Bonn-Castell
50.7459060799657.0948934555054Koordinaten: 50° 44′ 45″ N, 7° 5′ 42″ O
| Bonn-Castell
Bundesstadt Bonn
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| Postleitzahlen: | 53117, 53111 |
| Vorwahl: | 0228 |
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Lage von Bonn-Castell in Bonn |
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Bonn-Castell (ehemals Bonn-Nord, nicht mit dem Ortsteil Nordstadt zu verwechseln) ist ein nördlich der Innenstadt am Rhein gelegener Ortsteil der Stadt Bonn im Stadtbezirk Bonn. Er liegt auf dem Gebiet des früheren römischen Lagers. Begrenzt wird der Stadtteil durch den Rhein im Osten, die A 565 im Norden, den Rheindorfer Bach und die Kölnstraße im Westen sowie die Wachsbleiche an der Beethovenhalle im Süden.
Bonn-Castell besteht überwiegend aus Wohnbebauung sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden. Zurzeit leben dort etwa 10.500 Menschen.
An der Römerstraße, in dem Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Akademie, befinden sich mehrere Institute der Universität Bonn sowie eine Mensa und Sportanlagen für den Hochschulsport. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen mehrere, teilweise 17-stöckige Hochhäuser, die als Studentenwohnheime verwendet werden.
Auf der östlichen Seite der Graurheindorfer Straße befinden sich in einem etwa 500 m langen Gebäudekomplex mehrere Bundesbehörden, darunter der zweite Dienstsitz des Finanzministeriums in zehn Bürobauten anstelle der Husarenkaserne von 1951 bis 1954[1][2][3] sowie der zweite Dienstsitz des Innenministeriums in der Düppel-Kaserne von 1915, einer ursprünglichen Polizeischule von 1927 und einem Hochhaus von 1968/69. Zu den weiteren dort ansässigen Bundesbehörden gehören die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft und eine Zweigstelle des Statistischen Bundesamtes. Auf der westlichen Straßenseite hat die Deutsche Telekom Stiftung ihren Sitz auf dem Gelände des ehemaligen Betriebshofs der Straßenbahn Bonn.
Der Landschaftsverband Rheinland betreibt auf dem Gelände zwischen Kölnstraße und Kaiser-Karl-Ring die LVR-Klinik Bonn, Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Weitere Krankenhäuser in Bonn-Castell sind die Kaiser-Karl-Klinik, eine Fachklinik für Rehabilitative Medizin sowie das St.-Johannes-Hospital.
An der Ecke Römerstraße/Augustusring liegt ein jüdischer Friedhof. Gegenüber befindet sich die Rekonstruktion eines Römerkrans, der 2005 plötzlich abgerissen und nun wieder neu aufgebaut wurde.
Direkt am Rhein, zwischen den Universitäts-Instituten und der A 565 liegt das 1939 eröffnete und 1974 erweiterte Freibad Römerbad. Neben einem 50-Meter-Sportbecken und einem Einschwimmbecken gibt es als Attraktionen auch einen Zehn-Meter-Sprungturm sowie ein Wellenbad. Im Römerbad fanden die Schwimmwettbewerbe der Schwimm-Europameisterschaft 1989 statt. Eine weitere Erholungsmöglichkeit bietet die längs des Rheins verlaufende Promenade mit Fuß- und Radweg sowie Grünanlagen und Spielgeräten. Diese setzt sich auch südlich von Bonn-Castell bis in die Rheinaue fort.
An der Ecke Kaiser-Karl-Ring/Graurheindorfer Straße befindet sich die katholische Pfarrkirche Sankt Joseph von 1931. Der Backsteinbau im Bauhaus-Stil mit romanisierenden Elementen wurde von den Kölner Architekten Boell und Neuhaus entworfen. 1944 wurde die Kirche schwer beschädigt, jedoch nach dem Krieg detailgetreu wieder aufgebaut. Die Kirche ist eine einschiffige Hallenkirche mit erhöhtem Chorraum (darunter Krypta), einer hohen Holzdecke und an der Südseite angebautem Turm. Die Kirchenfenster stammen vom Künstler Prof. Wilhelm Rupprecht aus Fürstenfeldbruck. Die Kirche hat ca. 350 Sitzplätze. Die sechs Glocken stammen aus dem Jahr 1958, die Klais-Orgel aus 1931. Der Vorraum der Kirche ist täglich zu Besichtigung und Gebet geöffnet.
Geschichte [Bearbeiten]
Um 10 v. Chr. legten die Römer ein Lager namens Bonna, das in den folgenden Jahren ausgebaut wurde, an. Im Jahre 40 war eine Legion mit ca. 7.000 Soldaten im Castra Bonnensia stationiert. Südlich des Lagers entwickelte sich eine Siedlung, die zur Keimzelle der heutigen Stadt Bonn wurde. An das römische Legionslager erinnern heute nur noch einige Straßennamen und die bei Niedrigwasser sichtbaren Reste des römischen Hafens im Rhein.
In den 1970er-Jahren erfuhr der Ortsteil durch Geschosswohnungsbau an der zum Rhein hin gelegenen Seite der Römerstraße (insgesamt 420 Wohnungen Am Römerlager und am Augustring) ein umfangreiches Bevölkerungswachstum.[4]
2003 wurde der bisherige Stadtteil Bonn-Nord, um Verwechslungen mit der benachbarten Nordstadt auszuschließen, umbenannt. In Erinnerung an die Geschichte des Ortsteils fiel die Wahl auf die Bezeichnung Bonn-Castell.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Eintrag beim Weg der Demokratie
- ↑ Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21, Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 131–133.
- ↑ Liegenschaft Graurheindorfer Straße 108, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
- ↑ Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4, S. 146/147.
Weblinks [Bearbeiten]
- www.bonn-castell.de Seite u. a. mit Informationen über Sehenswürdigkeiten
Stadtbezirke: Bonn | Bad Godesberg | Beuel | Hardtberg
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