Black Robe – Am Fluß der Irokesen

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Filmdaten
Deutscher Titel Black Robe – Am Fluß der Irokesen
Originaltitel Black Robe
Produktionsland Kanada, Australien
Originalsprache Englisch u. a.
Erscheinungsjahr 1991
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Bruce Beresford
Drehbuch Brian Moore
Produktion Jake Eberts,
Denis Héroux,
Robert Lantos,
Sue Milliken,
Brian Moore,
Eric Norlen,
Stéphane Reichel
Musik Georges Delerue
Kamera Peter James
Schnitt Tim Wellburn
Besetzung

Black Robe – Am Fluß der Irokesen (Black Robe) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1991. Der australische Regisseur Bruce Beresford verfilmte nach dem Drehbuch von Brian Moore, das auf dessen Roman Schwarzrock (Black Robe) von 1985 basierte, die tragische Geschichte vom Aufeinanderprallen zweier Kulturen und der Feindschaft der Indianer untereinander.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung des Films beginnt im Jahr 1634 in einer kleinen französischen Siedlung in Kanada, in der jesuitische Missionare ohne großen Erfolg versuchen, die in der Gegend lebenden Algonkin-Indianer zum Christentum zu bekehren. Der Gründer der Siedlung, Samuel de Champlain, sendet den jungen Jesuitenpater LaForgue aus, um eine katholische Mission in einem entfernten Huronendorf zu finden. Begleitet wird LaForgue von Daniel, der nicht zu den Jesuiten gehört, sowie von einer indianischen Familie, die ihn zum Dorf der Huronen führen sollen: den reiseerfahrenen Chomina, der hellseherische Träume hat, seine Frau und seine Tochter Annuka. Während der Reise verlieben sich Daniel und Annuka ineinander.

Die Reisenden treffen auf eine Gruppe Montagnais-Indianer, die noch nie Kontakt mit den Franzosen hatte. Der Schamane der Montagnais ist misstrauisch und missgönnt LaForgue seinen Einfluss auf die Algonkin. Er beschuldigt ihn, ein Dämon zu sein, und überredet Chomina und seine Familie, die beiden Franzosen zu verlassen und die Montagnais zu begleiten. LaForgue bleibt allein zurück, denn Daniel will sich nicht von Annuka trennen und verfolgt die Indianer durch den Wald. Als einer der Indianer versucht, Daniel zu erschießen, bereut Chomina seine Entscheidung und kehrt zusammen mit den beiden Frauen und Daniel sowie einem Krieger und einem kleinen Kind zu LaForgue zurück.

Nachdem sie ihn gefunden haben, werden sie von Irokesen überfallen, Chominas Frau und der Krieger getötet, die übrigen werden gefangen genommen und in das Lager der Irokesen gebracht, wo sie langsam zu Tode gefoltert werden sollen - das Kind wird dabei vor aller Augen getötet. Annuka gelingt es in derselben Nacht, einen der Bewacher zu verführen und die übrigen zu befreien.

Chomina ist durch eine Verletzung, die er bei der Gefangennahme erlitt, tödlich verwundet. Die Flüchtenden sind gezwungen, ihn im Schnee zurückzulassen, wo er erfrieren wird. LaForgue gelingt es nicht, ihn vor seinem Tod noch zum Christentum zu bekehren. Als Chomina stirbt, erscheint ihm ein Geist, um ihn zu holen.

Annuka und Daniel bringen LaForgue in die Nähe des Huronendorfes, lassen ihn aber alleine hingehen, weil Chomina es so geträumt hat. LaForgue muss feststellen, dass die Huronen die Franzosen verantwortlich für die grassierende Pockenepidemie machen und daher alle bis auf einen getötet haben. Der überlebende Franzose fordert LaForgue auf, den erkrankten Huronen anzubieten, sie zu taufen und sie so zu retten. Als LaForgue den Huronen gegenübertritt, fragt der Häuptling ihn, ob er die Indianer liebe. LaForgue denkt an all die Indianer, die er auf seiner Reise getroffen hat, und antwortet mit ja. Daraufhin lassen sich die Huronen taufen und nehmen den christlichen Glauben an.

Der Film endet mit einem goldenen Sonnenaufgang, aber eine Texttafel erzählt, dass die Irokesen die Huronen fünfzehn Jahre später überrannten und die Missionsstation zerstört wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1991: Black Robe wurde mit sechs Genie Awards, den kanadischen Oscars, ausgezeichnet und in vier weiteren Kategorien nominiert.
  • 1992 gewannen Stéphane Reichel, Sue Milliken und Robert Lantos zusammen einen Genie Award.
  • 1992 gewann Peter James den Preis des Cinematographer of the Year der Australian Cinematographers Society.
  • 1992 gewann Peter James einen AFI Award vom Australian Film Institute.
  • 1992 gewann der Film einen Golden Reel Award der Motion Picture Sound Editors, USA.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

In Deutschland wurde der Film gelegentlich völlig falsch als Western kategorisiert.

Gedreht wurde in Kanada, in der Provinz Québec. Das Einspielergebnis betrug über 8,2 Millionen US-Dollar.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Die Chicago Sun-Times sprach von einem der realistischsten Indianerfilme, die je gedreht wurden und stellte den Film über Der mit dem Wolf tanzt. Roger Ebert, 1. November 1991: „one of the most realistic depictions of Indian life I have seen.“[1]
  • Nachdem die New York Times Book Review beim Buch von „Heiligenlegende“ gesprochen hatte, lobte die New York Times: „Dieser Film ist großartig.“
  • film-dienst 11/1992: „Statt die Möglichkeit zu einem diskussionswerten Drama des Zusammenpralls religiös-kultureller Gegensätzlichkeiten zu nutzen, erschöpft sich der Film in bunter Abenteuerlichkeit mit schönen Landschaftsaufnahmen und drastischer Darstellung von Brutalität.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roger Ebert: Kritik. In: Chicago Sun-Times, 1. November 1991
  2. Black Robe – Am Fluß der Irokesen im Lexikon des Internationalen Films