Angiolo Mazzoni

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Angiolo Mazzoni (* 21. Mai 1894 in Bologna; † 28. September 1979 in Rom) war ein italienischer Ingenieur und Architekt. Er prägte den Stil von Post- und Bahngebäuden während der faschistischen Epoche Italiens.

Leben[Bearbeiten]

Mazzoni studierte Bauingenieurwesen in Rom und erhielt 1923 ein Diplom als Architekt an der Accademia di Belle Arti Bologna in Bologna. Seit 1921 war er als Ingenieur bei der Italienischen Eisenbahn angestellt. 1924 wurde er nach Rom versetzt und 1926 zum "Ingenieur erste Klasse" (Ispettore di Prima classe) befördert. Zeitgleich trat er der Faschistischen Partei Italiens bei. Er entwarf zahlreiche öffentliche Gebäude der Zwischenkriegszeit in Italien. Nach dem Ende des Faschismus in Italien übersiedelte er nach Kolumbien. Von 1948 bis 1950 lehrte er als Architekturprofessor an der Universität in Bogotá und war zugleich Berater für den Bau der Bahnstrecke Ibagué-Armenia. Ab 1951 leitete er die Bauabteilung der kolumbianischen Telefongesellschaft. Daneben war er als Architekt für öffentliche, private und kirchliche Auftraggeber tätig. 1963 kehrte er nach Rom zurück wo er am 28. September 1979 verstarb. Sein Archiv wird im Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto verwahrt.[1]

Werk[Bearbeiten]

Anfänglich von Josef Hoffmann beeinflusst, wandte sich Mazzoni dem Futurismus zu. 1934 veröffentlichte er zusammen mit Filippo Tommaso Marinetti und Mino Somenzi ein Manifest über die Futuristische Architektur (Manifesto Futurista dell'Architettura Arena).[2]

Seine Werke zeichnen sich durch eine vielseitige Formensprache, rangierend vom Futurismus zum Konstruktivismus, aus. Aufgrund seines hartnäckigen Festhaltens am Faschismus wurde seine Bedeutung als Architekt bis in die neuere Zeit verkannt.

Postgebäude[Bearbeiten]

Bahngebäude[Bearbeiten]

Andere Gebäude[Bearbeiten]

  • 1925–1926: Colonia Rosa Maltoni Mussolini in Calambrone, (Pisa)
  • 1927–1928: Wohnbauten für Eisenbahner, Klausen
  • 1927–1928: Wohnbauten für Eisenbahner, Meran
  • 1929: Haus des Faschismus "Enea Guarneri" in Passirano, (Brescia)
  • 1935–1936: Istituto industriale alla Garbatella, (Rom)
  • 1935: Villino Falcone "Il Castagno" in Grottaferrata, (Rom)
  • 1957: Residenz General Roa in Kolumbien
  • 1957–1958: Residenz Mariela Lòpez Gomez in Kolumbien, (mit J.M. Gomez Meja)

Stadtplanung[Bearbeiten]

  • Bogotá: 1950: Planungen für den Heldenplatz in Bogotá

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto
  2. Manifest von F.T. Marinetti, Angiolo Mazzomi, Mino Somenzi (italienisch)