Bauakademie
Eine Bauakademie ist eine höhere Bauschule, in der die Architektur als praktische Kunst gelehrt wird. Bauschulen sind den Universitäten gleichgestellt, im Gegensatz zu diesen (lat. universitas: Gesamtheit) werden an Bauakademien aber keine Vielzahl an Fächern, sondern nur Bauingenieurwesen und Architektur gelehrt.
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Definition [Bearbeiten]
Früher waren Bauakademien teilweise selbstständige Anstalten, zum Teil Kunstakademien angegliedert, Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Architekturausbildung in Deutschland dann aber weitgehend als Teilbereich an technische Hochschulen angegliedert. Schwerpunkt der Ausbildung von Baumeistern war der künstlerische Entwurf, gelehrt wurde Freihand-, Linear-, Konstruktions- und Ornamentzeichnen sowie im weiteren Verlauf auch architektonische Entwürfe unter Leitung einzelner Professoren. Bauakademien vereinten alle notwendigen Auditorien, Zeichensäle und Verwaltungsräume unter ihrem Dach.
Historisches Vorbild [Bearbeiten]
Unter dem Begriff Bauakademie wird heute meist das Gebäude der Berliner Bauakademie verstanden, das nach Plänen des preußischen Oberbaudirektors Karl Friedrich Schinkel zwischen 1832 und 1836 errichtet worden war. Infolge des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, erfolgten erste Wiederherstellungsansätze im Jahr 1953. 1961 wurde das Gebäude jedoch abgetragen, um Baufreiheit für die Errichtung des Gebäudes Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR zu schaffen. Dieses wurde in den Jahren 1995/1996 wieder abgerissen. Alternativ zum nicht mehr nutzbaren Gebäude war im Jahr 1951 in der Hannoverschen Straße 28 die Deutsche Bauakademie (ab 1973 Bauakademie der DDR) unter der Präsidentschaft von Kurt Liebknecht gegründet worden. Dieses Gebäude wurde später als Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR genutzt. Die Bauakademie der DDR wurde im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1991 aufgelöst.
Die Wiedererrichtung des historischen Gebäudes der ursprünglichen Berliner Bauakademie ist vorgesehen, die Finanzierung und Nutzung jedoch seit vielen Jahren strittig. Als Zwischenlösung wurde die historische Fassade als Kulisse in Form von vier Plakatwänden vor Baugerüsten aufgestellt, in welche die gemauerte Musterfassade integriert ist. Im September 2008 schrieb der Liegenschaftsfonds Berlin GmbH das Grundstück der Bauakademie mit den Bedingungen aus, dass ein Erwerber das Gebäude der Bauakademie nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel wiederaufbauen und mit einer Stiftung einen Vertrag zwecks Betriebs einer Akademie für Architektur und Städtebau, die ca. 75 % der Fläche nutzen soll, abschließen sollte. Das Verfahren wurde Anfang 2010 abgebrochen, da kein den Ausschreibungsbedingungen entsprechende Angebot eingegangen war. Der Liegenschaftsfonds hat ferner im Frühjahr 2011 mitgeteilt, dass sich die Bauakademie nicht mehr im Portefeuille befände. Der Berliner Senat hat das Bauakademiethema in die zuständigen Ausschüsse des Abgeordnetenhauses von Berlin verwiesen. Er setzt weiter auf privat finanzierte Lösungen. In der Öffentlichkeit wird hier ein Überdenken vorgeschlagen.
Über den Förderverein Bauakademie wurde im Februar 2011 die gemeinnützige Errichtungsstiftung Bauakademie gegründet, der jeder Interessierte beitreten kann.
Weitere Bauakademien [Bearbeiten]
In Anlehnung an dieses historische Vorbild gab es in der DDR die Bauakademie der DDR, in Dresden gibt es die Bauakademie Sachsen, in Biberach die Bauakademie Biberach und in Bayern befindet sich eine Bauakademie in Feuchtwangen.
Weblinks und Diskussionsbeiträge [Bearbeiten]
- "Förderverein Schinkelsche Bauakademie e.V."
- Bauakademie / Musterfassade
- "Internationale Bauakademie Berlin e.V.
- Presseerklärung des Berliner Senates (vom 10. Oktober 2001)
52.51583333333313.399166666667Koordinaten: 52° 30′ 57″ N, 13° 23′ 57″ O