Axel Corti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Axel Corti (* 7. Mai 1933 in Paris als Axel Fuhrmanns; † 29. Dezember 1993 in Oberndorf, Land Salzburg, Österreich) war ein österreichischer Regisseur und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Sein Vater war ein deutscher Geschäftsmann österreichisch-italienischer Herkunft, seine Mutter stammte aus Berlin. 1943 flüchtete er mit seiner Mutter aus Frankreich in die Schweiz, seinem Vater – Mitglied der Resistance – wurde kein Asyl gewährt, dieser starb noch 1945. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog die Familie, aus der Schweiz ausgewiesen, nach Italien (wo er auf Vermittlung eines Geistlichen einen Pass auf den Namen Axel Corti erhielt),[1] England, Deutschland und schließlich Österreich. Hier begann er in Innsbruck mit dem Studium der Germanistik und Romanistik und absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre.

Hörfunkarbeit[Bearbeiten]

Axel Corti war ab 1953 für Radio Innsbruck tätig. Von 1956 bis 1960 leitete er die Literatur- und Hörspielabteilung des ORF-Landesstudios Tirol, dann war er am Wiener Burgtheater als Regieassistent tätig. Mit der von 1969 bis 1993 im ORF wöchentlich ausgestrahlten Sendung Der Schalldämpfer schrieb er Radiogeschichte; Generalintendant Gerd Bacher hatte Cortis Bedingung akzeptiert, seine Texte niemandem zur Genehmigung vorlegen zu müssen.

Daneben trat er als Regisseur vieler Hörspiele in Erscheinung.

Theater- und Fernseharbeit[Bearbeiten]

Corti leitete nach seiner Regieassistenz in Wien Theater in Oberhausen und Ulm und arbeitete mit Peter Brook in London. Er verfilmte Literatur, gestaltete ORF-Unterhaltungssendungen und drehte einige Werbespots.

1969 spielte Corti die Hauptrolle in dem vom ORF produzierten Fernsehspiel Stellenangebote, weiblich (Belvedere) (Lustspiel von Gwen Davenport; Fernsehbearbeitung und Regie: Wolfgang Glück; Ausstrahlung am 5. Juni 1969 im ersten TV-Programm des ORF). Auch in anderen Fernsehfilmen wirkte er als Schauspieler mit, etwa 1984 in Donauwalzer (Regie: Xaver Schwarzenberger) in der Rolle des Georg Pollak.

Für die Wiener Staatsoper inszenierte er Der arme Matrose (Musik Darius Milhaud, Text Jean Cocteau) und Angélique (Musik Jacques Ibert, Text Nino, deutschsprachig eingerichtet von Corti). Premiere war am 2. Oktober 1970 im Theater im Redoutensaal der Hofburg, Dirigent war Hans Swarowsky, die Ausstattung stammte von Hubert Aratym; Mimi Coertse hatte als Angélique eine Paraderolle.

Werbung[Bearbeiten]

Axel Corti wurde – so wie später auch andere bekannte avantgardistische Künstler – eingeladen, für die Grazer Schuh & Leder AG, besser bekannt als Humanic, Werbespots zu gestalten. Die Spots „Humanic passt immer“ (1968) und „Humanic – Umweltschutzmauer“ (1973) stammen von Axel Corti,[2] andere beteiligte Künstler waren 1976 Andreas Okopenko (Spot nicht mehr vorhanden), 1977 die Sängerin des Duos Musyl & Josepa, 1982 Otto M. Zykan und 1988 H. C. Artmann.

Filmarbeit[Bearbeiten]

Seit 1972 unterrichtete Corti an der Filmakademie Wien. Als Regisseur machte er sich vor allem mit anspruchsvollen Literaturverfilmungen wie Franz Werfels Eine blaßblaue Frauenschrift (1984) einen Namen.

Privatleben[Bearbeiten]

Axel Corti war seit 1964 mit Cecily Corti, geb. Herberstein, verheiratet und hatte mit ihr drei Söhne, darunter Sebastian Corti und Severin Corti, Gastronomiekritiker der Wiener Tageszeitung Der Standard. Claudia Vogeler, Tochter aus einer früheren Beziehung Cortis, lebt und arbeitet als Filmcutterin in Hamburg.

Grab von Axel Corti in Arnsdorf

Axel Corti starb am 29. Dezember 1993 vor dem Abschluss der Dreharbeiten zu Radetzkymarsch an Leukämie. (Für diesen Film wurde ihm posthum der Adolf-Grimme-Preis verliehen.) Sein Grab befindet sich im Friedhof von Arnsdorf in der Gemeinde Lamprechtshausen bei Salzburg.

Würdigung[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Schalldämpfer, in: Österreichische Nationalbibliothek Magazin, Wien, Nr. 1 / Mai 2013, S. 17
  2. Sammlung Österreichisches Werbemuseum