Klötze

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Klötze
Klötze
Deutschlandkarte, Position der Stadt Klötze hervorgehoben
52.6262911.161660Koordinaten: 52° 38′ N, 11° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 278,26 km²
Einwohner: 10.359 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38486, 39638 (Schwiesau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03909, 039005 (Kusey, Wenze), 039008 (Dönitz, Jahrstedt, Kunrau, Neuferchau, Steimke), 039085 (Schwiesau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 280
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schulplatz 1
38486 Klötze
Webpräsenz: www.stadt-kloetze.de
Bürgermeister: Matthias Mann
Lage der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-Winterfeld Arendsee (Altmark) Beetzendorf Dähre Diesdorf Gardelegen Jübar Kalbe (Milde) Klötze Kuhfelde Rohrberg Salzwedel WallstaweKarte
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Klötze ist eine Stadt im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Wolfsburg, 23 Kilometer nordwestlich von Gardelegen und rund 30 Kilometer südlich von Salzwedel in der Altmark. Durch die Stadt fließt der Fluss Purnitz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in folgende Ortschaften mit Ortsteilen (OT) und Wohnplätzen:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Klötze im Jahr 1144. Der Ort befand sich in unmittelbarer Nähe der Burg Klötze und entwickelte sich von einer kleiner Siedlung zum Amt, das mehrfach unter den Einfluss verschiedener Herrschaftsbereiche kam.

Als Teil der Altmark zur Markgrafschaft bzw. zum Kurfürstentum Brandenburg gehörig, war Klötze später Amt im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Nach dem Wiener Kongress wurde der Ort der preußischen Provinz Sachsen und innerhalb dieser dem Kreis Gardelegen zugeteilt. Stadtrechte erhielt Klötze im Jahre 1855. Bis 1904 war die Schreibweise des Stadtnamens Cloetze. Im Jahr 1910 lebten 3971 Einwohner in Klötze.[3]

Im nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Bezirk Magdeburg wurde Klötze 1952 Kreisstadt. Nach der deutschen Wiedervereinigung war Klötze Kreisstadt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Mit der Umstrukturierung der Verwaltungseinheiten in Sachsen-Anhalt 1994 wurde der Landkreis Klötze aufgelöst und die Stadt verlor diesen Status wieder.

1964 wurde der Tierpark Klötze eröffnet.

Von 1993 bis 2004 bestand die Verwaltungsgemeinschaft Klötze mit der Stadt Klötze und den Gemeinden Schwiesau und Neuendorf. Die Kommunalreform führte zur Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Jeetze-Ohre-Drömling zum 1. Januar 2005 als neue Verwaltungsgemeinschaft Klötze. Diese wurde zum 1. Januar 2010 mit der Eingemeindung der bisherigen Mitgliedsgemeinden Dönitz, Immekath, Jahrstedt, Kunrau, Kusey, Neuendorf, Neuferchau, Ristedt, Schwiesau, Steimke und Wenze in die Stadt Klötze aufgelöst.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte zu folgender Zusammensetzung des Stadtrats in Klötze:

Rathaus
Fraktion Sitze
CDU 13
UWG JOD 8
Die Linke 3
SPD 3
fraktionslos 1
Gesamt 28

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Ehemaliges Klötzer Wappen

Blasonierung: „In Silber einen grünen bewurzelten Eichenstumpf mit gestümmelten Ästen, aus denen grüne Blätter treiben.“

Im Jahr 2001 änderte die Stadt Klötze ihr Wappen, das bis dahin in Gewohnheitsrecht in der unheraldischen Tinktur Braun geführt wurde, in Grün. Die Wappenzeichnung und Dokumentation zum Genehmigungsverfahren realisierte der Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.

Der Name Klötze – früher Clotz, Clod, Clotzecke – entstammt dem slawischen Wort clada, „Baumstumpf“, der entsprechend dem Brauch, das Stadtwappen redend zu machen, als Symbol der Stadt aufgenommen wurde. Das Wappen von Klötze besteht in seiner heutigen Form seit 1861.

Die Flagge der Stadt Klötze zeigt die Farben Grün und Silber (Weiß).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Zugang zur Fußgängerzone

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Seit 2000 ist in Klötze eine Mikroalgen-Produktionsanlage in Betrieb, die Bioprodukte Prof. Steinberg. Das Unternehmen nutzt ds Gelände einer frühere Schäferei und produziert mithilfe einer patentierten Technologie Algen in großem Maßstab. Das 1,2 Hektar große gewächshausähnliche Gebäude beherbergt einen Reaktor, bestehend aus einem 500 Kilometer langen Glasröhrensystem, in dem die Algen statt in offenen Teichanlagen gezielt wachsen. Der größte Bioreaktor der Welt wird durch Computer gesteuert, die unter anderem Temperatur, pH-Wert und CO2-Gehalt überwachen. Dem schließt sich eine Trocknungsanlage an, aus der Chlorellastaub herauskommt. Dieses Produkt wird in Tablettenform gepresst und kam zuerst im Jahr 2004 als Nahrungsergänzungsmittel Algomed auf den Markt. Inzwischen gibt es ein weltweites Interesse an der Technologie und den Erzeugnissen. Die Anlage gehört seit dem Jahr 2008 dem französischen Konzern Roquette. Er investierte kräftig und legte das Forschungsprogramm Algohub auf. Beteiligt sind inzwischen (Stand August 2013) 13 Wirtschaftspartner aus Frankreich, die neue Wirkstoffe für Medizin, Kosmetik und Nahrungsmittel entwickeln und weltweit vermarkten.
Karl-Hermann Steinberg, der letzte Umweltminister der DDR, hatte den Reaktor einst für die Firma Preussag AG entwickelt und nach deren Pleite den Standort in Klötze ausgewählt.[5]
  • In der DDR-Zeit gab es in Klötze einen Betriebsteil des Kombinats Elektronische Bauelemente Teltow, der Kondensatoren herstellte. Nach der Wende wurde das Kombinat mit seinen Werken abgewickelt. Drei frühere Mitarbeiter aus der Fabrik Klötze hatten den Mut, die Produktion im kleinen Rahmen fortzusetzen. Sie gründeten das neue Unternehmen WIKO Electronik, nahmen zusätzlich spezielle Widerstände in ihr Programm und lieferten ihre Erzeugnisse bald vor allem an Autofirmen. WIKO beschäftigt seitdem 25 Mitarbeiter und hat sich in den folgenden Jahrzehnten am deutschen Markt als zuverlässiger Lieferant etabliert. Schwerpunkte sind Zündentstörwiderstände und maßgeschneiderte Bauelemente, die mithilfe einer eigenen Werkzeugabteilung rasch und preisgünstig produziert werden können. Zu den Abnehmern gehören auch der Schienenfahrzeugbau, Hersteller von Schweißtechnik, Messgerätehersteller, allgemeiner Maschinenbau und Schiffswerften.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

In Klötze treffen sich die Landesstraße L 19, die von Beetzendorf nach Wiepke an der B 71 führt, und die L 20, die von Weferlingen an die B 71 bei Brüchau führt. Klötze liegt an den stillgelegten Bahnstrecken Oebisfelde–Salzwedel und Klötze–Wernstedt; die Strecke nach Wernstedt ist abgebaut. Die Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel betreibt den ÖPNV. Durch die beiden Landesbusse 300 und 400 bestehen direkte Verbindungen nach Salzwedel, Oebisfelde und Gardelegen.

Sport[Bearbeiten]

  • Der VfB 07 Klötze bietet zahlreiche Sportarten an, seine Gewichtheber gehören zu Deutschlands Besten. Der Verein wurde 1907 gegründet.

Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Martinimarkt in Klötze

In der Stadt werden traditionell verschiedene Volksfeste gefeiert, wie der Karneval im November und Februar mit großem Tulpensonntagsumzug in Klötze und dem Karnevalsumzug in Immekath. Das Dahlienfest in Immekath, das Schloss- und Parkfest in Kunrau, das Spargel- und Besenbinderfest in Klötze und Schützenfeste in den Ortsteilen gehören auch dazu. Ende Oktober gibt es alljährlich den Martinimarkt, das größte altmärkische Innenstadtfest, das sich über vier Tage erstreckt.

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

Neben den beiden Kirchengebäuden ist eine Holländerwindmühle vorhanden.[7] Im Klötzer Forst östlich von Klötze befindet sich mit dem Eisernen Kreuz ein Kriegerdenkmal mitten im Wald.

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Ägidius-Kirche, eine an der Kirchstraße gelegene Fachwerkkirche, ist benannt nach Ägidius von St. Gilles. Sie wurde 1759 errichtet, ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Salzwedel. Weitere evangelisch-lutherische Kirchen stehen in zu Klötze eingemeindeten Ortschaften.

Die katholische Kirche St. Joseph, südlich des Friedhofs am Kapellenberg gelegen, ist benannt nach Josef von Nazaret. Sie wurde 1930 geweiht und gehört heute zur Pfarrei St. Hildegard mit Sitz in Gardelegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Adolph Frank (1834–1916), Chemiker, Ingenieur und Unternehmer
  • Jürgen Barth (* 1955), Politiker (SPD) und seit 2006 Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt
  • Kerstin Helmecke (* 1960), Landtagsabgeordnete (DVU)

Personen, die mit Klötze in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Ehemalige Ehrenbürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Schulze: Chronik der Stadt Cloetze. Nachrichten aus der Umgebung von Cloetze und dem Drömling nebst einer Geschichte des ehem. hannoverschen Amtes Cloetze. Cloetze 1900

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klötze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Klötze – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Klötze (abgerufen am 13. September 2010)
  3. Gemeindeverzeichnis von 1910
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  5. Kathrin Schrader: Das grüne Steak, In: Berliner Zeitung, 11. Juli 2013; abgerufen am 27. August 2013
  6. Interview mit WIKO-Geschäftsführer Christian Schönwaldt, abgerufen am 27. August 2013
  7. Offizielle Website, abgerufen am 2. Dezember 2011