Zumikon

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Zumikon
Wappen von Zumikon
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0160i1f3f4
Postleitzahl: 8126
UN/LOCODE: CH ZKN
Koordinaten: 689605 / 243142Koordinaten: 47° 19′ 59″ N, 8° 37′ 27″ O; CH1903: 689605 / 243142
Höhe: 620 m ü. M.
Fläche: 5,44 km²
Einwohner: 5168 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 950 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
22,9 % (31. Dezember 2015)[2]
Gemeindepräsident: Jürg Eberhard (FDP)
Website: www.zumikon.ch
Ansicht von Süden

Ansicht von Süden

Karte
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Zumikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der westlichen Flanke des Wassbergs (748 m ü. M.; Pfannenstielkette), etwa 200 Höhenmeter über dem rechten Zürichseeufer.

Nachbargemeinden Zumikons sind Küsnacht, Zollikon und Maur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren wurden schon in der Spätbronzezeit entdeckt, nämlich die Terrassensiedlung (Gössikon-Küsnachtertobel). Zumikon tauchte 946 erstmals als "de Zumminga" auf. Mehrere Ortsnamen weisen auf eine alemannanische Besiedlung hin. Dazu gehört der Weiler Gössikon (946 Cozinchova) und Waltikon (946 Waltlinchova). Im Jahr 1467 gab es sechs Haushalte. Im 1634 lebten 113 Einwohner. In Zumikon befindet sich 1271 eine Filialkapelle des Zürcher Grossmünsters. Die nach der Reformation nicht mehr benützte Kapelle wurde 1597 wiederhergestellt. Daraufhin wurde ein Pfarrvikar eingesetzt, der jedoch bis im 18. Jahrhundert noch in der Stadt Zürich wohnte. In den Jahren 1730-31 fand der Neubau der Kirche statt. Der Regierungsrat rief 1868 ein reformiertes Pfarramt ins Leben und somit endete das alte Filialverhältnis zum Grossmünster Zürich. Zumikon gehörte nachweislich ab 1333 zum Zollikoner Teil der 1218 aufgesplitterten Reichsvogtei Zürich und kam so mit Zollikon 1358 zur Stadt Zürich.

In dieser Ortschaft gab es auch eine Heimindustrie im Bereich des Textilgewerbes. Im Jahr 1787 beschäftigten sich nur 6 Personen in der Baumwollspinnerei, hingegen wurden 26 Baumwoll- und 9 Mousselinewebstühle gezählt. Im 19. Jahrhundert wandelte sich die Heimarbeit und spezialisierte sich auf das Seidengewerbe (1850 arbeiteten 230 Personen in Heimarbeit, der grösste Teil davon in der Seidenweberei). Im Jahr 1850 waren 174 Personen in der Landwirtschaft tätig, dagegen gab es nur 11 Handwerker. Anfangs des 20. Jahrhunderts, 1912 wurde die Forchbahn eröffnet und ein Bahnhof errichtet. Seit 1930 gibt es einen Golfplatz. Erstmals wurde 1946 eine Bauzonenplanung verabschiedet und die Dorfumfahrung wurde 1963 eingeweiht. Aufgrund der attraktiven Wohnlage siedelten sich wohlhabende Einwohner an. Deshalb besass Zumikon im Jahr 2011 die drittgrösste Steuerkraft des Kantons Zürichs. Im Jahr 1977 wurden die Forchbahn und die Strasse in den Untergrund verlegt. Oberhalb der entstandenen Überdachung wurde 1982 ein Dorfzentrum gebaut, das je nach Empfinden als ein "Idealdorf" bezeichnet wird oder aber als ein Symbol des "steingewordenen Schweizergeists" der 1980er Jahre gilt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Blau zwei gekreuzte silberne Schlüssel.

Das Wappen wurde erstmals 1740 in einem Wappenbuch erwähnt. Die Schüssel als Wappeninhalt wurden vermutlich aus dem Wappen der Kirche im benachbarten Zollikon übernommen, beide Gemeinden gehörten zum Einflussgebiet des Zürcher Grossmünsters. Die Schlüssel beziehen sich in beiden Fällen auf die Insignien des Apostels Petrus. Im Falle des Zumiker Gemeindewappens dürfte der Eingang über dessen Weggefährten Apollinaris von Ravenna gegeben sein, dem die Kapelle, die vor 1730 anstelle der heutigen reformierten Kirche bestand, vorreformatorisch geweiht war.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Zumikon
Historisches Luftbild von 1923, aufgenommen aus 500 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Die Einwohner nennen sich Zumiker.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stimmenanteile der Nationalratswahlen 2003: FDP 39.2 %, SVP 30.5 %, SP 14.3 %, GP 6.1 %, CVP 5.1 %, EVP 1.9 %

Der Gemeinderat setzt sich zusammen aus 4 FDP, und 1 SVP, sowie 1 GLP und 1 CVP. Gemeindepräsident ist seit 2014 Jürg Eberhard (FDP), sein Vorgänger war Hermann Zangger von der (SVP).

Mitglieder des Zumikoner Gemeinderats (2014–2018) [4][5]
Name Amtsantritt Funktion Partei
Eberhard, Jürg / 2014 Gemeindepräsident FDP
Bohnenblust, Marc Hochbau / 1. Vizepräsident GLP
Bührer, Stefan 2014 Tiefbau FDP
Dietsche, Christian 2014 Gesellschaft SVP
Epprecht, Thomas 2014 Sicherheit / Liegenschaften FDP
Hugi, Andreas Bildung FDP
Messmer, Barbara 2014 Finanzen CVP

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Daetwyler (1886–1976), erster Schweizer Kriegsdienstverweigerer, Pazifist und Anhänger der Abstinentenbewegung
  • Max Bill (1908–1994), Architekt, Künstler, Hochschullehrer und Nationalrat
  • Elisabeth Schwarzkopf (1915–2006), deutsch-britische Opernsängerin und Gesangspädagogin
  • Hugo Imfeld (1916–1993), Bildhauer, Reliefkünstler, Grafiker und Zeichner
  • Elvira Schalcher (* 1926), Schauspielerin und Hörspielsprecherin
  • Hans W. Kopp (1931–2009), Rechtsanwalt und Medienexperte
  • Udo Jürgens (1934–2014), österreichischer Sänger und Komponist
  • Elisabeth Kopp (* 1936), Politikerin, erste Bundesrätin der Schweiz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beat Frei: Wohnort: 8126 Zumikon. Gemeinde Zumikon, Zumikon 2009, ISBN 978-3-033-02266-9.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zumikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Zumiker Bote
  4. Webseite der Gemeinde Zumikon
  5. Neuer Gemeinderat im Zumiker Bote