Görz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu anderen Orten mit ähnlichen Namen siehe Görz (Begriffsklärung)
Görz / Gorizia / Gurize / Gorica
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Görz / Gorizia / Gurize / Gorica (Italien)
Görz / Gorizia / Gurize / Gorica
Staat: Italien
Region: Friaul-Julisch Venetien
Provinz: Görz (GO)
Koordinaten: 45° 56′ N, 13° 37′ O45.93333333333313.61666666666784Koordinaten: 45° 56′ 0″ N, 13° 37′ 0″ O
Höhe: 84 m s.l.m.
Fläche: 41 km²
Einwohner: 35.532 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 867 Einw./km²
Postleitzahl: 34170
Vorwahl: 0481
ISTAT-Nummer: 031007
Volksbezeichnung: Goriziani / Görzer
Schutzpatron: Santi Ilario und Taziano
Website: Görz

Görz (italienisch Gorizia, slowenisch Gorica, furlanisch Gurize) ist eine Stadt am Isonzo im Nordosten Italiens direkt an der Grenze zu Slowenien. Görz hat 35.532 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) und ist Hauptstadt der Provinz Görz, die zur Region Friaul-Julisch Venetien gehört. Daneben ist sie Sitz des Erzbistums Görz.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Görz im Jahr 1001, als Kaiser Otto III die Burg und den zugehörigen Ort dem Patriarchat von Aquileja und dem Grafen Werichen von Friaul schenkte, von dem der Besitz auf die Grafen von Eppenstein überging.

Österreichisches Görz[Bearbeiten]

Kirche des Heiligen Ignatius in Görz
Görz
Die Görzer Burg

Die Stadt war seit dem Spätmittelalter Sitz der Grafen von Görz, die sich vom Patriarchat Aquileia unabhängig gemacht hatten. Nach dem Aussterben der Grafenfamilie kam ihr Gebiet um 1500 an die Habsburger. Görz war nun Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca. Von 1809 bis 1814 gehörte Görz zu Frankreichs Illyrischen Provinzen, danach bis 1815 zum Königreich Illyrien.

Von 1815 bis 1918 gehörte das Gebiet wieder zu Österreich, bis 1849 weiterhin im Königreich Illyrien. 1849–1861 war das Österreichische Küstenland Kronland im Kaisertum Österreich. 1861 wurde die Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca wie Triest und Istrien eigenständiges Kronland (und Österreichisch(-illirisch)es Küstenland nur mehr als zusammenfassende Bezeichnung für diese drei ab 1867 cisleithanischen Kronländer Österreich-Ungarns verwendet). Der k.k. Statthalter für Görz residierte in Triest. Bis 1866 gehörte auch das benachbarte Venetien zu Österreich. Im Osten grenzte die Grafschaft an das ebenfalls österreichische Herzogtum Krain. Am Ende des Ersten Weltkriegs wurde Görz Anfang November 1918 wie der Westrand Krains, Triest und Istrien vom siegreichen Königreich Italien besetzt und 1919 annektiert.

Die Stadt war von alters her dreisprachig (italienisch, slowenisch, deutsch). 1900 hatte Görz 25.432 Einwohner, davon 16.112 Italiener, 4.654 Slowenen und 2.760 Deutsche, der Rest Garnison. Görz liegt an der Bahnstrecke Udine–Triest, auf die hier seit 1906 die aus den Julischen Alpen kommende Wocheiner Bahn trifft, Teil der damals neuen alpenquerenden Bahnverbindung SalzburgTriest (Neue Alpenbahn bzw. Transalpina).

Görz war Sitz eines Fürsterzbischofs, des Landtages und des Landesausschusses der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, einer Bezirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichts. Um 1900 war Görz ein beliebter Winterkurort, betrug die durchschnittliche Wintertemperatur doch + 3,5 Grad.[2]

Italienisches Gorizia[Bearbeiten]

Nach dem Kriegseintritt Italiens gegen Österreich-Ungarn im Mai 1915 war es erklärtes Ziel der italienischen Heeresleitung, am Isonzo vorzustoßen. Im Sommer 1916 gelang Italien die Eroberung von Görz, im Herbst 1917 wurde es von Österreich-Ungarn wieder zurückgewonnen. 1918 kam das gesamte Gebiet nach dem Waffenstillstand an Italien, das damals auch Istrien gewann.

Für im Ersten Weltkrieg gefallene italienische Soldaten wurde in der Zwischenkriegszeit auf einem Hügel im nördlich gelegenen Vorort Oslávia ein auch architektonisch bemerkenswertes Beinhaus (Ossario) errichtet. Auf einer Stele vor dem Eingang wird einiger italienischer Staatsangehöriger Altösterreichs gedacht, die am Krieg auf italienischer Seite teilgenommen haben.

Slowenisches Nova Gorica[Bearbeiten]

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten 1945 jugoslawische Partisanen den Görzer Bahnhof der Wocheiner Bahn (ital. Ferrovia Transalpina) und erhoben Anspruch auf die Stadt. Als mit dem Frieden von Paris (1947) von den Siegermächten die Staatsgrenze zwischen Italien und Jugoslawien neu gezogen wurde, hat man auch die Teilung der Stadt Görz sanktioniert. Der kleinere östliche Teil mit dem Bahnhof kam zu Jugoslawien und bildet seither die erst später zur solchen ausgebaute slowenische Stadt Nova Gorica.

Die Italiener platzierten auf dem Görzer Burghügel eine besonders große Tricolore, bis weit nach Jugoslawien hinein sichtbar. Im Gegenzug war (und ist bis heute) auf einem Hügel bei Nova Gorica in riesigen Steinen das Wort TITO zu lesen, in ganz Görz sichtbar.

Überwindung der Teilung[Bearbeiten]

Der EU-Beitritt Sloweniens 2004 und das Inkrafttreten des Schengen-Abkommens für diese Grenze am 21. Dezember 2007 bedeuten, dass nun erstmals seit 1945 die durch die Stadt verlaufende Staatsgrenze – besonders auffällig an der Piazza Transalpina, dem Bahnhofsplatz, über den sie verläuft – an jeder beliebigen Stelle überschritten werden kann.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Meyers Konversations-Lexikon. 5. Aufl., 7. Band. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1895, S.774

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz in der europäischen Politik des Mittelalters, Klagenfurt 2000; italienisch: I Conti di Gorizia, Gorizia 2001
  • Kurt F. Strasser, Harald Waitzbauer: Über die Grenzen nach Triest. Wanderungen zwischen Karnischen Alpen und Adriatischem Meer. Wien-Köln-Weimar 1999
  • Putzger-Bruckmüller: Historischer Weltatlas S. 60/61, 62 und 64

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gorizia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien