Arapaho

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Scabby Bull, ein Arapaho-Indianer, 1898

Die Arapaho [əˈræpəˌhəʊ -] (gelegentlich auch Arapahoe geschrieben) sind ein Indianervolk Nordamerikas. Ihre ursprüngliche Sprache (language code nach ISO 639-2: arp) gehört zur Algonkin-Sprachfamilie und wird noch von etwa 1000 Menschen gesprochen. Der Stammesname Arapaho leitet sich vom Pawnee-Wort tirapihu oder larapihu (‚Händler‘) her. Ihre Eigenbezeichnung lautet Inuna-Ina (‚unser Volk‘). Eine traditionelle Bezeichnung lautet auch Kananavich (‚Bison Path People‘). In der älteren französischsprachigen Literatur werden die Arapaho daher auch Gens de Vache (‚Büffel (Bison)-Volk‘) genannt.

Das Volk der Arapaho lebt heute in zwei Gruppen:

  • die Nördlichen Arapaho (wohnen als Northern Arapaho Tribe[1] im Osten der Wind River Indian Reservation in Wyoming zusammen mit dem ebenfalls federally recognized tribe des Eastern Shoshone Tribe, der im Westen der Reservation lebt, oft gemeinsam als Shoshone and Arapaho Tribes bezeichnet, seit 1877 hatten sie sich unter ihren Häuptlingen Black Coal, Sharp Nose, Little Wolf und White Horse mit ihren ehemaligen Feinden, den Eastern Shoshone unter Häuptling Washakie, in der Reservation niedergelassen, von den Stammesmitgliedern zählen 8.177 zu den Nördlichen Arapaho und 3.737 zu den Östlichen Shoshone) und
  • die Südlichen Arapaho (als Southern Arapaho Tribe bilden sie zusammen dem Southern Cheyenne Tribe den federally recognized tribe der Cheyenne and Arapaho Tribes in Oklahoma, von den 12.185 Stammesmitgliedern leben 8.664 innerhalb des Bundesstaates Oklahoma).

Die Arapaho hielten sich aus den Kriegen mit den USA heraus, wurden jedoch 1864 Opfer des Sand-Creek-Massakers, als Colonel Chivington ein Lager von Cheyenne und Arapaho auslöschte, das unter dem Schutz der US-Regierung stand. Die Überlebenden flohen nach Wyoming und baten die Shoshone um Land. Zusammen mit den Cheyenne und Lakota kämpften sie 1876 in der Schlacht am Little Bighorn River gegen die 7. US-Kavallerie unter George A. Custer.

Die Gros Ventre, deren Sprache fast ausgestorben ist, hatten sich bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von den Arapaho abgespalten und gelten heute als eigener Stamm.

Überblick[Bearbeiten]

Freckle Face, Arapaho-Frau, 1898

Die Arapaho sind ein Volk der amerikanischen Ureinwohner, das in historischer Zeit in den Großen Ebenen am Osthang der Rocky Mountains in den heutigen US-Bundesstaaten Colorado und Wyoming lebte. Sie waren enge Verbündete der Cheyenne-Indianer und schlossen sich gelegentlich auch den Sioux-Indianern an. Die Arapaho-Sprache gehört zur Algonquian-Sprachfamilie und ist mit der Gros-Ventre-Sprache eng verwandt, die als ein früher Seitenzweig gilt. Das Blackfoot und das Cheyenne sind weitere Algonquian-Sprachen, die in den Great Plains gesprochen werden, sich aber vom Arapaho ganz unterscheiden. Seit dem Vertrag von Fort Laramie 1868 werden die Arapaho-Lokalgruppen in zwei Stämme aufgeteilt: die Northern Arapaho und die Southern Arapaho. Seit 1878 lebt die Northern Arapaho Nation mit den Eastern Shoshone in der Wind River Indian Reservation, der siebtgrößten Reservation in den Vereinigten Staaten. Der Southern Arapaho Tribe in Oklahoma besitzt mit den Southern Cheyenne unter der Bezeichnung Cheyenne and Arapaho Tribes offiziellen Status als bundesstaatlich anerkannter Stamm (federally recognized tribe).

Kulturgeschichte[Bearbeiten]

Weil die meisten Indianervölker, die der Algonquian-Sprachfamilie angehören, im Kulturgebiet des Nordöstlichen Waldlands anzutreffen sind, kann man davon ausgehen, dass auch die Arapaho aus der Kulturschicht des Woodland Complex hervorgegangen sind. Höchstwahrscheinlich lebten die Vorfahren des späteren Arapaho-Volks im heutigen Minnesota und North Dakota, bevor sie in die Großen Ebenen vordrangen. Es fehlen aber direkte archäologische oder historische Belege, um den Zeitraum dieses Kulturwandels genauer zu bestimmen. Es darf aber angenommen werden, dass die Verbreitung von freilebenden Mustangs nach Norden den Kulturkomplex einer Pferdekultur[2] überhaupt erst möglich machten.

Zum Zeitpunkt der europäischen Expansion durchschweiften die Arapahos das Gebiet der späteren US-Bundesstaaten South Dakota, Nebraska, Colorado, Wyoming und Kansas. Sie wohnten in kegelförmigen Lederzelten (Tipi), die von den Frauen aus Bisonhäuten und Holzstangen errichtet wurden. Die Lebensgrundlage bildete die Jagd auf Bisons, Gabelböcke und andere Wildtiere und in weit geringerem Umfang das Sammeln von Pflanzen, Früchten, Beeren und Nüssen. Ihr materieller Besitz war einer mobilen Lebensweise optimal angepasst. Ein ganzes Zeltdorf konnte binnen einer Stunde zusammen gepackt und reisefertig gemacht werden. Im Winter teilte sich der Stamm in kleine Lager auf, die in den Ausläufern der Rocky Mountains im heutigen Bundesstaat Colorado Schutz suchten. Im späten Frühjahr zogen sie in größeren Lagerverbänden in die Großen Ebenen hinaus, um Präriebisons am Ende der Tragzeit zu jagen. Im Hochsommer versammelten sich die verschiedenen Lokalgruppen wieder am Fuß der Rocky Mountains im heutigen Colorado, um den Bergbison zu bejagen. Im Spätsommer und Herbst kehrten sie in die Großen Ebenen zurück, um ihre Zeremonien, vor allem den jährlichen Sonnentanz, abzuhalten und Gemeinschaftsjagden auf die Bisonherden zu veranstalten, die sich zur Brunftzeit versammelt hatten.

Die Arapaho-Kinder fischten und jagten oft mit den Erwachsenen, hatten aber auch genügend Freizeit für viele Arten von Spielen. Besonders beliebt war ein Wurfspiel, bei dem im Laufen ein rollender Netzreifen mit einem Wurfpfeil getroffen werden musste.

Geschichte[Bearbeiten]

Die politische Geschichte der Arapaho nach Ankunft der Europäer entspricht bis zum Jahr 1878 weitgehend der Geschichte der Cheyenne, mit dem die Arapaho ein enges Bündnis geschlossen hatten, ohne ihre eigene Sozialordnung aufzugeben. Hierbei zeigt sich, dass für die indigenen Völker Nordamerikas ursprünglich die Zugehörigkeit zu Bündnissystemen wichtiger war als die Behauptung einer „nationalen“ Identität im europäischen Sinn. Die Selbstbehauptung als „Stamm“ oder „Nation“ war zwangsläufiges Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Enteignungs- und Vernichtungspolitik der europäischen Einwanderer und entsprach keiner ursprünglichen politischen Vision.

Zusammen mit den Cheyenne standen sie in starkem Wettbewerb mit den Stämmen der Südlichen Plains – vor allem den Pawnee und Comanche – von denen sie ihre Pferde bezogen, sofern sie nicht ihre eigenen Pferdeherden durch Zucht vermehrten. Mit den Lakota waren sie lose verbündet. Da die Arapaho und Cheyenne zudem ihre Pferde auch durch Raub erlangten und Zugang zu den Handelsgütern (besonders Gewehre, Munition, Metallwaren, Messer, Ahlen, Äxte, Tomahawks, Kessel und Alkohol) der Franzosen und Spanier beanspruchten, bekämpften sie die Pawnee, Comanche sowie Kiowa und Kiowa-Apachen unerbittlich. Zuletzt mussten die Comanche und Kiowa den Arkansas River als nördlichste Grenze der Comancheria auf Druck der südwärts ziehenden Arapaho und Cheyenne anerkennen.

Durch ihre Zwischenstellung zwischen Felsengebirge und Großen Ebenen beteiligten sie sich aber auch am Pelzhandel mit anderen Stämmen und europäischen Siedlern. Ihr Name Arapaho wird nach allgemeiner Übereinkunft von dem Pawnee-Wort für „Händler“ hergeleitet. Manche Quellen meinen auch Arapaho leite sich aus der Sprache der feindlichen Crow her und bedeute Enemy with Many Skins (‚Feinde mit vielen Pelzen‘),[3] was dieselbe Bedeutung impliziert, da nur ein Volk in Besitz von vielen (überzähligen) Pelzen Handel treiben konnte.

Meist kämpften sie jedoch gegen ihre traditionellen Feinde, den Östlichen Shoshone (auch Eastern Shoshone), Blackfoot, Absarokee (auch Crow), Assiniboine, Plains Cree und Ute. Hierbei kamen sie auch in Konflikt mit den Jicarilla Apache, Verbündeten der Ute sowie den Mescalero Apache. Ab 1840 schlossen sie zusammen mit den Cheyenne ein Defensiv-Bündnis mit den dominanten Stämmen der Südlichen Plains - den Comanche, Kiowa und Kiowa-Apachen - gegen die aus dem Osten vertriebenen Stämme, die nun auf die Plains und in die Berge vordrangen und die schwindenden Bisonherden den hier ansässigen Stämmen streitig machten, sowie gegen die Siedler, die sich immer mehr Land aneigneten.

Der Vertrag von Fort Laramie unterschied 1868 drei Hauptabteilungen der Arapaho: die Northern Arapaho, die Southern Arapaho und die Gros Ventres oder Atsina. Im Vertrag vom Little-Arkansas-Fluss wurde 1865 die Cheyenne-Arapaho-Reservation in den späteren US-Bundesstaaten Oklahoma und Kansas eingerichtet, deren Landbasis schon zwei Jahre später im Medicine-Lodge-Vertrag von 1867 auf weniger als die Hälfte zusammengestrichen wurde. Nach den Bestimmungen des General-Allotment-Gesetzes (Dawes Act) wurde 1891 das kollektive Stammesland der Cheyenne-Arapaho-Reservation privatisiert, d. h. auf einzelne Indianer mit individuellem Erbgang überschrieben, und der Rest zur europäischen Besiedlung freigegeben. 1878 wurde die Northern-Arapaho-Reservation im heutigen Bundesstaat Wyoming eingerichtet, die seit 1937 als Wind-River-Reservation bekannt ist. 1888 wurde für die Gros Ventre und die Assiniboine oder Nakoda die Fort-Belknap-Reservation im heutigen Montana eingerichtet. Die Mehrzahl der Gros Ventres waren bereits nach 1862 zum Christentum übergegangen.[4]

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Arapaho sind heute nach wie vor in den nördlichen und den südlichen Stamm aufgeteilt. Die nördlichen Arapaho (The Northern Arapaho Tribe) bewohnen gemeinsam mit den Eastern Shoshone die Wind River Indian Reservation in Wyoming, die südlichen Arapaho leben gemeinsam mit den südlichen Cheyenne als The Cheyenne and Arapaho Tribes of Oklahoma, mit Stammeszentrum in Concho, Oklahoma. Beide Stämme sind von der US-Regierung anerkannt.

Nach der Volkszählung von 2000 gab es 7000 Arapahos mit gemeinsamen Arapaho-Vorfahren und 9258 Arapahos mit Vorfahren aus anderen Indianerstämmen. Die Northern Arapaho beziehen Einkünfte vor allem aus dem Verkauf von Bodenschätzen. Die Southern Arapaho beziehen Stammeseinkünfte aus Ölquellen und kommerziellen Unternehmen wie Zigarettenverkauf und Landwirtschaft.[4]

Im Juli 2005 gewannen die Northern Arapaho eine Klage gegen den Staat Wyoming und durften seither drei Kasinos bauen, die ersten Wettspielstätten im Staat Wyoming. Auch die Cheyenne and Arapaho Tribes betreiben seither drei Kasinos im US-Bundesstaat Oklahoma.

Nur noch wenige Arapaho sprechen heute ihre eigene Sprache, die meisten davon sind Angehörige der Northern Arapaho. Wie für viele andere Indianersprachen auch wurden aber Programme ins Leben gerufen, um die Sprache vor dem Verschwinden zu bewahren.[5]

Häuptlinge der Arapaho[Bearbeiten]

Nördliche Arapaho (Northern Arapaho)[Bearbeiten]

  • Friday (auch Friday Fitzpatrick)[6] oder Chief Black Spot,[7] ca. 1824 – wurde einst zusammen mit zwei anderen Arapaho-Jungen während eines Stammestreffens 1831 von seiner Gruppe getrennt und vom Mountain Man Thomas Fitzpatrick auf den Plains an einem Freitag (engl. Friday) gefunden und adoptiert, Fitzpatrick schickte Friday nach St. Louis und zur Schule, auf der er Englisch erlernte, auf einer der Handelsexpeditionen von Fitzpatrick nach Westen erkannte 1838 eine Arapaho Friday als ihren verlorenen Sohn,[8] daraufhin schloss sich dieser wieder seinem Volk an und diente diesem als Übersetzer, Ratgeber und Diplomat auf Grund seiner Englischkenntniss, später wurde er Häuptling einer Gruppe der Nördlichen Arapaho, jedoch schwand sein Einfluss bis Mitte der 1870er Jahre durch den Aufstieg von Black Coal und Sharp Nose, ab dieser Zeit wird er meist nur noch als Übersetzer in den offiziellen Dokumenten geführt.
  • Black Bear (‚Schwarzer Bär‘), war ein bedeutender Häuptling der Nördlichen Arapaho, während der Powder River Expedition 1865 entdeckte im späten August General Connor ein ca. 500 Menschen umfassendes großes Lager der Nördlichen Arapaho unter Black Bear und Medicine Man am Tongue River, um 07:30 am 29. August 1865 überfiel General Connor mit 400 Kavalleristen und 80 Pawnee-Scouts das Lager, das zu dieser Zeit meist aus Frauen, Kindern, Alten und wenigen Kriegern bestand, da Black Bear mit den meisten Kriegern gegen die Crow entlang des Big Horn Rivers kämpfte, zerstörte Zelte, Kleidung, Decken und Lebensmittel – somit die gesamten Wintervorräte. Dem darauffolgenden Gegenangriff der Krieger unter Medicine Man hielt Connor dank zweier Haubitzen stand, bei diesem Kampf (Battle of the Tongue River oder Connor Battle) wurden 50 Arapaho getötet und etwa 1.000 Pferde von der Armee erschossen, etwa ein Drittel der gesamten Herde, daraufhin verbündete er sich mit dem führenden Häuptling der Lakota, Red Cloud, um gemeinsam gegen die Weißen vorzugehen.
  • Medicine Man (*? – starb 1871), war ein führender Häuptling der Nördlichen Arapaho, hatte zusammen mit Black Bear das ca. 500 Menschen umfassende große Lager der Nördlichen Arapaho am Tongue River errichtet, versuchte dieses am 29. August 1865 in der Battle of the Tongue River (oder Connor Battle) gegen General Connor’s 400 Kavalleristen und 80 Pawnee-Scouts zu verteidigen,[9] das zu dieser Zeit meist aus Frauen, Kindern, Alten und wenigen Kriegern bestand, da Black Bear mit den meisten Kriegern gegen die Crow entlang des Big Horn Rivers kämpfte, die gesamten Wintervorräte wurden vernichtet und etwa 1.000 Pferde von der Armee erschossen, etwa ein Drittel der gesamten Herde, ein taktischer Sieg für die Armee, der die Fähigkeit der Arapaho den Bozeman Trail zu bedrohen für eine Weile unterband, daraufhin verbündete er sich mit dem führenden Häuptling der Lakota, Red Cloud, um gemeinsam gegen die Weißen vorzugehen.
  • Plenty Bear (‚Viele Bären‘)
  • Sorrell Horse (‚Fuchsrotes Pferd‘), bedeutender Häuptling der Nördlichen Arapaho, nach der Battle of the Tongue River, schloss er sich 1866 dem Lakota-Häuptling Red Cloud und dessen Bündnis aus Lakota, Nördlichen Arapaho und Nördlichen Cheyenne an und bekämpften die Weißen im Red-Cloud-Krieg (1866–1868) (auch Bozeman-Trail- oder Powder-River-Krieg).
  • Black Coal (Niawasis – ‚Schwarze Kohle‘; * 1840; † 10. Juli 1893), Mitglied der Antelope-Gruppe der Nördlichen Arapaho, zuerst neben Sharp Nose einer der jungen Kriegshäuptlinge,[10] im Oktober 1867 nahm er an den Verhandlung in Fort Laramie teil, wurde 1871 zum führenden Häuptling nach dem Tod Medicine Man, am 4. Juli 1874 wurde sein Lager entlang des Wind River (Wyoming) vom 2. Kavallerie-Regiment unter Captain A. Bates und Shoshone-Scouts angegriffen, obwohl 26 Arapaho getötet und 20 verwundet wurden und nur 4 Soldaten und 4 Shoshone-Scouts getötet, gelang es den Arapaho die Armee zurückzuschlagen, Black Coal wurde im Kampf in der Brust schwer verwundet, diese Attacke überzeugte Black Coal sich zu ergeben und er wurde sogar Armee-Scout, als dieser nahm er an der Attacke im November 1876 auf das Lager der Nördlichen Cheyenne unter Dull Knife (Morning Star) teil[11].
  • Sharp Nose (auch Ta-qua-wi oder Papesto), Kriegshäuptling der Nördlichen Arapaho, war maßgeblich an den Kriegen des Lakota-Medizinmannes Sitting Bull gegen die Weißen beteiligt, Nachfolger als Häuptling von Black Coal.
  • Little Wolf (auch Little Coyote)
  • White Horse (‚Weißes Pferd‘)

Südliche Arapaho (Southern Arapaho)[Bearbeiten]

  • Chief Niwot (auch NawatLeft Hand(-ed) – ‚Linke Hand‘ oder ‚Linkshänder‘, ca. 1825–1864), Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho entlang der Front Range und im Boulder Valley, nahe dem heutigen Boulder, Colorado, im Herbst 1858 schloss er trotz des Widerstands seiner Unterhäuptlinge Bear Head und Many Whips mit den ersten Goldsuchern unter Captain Thomas Aikins im Boulder Valley einen prekären Frieden, nachdem er von diesen unter Druck gesetzt wurde sowie durch den warnenden Traum eines Arapaho-Schamanen, siedelte mit ca. 10 Tipis und somit ca. 60 Stammesmitgliedern zusammen mit den Südlichen Cheyenne als Nachweis ihrer Friedfertigkeit entlang des Big Sandy Creek, einem Nebenfluss des Arkansas River, starb am 29.November 1864 durch den Überfall John M. Chivington während des Sand-Creek-Massakers unter Befehl von John M. Chivington, nur eine Handvoll der Südlichen Arapaho entkam.
  • Little Raven (‚Kleiner Rabe‘, auch Hosa, Hósa – ‚Young Crow‘, * um 1820; † 1889), vermittelte 1840 den Frieden zwischen den Südlichen Plains-Stämmen (Comanche, Kiowa, Kiowa-Apachen) und den Südlichen Arapaho und Südlichen Cheyenne, war von 1855 bis 1889 vielleicht der bedeutendste Häuptling der Südlichen Arapaho, lagerte 1868 zusammen mit den Häuptlingen Big Mouth, Yellow Bear und Spotted Wolf in einem ca. 180 Tipis umfassendes Winterlager der Südlichen Arapaho zusammen mit den Südlichen Cheyenne, Comanche, Kiowa und Kiowa-Apachen, ca. insgesamt 6.000 Indianern, entlang des Oberen Washita River, als das Lager der Südlichen Cheyenne unter den Häuptlingen Black Kettle und Little Rock am 27. November 1868 in der Battle of Washita River im Morgengrauen von dem 7. U.S. Kavallerie-Regiment unter George Armstrong Custer 1873 angegriffen wurden, 1873 umfasste seine Gruppe noch 64 Tipis (oder Familien),[12] versuchte seine Gruppe aus den Ausrottungskriegen der US-Armee herauszuhalten und war Mitunterzeichner der Verträge von Fort Wise (18. Februar 1861), Little Arkansas (14. Oktober 1865) und Medicine Lodge Creek (16. Oktober 1867), einflussreichster und seit der Reservationszeit oberster Häuptling der Südlichen Arapaho.
  • Big Mouth (‚Großer Mund‘), Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho, lagerte 1868 zusammen mit den Häuptlingen Little Raven, Yellow Bear und Spotted Wolf in einem ca. 180 Tipis umfassendes Winterlager der Südlichen Arapaho zusammen mit den Südlichen Cheyenne, Comanche, Kiowa und Kiowa-Apachen, ca. insgesamt 6.000 Indianern, entlang des Oberen Washita River, als das Lager der Südlichen Cheyenne unter den Häuptlingen Black Kettle und Little Rock am 27.November 1868 in der Battle of Washita River im Morgengrauen von dem 7. U.S. Kavallerie-Regiment unter George Armstrong Custer angegriffen wurde, 1873 umfasste seine Gruppe noch 65 Tipis (oder Familien), war treuer Anhänger und Freund von Little Raven.
  • Yellow Bear (‚Gelber Bär‘), Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho, 1868 hatten entlang des Oberen Washita River insgesamt ca. 6.000 Südliche Cheyenne, Kiowa, Comanche, Kiowa-Apachen und der Südlichen Arapaho unter den Häuptlingen Little Raven, Big Mouth und Spotted Wolf, am 27.November 1868 wurde in der Battle of Washita River das Lager der Südlichen Cheyenne unter Black Kettle und Little Rock im Morgengrauen von dem 7. U.S. Kavallerie-Regiment unter George Armstrong Custer angegriffen, wobei beide Häuptlinge den Tod fanden, Yellow Bear’s und andere Südliche Arapaho sowie Cheyenne und Kiowa griffen erfolgreich Custers Nachhut unter Major Joel Elliot an, 19 Soldaten und der Major wurden umzingelt und alle getötet, ergab sich danach 1868 in Fort Cobb.
  • Spotted Wolf, Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho, lagerte 1868 zusammen mit den Häuptlingen Little Raven, Yellow Bear und Big Mouth in einem ca. 180 Tipis umfassendes Winterlager der Südlichen Arapaho zusammen mit den Südlichen Cheyenne, Comanche, Kiowa und Kiowa-Apachen, ca. insgesamt 6.000 Indianern, entlang des Oberen Washita River, als das Lager der Südlichen Cheyenne unter den Häuptlingen Black Kettle und Little Rock am 27. November 1868 in der Battle of Washita River im Morgengrauen von dem 7. U.S. Kavallerie-Regiment unter George Armstrong Custer 1873 angegriffen wurde.
  • Nawat (auch Niwot, Left Hand(-ed) – ‚Linke Hand‘ oder ‚Linkshänder‘, * 1840 – starb 20. Juni 1911), nicht verwandt und zu verwechseln mit Chief Niwot, der während des Sand-Creek-Massakers 1864 getötet wurde, berühmter Krieger und Jäger, Häuptling der Waquithi (‚Bad Faces‘)-Gruppe der Südlichen Arapaho,[13] nahm an mehreren kriegerischen Unternehmungen gegen die Weißen teil, seit der Unterzeichnung des Vertrags von Medicine Lodge 1867 verhielt er sich friedlich, um 1873 umfasste seine Gruppe noch 30 Tipis (oder Familien), oberster Häuptling der Südlichen Arapaho seit dem Tod von Little Raven in 1889, unterstützte 1890 trotz Todesdrohungen seitens der Südlichen Cheyenne das General-Allotment-Gesetz (Dawes Act) und somit die Privatisierung des kollektiven Stammeslandes der Cheyenne-Arapaho-Reservation sowie die Öffnung der Reservation für weiße Siedler, als er erblindete übergab er 1908 die Häuptlingswürde an Bird Chief[14].
  • Bird Chief, Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho, um 1873 umfasste diese noch 70 Tipis (oder Familien), wurde 1908 Nachfolger von Nawat als oberster Häuptling der Südlichen Arapaho.
  • Powder Face (Häuptling einer Gruppe der Südlichen Arapaho, um 1873 umfasste diese noch 25 Tipis (oder Familien))
  • Little Chief (‚Kleiner Häuptling‘, besser ‚Junger Häuptling‘)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Krech (Hrsg.): Adlerfeder, Autobiografie einer Arapaho-Frau. In: IndianerLeben. Indianische Frauen und Männer erzählen ihr Leben. Books on Demand, Norderstedt:2009, ISBN 978-3-8391-1047-8, S. 119–134.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arapaho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Homepage des Northern Arapaho Tribe
  2. Clark Wissler: The American Indian, An Introduction to the Anthropology of the New World. New York 1917, Seite 34. John C. Ewers: The Horse in Blackfoot Indian Culture: With Comparative Material from Other Western Tribes. Washington DC 1955, S. 2 ff.
  3. Evan T. Pritchard: No Word for Time: The Way of the Algonquin People. 2001, ISBN 978-1-57178-103-1
  4. a b Arapaho. In: Funk & Wagnalls New Encyclopedia. 2006, history.com abgerufen am 24. September 2009
  5. "Its Native Tongue Facing Extinction, Arapaho Tribe Teaches the Young", New York Times, October 18, 2008
  6. Friday
  7. Er hatte während seines Lebens mehrere Namen: als Junge wurde er Warshinun (‚Black Spot‘ oder ‚Black Coal Ashes‘) genannt, nach einem Kampf mit den Pawnee nahm er den Namen seines Vaters an, White Crow, später nach einem Kampf gegen die Shoshone, nannte er sich Thunder, zuletzt nach der erfolgreichen Zerstörung eines Lagers der feindliche Ute nannte er sich The Man Who Sits in the Corner and Keeps his Mouth Shut (oft verkürzt als Teénokúhú - ‚Sits Brooding‘)
  8. Wind River Reservatio, Arapaho Tribe (PDF; 128 kB)
  9. John D. McDermott: Circle of Fire: The Indian War of 1865. 2003, ISBN 978-0-8117-0061-0
  10. Sein Name rührt daher, dass er sich in der Asche eines niedergebrannten Dorfes der Ute so lange wälzte, bis er überall kohlschwarz war, Jahre später verlor er drei Finger im Kampf gegen die US-Armee und wurde nun TAG-GE-THA-THE (‚Fingers cut off‘) genannt
  11. Black Coal
  12. Loretta Fowler: Tribal Sovereignty and the Historical Imagination: Cheyenne-Arapaho Politics. University of Nebraska Press, 2002, ISBN 978-0-8032-2013-3
  13. Nawat – Left Hand
  14. Arapaho Chiefs and Leaders