Beetzendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beetzendorf
Beetzendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beetzendorf hervorgehoben
52.711.091735Koordinaten: 52° 42′ N, 11° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 97,97 km²
Einwohner: 3267 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38489, 38486
Vorwahlen: 039000, 039007
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marschweg 3
38489 Beetzendorf
Webpräsenz: www.beetzendorf-
diesdorf.de
Bürgermeister: Heinrich Schmauch (CDU)
Lage der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-Winterfeld Arendsee (Altmark) Beetzendorf Dähre Diesdorf Gardelegen Jübar Kalbe (Milde) Klötze Kuhfelde Rohrberg Salzwedel WallstaweKarte
Über dieses Bild

Beetzendorf ist eine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort ist Sitz der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf und liegt in der Jeetzeniederung rund 10 Kilometer nord-nordöstlich von Klötze und 18 Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark.

Schwankungen

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 564 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im August. Im August fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 7 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bergfried der Burgruine Beetzendorf

Beetzendorf entstand mit hoher Wahrscheinlichkeit im Schutz einer im Sumpf gelegenen Burg, der Burg Beetzendorf (Becendorf). Die erste Erwähnung erfolgt nach einer Urkunde um 1204, wonach die Burganlage von der Familie von Kröcher pfandweise in die Hände der Familie von der Schulenburg gelangte. Seit 1340 ist die Burg im Besitz des Geschlechts derer von der Schulenburg, nachdem sie ihren Stammsitz, die Schulenburg bei Stappenbeck nahe Salzwedel verlassen hatten. Beetzendorf wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Familienhauptsitz des Geschlechts. Die Besitzungen hier und in Apenburg waren ihre Stammgüter, die den Kern ihrer Grundherrschaft bis ins 19. Jahrhundert sicherten.

Die Sumpfzypressenallee im Park

Bis um 1600 erhielt die Burg Beetzendorf einen festungsartigen Ausbau mit Wassergräben. Die Burganlage wertete das Geschlecht auf, das von da an als schlossgesessen, zur oberen Stufe des altmärkischen Adels gehörte. Im 17. Jahrhundert siedelten sich die Mitglieder der adligen Familie im Dorf Beetzendorf und der Umgebung an, sodass die Befestigungsanlagen nutzlos wurden. Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg nicht mehr verteidigungsfähig. Die letzte Kanone wurde 1642 verkauft; 1780 wurden weitere Teile der Burganlage abgerissen. Heute sind von der Burg nur noch Ruinen übrig, die im Hochwald des Beetzendorfer Parkes liegen. Es handelt sich um das nördliche Burgtor, das im 19. Jahrhundert rekonstruiert und an das im 20. Jahrhundert eine Freilichtbühne angebaut wurde. Unweit davon befindet sich der etwa 20 Meter hohe Bergfried aus rotem Backstein. Am Rande des Parks wurde eine Sumpfzypressenallee angelegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde Käcklitz eingemeindet. Am 22. März 1970 folgte Audorf. Am 1. Januar 2004 wurde Gischau in die Gemeinde Beetzendorf eingegliedert.[3] Am 1. Januar 2009 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bandau, Jeeben, Hohentramm, Mellin und Tangeln nach Beetzendorf eingemeindet.[4] Das Gemeindegebiet vergrößerte sich seit 2003 von 25,46 km² auf 97,17 km².

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 248 führt rund drei Kilometer westlich an Beetzendorf vorbei. Bis 2002 wurden Beetzendorf und Bandau im Personennahverkehr der Bahnstrecke Salzwedel–Oebisfelde bedient. Seither wird der Verkehr mit dem Landesbus 300 und 400 durchgeführt. Weitere Bahnstrecken der Altmärkischen Kleinbahn führten von Beetzendorf nach Diesdorf und Kalbe (Milde).

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 1. März 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Silber über blauen Wellen eine dreitürmige rote Burg mit blauen Dächern. Im offenen Tore 3 (2 : 1) rote Adlerbeine.“[2]

Die Burg Beetzendorf an der Jeetze (daher die Wellen) ist seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der von der Schulenburg, deren Wappen die drei Adlerbeine entnommen sind. Der Ort führt das Bild des Wappens nachweisbar seit über 50 Jahren im bisherigen Siegel.

Das Wappen wurde vom Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelische Marien-Kirche wurde 1736 als barocker Zentralbau[5] nach dem Vorbild der Potsdamer Garnisonskirche erbaut; ihr Fachwerkturm wurde 1926 durch einen massiven Turm ersetzt. Auch die Orgel wurde später erneuert. Die Kirche befindet sich an der Straße Beverhol, ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Salzwedel. Weitere evangelisch-lutherische Kirchen befinden sich in zu Beetzendorf eingemeindeten Ortschaften.

Die kleine katholische Kirche Mariä Himmelfahrt am Steinweg wurde 1937/38 erbaut, sie gehört heute zur Pfarrei St. Hildegard mit Sitz in Gardelegen. Zuvor befand sich bereits eine 1911 errichtete katholische Notkapelle in Beetzendorf, sie wurde zwischenzeitlich abgerissen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beetzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Hauptsatzung (PDF-Datei; 97 kB)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  5. Porträt bei beetzendorf-diesdorf.de, abgerufen am 5. März 2013