coop eG

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coop eG
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Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Gründung 1899
Sitz Kiel
Leitung Dierk Berner, Norman Boje
Mitarbeiterzahl 20
Umsatz 16,44 Mio. EUR
Branche Konsumgenossenschaft, Immobilienverwaltung
Website www.coop.de
Stand: 31. Dezember 2016

Eine ehemalige Sky-Filiale in Itzehoe

Die coop eG (bis Juni 2006 noch coop Schleswig-Holstein eG) mit Sitz in Kiel ist ein Konzern in der Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft, der hauptsächlich, nach Ausgliederung des operativen Lebensmittel-Einzelhandel auf die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG, im Bereich der Bereitstellung von Vorteilen für seine Genossenschaftsmitglieder, der Immobilienverwaltung und -entwicklung und der Vermögensverwaltung tätig ist[1]. Die coop hat rund 80.700 Mitglieder (Stand 31. Dezember 2016)[2] mit einem Geschäftsguthaben von 100,6 Mio. € und beschäftigt 20 Mitarbeiter (im Konzern ca. 50). Die coop eG ist mit ihrer Mitgliederanzahl Deutschlands größte Konsumgenossenschaft.

Die coop eG ist im Besitz von 42 Immobilien (Stand Ende 2016), wovon 32 an die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG vermietet sind. Sie erwirtschaftet insbesondere aus der Vermietung ihrer Immobilien einen Umsatz in Höhe von ca. 16,44 Mio. € und verfügt über eine Eigenkapitalquote von 89,2 %.[3]

Mitglieder erhalten seit Jahren einen Dividendensatz, der regelmäßig deutlich über dem kapitalmarktüblichen Zinssatz gelegen hat. Für 2016 betrug die Dividende 2,25 Prozent. Jedes Mitglied der coop eG hat eine sog. "coop-Vorteilskarte" mit der es in den Märkten der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG 3 % Einkaufsvorteil erhält. Weiterhin arbeitet sie eng mit regionalen und überregionalen Partnern zusammen, um den Mitgliedern exklusive Einkaufsvorteile und Rabatte bei ca. 60 weiteren Vorteilspartnern zu bieten.

Die coop Schleswig-Holstein eG war eine der wenigen Konsumgenossenschaften der Bundesrepublik, die in den 1970er und 1980er Jahren eigenständig blieb und nicht mit der Frankfurter co op AG verschmolzen wurde. Die heutige coop eG war daher von dem 1988 aufgedeckten coop-Skandal, in dessen Folge die damalige co op AG schließlich zerschlagen wurde, nicht betroffen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1899 wurde in Kiel der Allgemeine Konsumverein für Kiel und Umgegend[4] (AKVK) gegründet, 1904 der Konsumverein Lübeck. Die Nationalsozialisten liquidierten 1935 den AKVK zwangsweise.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1946 elf Konsumgenossenschaften in Schleswig-Holstein wiedergegründet. Die Selbstbedienung wurde 1953 eingeführt. 1963 eröffnete der erste konsumgenossenschaftliche Supermarkt Deutschlands in Kiel. Sechs Märkte der Eklöh-Gruppe Nord wurden 1965 übernommen.

Logo bis 2004

In der coop Schleswig-Holstein eG waren 1972 alle ehemaligen Konsumgenossenschaften im Land vereinigt. 1986 erfolgte die Übernahme der coop Lüneburger Heide, Wittingen (Niedersachsen), 1988 die Übernahme der Wandmaker GmbH, Tellingstedt. Zusammen mit der Konsumgenossenschaft Dortmund-Kassel wurde 1990 bis 1992 die Produktion, die ehemalige Konsumgenossenschaft in Hamburg (PRO), übernommen. 1993 wurde das Logistikzentrum Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow fertiggestellt. 1994 wurde das Regionallager Kiel ausgebaut und die Marke Sky 20 Jahre alt. Außerdem wurde ein Hilfsgütertransport von Kiel nach Kaliningrad mit Coop-Lkw erfolgreich durchgeführt.

1995 betrieb die coop Schleswig-Holstein eG in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg mehr als 50 PRO-MV-Supermärkte, Sky-Verbrauchermärkte, Plaza-SB-Warenhäuser sowie Bau- und Gartencenter. Im selben Jahr erfolgte auch die Einführung des Prima-Sortiments mit Artikeln zum Preis auf Discounterniveau. Von 1997 bis 2007 bestand eine Einkaufsallianz mit BBB&R (Bela, Bünting, Ratio, Meyer+Beck); die Coop-Märkte wurden nach und nach zu Sky. 1999 wurde das Vertriebsgebiet nach Baden-Württemberg und Bayern – durch Übernahme der Coop Ulm – erweitert. Auch diese Märkte wurden zu Sky.

Das Engagement als Produktpartner der Expo 2000 in Hannover für Großhandel blieb weit hinter den Erwartungen der coop zurück. Laut Lebensmittel Zeitung verblieb ein Defizit von einer Million DM. Bis 2005 hat die Genossenschaft jedes Jahr Gewinne erwirtschaftet. 2005 wurde die Eigenmarke Unser Norden bei Wandmaker, Plaza und Sky präsentiert. Im Juni 2006 beschloss die Vertreterversammlung eine Änderung des Unternehmensnamens: die coop Schleswig-Holstein eG wurde zur coop eG. Die unter dem Namen Wandmaker geführten Supermärkte wurden Schritt für Schritt zu Sky bei kleineren Märkten oder zu Plaza bei größeren Märkten umgewandelt. 2008 entstand eine Einkaufsallianz mit der REWE-Gruppe.

Zum 30. November 2009 wurde das Ladennetz des Absatzgebietes Süd mit 39 Verbrauchermärkten (ca. 1.140 Mitarbeiter, 150 Mio. Euro Umsatz) sowie ein Zentrallager (45.000 m², 119 Mitarbeiter) an die Rewe Group in Köln veräußert.[5] Das Bundeskartellamt stimmte dem Verkauf zu, woraufhin die Standorte zum 1. Dezember in die Kölner Unternehmensgruppe integriert und auf die Marke Rewe umgestellt wurden.[6]

Zum 1. Januar 2014 wurden die 19 Filialen der Unser Norden-Landbäckereien an die Heinrich von Allwörden GmbH verkauft.[7]

2016 informierte der Vorstand über den Plan, ein Joint Venture mit der Rewe Group zu gründen.[4] In dieses Gemeinschaftsunternehmen möchte die coop eG ihr gesamtes operatives Geschäft einbringen; die Rewe übernimmt im Gemeinschaftsunternehmen die Führung. Zentrale und Sitz soll Kiel bleiben. Durch diesen Einstieg der REWE möchte die coop eG schuldenfrei werden.[4] Im Oktober 2016 erteilte das Bundeskartellamt unter Auflagen die Freigabe.

Eine in Umzeichnung zu REWE befindliche Sky-Filiale in Ribnitz-Damgarten

Zum 21. September 2016 wurde das gesamte operative Supermarktgeschäft (insbesondere die ca. 170 Sky-Supermärkte und plaza Bau- und Gartencenter mit insgesamt ca. 9.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 1,3 Mrd. €) in die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG überführt. An dieser ist die REWE-Gruppe seit dem 29. Dezember 2016 mit 55 % beteiligt, die coop eG hält an ihr 45 %. Im Zuge dieses Joint-Ventures werden alle sky-Supermärkte und alle skyXXL-Supermärkte bis Mitte 2019 auf REWE umgeflaggt. Die bisherige Marke plaza wird ebenfalls aufgegeben.[8][9] Die coop-Vorteilskarte, mit der Mitglieder der genossenschaftlichen coop eG u. a. drei Prozent Einkaufsrabatt in den Märkten der Supermärkte Nord erhalten, wird weiterhin - auch unter REWE-Flagge - gültig sein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Coop eG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. coop eG - Partner "Schleswig-Holstein. Der echte Norden." - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH. In: WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH. (wtsh.de [abgerufen am 7. März 2018]).
  2. Geschäftsbericht der coop eG 2016, S. 11 (abgerufen am 13. Juni 2017)
  3. Geschäftsbericht coop eG 2016. In: calameo.com. (calameo.com [abgerufen am 7. März 2018]).
  4. a b c Ulrich Metschies: Coops Zukunft heißt jetzt Rewe. In: Kieler Nachrichten. Nr. 132. Kiel 8. Juni 2016, S. 8.
  5. Rewe übernimmt Sky-Markt. In: Südkurier. 22. Januar 2010.
  6. Kartellamt stimmte zu. Rewe übernimmt Sky-Märkte. In: Rheinische Post Online. 5. Dezember 2009.
  7. coop eG:@1@2Vorlage:Toter Link/www.alles.coop( Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Pressemitteilung zum Verkauf Landbäckerei), abgerufen am 26. Januar 2016.
  8. coop.de:Presse
  9. sky-supermarkt.de: REWE beteiligt sich an Supermärkte Nord

Koordinaten: 54° 19′ 11″ N, 10° 11′ 53″ O