Benjamin Ben Eliezer

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Benjamin Ben Eliezer am 9. November 2008

Benjamin Ben Eliezer (hebräisch ‏בנימין בן אליעזר‎, auch Fouad; * 12. Februar 1936 in Basra, Irak) ist ein israelischer Politiker und Brigadegeneral (Tat-Aluf).

Benjamin Ben Eliezer kam 1949 mit seiner Familie in den neu gegründeten Staat Israel. Ben Eliezer ging 1954 zur Armee und schlug 1958, nach dem Militärdienst eine Laufbahn als Berufsoffizier ein. Er absolvierte das IDF Command and Staff College sowie das Israel National Defense College. Während des Sechstagekrieges 1967 war er Kommandant. Von 1970 bis 1973 war er Mitglied der IDF-Militärmission in Singapur; im Jom-Kippur-Krieg 1973 befehligte er wiederum israelische Truppen und wurde dabei verwundet. 1977 wurde er zum ersten kommandierenden Offizier im Südlibanon ernannt und fungierte als Verbindungsoffizier zu den christlichen libanesischen Milizen. Von 1978 bis 1981 war er Kommandeur der israelischen Truppen im besetzten Westjordanland, und 1983/84 fungierte er als Regierungskoordinator für die zivile Militärverwaltung in den besetzten Palästinensergebieten.

1984 wurde Ben Eliezer erstmals in die Knesset gewählt, und zwar für die von Ezer Weizman neu gegründete Yachad-Partei, die wenig später in der Arbeitspartei aufging. Als Abgeordneter der Arbeitspartei gehörte er von 1984 bis 1992 dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung und von 1984 bis 1988 dem Ausschuss für Arbeit und Soziales an. Von 1992 bis zur Abwahl der von der Arbeitspartei geführten Regierung 1996 war Ben Eliezer Minister für Wohnungsbau, zunächst unter Jitzchak Rabin und nach dessen Ermordung 1995 unter Schimon Peres.

Als Wohnungsbauminister förderte er stets eine expansive Siedlungspolitik, vor allem in der Region Jerusalem. In der Folgezeit gehörte er als Abgeordneter erneut dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung an. Im Juli 1999 kehrte er als Minister für Kommunikation und stellvertretender Ministerpräsident unter Ehud Barak in die Regierungsverantwortung zurück, und im August 2000 übernahm er zusätzlich wieder das Ressort Wohnungsbau. In dieser Zeit war er auch für die Ausarbeitung eines Planes für die Abtrennung der palästinensischen Gebiete verantwortlich.

Nach der Abwahl Baraks und der Bildung der Regierung der nationalen Einheit unter Einschluss der Arbeitspartei unter Führung von Ariel Scharon im März 2001 wurde Ben Eliezer Verteidigungsminister und übernahm damit ein Schlüsselressort. Bei der durch den Rücktritt Baraks notwendig gewordenen Neuwahl des Parteivorsitzenden im September 2001 schien Ben Eliezer, der innerhalb seiner eigenen Partei als „Falke” gilt, zunächst knapp der „Taube” Avraham Burg unterlegen zu sein; Nachwahlen infolge von Unregelmäßigkeiten erbrachten dann jedoch eine Stimmenmehrheit für Ben Eliezer, und im Dezember 2001 trat er formell das Amt des Parteivorsitzenden an.

Als Verteidigungsminister unter Ministerpräsident Ariel Sharon plädierte er fallweise für diplomatische Mittel zur Lösung des Nahostkonflikts, trug aber im Wesentlichen Scharons international scharf kritisierten Kurs gegenüber den Palästinensern mit. Damit stieß er auf den Widerstand der eigenen Partei, die ihren Ministern, allen voran Ben Eliezer, Verrat an den Grundsätzen der Partei vorwarf und sie wiederholt zum Auszug aus der Regierung aufforderte. Zum endgültigen Bruch mit Scharon und dem Rücktritt Ben Eliezers wie der übrigen Arbeitspartei-Minister aus der Regierung kam es im Oktober 2002 aufgrund schwerer Differenzen über den Haushalt 2003, der auf der einen Seite drastische Kürzungen u. a. im Sozialbereich vorsah, auf der anderen Seite aber weiterhin hohe Subventionen für die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten vorsah, was die Arbeitspartei ablehnte. Im November 2002 verlor Ben Eliezer auch den Parteivorsitz: Mit nur etwa 37 Prozent der Stimmen unterlag er bei der Wahl der neuen Parteiführung klar seinem Herausforderer Amram Mitzna.

Er ist derzeit für die Israelische Arbeitspartei-Meimad-Fraktion im Parlament. Im Januar 2005 wurde er zum Infrastrukturminister ernannt. Im Jahr 2007 wurden schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben. Er soll während des Sechs-Tage-Krieges im Jahr 1967 Gräueltaten an ägyptischen Kriegsgefangenen begangen bzw. diese angeordnet haben.[1]. Aus diesem Grund sagte er eine Reise nach Ägypten ab, aus Furcht vor einer Verhaftung. Ben-Eliezer macht sich regelmäßig für ein rücksichtsloses Vorgehen gegen militante Palästinenser stark und sprach sich mehrfach für gezielte Liquidierungen palästinensischer Politiker, u.a. von Ministerpräsident Ismail Haniyeh, aus. Er gilt innerhalb der Arbeiterpartei als Falke. Ben Eliezer lebt in Rischon leTzion, ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benjamin Ben Eliezer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Zeuge belastet Ben-Elieser - Israelischer Minister soll Gefangene erschossen haben in Süddeutsche Zeitung, 17./18. März 2007, Seite 12