Balgach

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Balgach
Wappen von Balgach
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
BFS-Nr.: 3232i1f3f4
Postleitzahl: 9436
UN/LOCODE: CH BAL (Balgach)
CH HEE (Heerbrugg)
Koordinaten: 763730 / 25296947.4071659.608107404Koordinaten: 47° 24′ 26″ N, 9° 36′ 29″ O; CH1903: 763730 / 252969
Höhe: 404 m ü. M.
Fläche: 6.52 km²
Einwohner: 4530 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 695 Einw. pro km²
Website: www.balgach.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Blick auf das Zentrum von Balgach. Im Hintergrund die Rebberge, der Kirchenwald und das Nonnenbommert
Eichholz-Brunnen mit dem Relief Im Eichenwald geschaffen von Bildhauer Mädy Zünd
Das Bald Balgach war Teil der Weinkellerei Nüesch
Weinbau hat eine lange Tradition in Balgach
Das «alte Rathaus» / Ortsmuseum

Balgach ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Rheintal des Kantons St. Gallen. Die Gemeinde besteht aus der Ortschaft Balgach und einem Teil von Heerbrugg.

Geographie[Bearbeiten]

Balgach liegt an der Hauptstrasse 13, am Fuss des westlichen Hang des St. Galler Rheintals, zwischen den Gemeinden Au nördlich, und Rebstein südlich. Östlich grenzt Widnau, Oberriet und Diepoldsau an die Grenzen von Balgach. Westlich erstreckt sich Balgach bis auf den Kamm des "Hümpeler"-Berges, an die Gemeindegrenzen von Berneck (SG), Reute (AR) und Oberegg (AI). Der Wald der den Ausläufer des Appenzeller Vorderlandes (Hümpeler) bedeckt heisst im Süden Vogelwald in der Mitte Kirchenwald und im Norden Hümpelerwald. Am Hümpeler befindet sich die Haupwasserfassung der Hümpelerquelle, welche einen grossen Teil der Gemeinde mit Wasser versorgt. Der Höchste Punkt der dem Hümpelerberg zugerechnet wird, trägt den Namen Nonnenbommert 641 m ü. M.. Unterhalb der Wälder, auf dem Boden (Bodenstrasse), befindet sich das Quartier Boden, welche mit zahlreichen Villen bebaut ist. Die exklusive Lage am Fuss der Rebberge bietet einen Ausblick über das Rheintal vom Bodensee bis zum Säntis. Südlich davon, auf einer weiteren Anhöhe, die durch ein Tobel vom Boden getrennt ist, befindet sich das Schloss Grünenstein, welches vom Industriellen Edgar Oehler bewohnt wird. Nördlich davon befindet sich, im Ortsteil Heerbrugg auf dem nördlichen Ende des Hümpeler, das Schloss Heerbrugg und die Villa Schmidheiny. Am Hang unterhalb des Quartier Boden ist der historische Dorfkern zu finden, welcher auf dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung der Schweiz (ISOS) aufgeführt ist. Die Hauptstrasse 13 am Fuss des Hanges teilt die Ortschaft in zwei Hälften. Die östliche Seite wurde erst in neuerer Zeit besiedelt, weshalb sich dort vorwiegend Industrie und Blockbauten befinden, die sich östlich bis zur Bahnlinie der SBB erstrecken. Östlich der Bahnlinie befindet sich die Sportanlage Riet sowie das Naturschutzgebiet Höchstern. Weiter östlich, in den Mädern welche zum Teil als Überflutungsflächen ausgewiesen sind, befinden sich noch die Landwirtschaftsbetriebe Lärchenhof, Erlenhof, Lindenhof, Sonnenhof und Rietmüli. Mitten hindurch von Süden nach Norden verläuft die Ländernaach, ein künstlicher Entwässerungskanal, welcher die zahlreichen Bäche, die die Hänge des Rheintals von Marbach bis Heerbrugg entwässern, in den Rheintaler Binnenkanal leitet. Die meisten dieser Bäche sind über weite Strecken durch Tunnelierung unter den Dörfern hindurchgeführt. Die Tunnels beginnen jeweils bereits am Hang oberhalb des Dorfkerns und Enden meist erst kurz vor oder nach der SBB-Linie. Auch die Ländernaach wird in Heerbrugg in einen Tunnel geleitet, welcher unter Widnau hindurch bis kurz vor der Einmündung in den Binnenkanal verläuft. Das soll die Hochwassersicherheit erhöhen, weil dadurch die Bäche und die Aach in vorgegebene Überflutungsflächen, in den Mädern, über die Ufer tritt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2][3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Ebene gegen den Rhein hinaus sind einige Landwirtschaftsbetriebe angesiedelt und oberhalb des Dorfes erstrecken sich Weinberge bis zum Waldrand hinauf. Abgesehen von der Industrie im Ortsteil Heerbrugg und der stark gewachsenen Industrie-Zone 'Wegen' an der Rietstrasse ist die Gemeinde Balgach ländlich geprägt.

Aus Teilen der früheren Firma Wild Heerbrugg sind mehrere neue Firmen entstanden, welche teilweise noch in Balgach/Heerbrugg tätig sind, jedoch heute zu ausländischen Muttergesellschaften gehören. Neben den Firmen Leica Geosystems, Vectronix AG, SwissOptic AG, Polymeca AG und Escatec Electronics[4] (alle mit Bezug zur früheren Firma Wild) ist auch die unabhängige Firma Heule Werkzeuge AG in Balgach ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

Balgach wird durch die Autobuslinie 301 der RTB Rheintal Bus bedient. Diese ist Nachfolgerin des 1977 eingestellten Trolleybus Altstätten–Berneck, der wiederum 1940 die 1897 eröffnete Strassenbahn Altstätten–Berneck ablöste.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft wurde 890/891 erstmals als Palgaa erwähnt und gehörte im 14. Jahrhundert den Freiherren von Sax, welche es 1347 dem Stift Lindau verkauften. 1510 erwarb das Stift St. Gallen die Gerichtsbarkeit.[5] Der in Balgach aufgewachsene Otto Oesch-Maggion (1864–1941), zuerst Gemeindeschreiber in Balgach, dann Verwalter der Ziegelei Bruggwald St. Gallen (Ziegelei J.Schmidheiny & Co.), erarbeitete über viele Jahre eine Chronik von Balgach.[6][7]

Kunst, Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein geschichtsträchtiges Gebäude ist das alte Rathaus an der Steigstrasse in dem heute das Ortsmuseum untergebracht ist. Es ist auf der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung.

Auf dem Gemeindegebiet sind 22 Brunnen registriert und unterstehen der Kontrolle durch den Wasserwart. Davon befinden sich 17 allein im Dorfkern und den angrenzenden Quartieren. Viele von ihnen sind mit einem künstlerischen Schmuck ausgestattet.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Rudolf Galliker, Michael Köhler: Ortsgeschichte Balgach, Vom Rebendorf zum High-Tech-Standort. Band 2, Ortsgemeinde, Balgach 2010, ISBN 978-3-033-02415-1, S. 167.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balgach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsentwicklung nach Region, 1850-2000. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 7. Januar 2014.
  3. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsstand. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 7. Januar 2014.
  4. escatec.com: ESCATEC Electronics, Heerbrugg, Schweiz, Zugriff am 9. März 2010.
  5. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 128 f., Stichwort Balgach  (Scan der Lexikon-Seite).
  6. Otto Oesch-Maggion: Der Hof Balgach. Rheinthaler-Druckerei, Altstätten 1930.
  7. Alois Oehler-Zeddel: Otto Oesch-Maggion. Eine Biographie und ein geschichtlicher Überblick über Balgach. In: Unser Rheintal. 28 (1971), S. 150–156.
  8. Gemeinde Balgach Foto-Album