Auslassungspunkte

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Satzzeichen
Punkt .
Komma,
Beistrich (AT; im Text)
,
Semikolon
Strichpunkt (AT)
;
Doppelpunkt :
Fragezeichen ?
Ausrufezeichen (DE)
Rufzeichen (AT)
Ausrufzeichen (CH)
!
Anführungszeichen „ “ » « « »
Apostroph
Gedankenstrich, Bis-Strich
Bindestrich, Trennstrich,
Ergänzungsstrich,
Wiederholungszeichen
Doppelbindestrich
Schrägstrich /
Umgekehrter Schrägstr. \
Klammer ( )[ ]{ }⟨ ⟩
Auslassungspunkte
Mittelpunkt ·
Hochpunkt ··
Interrobang
Typografische Zeichen
Viertelgeviertstrich
Halbgeviertstrich
Geviertstrich
Doppelgeviertstrich
Sonstige Zeichen
Leerzeichen  
Aufzählungszeichen
At-Zeichen @
Et-Zeichen &
Tironisches Et
Senkrechter Strich |
Gradzeichen °
Minutenzeichen
Sekundenzeichen
Sternchen *
Sterngruppe
Kreuz
Zweibalkenkreuz
Doppelkreuz #
Numero-Zeichen
Paragraphenzeichen §
Absatzzeichen
Ironiezeichen
Tilde ~
Unterstrich _
siehe auch Diakritische Zeichen

Die Auslassungspunkte (…) bilden ein auch Ellipse genanntes Satzzeichen, bestehend aus einer Folge von drei horizontal spationierten (das heißt in gleichmäßigem, festem Abstand angeordneten) gleich großen, auf der Grundlinie liegenden Punkten.[1] Sie kennzeichnen eine Auslassung (in der Sprachwissenschaft als Ellipse bezeichnet, daher die Verwendung dieser Bezeichnung auch für das Satzzeichen selbst) zwischen zwei Textteilen oder auch vor oder nach einem Textteil (das heißt Teil eines Wortes, ganzes Wort, Wortgruppe, Zahl oder auch Zahlenreihe).

Orthografie[Bearbeiten]

Die Verwendung der Auslassungspunkte ist in den derzeit (September 2012) gültigen deutschen Rechtschreibregeln[2] in den §§ 99 und 100 geregelt.

Auslassungspunkte sind grundsätzlich wie die jeweiligen Textteile zu behandeln, für die sie stehen.

Werden ein oder mehrere Buchstaben eines Wortes durch Auslassungspunkte ersetzt, so werden diese ohne Leerzeichen an den oder die angrenzenden Wortteile angefügt.

Auslassungspunkte, die für weggelassene Wörter oder Satzteile stehen, werden wie diese von Leerzeichen umgeben, wenn sie nicht einen Zeilenbeginn bilden, unmittelbar vor einem Satzzeichen, nach einer öffnenden oder vor einer schließenden Klammer liegen. (Für Auslassungszeichen in Zitaten, die in eckige Klammern gesetzt werden, gelten eigene Regeln; s. weiter unten!)

Eine Ausnahme bilden Auslassungspunkte vor dem Ende eines Ganzsatzes: Hier entfällt der Schlusspunkt, und es muss ein geschütztes Leerzeichen vor den Auslassungspunkten verwendet werden.[3] Entsprechendes gilt für den Fall, dass ein Satz mit Auslassungspunkten startet.[4]

Verwendung[Bearbeiten]

Auslassung von Textteilen[Bearbeiten]

Auslassungen werden in der direkten Rede eingesetzt, wenn vom Sprecher Wort- oder Satzteile verschluckt werden oder der Autor vulgäre Wendungen nicht wiedergeben will:

„Sie sind ein A…!“, rief Max zornig aus.
Herr Mustermann erwiderte salopp: „Scher dich doch zum …!“

Auslassungspunkte kann man (in diesem Fall ähnlich wie Gedankenstriche) verwenden, um Pausen im Rede- oder Gedankenfluss anzuzeigen, oder um klarzustellen, dass ein Satz in der Mitte abbricht, beispielsweise weil der Sprecher unterbrochen wurde:

Stefan begann zu stottern: „Ich … ich weiß nicht …“
„Was weißt du nicht?“, schnitt ihm Frau Weiß das Wort ab.

Abseits der direkten Rede oder des inneren Monologs findet man Auslassungspunkte vor allem als Stilmittel, beispielsweise dort, wo ein Textgedanke nicht zu Ende geführt wird:

Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind …

Auslassungspunkte verwendet man manchmal auch als Satzende, um zu verdeutlichen, dass entweder etwas vom Satz fehlt oder der Autor einen Gedanken offen oder unbeantwortet lassen möchte, um den Leser zum Nachdenken anzuregen.

Auslassungen in Zitaten[Bearbeiten]

Um wörtliche Zitate auf die für die jeweilige Verwendung wesentlichen Teile zu beschränken, sind Auslassungen zulässig, wenn sie den Sinn des Zitates nicht verfälschen. Dabei haben sich mehrere Regelungen durchgesetzt, meist werden Auslassungspunkte in runden oder eckigen Klammern verwendet:

„Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie […], zu dem du mit deinem Wissen beitragen kannst.“

– Wikipedia, Hauptseite[5]

Die Auslassungspunkte in den eckigen Klammern können bei integrierten Zitaten am Zitatanfang und Zitatende weggelassen werden. Bei (durch einen Doppelpunkt) hervorgehobenen Zitaten sollten sie jedoch vorhanden sein (inklusive Schlusspunkt):

Auf der Hauptseite der Wikipedia steht: „Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie […].“
Wir möchten anmerken, dass „Wikipedia […] ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie“ ist.

Zahlenangaben[Bearbeiten]

Neben der klassischen Verwendung im Text sind vor allem in technischen Werken Auslassungspunkte anstelle des Bis-Strichs erforderlich, wenn Zahlenangaben Striche enthalten:

Komponente Einsatzbereich
in °C
Kühlerfrostschutz −30 … −40
Elektronik −20 … 60

Weil nicht zwei Striche direkt aufeinandertreffen dürfen, kann bei solchen Intervallen nur das Wort bis oder die Ellipse Verwendung finden.

Aufzählung[Bearbeiten]

Eine Aufzählung kann auch mit Auslassungspunkten beendet werden. Dabei wird das Komma hinter dem letzten Element der Aufzählung weggelassen.[6] Das entspricht somit der allgemeinen Aufzählungsregel.

Tabellen[Bearbeiten]

Nach DIN 55301 (Gestaltung statistischer Tabellen) stehen die Auslassungspunkte für „Angabe fällt später an“ als wertersetzendes Zeichen (im Gegensatz zu wertergänzenden Zeichen, auch Qualitätsanzeigern). Genau so wird das Zeichen auch in Tabellen der amtlichen Statistik verwendet.[7][8]

Verwendung in der Mathematik[Bearbeiten]

In der Mathematik werden nach DIN 1302 die Auslassungspunkte als Fortsetzungspunkte im Sinne von usw. benützt, um Intervalle, Folgen oder Mehrfachverkettungen anschaulich darzustellen.

Endliche Folgen lassen sich damit kürzer aufschreiben, zum Beispiel die Ziffern durch

0, 1, 2, \ldots, 9.

Sofern die Fortsetzung hinreichend klar ist, lassen sich damit auch anschaulich unendliche Folgen schreiben, etwa die ungeraden Zahlen:

1, 3, 5, 7, \ldots

Bei Verwendung mit Operationen wird die Lage der Auslassungspunkte vom Setzer gelegentlich der verwendeten Operation angepasst:

1 + \frac{1}{2} + \frac{1}{4} + \frac{1}{8} + \cdots = 2.

Allerdings ist die Darstellung mittels Fortsetzungspunkten nicht eindeutig, wenn das Bildungsgesetz etwa hinter einer Zahlenfolge nicht bekannt ist und nicht als bekannt vorausgesetzt werden kann. So kann 3, 5, 7, \ldots die Folge alle ungeraden Zahlen ab 3 darstellen, aber auch alle ungeraden Primzahlen und beliebig viele andere.

Trotz des Nachteils der prinzipiell möglichen Mehrdeutigkeit hat die Verwendung der Ellipse eine lange Tradition in der Mathematik. Beispielsweise verwendete Fourier, der Erfinder des Summenzeichens \textstyle\sum, die Ellipse bei dessen Definition.[9][10] Auch heute ist dies auf Grund der leichten Verständlichkeit üblich,[11] obwohl eine formal exakte Definition des Summenzeichens mittels Rekursion möglich ist.[12]

Eine Darstellung mittels Fortsetzungspunkten kann auch als ergänzende Angabe sinnvoll sein, wenn man Verkettungen veranschaulichen möchte. Dies gilt beispielsweise für alternierende Summen, wo die Darstellung mit abwechselndem Plus und Minus anschaulicher ist als die Potenzen von −1:

\sum_{k=1}^{\infty}\frac{(-1)^{k+1}}{k} = 1 - \frac{1}{2} + \frac{1}{3} - \frac{1}{4} \pm \cdots = \ln 2.

Verwendung in grafischen Benutzeroberflächen[Bearbeiten]

In grafischen Benutzeroberflächen besagt eine bei Menüfunktionen oder Schaltflächen angehängte Ellipse, dass bei Anwahl ein weiterer Dialog folgt, in dem der Anwender weitere Eingaben machen kann oder muss. Fehlt hingegen die Ellipse, dann ist die Funktion mit der Anwahl allein bereits ausgeführt.

  • „Speichern“ – es wird ohne weitere Eingabe die geöffnete Datei unter ihrem gleichen Namen abgespeichert.
  • „Speichern unter …“ – im folgenden Dialog kann z. B. ein anderer Dateiname, ein anderes Dateiformat oder ein anderer Speicherort gewählt werden.

Darstellung in Computersystemen und Ersetzung[Bearbeiten]

Kodierung[Bearbeiten]

Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode ist das Satzzeichen als U+2026 horizontal ellipsis (waagerechte Auslassungspunkte) enthalten.

Im ASCII-Zeichensatz ist das Zeichen nicht enthalten, weshalb viele ältere Computersysteme es nicht darstellen konnten.

Im WWW-Dokumentenformat HTML wird das Zeichen folgendermaßen kodiert:

  • … (hexadezimal),
  • … (dezimal)
  • und … (benanntes Zeichen).

In LaTeX werden die Auslassungspunkte mit \ldots angegeben.

Tastatur[Bearbeiten]

  • Auf Tastaturen mit der Belegung T2 gemäß der neu gefassten deutschen Norm DIN 2137:2012-06 wird das Auslassungspunkte-Zeichen mit der Tastenfolge Gruppenumschaltung gefolgt von , (Komma) eingegeben.
  • Auf deutschen Tastaturen nach älteren Ausgaben der DIN 2137 (bzw. mit Belegung T1 gemäß der Neufassung) sind die Auslassungspunkte als einzelnes typographisches Zeichen nicht vorhanden.
  • Auf deutschen Apple-Systemen lassen sich die Auslassungspunkte durch die Tastenkombination + . eingegeben.
  • Auf Linux-Systemen wird das Auslassungspunkte-Zeichen durch Drücken der Tastenkombination Alt Gr + . erzeugt.
  • Unter X.org lässt sich das Zeichen allgemein durch Drücken der Compose-Taste und anschließender Eingabe von Punkt (.) und Doppelpunkt (:) erzeugen.
  • Unter Windows kann das Zeichen durch Gedrückthalten der Alt-Taste während der Eingabe der Ziffernfolge 0133 auf dem Ziffernblock eingegeben werden.
  • Bei der Neo-Tastaturbelegung kann das Zeichen durch Mod 3 + X, die vertikale Ellipse (s. u.) durch ↻ + … erzeugt werden.

Ersetzung[Bearbeiten]

Kann das Zeichen nicht dargestellt werden, weil es in der verwendeten Schriftart oder dem Zeichensatz fehlt, so sollte es durch drei Punkte „...“ ersetzt werden.

Da allerdings praktisch alle modernen Computersysteme und -schriften auf Unicode basieren, kann das Zeichen heutzutage problemlos weltweit dargestellt, verarbeitet, übertragen und archiviert werden. Eine Ersetzung aus technischen Gründen ist deshalb kaum noch nötig. Auch wenn die verwendete Tastatur das Zeichen nicht aufweist, kann es praktisch immer über eine entsprechende Funktion des Betriebssystems oder des jeweiligen Texteditors eingefügt werden.

Manche Texteditoren ersetzen drei Punkte automatisch durch das typografische Zeichen.

Sonstige Ellipsenzeichen[Bearbeiten]

Unicode definiert im Block Mathematische Operatoren noch weitere aus drei in einer Reihe angeordneter Punkte bestehende Zeichen, die vor allem in Tabellen und im mathematischen Formelsatz Verwendung finden:

Unicode Zeichen Name LaTeX
U+22EE vertical ellipsis (Vertikale Ellipse) \vdots
U+22EF midline horizontal ellipsis (Horizontale Ellipse auf mittlerer Höhe) \cdots
U+22F0 up right diagonal ellipsis (Rechts-aufwärts steigende diagonale Ellipse) \iddots[Anmerkung 1]
U+22F1 down right diagonal ellipsis (Rechts-abwärts fallende diagonale Ellipse) \ddots
  1. Für diesen Befehl ist das Zusatzpaket mathdots erforderlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Auslassungspunkte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Katja Hübener: Punkt, Komma & Co. – Die gängigen Satzzeichen im Detail. Niggli Verlag, Sülden/Zürich 2004, ISBN 3-7212-0505-7, S. 58.
  2.  Rat für deutsche Rechtschreibung (Hrsg.): Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis entsprechend den Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung. Überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks 2004. Gunter Narr Verlag, Tübingen 10. Oktober 2006, ISBN 978-3-8233-6270-8 (http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/download/regeln2006.pdf, abgerufen am 10. September 2012).
  3. Friedrich Forssman, Ralf de Jong: Detailtypografie. Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2004, ISBN 978-3874396424.
  4. http://replay.web.archive.org/20090427130007/http://www.kirov-center.org/incl_07/ids/e5-3.html
  5. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Hauptseite&oldid=104366462
  6. Zeichensetzung am Ende von Aufzählungen. Abgerufen am 16. April 2013.
  7. Richtlinien zur Gestaltung statistischer Tabellen für die Verbundprogrammierung, Arbeitskreis Veröffentlichungen der Statistischen Landesämter, Wiesbaden 1997, 41 Seiten, hier: Seite 36.
  8. GENESIS-Online Datenbank: Zeichenerklärung
  9. „Le signe \sum_{i=1}^{\infty} indique que l’on doit donner au nombres entier i toutes ses valeur 1,2,3,\ldots, et prendre la somme des termes“. J. Fourier: Refroidissement séculaire du globe terrestre. Bulletin des Sciences par la Société philomathique de Paris, No 3, 7 (1820), Seiten 58–70. Nachdruck in Œuvres de Fourier, Band 2, Seiten 271–288. Das Zitat erscheint auf Seite 280.
  10. Graham, Knuth, Patashnik. Concrete Mathematics, Addison-Wesley Publishing Company, 2. Auflage, 1989. ISBN 0-201-55802-5. Seite 22.
  11. Vgl. Bronstein, Semendjajew: Taschenbuch der Mathematik, 23. Auflage, 1987. ISBN 3-87144-492-8. Seite 112.
  12. Vgl. Graham, Knuth, Patashnik: Concrete Mathematics, Addison-Wesley Publishing Company, 2. Auflage, 1989. ISBN 0-201-55802-5. Seite 26.