Antonio Salandra

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Antonio Salandra

Antonio Salandra (* 13. August 1853 in Troia; † 9. Dezember 1931 in Rom) war ein italienischer Politiker, der von 1914 bis 1916 italienischer Premierminister war.

Salandra studierte Rechtswissenschaften an der Universität Neapel und war ab 1879 Verwaltungsrechtsprofessor an der Universität Rom, an der er 1906 bis 1910 und 1915 bis 1925 Dekan der Juristischen Fakultät war. Als konservativer Abgeordneter wurde er 1886 in die Abgeordnetenkammer gewählt. Als Vertreter von Wahlkreisen in Apulien gehörte er ihr bis zu seiner Ernennung zum Senator an. Außerdem hatte er mehrere Ministerposten inne: Er war zunächst Finanzminister zwischen Februar und März 1906 und Schatzminister von 1909 bis 1910, ehe er im März 1914 nach dem Fall der Regierung von Giovanni Giolitti zum Ministerpräsidenten ernannt wurde und gleichzeitig den Posten des Innenministers übernahm. Giolitti führte jedoch weiterhin die Mehrheit im Parlament. Salandra wandte sich in der Frage der italienischen Beteiligung am Ersten Weltkrieg schon bald von Giolitti ab. Während Giolitti sich für die Neutralität einsetzte, unterstützten Salandra und sein Außenminister, Sidney Sonnino, den Kriegseintritt an der Seite der Entente und erreichten diesen gegen die Stimmen der Mehrheit im Parlament. Salandras Erwartung, dass der Kriegseintritt Italiens an der Seite der Entente zu einem baldigen Kriegsende führen würde, erfüllte sich jedoch nicht. Im ersten Kriegsjahr hatten die Italiener kaum Erfolge zu verzeichnen. Infolge einer erfolgreichen österreichischen Offensive aus dem Trentino im Frühling 1916 musste Salandra zurücktreten.

Nach dem Ersten Weltkrieg tendierte er weiter nach rechts und unterstützte die Machtergreifung von Benito Mussolini im Jahre 1922. 1928 wurde er zum Senator ernannt.

Der Accademia dei Lincei gehörte er seit 1904 als korrespondierendes Mitglied an, zum Vollmitglied (socio nazionale) rückte er 1907 auf.[1] 1918 wählte ihn die Accademia delle Scienze in Turin zum Mitglied.[2] 1925 wurde er korrespondierendes Mitglied der Accademia Pontaniana in Neapel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Augusto Torre: Salandra, Antonio, in: Enciclopedia Italiana, Rom 1936 (Onlineversion bei treccani.it)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Salandra, Antonio. In: Enciclopedie on line, bei Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom, gesehen am 1. Mai 2014 (italienisch)
  • Eintrag im Portale storico der Camera dei deputati
  • Eintrag in der Datenbank Senatori dell'Italia fascista beim Historischen Archiv des Italienischen Senats

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Annuario 1993, S. 380.
  2. Mitgliederverzeichnis der Akademie
Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Giolitti Ministerpräsident von Italien
19141916
Paolo Boselli