Bette Midler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bette Midler (1990)

Bette Midler (* 1. Dezember 1945 in Honolulu, Hawaii) ist eine US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Komikerin.

Leben[Bearbeiten]

Die bereits als Jugendliche an Gesang interessierte Midler wuchs auf Hawaii auf und kam in den 1960er Jahren nach New York. 1966 spielte sie einen seekranken Passagier in dem Kinofilm Hawaii mit Julie Andrews und bekam die Rolle der „Tseitel“ in dem Broadway-Musical Anatevka. In den Folgejahren trat sie als Sängerin in Badehäusern und Nachtklubs auf. Zu ihrem Begleiter wurde Barry Manilow, mit dem sie musikalisch untermalte Comedy-Programme zum Besten gab, die schnell zu Geheimtipps in der New Yorker Szene wurden. Midler etablierte sich als Interpretin vorwiegend von Liedern der 40er Jahre. 1972 konnte sie dann ihr erstes Album The Divine Miss M veröffentlichen, das auf einer gleichnamigen Bühnenshow basierte und für das sie ihre erste Goldene Schallplatte erhielt. 1974 wurde sie dafür mit dem Grammy als Beste Neue Künstlerin ausgezeichnet.[1]

Die 1970er Jahre waren geprägt von erfolgreichen Alben und ausgefallenen Bühnenprogrammen, die sie zu einem Enfant terrible des amerikanischen Showbusiness machten. 1979 erhielt Midler nach kleineren Filmarbeiten ihre erste Hauptrolle in The Rose, der die skrupellose Vermarktung und den frühen Drogentod der Rock- und Bluessängerin Janis Joplin fiktiv nachzeichnet. Für ihre einfühlsame Interpretation erhielt sie zwei Golden Globes sowie eine Oscar-Nominierung und der von ihr gesungene Titelsong des Film wurde zu einem Top Ten Hit in den Vereinigten Staaten.[1]

1980 wurde ihre Bühnenshow Divine Madness verfilmt und sie veröffentlichte erfolgreich das Buch A View from a Broad. Der Einblick hinter die Kulissen wurde ein Bestseller.

Ab Mitte der 1980er Jahre bewies Midler in Filmen wie Zoff in Beverly Hills (mit Richard Dreyfuss und Nick Nolte) oder Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone (mit Danny DeVito) ihr großes komödiantisches Talent.[1] Außerdem nahm sie weiterhin Alben auf und erweiterte ihr Repertoire in Richtung Pop, Rock, Musical, Jazz, Chanson und Disco. 1989 erreichte die Single Wind Beneath My Wings aus dem Soundtrack zum Film Freundinnen (mit Barbara Hershey) den ersten Platz der US-Charts und wurde zur Single des Jahres bei den Grammy Awards 1990 gekürt.

Bette Midler ist seit dem 16. Dezember 1984 mit dem Schauspieler Martin von Haselberg verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat (*1986). Haselberg trat u.a. in ihrer Fernsehsendung The Mondo Beyondo Show (die zwar 1982 gedreht, aber erst 1988 ausgestrahlt wurde) auf.

Am 20. Februar 2008 startete ihre Show The Showgirl Must Go On im Colosseum des Caesars Palace Hotels in Las Vegas.

Bette Midler engagiert sich sehr für ein „grünes“ New York und gründete 1995 das „New York Restoration Project“.

Filmografie[Bearbeiten]

Bette Midler

Spielfilme

Fernsehspecials

  • 1976: The Bette Midler Show
  • 1977: Ol’ Red Hair Is Back
  • 1984: Art or Bust
  • 1988: The Mondo Beyondo Show
  • 1997: Diva Las Vegas
  • 2010: The Showgirl Must Go On

Fernsehserien

  • 2000–2001: Bette

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1972: The Divine Miss M
  • 1973: Bette Midler
  • 1976: Songs for the New Depression
  • 1977: Broken Blossom
  • 1979: Thighs and Whispers
  • 1983: No Frills
  • 1990: Some People’s Lives
  • 1995: Bette of Roses
  • 1998: Bathhouse Betty
  • 2000: Bette
  • 2003: Bette Midler Sings the Rosemary Clooney Songbook
  • 2005: Bette Midler Sings the Peggy Lee Songbook
  • 2006: Cool Yule

Live-Alben

  • 1977: Live at last
  • 1980: Divine Madness
  • 1985: Mud Will Be Flung Tonight

Soundtracks

  • 1979: The Rose
  • 1989: Beaches
  • 1991: For the Boys
  • 1993: Gypsy

Kompilationen

  • 1978: The Best of Bette
  • 1981: The Best of Bette
  • 1987: Just Hits
  • 1993: Experience the Divine: Greatest Hits
  • 2008: Jackpot! The Best Bette
  • 2010: Memories of You

Singles

  • 1972: Do You Want to Dance
  • 1973: Boogie Woogie Bugle Boy/Delta Dawn
  • 1973: Friends/Chapel of Love
  • 1974: In the Mood
  • 1976: Strangers in the Night
  • 1976: Old Cape Cod
  • 1977: You’re Movin’ Out Today
  • 1978: Storybook Children (Daybreak)
  • 1979: Married Men
  • 1979: Big Noise from Winnetka
  • 1979: Hang in There Baby/My Knight in Black Leather
  • 1980: When a Man Loves a Woman
  • 1980: The Rose
  • 1980: My Mother’s Eyes
  • 1983: All I Need to Know
  • 1983: Favorite Waste of Time
  • 1984: Beast of Burden
  • 1989: Under the Boardwalk
  • 1989: Wind Beneath My Wings
  • 1990: From a Distance
  • 1991: Night and Day
  • 1991: The Gift of Love
  • 1991: Moonlight Dancing
  • 1991: Every Road Leads Back to You
  • 1992: In My Life
  • 1995: To Deserve You
  • 1998: My One True Friend
  • 1999: I’m Beautiful
  • 2001: In These Shoes
  • 2004: White Christmas
  • 2006: Fever
  • 2006: From a Distance (Neuveröffentlichung)

Bühnenauftritte[Bearbeiten]

  • 1966–1969: Anatevka (Musical, Broadway, Zweitbesetzung)
  • 1969–1970: Salvation (Off-Broadway, Zweitbesetzung)
  • 1971: Tommy (Rockoper, Seattle)[1]
  • 1973: Bette Midler (Konzertreihe, Broadway)
  • 1975: Bette Midler’s Clams on the Half Shell Revue (Revue, Broadway)
  • 1979–1980: Bette! Divine Madness (Konzertreihe, Broadway)
  • 2002: Short Talks on the Universe (Monolog, Broadway)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die folgende Liste der Preise und Nominierungen folgt den offiziellen Jahreszählungen und Kategoriebezeichnungen der preisverleihenden Institutionen.[2]

Academy Award

  • 1979 nominiert: Beste Hauptdarstellerin (The Rose)
  • 1991 nominiert: Beste Hauptdarstellerin (For the Boys – Tage des Ruhms, Tage der Liebe)

American Comedy Award

  • 1987 gewonnen: Lustigste Hauptdarstellerin (Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone)
  • 1987 gewonnen: Lustigste Darstellerin des Jahres
  • 1987 gewonnen: Lifetime Achievement Award für das komödiantische Lebenswerk
  • 1988 gewonnen: Lustigste Hauptdarstellerin (Nichts als Ärger mit dem Typ)
  • 1989 gewonnen: Lustigste Hauptdarstellerin (Zwei mal Zwei)
  • 1993 gewonnen: Lustigste Darstellerin in einem Fernsehspecial (The Tonight Show Starring Johnny Carson)
  • 1996 gewonnen: Lustigste Nebendarstellerin (Schnappt Shorty)
  • 1998 gewonnen: Lustigste Darstellerin in einem Fernsehspecial (Diva Las Vegas)

British Academy Film Award

Emmy

  • 1978 gewonnen: Herausragendes Special – Comedy-Varieté oder Musik (Ol’ Red Hair Is Back)
  • 1978 nominiert: Herausragendes Drehbuch in einem Comedy-Varieté- oder Musikspecial (Ol’ Red Hair Is Back)
  • 1992 gewonnen: Herausragende Individuelle Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (The Tonight Show Starring Johnny Carson)
  • 1994 nominiert: Herausragende Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Special (Gypsy)
  • 1997 gewonnen: Herausragende Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (Diva Las Vegas)
  • 1997 nominiert: Herausragendes Varieté-, Musik- oder Comedyspecial (Diva Las Vegas)
  • 1998 nominiert: Herausragende Gastdarstellerin in einer Comedyserie (Murphy Brown)

Golden Globe Award

Goldene Himbeere

  • 1991 nominiert: Schlechteste Hauptdarstellerin (Stella)
  • 2001 nominiert: Schlechteste Hauptdarstellerin (Ist sie nicht großartig?)

Grammy Award

  • 1974 nominiert: Album des Jahres (The Divine Miss M)
  • 1974 gewonnen: Beste Neue Künstlerin
  • 1974 nominiert: Beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung (Boogie Woogie Bugle Boy)
  • 1981 nominiert: Single des Jahres (The Rose)
  • 1981 gewonnen: Beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung (The Rose)
  • 1990 gewonnen: Single des Jahres (Wind Beneath My Wings, zusammen mit Arif Mardin)
  • 1990 nominiert: Beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung (Wind Beneath My Wings)
  • 1991 nominiert: Single des Jahres (From a Distance)
  • 1991 nominiert: Beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung (From a Distance)
  • 2004 nominiert: Bestes Traditionelles Pop-Gesangsalbum (Bette Midler Sings the Rosemary Clooney Songbook)
  • 2007 nominiert: Bestes Traditionelles Pop-Gesangsalbum (Bette Midler Sings the Peggy Lee Songbook)
  • 2008 nominiert: Bestes Traditionelles Pop-Gesangsalbum (Cool Yule)

Tony Award

Bette Midler ist außerdem mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bette Midler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Harenberg Personenlexikon. Harenberg Verlag 2000, S. 678.
  2. die offiziellen Webseiten: Academy Awards (Eintrag zu 1979 und 1991); Golden Globe Awards (Einträge zu 1980, 1981, 1987, 1988, 1992, 1994 und 2001); Emmy Awards (Einträge zu 1978, 1992, 1994, 1997 und 1998); Tony Awards (Eintrag zu 1974); Grammy Awards (Einträge zu 1973, 1980, 1989, 1990, 2003 und 2006); BAFTA-Awards (Eintrag zu 1980).