Zerstörergeschwader 26 „Horst Wessel“

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Zerstörergeschwader 26
Aktiv 1. Mai 1939 bis 22. März 1944
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Luftwaffe
Truppengattung Jagdgeschwader
Typ Zerstörergeschwader
Grobgliederung 4 Gruppen 1 Stab
Aufstellungsort Dortmund
Spitzname „Horst-Wessel-Geschwader“
Schutzpatron Horst Wessel
Flugzeugtyp Messerschmitt Bf 110, Messerschmitt Bf 109, Arado Ar 68, Junkers Ju 88, Messerschmitt Me 410
Geschwaderkommodore
erster Kommodore Oberst

Kurt Bertram von Döring

letzter Kommodore Oberstleutnant

Johann Kogler

Insignien
Ärmelstreifen Ärmelstreifen Luftwaffe Horst Wessel.jpg
Übergabe des Jagdgeschwaders „Horst Wessel“ im April 1936. Von links nach rechts: Generalleutnant Erhard Milch, General der Flieger Hermann Göring, Adolf Hitler, SA-Stabschef Viktor Lutze.
Arado Ar 68F der 4. Staffel des Jagdgeschwaders 134 „Horst Wessel“ auf dem Fliegerhorst Werl (1936)
Bf 110 mit dem Marienkäferabzeichen der III. Gruppe des ZG 26 (Oktober 1940)

Das Zerstörergeschwader 26 „Horst Wessel“ (ZG 26) war ein Traditionsgeschwader der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Es ging aus dem 1935 aufgestellten Jagdgeschwader 134 (JG 134) hervor, das 1936 den Beinamen „Horst Wessel“ erhielt. Dieser wurde nach seinem gewaltsamen Tod am 23. Februar 1930 als Mitglied der SA, einer paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP, von den Nationalsozialisten zum „Märtyrer der Bewegung“ verklärt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagdgeschwader 134 „Horst Wessel“

Zu Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April 1935 wurde das JG 134 aufgestellt, dessen erste Flugzeugausrüstung von SA-Stabschef Viktor Lutze als „Wehrgabe der SA“ übergeben wurde. Das Jagdgeschwader 134 erhielt am 24. März 1936 den Beinamen „Horst Wessel“. Die Umbenennung in „Zerstörergeschwader 142 Horst Wessel“ erfolgte am 1. November 1938.[1]

Erste Aufstellung ZG 26 (Geschwaderkennung U8)

Am 1. Mai 1939 erhielt das Geschwader die endgültige Bezeichnung „Zerstörergeschwader 26 Horst Wessel“ (ZG 26 „Horst Wessel“). Während der Zeit des Polenfeldzuges war der gesamte Verband im Westen stationiert und diente dort der Luftverteidigung, unter anderem über der Deutschen Bucht.[2] Das Geschwader nahm 1940 am Feldzug gegen Frankreich teil, ein größerer Teil lag dabei einige Wochen in Rouen, und beteiligte sich 1940/1941 an den Luftangriffen auf Großbritannien. Der Stab lag dabei 1940 längere Zeit in Lille-Nord. 1941 erfolgten Einsätze in Russland und nach 1941 zum Teil in Italien und Afrika. Im April 1942 wurden die nachtflugtauglichen Besatzungen des Geschwaderstabs und der I. und II. Gruppe auf den Nachtjagdeinsatz umgeschult und bildeten den Kern des neu aufgestellten Nachtjagdgeschwaders 4 (NJG 4). Die übrigen Besatzungen wurden an die Zerstörergeschwader 1 und 2 abgegeben. Das Zerstörergeschwader 26 war damit faktisch aufgelöst, lediglich die III. Gruppe führte im Mittelmeerraum weiter den Namen ZG 26.

Zweite Aufstellung ZG 26 (Geschwaderkennung 3U)

Zur Verstärkung der Reichsverteidigung wurde im Sommer 1943 aus dem Stab des ZG 2, der III./ZG 26 und III./ZG 1 in Wunstorf und Bad Lippspringe ein neues Zerstörergeschwader 26 aufgestellt. Im März 1944 erfolgte die Verlegung nach Königsberg in der Neumark. Im Juni 1944 wurde noch eine mit Bf 110 und Ju 88C ausgerüstete IV. Gruppe aufgestellt, die im November 1944 dann auf die Me 410 umrüstete. Gegen Kriegsende wurde sie vom Jagdgeschwader 5 als dessen II. Gruppe übernommen.

Ende als Jagdgeschwader 6

Anfang August 1944 verlegten die I. und II. Gruppe nach Prowehren in Ostpreußen in den Bereich der Luftflotte 6. Das Geschwader wurde mit Focke-Wulf Fw 190 ausgerüstet und erhielt die Bezeichnung Jagdgeschwader 6 „Horst Wessel“.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommodore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oberst Kurt Bertram von Döring, 1. Mai 1939
  • Oberstleutnant Joachim-Friedrich Huth, 14. Dezember 1939
  • Oberst Johann Schalk, 1. November 1940
  • Oberstleutnant Karl Boehm-Tettelbach, Oktober 1943
  • Oberstleutnant Johann Kogler, Juni 1944

Gruppenkommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Mai 1939 - Hauptmann Karl Kaschka
  • 27. Januar 1940 - Hauptmann Wilhelm Makrocki
  • Mai 1941 - Hauptmann Herbert Kaminski
  • Ende 1941 - Hauptmann Wilhelm Spies

II. Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Mai 1939 - Major Friedrich Vollbracht
  • April 1940 - Hauptmann Ralph von Rettberg
  • 11. Oktober 1943 - Hauptmann Eduard Tratt

III. Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Mai 1939 - Hauptmann Johannes Schalk
  • 1. September 1940 - Major Karl Kaschka
  • 4. Dezember 1941 - Hauptmann Thomas Steinberger
  • 25. Dezember 1941 - Hauptmann Georg Christl
  • 12. Juli 1943 - Major Fritz Schulze-Dickow
  • 11. Februar 1944 - unbekannt
  • 2. Juni 1944 - Hauptmann Werner Thierfelder
  • 18. Juli 1944 - unbekannt

IV. Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • unbekannt

Bekannte Geschwaderangehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Dierich (Hrsg.): Die Verbände der Luftwaffe. 1935–1945. Gliederungen und Kurzchroniken. Eine Dokumentation. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 3-87943-437-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zerstörergeschwader 26 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesarchiv Online (Memento vom 5. April 2012 im Internet Archive)
  2. Jochen Prien, Gerhard Stemmer, Peter Rodeike, Winfried Bock: Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945. Band 1: Vorkriegszeit und Einsatz über Polen – 1934 bis 1939. Struve's Buchdruckerei und Verlag, Eutin 2000, ISBN 3-923457-54-5, S. 333 bis 365.