Hankensbüttel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hankensbüttel
Hankensbüttel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hankensbüttel hervorgehoben
52.73083333333310.60361111111195Koordinaten: 52° 44′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Hankensbüttel
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 34,82 km²
Einwohner: 4319 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29386
Vorwahl: 05832
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Goethestraße 2
29386 Hankensbüttel
Bürgermeister: Martin Rausch (SPD)
Lage der Gemeinde Hankensbüttel im Landkreis Gifhorn
Schwülper Vordorf Didderse Adenbüttel Hillerse Meine Wasbüttel Rötgesbüttel Leiferde Isenbüttel Ribbesbüttel Calberlah Wagenhoff Meinersen Osloß Bokensdorf Ummern Wesendorf Müden (Aller) Sassenburg Gifhorn Schönewörde Wahrenholz Wahrenholz Groß Oesingen Steinhorst Hankensbüttel Sprakensehl Obernholz Dedelstorf Weyhausen Tappenbeck Jembke Barwedel Bergfeld Tiddische Rühen Parsau gemeindefreies Gebiet Giebel Parsau Tülau Brome Ehra-Lessien Wittingen Landkreis Gifhorn Niedersachsen Wolfsburg Braunschweig Landkreis Helmstedt Landkreis Peine Region Hannover Landkreis Celle Landkreis Uelzen Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Blick auf Hankensbüttel

Hankensbüttel ist ein Ort und eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Die Gemeinde Hankensbüttel ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Hankensbüttel, deren Verwaltungssitz sie ist.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hankensbüttel liegt in Niedersachsen im Landkreis Gifhorn. Nähere bekannte Städte sind Uelzen, Celle, Gifhorn und Wolfsburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Historisch gehört Hankensbüttel zu der Gruppe der Büttel-Ortschaften. Die erste Erwähnung entstammt einer Urkunde von Kaiser Heinrich III. aus dem Jahre 1051, in welcher der Ort als „Honengesbuthele“ nachweislich erwähnt wird. Zu dieser Zeit herrschte das Geschlecht der Billunger, Gefolgsleute der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in der Region. An wichtigen Heer- und Handelsstraßen gelegen, kam es rasch zu einer günstigen Entwicklung. Schutz bot ein adliger Großhof, dessen Existenz bereits für das 10. Jahrhundert vermutet wird, während für das 13. Jahrhundert ein Conradus Honeskesbutle als Burgherr nachgewiesen ist. Schon im 11. Jahrhundert war Hankensbüttel Zentrum eines ausgedehnten Pfarrsprengels und Sitz des bischöflichen Sendgerichtes des Bistums Hildesheim. Zur Mitte des 12. Jahrhunderts befanden sich hier auch ein Gohgericht und ein Gohgräfenhof. Nachdem die Billunger 1106 ausgestorben waren, kam die Region unter die Herrschaft der Welfen, ab 1267 zur Lüneburger Linie.

Im Dreißigjährigen Krieg lag Hankensbüttel im Durchmarschgebiet der kämpfenden Truppen, zeitweise wurde die Kirche als Armeelager und Pferdestall missbraucht. Im 18. und 19. Jahrhundert durchlebte der Ort die wechselvolle Geschichte des Hannoverschen Herrschaftshauses. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) stand Hankensbüttel ebenso wie während der Zeit des Königreiches Westphalen (1807–1813) unter französischer Herrschaft, und ab 1866 gehörte es zu Preußen. Durch die preußische Kreisreform wurde Hankensbüttel 1885, das zu dieser Zeit etwa 1.200 Einwohner hatte, in den neu geschaffenen Kreis Isenhagen eingegliedert, der 1933 im Kreis Gifhorn aufging. 1904 erfolgte der Anschluss Hankensbüttels an die Bahnlinie Celle–Wittingen. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde 1974 eingestellt.

Seit 1996 ist Hankensbüttel Verwaltungszentrum der gleichnamigen Samtgemeinde.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1051 Honengesbvthele, 1221 Honekesbutle, 1364 Honkesbutle und 1567 Hankensbüttel.

Bildung aus einem Personennamen Honik oder Honing, suffigierter Kurzname. Der Kurzname Hon(i) wird von Kaufmann als Ablautform zum Personennamen-Stamm han angesehen, dazu asächs., mnd. "Huhn". hon in PN hat nach Kaufmann die Bedeutung „Sänger“. Der Kurzname ist entweder mit einem stark flektierten k-Suffix (s. Barsbüttel) oder nach den ersten Belegen mit -ing- (s. Allingbüttel) abgeleitet. Da -ing- im Allgemeinen auch so bzw. ostfäl. als -igg- erscheint und -eng- nur zweimal belegt ist, ist evtl. eher von einem k-Suffix auszugehen. Im zweiten Teil altsächsisch (gi)butli „Siedlung“.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Alt Isenhagen und Emmen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 ¹ 1723
16. Juni 1925 ¹ 2114
16. Juni 1933 ¹ 2235
29. Oktober 1946 ¹ 4117
6. Juni 1961 ¹ 4119
27. Mai 1970 ¹ 3978
31. Dezember 1989 3927
31. Dezember 2009 4365
31. Dezember 2010 4350
31. Dezember 2011 4298

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hankensbüttel setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU WGH Grüne FDP Gesamt
2001 2 7 2 2 2 15 Sitze
2006 3 8 0 2 2 15 Sitze
2011 4 7 0 2 2 15 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Martin Rausch (SPD) trat am 22. November 2011 sein Amt an.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün durch einen silbernen Wellenbalken schräglinks geteilt. In der Wappenmitte befindet sich ein aufrecht stehendes goldenes Schwert, in der oberen rechten Flanke ein silberner Abtstab und in der unteren linken Flanke ein silbernes Hufeisen.“ Der Wellenbalken verweist auf den Fluss Ise, das Schwert auf den Verwaltungs- und Gerichtssitz der früheren Gografschaft, der Abtstab auf den Ort als kirchliches Zentrum sowie das Kloster Isenhagen und das Hufeisen auf die durch den Ort laufenden Heer- und Handelsstraßen.

Die Farben der Gemeinde Hankensbüttel sind Grün-Silber (Weiß).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Hankensbüttel unterhält zwei Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Isenhagener See und Otter-Zentrum
Blick über den gesamten See

In Hankensbüttel besteht seit 1988 das Otter-Zentrum auf einem 6 ha großen Freigelände, das vom Verein „Aktion Fischotterschutz e. V.“ betrieben wird. Die Einrichtung liegt direkt am Isenhagener See.

Der Isenhagener See wurde in den 1960er Jahren durch Ausbaggern künstlich angelegt. An der Stelle befanden sich über mehrere hundert Jahre Fischteiche des nahe gelegenen Klosters Isenhagen, die im 19. Jahrhundert zur Wiese wurden.

Das Kloster Isenhagen am Ortsrand von Hankensbüttel entstand in den Jahren 1345–1350 als Zisterzienserinnenkloster und ist seit 1540 ein evangelisches Damenstift.

Am Schweinemarkt wird an die legendäre Bewahrung der Ortschaft im Dreißigjährigen Krieg erinnert. Dort sind Bronzeskulpturen einer kleinen Schweineherde samt Schweinehirtin aufgestellt. Einer lokalen Sage nach soll die zwölfjährige Schweinehirtin Juliane Amalie Hinrichsen, genannt „Püddelchen“, durch die Unruhe ihrer Herde nachts geweckt worden sein. Dadurch warnte sie den Ort rechtzeitig vor einem Angriff wallensteinscher (nach anderer Überlieferung schwedischer) Truppen.

St.-Pankratius-Kirche[Bearbeiten]

St.-Pankratius-Kirche

Ein genaues Datum für die Entstehung der Kirche ist nicht bekannt. Allerdings ist sicher, dass zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung von Hankensbüttel im Jahre 1051 der Ort bereits Sitz eines Pfarrbezirks war. Daher kann von einem Gründungsdatum im ersten Jahrtausend ausgegangen werden. Die Kirche ist einem jungen Märtyrer gewidmet, der unter dem römischen Kaiser Diokletian (284–305) enthauptet wurde. Entsprechend ihrer hervorgehobenen Bedeutung fiel der Bau der Kirche sehr kompakt aus. Der romanische Saalbau wurde mit bis zu zwei Meter starken Mauern umfasst und hatte ursprünglich nur kleinformatige Fenster. Der gedrungene Turm war wahrscheinlich von Anfang an Bestandteil des Bauwerkes. Vermutlich im 15. Jahrhundert wurde das romanische durch ein gotisches Gewölbe ersetzt, das in der Folgezeit jedoch die Seitenmauern bis zu 60 cm auseinanderdrückte, sodass diese zur Stabilisierung von außen mit Strebepfeilern gestützt werden mussten. Die Deckengewölbe sind mit Malereien aus dem 15. und 18. Jahrhundert geschmückt. Ältestes Inventarstück ist ein aus einem Eichenholzstück geschnitztes Triumphkreuz, das wahrscheinlich um 1230 angefertigt wurde. Das aus sieben Glocken bestehende Geläut gehört zu den ältesten der Region, denn eine Glocke wurde bereits um 1250 gegossen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Weinfest, 1. Wochenende im August (gerade Jahreszahlen)
  • Heidmärker-Fest, 1. Wochenende im August (ungerade Jahreszahlen)
  • Kartoffeltag, 4. Wochenende im August
  • Gewerbeschau, 3. Wochenende im Oktober
  • Schützenfest, 1. vollständiges Wochenende im Juli
  • Rock gegen Gewalt, 2. oder 3. Samstag im November

Vereine, Verbände und Organisationen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Organisationen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Betriebe[Bearbeiten]

In einer 1972 errichteten Fabrik der Firma Lorenz Snack-World werden Kartoffelchips und andere Snackprodukte hergestellt.

Die Hankensbütteler Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG stellt seit 1972 Kunststoffteile her. Heute ist das Unternehmen hauptsächlich Zulieferer für die Volkswagen AG.

Bildung[Bearbeiten]

  • Augenoptikerschule
  • Fachakademie für Augenoptik
  • Karl-Söhle-Grundschule
  • Gymnasium Hankensbüttel
  • Schulzentrum mit Außenstelle vom Gymnasium und der Hauptschule (ehemalige Orientierungsstufe)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Karl Söhle (1861-1947), Schriftsteller, verbrachte Kindheit und Jugend in Hankensbüttel
  • Gerhard Drees (* 1925), Bauingenieur, in Hankensbüttel geboren

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Appuhn: Bilder aus Kloster Isenhagen. Königstein im Taunus 1989, ISBN 3-7845-0480-9. (= Die Blauen Bücher)
  • Günter Dickmann: Samtgemeinde Hankensbüttel. Das 20. Jahrhundert: Erinnerungen in Bildern. Hrsg.: Samtgemeinde Hankensbüttel, Hankensbüttel 2000.
  • Joachim Lücke: "Kirchenführer der Ev.-luth. St. Pankratiuskirche in Hankensbüttel." Hrsg.: Ev.-luth. Kirchengemeinde Hankensbüttel, Fachverlag EK Service Saarbrücken, 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hankensbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hankensbüttel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 227.