Adenbüttel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Adenbüttel
Adenbüttel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Adenbüttel hervorgehoben
52.38083333333310.452574Koordinaten: 52° 23′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Papenteich
Höhe: 74 m ü. NHN
Fläche: 13,71 km²
Einwohner: 1745 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38528
Vorwahl: 05304
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 001
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 15
38527 Meine
Webpräsenz: www.adenbuettel.de
Bürgermeister: Michael Heinrichs (SPD)
Lage der Gemeinde Adenbüttel im Landkreis Gifhorn
Schwülper Vordorf Didderse Adenbüttel Hillerse Meine Wasbüttel Rötgesbüttel Leiferde Isenbüttel Ribbesbüttel Calberlah Wagenhoff Meinersen Osloß Bokensdorf Ummern Wesendorf Müden (Aller) Sassenburg Gifhorn Schönewörde Wahrenholz Wahrenholz Groß Oesingen Steinhorst Hankensbüttel Sprakensehl Obernholz Dedelstorf Weyhausen Tappenbeck Jembke Barwedel Bergfeld Tiddische Rühen Parsau gemeindefreies Gebiet Giebel Parsau Tülau Brome Ehra-Lessien Wittingen Landkreis Gifhorn Niedersachsen Wolfsburg Braunschweig Landkreis Helmstedt Landkreis Peine Region Hannover Landkreis Celle Landkreis Uelzen Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Adenbüttel ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen und umfasst die Ortsteile Adenbüttel und Rolfsbüttel.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Adenbüttel liegt auf dem nordöstlichen bis zentralen Teil der Papenteicher Hochfläch und gehört der Samtgemeinde Papenteich an, die ihren Verwaltungssitz in Meine hat. Östlich des Ortes Adenbüttel entsteht die Vollbütteler Riede.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

* Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Stadt Gifhorn (16 km)
Ortsteil Rolfsbüttel (3 km) Gemeinde Rötgesbüttel (7 km)
Gemeinde Didderse (4 km) Windrose klein.svg Rethen (2 km) Stadt Wolfsburg (24 km)
Groß Schwülper (3,5 km) Lagesbüttel (4 km)
Stadt Braunschweig (15 km)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind Adenbüttel, Rolfsbüttel. Zu der Gemeinde gehört weiterhin das alleinstehende Gut Warxbüttel.

  • Gut Warxbüttel: Anstelle des heutigen Gut Warxbüttel befand sich früher der Ort Werckesbuttle. Der Ort wurde 1338 erstmals erwähnt, fiel aber nach seiner letzten Erwähnung im Jahr 1418 vermutlich im 15. Jahrhundert wüst. 1850 errichteten die „von Marenholz“ hier ein noch heute erhaltenes Wasserschloss. Das Schloss verblieb bis 1968 im Besitz derer von Marenholz, bevor es dann an Schulte Uemmingen veräußert wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 30. Juni 2005 wohnten in der Gemeinde Adenbüttel 1.724 Menschen, davon über die Hälfte im Kernort Adenbüttel. Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für alle Teilorte getrennt belegt. Im Ortsteil Adenbüttel entwickelten sich die Zahlen wie folgt:

Jahr Einwohner [2][3] Jahr Einwohner [4]
1821 341 1950 879
1871 422 1961 692
1885 344 1970 757
1912 421 1980 848
1925 405 1990 1033
1933 475 2000 1396
1939 465 2010 1753

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1226 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und gehört zu den Büttel-Ortschaften. Als eine der ersten Gemeinden in weitem Umkreis führte Adenbüttel 1524 während der Reformationszeit den evangelischen Gottesdienst ein. Dadurch gehört die Kirche in Adenbüttel zu den frühesten evangelischen Predigtstätten in Niedersachsen. Die jetzige Kirche wurde 1865/66 im neogotischen Stil erbaut. Der Turm-Unterbau stammt von der Vorgängerkirche von 1619. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand ein Kalibergwerk; das Dorf vergrößerte sich. Adenbüttel gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Braunschweig, der infolge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.

Siedlungswüstungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wüstungen im Papenteich

In der näheren Umgebung von Adenbüttel befinden sich mehrere Wüstungen, einige davon befinden sich mittlerweile außerhalb der heutigen Gemeindegemarkung. Sämtliche Siedlungen fielen zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wüst. Explizit nachweisbar sind:

  • „Arnsbüttel“, lag etwa 800m südwestlich von Adenbüttel
  • „Werckesbuttle“, befand sich an der Stelle des heutigen Gut Warxbüttel

Herren von Marenholtz[Bearbeiten]

Aus Chroniken ist zu entnehmen, dass ab 1454 in Adenbüttel ein Kirchenlehen durch „Curd von Marenholtz verliehen wurde.[2] Die „von Marenholtz“ hatten schon zu dieser Zeit das Patronatsrecht in Adenbüttel. Nach der Verbindung der Kirchengemeinden Rethen und Adenbüttel in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts teilten sich die Herren von Rethen (Patronatsrecht in Rethen) und die Herren von Marenholtz das Patronatsrecht in der vereinten Kirchengemeinde. Im Laufe der Zeit ging das Recht jedoch mehr und mehr an die Familie von Marenholtz über. Das Patronatsrecht erlosch erst 1968 mit dem Tod des letzten Patrons (Freiherr von Marenholtz-Nolde) und dem Verkauf des Gutes Warxbüttel.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Rolfsbüttel eingegliedert.[6]

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Adenbüttel waren um 1220 Adenebutle sowie in den Jahren 1343 Adenbutel und 1374 Adenbotele. Im ersten Teil des Ortsnamens findet sich der alte Vorname Ado, Atto, Adon. Dieser Kurzname gehört wahrscheinlich zum gekürzten Stamm athal, germanisch für "Adel". [7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Prämierungen des Ortes[Bearbeiten]

  • 1967 erreichte der Ort Adenbüttel den zweiten Platz bei der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ des Landes Niedersachsen.

Vereine[Bearbeiten]

  • MTV Adenbüttel e.V.: Sportverein inkl. Förderkreis Adenbüttels Neue Sporthalle kurz FANS
  • FSV Adenbüttel Rethen: Gegründet am 29. April 2006 als Zusammenschluss der Fußballsparten des TSV Rethen und des MTV Adenbüttel.
  • Jugendfeuerwehr: Die Jugendfeuerwehr Adenbüttel wurde 1975 gegründet. Überregional bekannt wurde die Jugendfeuerwehr 1989 durch die Teilnahme bei den Jugendfeuerwehrwettbewerben des Landes Niedersachsen. In den folgenden Jahren erzielte die Jugendfeuerwehr weitere Erfolge:
- Niedersachsenmeister: ..., 2006, 2007
- Deutscher Vizemeister: mehrfach
- Deutscher Meister: 2001, 2005
- Bundesqualifikation zum Internationalen Wettbewerb: 1994, 2002, 2004 (Top Ten)
  • Gesangsverein
  • Schützenverein
  • Junge Gesellschaft Adenbüttel

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kindermaskerade
  • Dorfgemeinschaftsabend und Kameradschaftsabend (immer im jährlichen Wechsel)
  • Osterfeuer immer am Karsamstag
  • Schützenfest
  • Oldtimertreffen
  • Thibergmarkt
  • Lebendiger Adventskalender

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Adenbütteler Mühle[Bearbeiten]

Die Adenbütteler Mühle ist eine 1872 erbaute Holländerwindmühle. Sie befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen Adenbüttel und Rethen. Bereits 1867 versuchte ein Müller die Genehmigung für den Bau einer Mühle zwischen Adenbüttel und Rethen zu erhalten. Die Genehmigung wurde jedoch auf Betreiben der anderen Müller verweigert, da diese sich um die Existenz ihrer eigenen Mühlen sorgten. Erst ein neuer Müller erhielt schließlich 1871 die Genehmigung und vollendete bis 1872 den Bau. Die Mühle wechselte in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer und wurde im Laufe der Zeit um eine Dampfmaschine und mehrere Schuppen erweitert. 1923 wurde zusätzlich ein großzügiger Mühlenneubau mit vier Walzenstühlen und ein Lagerhaus erbaut. Die Mühle wurde mehrmals verpachtet und verkauft bevor der letzte Besitzer sie 1965 stilllegte. Nachdem die Mühle lange stillstand und verfiel, wurde sie in den 1990ern restauriert und zu einem Wohnhaus umgebaut.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand ein Kalibergwerk in Adenbüttel. Zudem wurden 1960/61 in den Flurstücken „Auf der Heide“ und „Armbüttel“ Erzbohrungen durchgeführt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Schule: Bereits 1953 wurde eine dreiklassige Schule in Adenbüttel errichtet. Diese wurde jedoch später wieder geschlossen. Erst seit Mitte der 1990er hat Adenbüttel wieder eine Grundschule. Danach besuchen die Kinder und Jugendlichen aus dem Ort weiterführenden Schulen in Meine, Gifhorn und Braunschweig.
  • Feuerwehr und Zivilschutz: Sowohl Adenbüttel als auch der Ortsteil Rolfsbüttel verfügen jeweils über eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Die Adenbütteler Feuerwehr wurde 1883 gegründet. Bei der Adenbütteler Feuerwehr ist vor allem die Jugendfeuerwehr zu erwähnen, da diese häufig auf nationalen Wettbewerben der Jugendfeuerwehren auftritt und bereits mehrere Titel errungen hat.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl fand im Jahr 2011 bei einer Wahlbeteiligung von 68,18 % statt. Seitdem setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[9]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine symmetrische goldene Kapelle mit Glockenturm an der Frontseite, den oberen und beide seitlichen unteren Schildränder berührend, begleitet im Schildhaupt vorne von einer goldenen „12“ , hinten von einer goldenen „26“, belegt mit einem aus dem Schildrand wachsenden, den rotem Schildfuß umfassenden fünffach bewurzelten grünen Eichenstamm, aus dem abwechselnd fünf Eichenblätter und vier Eicheln sprießen.“

Das Wappen wurde 1976 zum offiziellen Wappen der Gemeinde Adenbüttel erklärt und soll die Geschichte des Ortes darstellen. Die Zahl 1226 stellt die erste urkundliche Nennung dar. Die Darstellung der Kirche erinnert daran, dass Adenbüttel während der Reformation 1524 als erste Gemeinde in weitem Umkreis den evangelischen Gottesdienst einführte, wodurch Adenbüttel regionalgeschichtliche Bedeutung erlangte. Die grüne Eiche symbolisiert die früher vorherrschende Land- und Forstwirtschaft. Die Wurzeln der Eiche beziehen sich auf eine frühere Zersplitterung der Gemeinde, der Stamm deren Überwindung und ihr späteres Zusammenwachsen.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. a b c Brand, Renate: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6
  3. Verwaltungsgeschichte Gifhorn bis 1939
  4. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395 - Mai 2007, Seite.5
  5. Michael Falk: Geschichtliches aus Rethen – Namen, Zahlen und Daten, Dokumente und Fotos 2001
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  7. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.
  8. Theo Bosse, 120 Jahre Mühlengeschichte, Kreis Gifhorn, Wolfsburg, Hassenwinkel; Hannover 1991
  9. Ergebnis Gemeindewahl Adenbüttel 2011. Vorläufiges Ergebnis. Samtgemeinde Papenteich, abgerufen am 15. Januar 2014.