Stäfa

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Stäfa
Wappen von Stäfa
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Meilenw
BFS-Nr.: 0158i1f3f4
Postleitzahl: 8712
UN/LOCODE: CH SFA
Koordinaten: 697202 / 233130Koordinaten: 47° 14′ 31″ N, 8° 43′ 21″ O; CH1903: 697202 / 233130
Höhe: 414 m ü. M.
Fläche: 8,59 km²
Einwohner: i14'152 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1647 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
18,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Gemeindepräsident: Christian Haltner (FDP)
Website: www.staefa.ch
Reformierte Kirche

Reformierte Kirche

Karte
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Stäfa ist eine politische Gemeinde in der Schweiz. Sie liegt am oberen rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im Kanton Zürich und umfasst die Ortschaften Stäfa, Kehlhof, Uerikon und den Weiler Mutzmalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stäfa besteht aus den Ortsteilen Ötikon (am Hafen), Oberhusen, Grundhalden, Ülikon und Dorf (am Zusammenfluss von Schmitten- und Dorfbach). Weiter gehören zur Gemeinde Stäfa die Ortschaften Kehlhof und Ürikon sowie der Weiler Mutzmalen. Die Fläche beträgt 859 ha, davon 46 % Landwirtschaft, 19 % Wald, 27 % Siedlungen, 7 % Verkehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zürichseeufer von Stäfa ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie 1937 in Ürikon gefundene Spuren einer damaligen Siedlung belegen. 1874 bereits wurde im Ortsteil Oberredlikon ein Mädchengrab mit verschiedenen Grabbeigaben gefunden, das auf etwa 400 v. Chr. datiert wurde. 1794/95 gab die Gemeinde einer Auseinandersetzung über die politische und wirtschaftliche Benachteiligung der Zürcher Landschaft gegenüber der Stadt ihren Namen. (→ Stäfner Handel) 1837 wurde der obere Teil des Stäfner Kirchturmes vom Architekten Ferdinand Stadler neu aufgebaut.

Anfang 1952 begann Robert Barth, Begründer des Unternehmens «Milkin-Institut Robert R. Barth», in einer ehemaligen Weinhandlung in Stäfa mit der Produktion des schweizerischen Erfolgsgetränks Rivella, das heute als Nationalgetränk in der Schweiz auf dem zweiten Platz hinter Coca-Cola steht.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Silber die heilige Verena, golden nimbiert, in goldenem Kleid und rotem Mantel, in der Rechten einen goldenen Kamm, mit der Linken einen grünen Wasserkrug haltend.

Das Wappen von Stäfa zeigt seit 1526 die heilige Verena, die im Schild der damaligen Obervogtei geführt wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Stäfa wohnten Ende 2011 13'864 Menschen. Der Ausländeranteil beträgt 17,5 %.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Stäfa: SVP 28.3 %, SP 21.8 %, FDP 20.1 %, glp 10.0 %, Grüne 5.8 %, CVP 4.2 %, BDP 2.9 %, EVP 2.5 %, EDU 2.2 %.[4]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

41,4 % der Bevölkerung zählen sich zur evangelisch-reformierten Konfession, 25,1 % zur römisch-katholischen. Bei den evangelischen Freikirchen sind deren drei in der lokalen Sektion der Evangelischen Allianz verbunden: die Chrischona-Gemeinde, die Evangelische Täufergemeinde ETG und die Hausgemeinde Lendi/Grau.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stäfa ist die grösste Weinbaugemeinde im Kanton Zürich und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück, da die Lage an der sonnigen Goldküste, der Zürichsee als Wärmespeicher und die häufigen Föhnlagen ideale Voraussetzungen bilden. (Siehe hierzu auch den Artikel Weinbau in der Schweiz.)

1969 wurden die Rebberge Kirchbühl, Lattenberg und Sternenhalde sowie Risi Ürikon durch die Gemeindeversammlung vor der Überbauung bewahrt und unter Schutz gestellt. Seither orientiert der Reblehrpfad Stäfa-Ürikon über Reben und Arbeiten im Weinberg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Sitz in Stäfa hat die auf Hörsysteme spezialisierte Sonova Holding AG.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen am Zürichsee

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rechtsufrige Zürichseebahn (Zürich–Meilen–Rapperswil) gilt als Vorläuferin der S-Bahn Zürich. In den 1960er Jahren erhielt sie eigens vom Kanton Zürich finanzierte RABDe 12/12-Triebzüge («Mirage») und den sogenannten starren Fahrplan (heute Taktfahrplan). Auf der Linie wurden als Vorläufer der S-Bahn ab 1968 der Halbstundentakt und die Selbstkontrolle getestet und rund 25 Jahre später auf den gesamtschweizerischen Regionalverkehr ausgedehnt.

In der Gemeinde befinden sich zwei Bahnstationen: Stäfa im unteren Haslenbach und Uerikon. Letztere war 1901–1947 Ausgangspunkt der Uerikon-Bauma-Bahn.

Folgende Linie der S-Bahn Zürich verkehrt von den Bahnhöfen Stäfa und Uerikon:

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Anlegeplätzen Stäfa und Uerikon halten die Schiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft auf der Linie Zürich BürkliplatzRapperswil.

Panoramabild von Stäfa

Kunst, Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht von Feusisberg auf Stäfa, Wollerau im Vordergrund
Wannenbrünneli der heiligen Verena, Zeuge früher zentraler Wasserversorgung
Stadlervilla

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten in Stäfa sind das Gasthaus Alte Krone, wo Johann Wolfgang von Goethe 1797 beim Besuch seines Freundes Heinrich Meyer übernachtete – heute erinnert eine Gedenktafel daran – und das sogenannte Goethebänkli, von wo man einen grossartigen Blick auf den Zürichsee, die Insel Ufenau, den Etzel und die Alpen geniesst.

Architektonisch interessant ist die Villa des Ferdinand Stadler, fertiggestellt 1850.

Überregional bedeutsam sind die vom Künstler Dan Rubinstein (* 1940 in Netanja) gestalteten Glasfenster in der römisch-katholischen Kirche St. Verena, die Szenen der ersten beiden Bücher des Alten Testaments in leuchtenden Farben nacherzählen (Zyklus von 13 Fenstern, die unter das Motto «Barmherzigkeit und Liebe – Gesetz und Gerechtigkeit» gestellt sind).

In Ürikon steht am Seeufer das sogenannte Ritterhaus Ürikon mit Kapelle.

Im Ortsteil Kehlhof steht direkt am See die 1906 im Jugendstil erbaute Villa Sunneschy. Sie wurde 2001 umfangreich restauriert. Die Rückkehr zur freigelegten Originalsubstanz brachte Räume, die durch ihre Farbigkeit faszinieren. Die Villa mit ihrer grossen Wiese ist heute im Besitz der Gemeinde und wird öffentlich genutzt.

Ortsmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsmuseum zur Farb gibt einen Einblick in das Leben um 1600.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die grösste Sportanlage in Stäfa ist der Sportplatz Frohberg. Neben drei Fussballplätzen (davon einer mit Kunstrasen) sind zahlreiche Tennisplätze, sowie die Mehrzweckhalle «Halle für Alle» zu finden.

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Stäfa gibt es einen Handballclub mit einer Juniorenabteilung, die Lakers Stäfa. Die erste Mannschaft hat in der Saison 2008/2009 in der Nationalliga A gespielt, wurde als Tabellenletzter jedoch in die Nationalliga B relegiert. Am 1. Mai 2010 gelang der sofortige Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse.

Unihockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Unihockeyclub Lokomotive Stäfa gibt es seit 1993. Heute spielen acht Mannschaften in der Meisterschaft mit, in verschiedene Ligen. Von den acht Mannschaften sind fünf Junioren.

Fussball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1895 gegründete FC Stäfa ist einer der ältesten Fussballvereine der Schweiz. Im Jahr 2014 zählte er 30 Mannschaften.[6] Seit über 30 Jahren kicken auch Frauen auf der Sportanlage Frohberg. Der FC Stäfa betrachtet sich als ein Ausbildungsverein, weshalb in jeder Altersstufe eine «Leistungsmannschaft» ausgebildet wird. Der Club hat rund 550 Mitglieder und unterhält 18 Junioren- und 4 Juniorinnen-Mannschaften.

Turnverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turnverein Stäfa bezweckt in erster Linie die Förderung und Unterstützung des Breiten- und Leistungssportes. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten und Grenzen mithalten können. Ganz nach dem Motto, Turnen in einem Verein von 3–99 Jahren, bietet der Turnverein Stäfa sportliche Aktivitäten für alle Altersstufen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Arens (* 1928–2015), Schauspieler und Theaterregisseur
  • Oskar Bachmann (1941–2013), Politiker (SVP)
  • Franziska Kohlund (1947–2014), Schauspielerin und Theaterregisseurin
  • Christoph Mörgeli (* 1960), Politiker (SVP), in Stäfa geboren und lebt in Stäfa
  • Ernst Näf (* 1920), Radrennfahrer
  • Hans Pfaff (1896–1971), Pfarrer und Schriftsteller, lebte und arbeitete ab 1935 bis zu seinem Tod in Stäfa
  • Ernst Wiechert (1887–1950), Schriftsteller, lebte von 1948 bis 1950 in Uerikon
  • Alexander Ziegler (1944–1987), Schauspieler und Schriftsteller, lebte viele Jahre in Stäfa

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beat Frei: Stäfa: wohnen, arbeiten, mitreden, leben. Lesegesellschaft, Stäfa 2007, ISBN 978-3-033-01269-1.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stäfa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. http://www.web.statistik.zh.ch/cms_gp_neu/gpzh/index.php?p=gp&gem=113&s=,#Bev%C3%B6lkerungsbestand%20und%20-struktur (abgerufen am 27. Februar 2012).
  4. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2015/NRW_2015/resultate.html, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 3. Dezember 2015
  5. http://www.each.ch/ea-st%C3%A4fa.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  6. FC Stäfa: Home. In: fc-staefa.ch. Abgerufen am 21. November 2013.