Alexander S. Kekulé

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Alexander Kekulé (* 7. November 1958 in München) ist ein deutscher Arzt und Biochemiker. Er ist seit 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Virologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale).

Alexander Kekulé (2007)

Leben[Bearbeiten]

Kekulé besuchte die Waldorfschule und das Rupprecht-Gymnasium München, an dem er 1979 das Abitur ablegte. Er studierte Philosophie, Biochemie und Humanmedizin an der Freien Universität Berlin und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1988 arbeitete er als Summer Associate für McKinsey in New York City (USA). Von 1988 bis 1993 forschte er bei Peter Hans Hofschneider am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried (Bayern). Er promovierte 1990 in Biochemie an der Freien Universität Berlin und 1992 in Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1993 habilitierte er im Fach Medizinische Mikrobiologie/Virologie an der Technischen Universität München. Von 1994 bis 1996 arbeitete er am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, von 1997 bis 1998 war er stellvertretender Leiter des Instituts für Virologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Kekulé ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie Facharzt für Laboratoriumsmedizin. 1999 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Kekulé hat drei Söhne und eine Tochter.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Kekulés Forschungsschwerpunkte sind Infektionskrankheiten, biologischer Bevölkerungsschutz und Bioethik. Auf der Suche nach den molekularen Ursachen von Leberkrebs konnte er 1992 mit seiner Arbeitsgruppe zeigen, dass das X-Gen des Hepatitis-B-Virus eine Signalkaskade in der Leberzelle aktiviert, die auch für die Krebsentstehung durch bestimmte Chemikalien verantwortlich ist.[1] Ferner entdeckte er mit seiner Arbeitsgruppe den preS/S-Transaktivator, ein neuartiges Regulatorgen des Hepatitis-B-Virus.[2] Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Influenza-Pandemieplanung.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Krebserzeugung durch Viren wurde Kekulé mit dem Hans Popper Award for Basic Research der International Association for the Study of the Liver (1992) sowie mit dem Karl-Heinrich-Bauer-Gedächtnispreis für Krebsforschung (1990) ausgezeichnet. Ferner erhielt er den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (1991), den Preis des Verbandes der Chemischen Industrie (1991) und den Publizistikpreis der SmithKline Beecham Stiftung (1997). Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie Bayerischer Landessieger beim Wettbewerb „Jugend forscht“, damals noch unter dem Namen Urchs.[3] Kekulé ist Mitglied der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern, der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie der Auswahlkommission der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 1990 bis 2004 gehörte er der Kommission „Lehre und Weiterbildung“ der Gesellschaft für Virologie an.

Publizistische Tätigkeit[Bearbeiten]

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit publiziert Kekulé zu gesellschaftlichen und ethischen Aspekten der Naturwissenschaften. Seine Beiträge erschienen unter anderem in der Wochenzeitung Die Zeit, dem Magazin Der Spiegel, der Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung und der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Seit 1999 schreibt er in der Tageszeitung Der Tagesspiegel die Kolumne „Was Wissen schafft“.

Kekulé plädierte 2001 für die Einrichtung eines globalen Fonds für die Bekämpfung von AIDS in der Dritten Welt[4] und setzt sich für ein „Menschenrecht auf natürliches Erbgut“[5] ein.

Schriften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nature: Hepatitis B virus transactivator HBx uses a tumour promoter signalling pathway (PDF) Nature.com. Abgerufen am 18. September 2010.
  2. Nature: The preS2/S region of integrated hepatitis B virus DNA encodes a transcriptional transactivator (PDF) Nature.com. Abgerufen am 18. September 2010.
  3. Jugend forscht | Alexander S. Kekulé.
  4. Eine einmalige Chance Eine einmalige Chance
  5.  Alexander S. Kekulé: Menschenrecht auf Erbgut. In: Der Spiegel. Nr. 46, 2001, S. 206–207 (online).