Anne Will

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Anne Will bei einem Talkauftritt im November 2008

Anne Will (* 18. März 1966 in Köln) ist eine deutsche Fernsehjournalistin. Von 2001 bis 2007 moderierte sie die Nachrichtensendung Tagesthemen im Ersten, seit September 2007 leitet sie die politische Talkshow Anne Will des NDR im Ersten.

Jugend[Bearbeiten]

Anne Will wuchs als Tochter eines Architekten und einer ehemaligen Postangestellten in Hürth auf. Sie hat einen älteren Bruder. Nach dem Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium studierte sie ab 1985 an der Universität zu Köln und an der Freien Universität Berlin Geschichte, Politikwissenschaft und Anglistik. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie als Journalistin bei der Kölnischen Rundschau und dem Spandauer Volksblatt und war Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung.[1] 1990 schloss sie ihr Studium in Köln mit dem Magistergrad ab.

ARD[Bearbeiten]

Nach dem Studium arbeitete sie beim Sender Freies Berlin und leistete dort von 1991 bis 1992 ein Volontariat in Hörfunk und Fernsehen. Ende 1992 wurde Will einem größeren Zuschauerkreis bekannt, als sie für den SFB die Talkshow Mal ehrlich und den Sportpalast moderierte. Von 1996 bis 1998 war sie Gastgeberin in der Medienshow Parlazzo des WDR. Ab November 1999 präsentierte sie als erste Frau die bis dahin von Männern dominierte Sportschau, was sie schlagartig einem großen Publikum bekannt machte. Im Jahr 2000 moderierte sie für die ARD Sportsendungen der Olympischen Spiele aus Sydney.[2]

Als Nachfolgerin von Gabi Bauer trat Will am 14. April 2001 ihre neue Aufgabe als Moderatorin der Tagesthemen an, zunächst abwechselnd mit Ulrich Wickert, ab September 2006 im Wechsel mit dessen Nachfolger Tom Buhrow. Ihre letzte Sendung moderierte sie am 24. Juni 2007; danach wurde sie von Caren Miosga abgelöst.

Anne Will

Nachdem Günther Jauch die angebotene Position abgelehnt hatte, wählten die Intendanten der ARD Will zur Nachfolgerin von Sabine Christiansen für ihre politische Talkshow,[3] die unter dem Namen Anne Will am 16. September 2007 das erste Mal ausgestrahlt wurde. Sie wird produziert von der Will Media GmbH, deren Geschäftsführerin Anne Will ist. Am 10. Juli 2011 moderierte sie ihre letzte Sendung auf diesem Sendeplatz, bevor ab 11. September 2011 Günther Jauch diesen einnahm. Ihre Sendung läuft seither immer mittwochs um 22.45 Uhr im Ersten.

Im September 2013 moderierte sie zusammen mit Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Stefan Raab das Kanzlerkandidaten-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück.[4]

Gesellschaftspolitisches Engagement[Bearbeiten]

Will unterstützt verschiedene soziale Projekte,[5] u. a. ist sie Botschafterin des „Raum der Namen“[6][2] im Holocaust-Denkmal in Berlin.

Zudem gehört sie zu den bekanntesten Erstunterzeichnerinnen von Pro Quote. Die im Februar 2012 von mehr als 300 Journalistinnen in Deutschland begonnene Kampagne verfolgt eine Erhöhung des Frauenanteils in der Führungshierarchie der deutschen Medienbranche in den kommenden fünf Jahren auf mindestens 30 Prozent. „Dass nur ein Bruchteil der Führungspositionen in den Rundfunkanstalten und Verlagshäusern von Frauen besetzt ist,“ sei, schreibt Will, „ein katastrophaler Missstand.“ Ohne Quote ändere sich daran offensichtlich nichts.[7]

Medienkritik[Bearbeiten]

Anne Will wurde vorgeworfen, die Stiftung Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft übe zu großen Einfluss auf ihre Talkshow aus. Anne Will moderierte außerdem den "Kongress 2002" der INSM und interviewte den damaligen BDI-Präsidenten Michael Rogowski. Auf die Frage, welches Honorar sie hierfür erhielt, erklärte Nina Tesenfitz von der Will Media: „Anne Will gibt generell keine Auskunft über ihre Einnahmen.“[8]

Privatleben[Bearbeiten]

Will lebt in Berlin. Ihre Lebensgefährtin ist die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel. Die zuvor bereits länger bestehende Beziehung machte Will im Jahr 2007 öffentlich.[9][10]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht der Friedrich-Ebert-Stiftung 2005 S. 73 (PDF-Datei, 4,9 MB)
  2. a b Anne Will – Persönlich. NDR. Stand: 17. April 2013
  3. Porträt: Anne Will, sportliche und humorvolle Christiansen-Nachfolgerin in Süddeutsche Zeitung vom 5. Februar 2007
  4. Meinung: Anne Will moderiert TV-Duell. „Quote nur um der Quote willen? Nicht mit mir“ in Tagesspiegel vom 6. März 2013
  5. Bericht: Prominente lesen für Schüler in Tagesspiegel vom 17. November 2012
  6. Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Stand: 17. April 2013
  7. pro-quote.de: Die Unterzeichnerinnen: Anne Will. Abgerufen am 4. April 2012.
  8. http://www.taz.de/!37982/
  9. Anne liebt Miriam in Die Tageszeitung vom 19. November 2007
  10. Anne Wills Lebensgefährtin: Miriam Meckel und das Lesbenklischee in Der Spiegel vom 7. März 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikiquote: Anne Will – Zitate
 Commons: Anne Will – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien