Hawaii (1966)

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Filmdaten
Deutscher Titel Hawaii
Originaltitel Hawaii
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 189 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie George Roy Hill
Drehbuch Dalton Trumbo
Daniel Taradash
James Michener (Roman)
Produktion Walter Mirisch
Musik Elmer Bernstein
Kamera Russell Harlan
Schnitt Stuart Gilmore
Besetzung

Hawaii ist ein US-amerikanischer Monumentalfilm und die Literaturverfilmung des Romans Hawaii von James Michener aus dem Jahr 1966. Der Historienfilm mit Max von Sydow in der Hauptrolle als „Reverend Abner Hale“ zeigt mit der Geschichte von 1820 bis 1841 den ersten Teil des Buches, welches den Niedergang der hawaiischen Kultur durch die westliche Einwanderung und Landentnahme beschreibt. Der letzte Teil des Buches wurde mit der 1970 erschienenen Fortsetzung Herrscher der Insel ergänzt.

Der Film wurde mit sieben Oscarnominierungen bedacht und kam 1966 sowohl in die US-amerikanischen als auch in die deutschen Kinos. Allerdings ist der Film in Deutschland weder als VHS noch als DVD erhältlich.

Handlung[Bearbeiten]

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Keoki Kanakoa, Prinz der Ali'i Nui, besucht im Jahr 1812 die Yale University, wo er vor Gelehrten und Studenten über den Verfall und die Beseitigung seiner Kultur spricht. Hawaii wird von Seeleuten, Händlern und Banditen heimgesucht, dich sich brutal alles nehmen, was nicht ihnen gehört. Also bittet Kanakoa die Amerikaner, die mit dem Christentum eine wahre Zivilisation errichtet haben, ihnen zu helfen. Reverend Abner Hale und dessen Freund Dr. John Whipple sind derart begeistert von der Rede, dass sie Reverend Dr. Thorn darum bitten, als Missionare nach Hawaii geschickt zu werden, um den dortigen Leuten nicht nur das Christentum zu bringen, sondern auch den Frieden. Aber um zu den nackten Wilden geschickt zu werden, müssen beide erst heiraten, sodass Thorn Hale die Möglichkeit gibt, seine Nichte Jerusha Bromley zu heiraten. Diese schwelgt derweil immer noch im Liebeskummer um ihren verschollenen Geliebten Rafer Hoxworth und weigert sich diesen ungeschickten, kränklichen Geistigen Hale zu heiraten. Aber weil Hale sich offenherzig und aufrichtig zeigt, erweicht das ihr Herz und so stimmt sie einer Heirat und den Umzug nach Hawaii zu.

Während der Seereise zeigt Abner Hale allerdings sein wahres, missionarisches, gar übereifriges Verhalten, den Seeleuten die Bibel nahezubringen. In allem sieht er religiöse Zeichen und jeden will er bekehren. Als ein Sturm in der Magellanstraße losbricht, welches beinahe das ganze Schiff vernichtet, sieht er ebenfalls darin ein Zeichen Gottes, welches man nur durch Beten als Prüfung meistern könnte. Aber die wahre Prüfung Hales liegt noch vor ihm, auf Hawaii. Denn mit der Ankunft sieht er Nacktheit und Sündhaftigkeit. In jedem ihm fremden, nicht christlichen, Aktion sieht er eine Gotteslästerung. Es widert ihn an, dass die Hawaiier nicht nur einen Stein aus Bora Bora als heiligen Tempel verehren, sondern auch ihre Königin Malama Kanakoa als heilig ansehen. Doch Malama hat nicht viel übrig für die Verachtung des schwächlichen Predigers, schlägt ihn zur Seite und fordert von dessen Frau Jerusha, dass sie ihr Lesen beibringt, damit sie sich besser im Englischen verständigen kann.

Die Ereignisse überschlagen sich. Jerusha wird von Abner schwanger. Die Hales retten ein Baby mit einem riesigen Leberfleck vor dem Tod, da die Hawaiier es nicht als lebensfähig ansehen. Und nachdem die Hales eine ärmliche Hütte bezogen, Jeleki als Hausmädchen von Malama geschenkt bekommen haben, beginnt Abner, trotz Abratens der Kahunas (siehe Huna) und deren Bedenken bezüglich gewisser Winde, auf einem Stück Land seine Kirche zu errichten. Malami hat schnell Lesen und Schreiben gelernt, und obwohl sie einen Bittbrief an den US-Präsidenten James Monroe richtet, ihrem kleinen Inselreich vor den rüpelhaften Seeleuten zu schützen, ändert sich nicht viel. Immer mehr betrunkene und feierfreudige Seeleute landen auf Lāhainā und treiben regelrechte Orgien mit den Einheimischen. Auch davon ist Reverend Hale wenig begeistert, sodass er dies nicht nur den Seeleuten predigend mitteilen, sondern eine Vergewaltigung der Tochter Malamas am Strand verhindern muss. Dabei kam ihm Captain Rafer Hoxworth zur Hilfe, der freundlich versichert, dass er keine Vergewaltigung dulde. Als allerdings Jerusha an den Strand dazukommt, schlägt Hoxworths Freude schnell in Entsetzen um, hat er sich in den letzten Jahren doch nichts sehnlichster gewünscht, ihr nahe zu sein, nur um jetzt festzustellen, dass sie nicht nur mit dem Prediger verheiratet, sondern auch noch schwanger von ihm ist.

Bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes Micah verweigert Abner jede Hilfe der Einheimischen, sodass diese immer stärker ihren Verdacht, dass Hale sie und ihre Lebensweise hasst und verachtet, erhärtet sehen. Aber dennoch schafft es Abner die Inselbewohner über die Jahre zu missionieren, sodass die ersten konvertieren, sich taufen lassen und Malama Gesetze zur Monogamie, zum Verbot des vorehelichen Geschlechtsverkehrs und von Inzest einführt. Dagegen protestieren die Seeleute, die ihre Orgien in Gefahr sehen, weswegen sie des Nachts mit brennenden Fackeln durch die Insel plündern, um anschließend die Kirche niederzubrennen. Aber die Inselbewohner halten zusammen, können das Feuer löschen und treiben die Seeleute zurück auf ihr Schiff. Doch der Ärger verschwindet damit nicht, denn selbst Jahre später, nachdem der Zivilisationsprozess voranschreitet und immer mehr moderne Einrichtungen auf Hawaii aufgebaut werden, müssen immer noch Meldungen wie dem Verlust von 8.000 Hektar Land durch Betrug, die Runde machen. Auch unter Missionaren gibt es schwarze Schafe. So wird beispielsweise Abraham Hewlett, der sich bereichert hat, vom Komitee abgewählt, da er ein schlechtes Bild auf die Christenheit wirf. Aber es sind andere Gründe, warum die Hawaiier immer mehr vom Christentum abfallen, denn sie fürchten einen rachsüchtigen Gott, weswegen die meisten sich ihre Kanus nehmen, um ihren alten Glauben auf einer Nachbarinsel wieder ausleben zu können. Auch Prinz Keoki, einst ein glühender Verfechter des christlichen Gottes, ist darunter.

Die Königin Malama Kanakoa liegt im Sterbebett und wird von Abner Hale noch auf den Namen „Ruth“ getauft, damit sie dem Fegefeuer entgeht. Mit ihrem Tod bricht ein großer Sturm aus, der die Kirche zerstört und Keoki zum neuen König aufsteigen lässt. Dabei ist Abner Hale nicht nur bestürzt und wütend darüber, dass die Hawaiier ihren alten Gebräuchen entsprechend ihn krönen, sondern auch das Totenritual um Malama wieder traditionell durchgeführt wurde. Zwar wurde Malama zuerst christlich begraben, aber anschließend bat sie in ihrem letzten Willen ihren Ehemann Kelolo, doch auf die althergebrachte Weise ihre Totenruhe zu finden, damit die Götter besänftigt werden. In seiner Wut fordert Reverend Hale Gott auf, ihnen die schlimmste Strafe für den Glaubensabfall überkommen zu lassen, die es gibt, ob Erdbeben, Fluten oder Krankheiten. Er freut sich daraufhin nicht nur, dass Keokis Erstgeborener deformiert ist und im alten hawaiischen Glauben getötet werden muss; durch die Seeleute werden die Masern auf die Insel mitgebracht werden und die Einheimischen erkranken daran. Mangels Vorräten und medizinischer Behandlung kennen die Infizierten nur noch ein Heilmittel, sich im Fieberwahn im Ozean abzukühlen. Viele sterben dabei, darunter auch König Keoki. Das trifft Reverend Hale tief, wollte er dies doch nicht, hätte er doch das Kind vielleicht retten und Keoki vor seinem Tod taufen können, damit er nicht in der Hölle enden muss. Das entsetzt seine Frau Jerusha, kann sie doch nicht glauben, dass ein christlicher Gott einen so liebevollen Mann wie Keoki nur wegen einer fehlenden Taufe in der Hölle schmoren lässt. Aber Abner Hale hält sich an die Bibel und ist ebenfalls entsetzt, dass seine Frau nicht so wortgläubig der Bibel folgt wie er selbst.

Nach einigen Jahren reist Rafer Hoxworth wieder nach Lāhainā, um Jerusha ein generöses Geschenk zu überreichen. Er hat es einfach nicht ertragen können, dass seine geliebte Jerusha nur in den von Hale gebotenen ärmlichen Verhältnissen in einer Holzhütte wohnt, weswegen er ein Steinhaus kaufte, um es jetzt in Hawaii aufzubauen und ihr schenken zu können. Doch als er Abner trifft, der gerade wieder seine Kirche aufbaut, und fragt, wo sie denn sei, kann er nur antworten, dass die 35-jährige Jerusha (1799-1834) längst verstorben sei und er sie einfach getötet hätte. Das macht Rafer so wütend, dass er Hale niederschlägt und abreist. Es scheint, als hätten die ärmlichen Verhältnisse sie getötet und es scheint, als müsste Hale genau aus diesen Gründen nun von Hawaii nach Connecticut zwangsversetzt werden, damit die Kirche mit ihren Geschäftsleuten das Land der Hawaiier in Besitz nehmen kann, um selbst Geld zu verdienen. Aber Hale weigert sich und gibt Reverend Quigley zu verstehen, dass er die Hawaiier nicht im Stich lässt. Dennoch wird er von seiner Position abberufen, muss er seine Kinder zur besseren Ausbildung nach New England zu den Großeltern, den Bromleys, ziehen lassen und haust weiterhin in seiner ärmlichen Hütte. Aber nach der tränenreichen Abreise seiner drei Kinder stellt sich ein junger Hawaiier namens Joanna Kimalu aus Honolulu vor, der Hale sein Leben verdankt und ihm nun assistieren möchte. Hale schaut ihm ins Gesicht und erkennt ihn nicht wieder. Erst als er sich sein Muttermal anschaut und sich erinnert, dass er ihn einst mit Jerusha als Baby rettete, ist er stolz und glücklich, sich erinnern zu können, weswegen er nach Jerusha ruft, um ihr mitzuteilen, dass er sich wieder erinnern könnte. Aber er läuft lediglich in eine leere Holzhütte, wo er sich auch erinnert, dass Jerusha längst verstarb.

Kritik[Bearbeiten]

„Obwohl die Geschichte über das Aussterben einer Kultur durch die Invasion einer anderen traurig-ironisch ist, kommt man aus dem Kino weniger gerührt als betäubt heraus. […] Obwohl die Drehbuchautoren eine Geschichte schrieben, die der episodischen Form und bunten Oberfläche einem romantischen Schauspiel ähnelt, wählten sie ihre Hauptfigur nicht den herkömmlichen verwegenen Helden, sondern einen starren, engstirnigen, manchmal lächerlichen Mann Gottes.“

Vincent Canby in der New York Times[1]

„Die anspruchsvolle Produktion, Schauspielerei und Regie geben der persönlichen Tragödie eine Tiefe und Glaubwürdigkeit, welche beim Zusammenprall zweier Kulturen stattfindet. […] Sydows herausragende Darbietung macht seine Figur nachvollziehbar, auch wenn sie nie ganz sympathisch wird.“

Variety (1966)[2]

„Eine ausufernde (Teil-)Verfilmung des Romans von Michener, mit großem technischem Aufwand als perfekter Kintopp inszeniert, aber ohne Vertiefung der Problematik.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Aufwendige aber naive Originaltreue führt streckenweise zu langweiliger Pseudo-Dokumentation. Freunde monumentaler Filmveranstaltungen kommen auf ihre Kosten.“

Evangelischer Filmbeobachter[4]

Produktion[Bearbeiten]

Walter Mirisch erwarb Ende der 1950er Jahre für 600.000 US-Dollar[2] sowie 10 % der Einnahmen nach Einspielung der Kosten,[5] die Verfilmungsrechte. Anschließend engagierte Mirisch 1960 Fred Zinnemann als Regisseur und Daniel Taradash als Drehbuchautor. Doch nachdem der 1000-seitige Roman nach über einem Jahr Drehbucharbeit immer noch nicht in eine Drehbuchstruktur umgewandelt werden konnte, wurde Taradash durch Dalton Trumbo ersetzt. Nach zwei weiteren Jahren stand eine vierstündige Geschichte fest, die Zinnemann als zweiteiligen Film präsentieren wollte. Doch United Artists legte dagegen sein Veto ein, weswegen Zinnemann das Projekt verließ.[6] Nachdem Mirisch George Roy Hill als Regisseur engagierte, entschied er, dass sich der Film lediglich auf die Jahre zwischen 1820 und 1841 konzentrieren sollte. Gedreht wurde in Norwegen, Neuengland und Tahiti, wobei die Produktionskosten von 10 Mio. US-Dollar wegen der Wetterbedingungen vor Ort und der zu langsamen Arbeitsweise des Regisseurs um 4 Mio. US-Dollar überschritten wurden.[5]

Die Figur der Königin Mamal ist der echten hawaiischen Königin Kaʻahumanu, welche zur damaligen Zeit lebte und ihr Volk christianisierte und Gesetze gegen die Seeleute erließ, nachempfunden.

Der Film diente der damals relativ unbekannten Schauspielerin Bette Midler als Sprungbrett für ihre Karriere. Sie hatte eine Sprechrolle im Film als Missionarsfrau, welche allerdings in der Endfassung herausgeschnitten wurde. Mirisch versuchte viele der kleineren Rollen durch Hawaiier, wie die aus Honolulu stammende Midler, zu besetzen.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Nachdem der Film am 10. Oktober 1966 in den Kinos startete, konnte er bei einem Produktionsbudget von über 15 Mio. US-Dollar an den Kinokassen über 19 Mio. US-Dollar einspielen.[5] In Westdeutschland startete der Film 15. Dezember 1966 in den Kinos und wurde trotz einiger Fernsehausstrahlungen, wie am 18. August 2005 auf Einsfestival und am 6. Oktober 2005 auf Premiere – MGM, im deutschsprachigen Raum weder auf VHS noch auf DVD veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vincent Canby: Hawaii (1966) auf nytimes.com vom 11. Oktober 1966 (englisch), abgerufen am 9. Januar 2012
  2. a b Hawaii auf variety.com vom 31. Dezember 1965 (englisch), abgerufen am 9. Januar 2012
  3. Hawaii im Lexikon des Internationalen Films
  4. Kritik Nr. 2/1967
  5. a b c Vgl. Ballo, Seite 181.
  6. Vgl. Hanson, Seite 175.
  7. Vgl. Mirisch, Seite 223.