Alfonso La Marmora

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Alfonso La Marmora

Alfonso La Marmora (vor allem im 19. Jh. auch LaMarmora oder Lamarmora geschrieben, * 17. November 1804 in Turin; † 5. Januar 1878 in Florenz) war ein italienischer Politiker und General.

Leben[Bearbeiten]

General Alfonso La Marmora

Alfonso La Marmora entstammte der alten piemontesischen Adelsfamilie Ferrero della Marmora. Sein Bruder Alessandro La Marmora war ebenfalls General und gilt als Vater der Bersaglieri-Truppe. Nach Abschluss der Offiziersausbildung im Jahr 1822 machte Alfonso etliche Studienreisen durch Europa. Danach beauftragte ihn der König von Sardinien-Piemont mit der Modernisierung seiner Artillerietruppe. Als Oberst nahm er 1848 an der Schlacht von Goito und an der Belagerung von Peschiera del Garda teil. Nach der Niederlage in der Schlacht von Novara kam er als königlicher Statthalter nach Genua, wo er einen Aufstand blutig niederschlug. Im November 1849 ernannte König Vittorio Emanuele II. ihn zum Kriegsminister.[1] 1855 befehligte er das piemontesische Expeditionskorps im Krimkrieg.[2] Im Sardinischen Krieg 1859 unterstützte er König Viktor Emanuel II. als Oberbefehlshaber der Armee von Sardinien-Piemont und nahm er an der Schlacht von San Martino teil.

1864 löste er Marco Minghetti in Turin als italienischer Ministerpräsident ab.[3] 1865/1866 schmiedete er mit Preußen ein Bündnis gegen das Kaisertum Österreich (Preußisch-Italienischer Allianzvertrag).[4] 1866 übernahm er die Führung des italienischen Heeres im Krieg gegen Österreich, unterlag jedoch in der Schlacht bei Custozza. Nach der Besetzung Roms wurde er 1870 königlicher Statthalter in den Gebieten des ehemaligen Kirchenstaates, danach zog er sich in den Ruhestand zurück.

Nachleben[Bearbeiten]

Nach 1860 machte eine die Einigung Italiens popularisierend-verherrlichende Geschichtsschreibung Alfonso La Marmora zu einem der Helden des Risorgimento.[5] So blieb, wenn auch nicht seine historische Leistung, so doch sein Name im öffentlichen Gedächtnis – mit zum Teil kuriosen Folgen bis heute. Wenn ein Mitglied in die ’Ndrangheta aufgenommen wird, dann schwört er ihr Treue im Namen der Helden des Risorgimento: „nel nome di Garibaldi, Mazzini, Lamarmora“.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Evaristo Escalera: Los Soldados de la Independencia italiana. Galeria biografica. Juan José Martinez, Madrid 1861. S. 258.
  2. Wolfgang Altgeld: Das Risorgimento. In: Wolfgang Altgeld, Rudolf Lill (Hg.): Kleine italienische Geschichte. Bonn 2005. ISBN 3-89331-655-8. S. 257–324, hier S. 299.
  3. Rudolf Lill: Geschichte Italiens vom 16. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Faschismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980. ISBN 3-534-06746-0. S. 172.
  4. Rudolf Lill: Geschichte Italiens vom 16. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Faschismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980. S. 187–188.
  5. Ein frühes Beispiel dieser Tendenz ist die Biographie von Gian Stefano Marchese: Alfonso Lamarmora. Unione Tipografico-Editrice die Torino (UNET), Torino 1861 (= I contemporanei italiani, Bd. 23).
  6. La Stampa: ’Ndrangheta, ecco il rituale di affiliazione, 18. November 2014 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Marco Minghetti Ministerpräsident von Italien
18641866
Bettino Ricasoli