wie z. B. die Sichtweite, die Tarnung oder die Nachladegeschwindigkeit permanent erhöhen, aber auch gewisse Fähigkeiten der Besatzung erhöhen. Verbrauchsgegenstände dienen der Reparatur, zum Feuer löschen oder dem Erhöhen bestimmter Fahrzeug- oder Besatzungswerte für ein einzelnes Gefecht.

Wenn der Spieler bei einem Panzermodell alle zur Verfügung stehenden Forschungsoptionen erforscht hat, also auch alle direkt folgenden Panzer im Forschungsbaum, erhält der Panzer den Status „Elite“. Ab diesem Zeitpunkt kann der Spieler die mit diesem Panzer weiter erworbene Erfahrung entweder in die beschleunigte Ausbildung der Panzerbesatzung investieren oder, gegen Zahlung von Gold, in freie Erfahrung umwandeln, so dass man diese auch zur Erforschung bei anderen Panzern verwenden kann. Wenn man sich für das schnellere Crewtraining entscheidet, so beschleunigt sich dieses um Werte zwischen 17 % (bei sechs Besatzungsmitgliedern) und 50 % (bei zwei Besatzungsmitgliedern).

Balance der Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell des deutschen Jagdpanzer 38(t) Hetzer

Die Fahrzeuge in WoT sind in fünf Kategorien eingeteilt: Leichte, mittlere und schwere Panzer, Jagdpanzer und Selbstfahrlafetten (mobile Artillerie). Jede Kategorie hat bestimmte typische Vor- und Nachteile, die sich vereinfacht gesagt in den drei klassischen Eckpunkten Panzerschutz, Bewaffnung, Mobilität sowie dem Tarnwert niederschlagen. Allerdings sind nicht alle Panzer typisch für ihre Kategorie; so gibt es schwere Panzer die Panzerung für Mobilität opfern und mittlere Panzer, die besser gepanzert und weniger mobil sind, usw. Die Balance zwischen den Klassen findet primär über das Kartendesign statt: je nach Karte ist eine Klasse mehr oder weniger nützlich; so ist z.B. Artillerie auf großen, offenen Karten am effektivsten, während sie in Städten schwer brauchbar ist. In Städten wiederum fühlen sich schwere Panzer am wohlsten. Zwar ist des Sortiment an Karten bekannt, jedoch kann man sich die Karte nicht aussuchen (Ausnahme: Clanwar) und kennt sie vor Gefechtsbeginn auch nicht, sodass man bei der Auswahl eines Fahrzeugs nie weiß, in welchem Szenario man spielen wird.

Die Aufgaben der leichten Panzer auf dem Schlachtfeld umfassen bis auf wenige Ausnahmen die Aufklärung des Feindes und Zerstörung der feindlichen Selbstfahrlafetten. Mittlere Panzer sind meist dazu geeignet, schwere Panzer zu umfahren oder feindliche Linien zu durchbrechen und die Rolle des Aufklärers zu übernehmen, ebenso sind Flankenangriffe mit Ihnen sehr effektiv. Die meisten schweren Panzer fungieren als Frontpanzer, die sich im direkten Kampf duellieren, während die Jagdpanzer oft aus einer größeren Entfernung auf das Gefecht Einfluss nehmen. Die Selbstfahrlafetten decken den Feind aus sicherer Entfernung mit Fernbeschuss ein.

Schadensmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

World of Tanks verfügt über ein mehrstufiges Schadensmodell. Faktoren, die in die Berechnung des verursachten Schadens mit eingehen, sind unter anderem die Durchschlagskraft des Projektils, die mit längerer Flugbahn abnimmt, die Stärke der Panzerung an der getroffenen Stelle, sowie der Aufprallwinkel. So kann es vorkommen, dass Schüsse, die einen zu flachen Winkel haben, abprallen ohne Schaden zu verursachen. Sowohl die Durchschlagskraft als auch der Schaden nach erfolgreicher Penetration können um bis zu 25 % von einem Mittelwert abweichen. Auch ist es möglich, durch gezielte Schüsse bestimmte Module des Panzers zu zerstören. Ob das Modul beschädigt wird, hängt aber ebenfalls vom simulierten Zufall ab. Beispielsweise kann ein Treffer in das Antriebsrad der Ketten den Panzer vorübergehend bewegungsunfähig machen.

Ist ein Modul des Panzers zerstört, wird dieses nach einer gewissen Zeitspanne von einigen Sekunden von der Besatzung provisorisch repariert. Es weist dann aber nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit auf.[8] Zur vollständigen Reparatur sind Verbrauchsgüter im Gefecht erforderlich (z.B. kleine oder große Ersatzteilkiste), mit denen man einmalig ein oder mehrere Module wieder vollständig reparieren kann. Gleiches gilt für das schnelle Löschen von Bränden (Einsatz des Verbrauchsgutes Feuerlöscher).

Ein Treffer kann auch Besatzungsmitglieder verwunden oder töten. Es ist dem Spieler möglich, Verbandkästen zur umgehenden Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der Panzerbesatzung zu erwerben. Wenn alle Besatzungsmitglieder ausgeschaltet wurden, ist das Fahrzeug „außer Gefecht“ und somit zerstört, was allerdings sehr selten vorkommt.

Spielerbewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wargaming.net verwendet ein Schema zur persönlichen Wertung der Leistungsfähigkeit eines Spielers. In die Bewertung fließen u.a. Anzahl der durchgeführten Gefechte, Siegquote, durchschnittlich erzeugter Schaden, Überlebensquote, durchschnittlich erworbene Erfahrung ein. Die Berechnungsformel ist im WoT-Wiki offengelegt. Sie berücksichtigt nach allgemeiner Einschätzung Parameter, die eine Aussage darüber machen, wie wertvoll ein Spieler für sein Team war.[9]

Weiter gibt es eine von Spielern entwickelte Berechnung, die ihre Ursprünge in der nordamerikanischen Version von World of Tanks hat. Diese Bewertung wird Wn8 genannt und versucht ebenfalls den beobachtbaren Beitrag zu Gefechten über den gesamten Account zu messen. Die Berechnung geht von einem Durchschnittsspieler aus, dessen Leistung anhand einer größeren Datenbasis ermittelt wurde. Die Leistung wurde für jeden Panzer individuell festgelegt. Ausgehend von den somit erwartbaren Durchschnittswerten, wird die Leistung eines Spielers mit dem gerade gefahrenen Panzer bewertet und fließt in die Wn8 ein.[10]

Die persönliche Wertung oder die Wn8 wird bei der Zusammenstellung der Teams für ein Gefecht nicht berücksichtigt.[11] Folglich können die gegenüberstehende Teams in der Leistungsfähigkeit der Spieler sehr ungleich sein.

Clans und Bollwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel bietet Spielern die Möglichkeit, sich in Clans zusammenzuschließen. Diese Clans können durch das Gewinnen von Kämpfen gegen andere Clans Teile einer Spielkarte einnehmen. Diese Spiele werden als Bollwerk bezeichnet, da mit der in solchen Spielen erworbenen Clan-Erfahrung ein virtuelles Bollwerk des Clans ausgebaut wird. Die strategische Vorgehensweise der Clankommandanten wird dabei im Browser durchgeführt, nur die Kämpfe selbst finden weiterhin über das Spiel mittels Gefechten statt.[12] Die bespielbare Karte umfasst zur Zeit Europa, Teile des westlichen Russlands, den Kaukasus, weite Gebiete des Nahen Ostens und Nord- sowie auch Westafrika.

Für Clans besteht im Zuge dessen die (von etablierten Clans auch oft genutzte) Möglichkeit, Allianzen mit anderen Clans zu schließen. Durch die Eroberung von Provinzen auf der Clan-Wars-Karte erhält der Clan ein regelmäßiges Einkommen in Form von Gold zu seiner Verwendung. Dieses variiert von Provinz zu Provinz und kann von mittleren zweistelligen Beträgen bis hin zu mehreren Tausend Goldeinheiten gehen.

Die meisten Clans verwenden VoIP-Dienste wie TeamSpeak oder Mumble, um ihre Handlungen abzusprechen.

Gruppenspieloptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu drei Spieler können sich temporär zu einem Zug zusammenschließen. Sie bestreiten dann Gefechte gemeinsam im selben Team. Dies ist neben Bollwerk-Spielen eine weitere Möglichkeit, in Gruppen zu spielen.

Des Weiteren kann man spontan während eines Zufallsgefechts einen sogenannten "Dynamischen Zug" mit anderen Spielern erstellen.

Individuelle Spielmodifikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WoT sieht es vor, dass ein Spieler individuelle Modifikationen vornimmt. Diese werden von Spielern kurz Mods genannt. Technisch werden Mods clientseitig installiert. Wargaming.net gibt eine Anleitung, wie dies zu bewerkstelligen ist.[13]

Anpassungen können das Aussehen oder das Erlebnis des Spiels betreffen, z.B. durch Änderung der Einstellungsseiten oder Forschungsbäume oder in Form von anderen Sound- oder Logo-Dateien. Andere Mods liefern zusätzliche Statistikinformationen über die eigene Spielleistung oder die Spielstärke der Teams eines Gefechts und greifen dazu auf externe Datenquellen über Spieler etc zu. Damit ist es z.B. möglich, zu Gefechtsbeginn eine Aussage über die Siegwahrscheinlichkeit zu erhalten.[14]

Darüber hinaus gibt es Spielmodifikationen, die einen Spieler mehr oder weniger stark im Gefecht unterstützen. Solche Mods verwerten Informationen, die auf dem Schlachtfeld verfügbar sind, von einem Spieler aber praktisch nicht erfasst werden können. Ein Beispiel ist die Zielrichtung der feindlichen Panzer. Ein entsprechender Mod, wie er z.B. in der Sammlung ProMod vorhanden ist, blendet die Zielrichtung auf der Minimap ein.[15] Auch gibt es Modifikationen, die auf dem Schlachtfeld verfügbare Informationen mit Daten über Panzer kombinieren. Ein Beispiel hierfür ist die Berechnung und Anzeige der Zeit, die ein gegnerischer Panzer bis zur Abgabe des nächsten Schusses noch nachladen muss, also nicht auf den eigenen Panzer schießen kann. Hierzu wird die Nachladezeit und die Zeit seit dem jeweiligen letzten Schuss berücksichtigt.[15]

Mods sind in gesponserten Spielveranstaltungen oder professionellen Spielen verboten. Für die europäischen und asiatischen Spielserver spricht Wargaming.net kein Verbot für Mods aus. Ein Link auf der Webseite des Spielbetreibers zu einer Mod-Verbotsliste für den nordamerikanischen Server führte im März 2016 auf eine nicht erreichbare Seite.[13]

free-to-play-Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

World of Tanks kann grundsätzlich kostenlos gespielt werden. Der Spielaccount und die Teilnahme am Spiel in vollem Umfang sind gebührenfrei. Alle Panzer und Module des Forschungsbaums können kostenlos erspielt werden.

Kostenpflichtige Zusatzangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler können eine virtuelle Premiumwährung erwerben, die durch Goldmünzen symbolisiert ist und deshalb gemeinhin als "Gold" bezeichnet wird. Gold muss online mit realem Geld bezahlt werden. Man kann sich damit einen schnelleren Spielfortschritt verschaffen. Z.B. kann ein Spieler gegen Gold die Leistung der Besatzung sofort auf 100 % setzen und erspart sich so Gefechte zum Schulen der Besatzung. Weiter kann man damit z.T. Erfahrungspunkte zukaufen oder Erfahrung aus einem Forschungsbaum in freie Erfahrung umwandeln.

Gold kann man im Spiel in geringeren Mengen auch durch das Lösen kurzzeitig angebotener Spielaufgaben oder in Clan-Kriegen durch das Besetzen von Territorien auf der serverweiten Karte[16] erwerben. Der Spieler kann durch Einsatz von Gold auch nicht in den Forschungsbaum eingegliederte Panzer (sog. Premiumpanzer) erwerben, die Zahl der besitzbaren Panzer oder Besatzungsmitglieder erhöhen und individuelle Tarnmuster kaufen. Der große Vorteil der Premiumpanzer ist, dass sie vergleichsweise mehr Spielgeld und Erfahrungspunkte erspielen, als reguläre Panzern des Forschungsbaums. Weiter kann man sie für eine beschleunigte Ausbildung der Besatzung nutzen, da die Besatzung ohne Umschulungsaufwand auch auf allen anderen Panzern der gleichen Nation und Kategorie gefahren werden kann. Auch genießen einige von ihnen ein bevorzugtes Matchmaking, das den Spieler davor bewahrt, gegen Panzer höherer oder deutlich höherer Stufen antreten zu müssen.

Des Weiteren kann man gegen Zahlung von Gold den eigenen Account vorübergehend in einen „Premium-Account“ umwandeln, der gegenüber einem normalen Account in einer Schlacht 50 % mehr Erfahrung und Spielgeld erhält.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tatsache, dass Spielinhalte für echtes Geld erworben werden können, wurde kritisiert; es wurden Eingriffe in die Spielmechanik, die Premiumaccounts bevorzugen könnten, befürchtet. Wargaming.net reagierte auf diese Vorwürfe.[17][18]. So ist seit 2012 Premiummunition nicht mehr nur gegen Gold erhältlich, sondern kann auch mit normal erspielbarem Spielgeld bezahlt werden.[19]

Das Premium-Modell soll lt. Wargaming.net die Funktion "Pay to Skip" erfüllen, also einen schnelleren Spielfortschritt erlauben.[2] Die Abgrenzung gegen ein "Pay to Win"-Konzept, bei dem die Bezahlung Siegvoraussetzung ist, ist naturgemäß schwierig, da je nach Balance zwischen normalem und Premium-Spieler die Situation entstehen kann, dass de facto ohne Gold-Einsatz kein vernünftiger, zufriedenstellender Spielfortschritt möglich werden kann. So gibt es in der Praxis durchaus Spieler, die nur Premiummunition verwenden. Das ist aufgrund der hohen Spielgeldkosten nur aufrechtzuerhalten, wenn man diese Munition mit Gold und damit letzten Endes mit realem Geld erwirbt oder Spielgeld mittelbar durch den Erwerb von Premiumpanzern oder direkt zukauft, was ebenfalls möglich ist.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metawertungen
Publikation Wertung
Windows Xbox 360
Metacritic 80/100[20] 77/100[21]

World of Tanks besitzt einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die meisten zur gleichen Zeit auf einem Server anwesenden Spieler. Dieser Rekord wurde am 21. Januar 2013 mit 190.541 Spielern erreicht.[22] Mittlerweile konnte der eigene Weltrekord jedoch mehrfach geschlagen werden und zuletzt am 21. Januar 2014 mit 1.114.000 Spielern deutlich gesteigert werden. Im Februar 2015 hat World of Tanks laut Auskunft von Wargaming mehr als 100 Millionen registrierte User.[23]

Bewertet wurde das Spiel von Computerspielmagazinen wie folgt:

Wachstum und Eröffnung neuer Märkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestartet als europäisches Spiel gibt es für World of Tanks seit September 2013 eine japanische Version.[28] Zur Vermarktung wurde dabei eine Kooperation mit der Anime-Serie Girls und Panzer eingegangen.[29] Für die japanische Version wurden sechs Voice Packs mit den Stimmen von sechs Figuren aus Girls und Panzer, sowie ein Expansion Pack erstellt mit Anpassung der Panzer- und Figurengrafiken zu den in der Serie verwendeten.[30] Auch in Nordamerika ist World of Tanks präsent. Für Europa, Japan und Nordamerika betreibt Wargaming.net jeweils eigene Servergruppen, zwischen denen die Spieler nicht wechseln können.

Wargaming.net ist seit Mai 2012 in Zypern an der Börse notiert. Für 2012 gab der Geschäftsführer, Victor Kislyi, an, man spreche "von Millionensummen, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn (..) monatlich".[2] Zu diesem Zeitpunkt hatte das Spiel über 35 Millionen registrierte Teilnehmer.[31]

Wargaming.net League und World of Tanks Grand Finals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2013 kündigte Wargaming.net die Einführung einer "Wargaming.net League" an - einer hauseigenen Liga für die Spiele des weißrussischen Unternehmens. Hierdurch soll eine Etablierung im eSports-Markt (elektronischer Sport) geschaffen werden.

In der 1. Saison mussten sich Spieler in drei Staffeln beweisen und sich für ein Finale qualifizieren, die Grand Finals, in die 14 Teams gelangten. Die ersten Grand Finals wurden vom 4. bis zum 6. April 2014 im Zlote Tarasy in Warschau (Polen) abgehalten. Als Unterstützer (Sponsoren) des Events wurden Razer (Computer-Peripherie), Alienware (PC-Hersteller) und PayPal (Micropayment) vorgestellt.[32] Es konnte sich das Team NaVi gegen den eSports Clan Virtus.pro durchsetzen und erhielt neben dem Weltmeistertitel ein Preisgeld von 110.000 US-Dollar. [33]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frequently Asked Questions – World of Tanks. In: worldoftanks.com. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  2. a b c d e Interview des Wargamin.net-Geschäftsführers. In: Spiegel online. Abgerufen am 11. März 2016 (deutsch).
  3. Version 9.0 wurde veröffentlicht!. Nachrichten des Entwicklers. Abgerufen am 25. April 2014.
  4. China – World Of Tanks. In: wiki.worldoftanks.eu. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  5. wotdb.ru. Inoffizielle Darstellung des Forschungsbaums. Abgerufen am 9. Februar 2014.
  6. Auflistung der Fertigkeiten, abgerufen am 10. März 2016
  7. Ammo – World Of Tanks. In: wiki.worldoftanks.com. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  8. Battle Mechanics – World Of Tanks. In: wiki.worldoftanks.com. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  9. Statistikdatenbank zu World of Tanks, abgerufen am 10. März 2016.
  10. Details der Wn8-Berechnung, abgerufen am 10. März 2016
  11. Matchmaking bei World of Tanks, abgerufen am 10. März 2016.
  12. World of Tanks – Clan Wars mit Erklärungs-Video gestartet – News – GameStar.de. In: gamestar.de. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (deutsch).
  13. a b Eintrag "Modifikationen" im Wiki des Spielbetreibers. In: wiki.wargaming.net. Abgerufen am 11. März 2016 (englisch).
  14. XVM-Mod. Abgerufen am 11. März 2016 (englisch).
  15. a b Info zu Promod. Abgerufen am 11. März 2016 (deutsch).
  16. Clan Wars – World of Tanks. In: worldoftanks.eu. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  17. Bericht über Abschaffung von "pay-to-win", abgerufen am 10. März 2016.
  18. Bericht über Abschaffung von "pay to win", abgerufen am 10. März 2016.
  19. Bericht über Änderung zur Premiummunition, abgerufen am 10. März 2016.
  20. Metawertung World of Tanks (Windows). In: Metacritic. CBS Corporation, abgerufen am 7. Mai 2015 (englisch).
  21. Metawertung World of Tanks: Xbox 360 Edition (Xbox 360). In: Metacritic. CBS Corporation, abgerufen am 7. Mai 2015 (englisch).
  22. World of Tanks stellt einen neuen Guinness Weltrekord auf! – Hauptnachrichten – World of Tanks. In: worldoftanks.eu. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (deutsch).
  23. World of Tanks - Wargaming setzt neue Maßstäbe. In: RIGGED.de. Abgerufen am 9. März 2014.
  24. Testergebnis der Computer Bild Spiele
  25. World of Tanks Review – GameSpot. In: gamespot.com. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  26. World of Tanks (PC) – Test, Download, Systemanforderungen, Release Termin, Demo – GameStar.de. In: gamestar.de. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (deutsch).
  27. World of Tanks Review – IGN. In: pc.ign.com. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  28. World of Tanks: Startschuss für Japan fällt am 05 September 2013 – MMORPG.de. In: world-of-tanks.mmorpg.de. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (deutsch).
  29. Girls & Panzer Meets World of Tanks Game in Video. In: Anime News Network. 22. September 2013, abgerufen am 21. Oktober 2013 (englisch).
  30. 配布. In: ガールズ&パンツァー(GIRLS und PANZER). Abgerufen am 18. Februar 2015 (japanisch).
  31. World of Tanks: Der wundersame Erfolg der Panzerschlacht im Netz – ZEIT ONLINE. In: zeit.de. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (deutsch).
  32. Wargaming.net League: Die World of Tanks Grand Finals im Fokus. In: RIGGED.de. Abgerufen am 9. März 2014.
  33. World of Tanks – Na’Vi ist erster WoT Weltmeister. In: RIGGED.de. Abgerufen am 8. April 2014.