Heiderhof

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Heiderhof ist auch der Name eines bei Vinxel gelegenen Ortsteils der Stadt Königswinter im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.

50.6613774073867.1510696411133175Koordinaten: 50° 39′ 41″ N, 7° 9′ 4″ O

Heiderhof
Bundesstadt Bonn
Höhe: 175 m ü. NHN
Einwohner: 5018 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53177
Vorwahl: 0228
Karte

Lage von Heiderhof in Bonn

Der Heiderhof ist ein Ortsteil der Stadt Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg, in den Gemarkungen der alten Ortsteile Muffendorf und Lannesdorf gelegen. Der Stadtteil liegt oberhalb des Rheintals an der Stadtgrenze zu Wachtberg. Zu dieser Grenze hin, am Rande des Siedlungsgebietes, liegen der ausgedehnte Waldfriedhof Heiderhof sowie der süd-östlichste Ausläufer des Kottenforsts.

Namengebend für den Stadtteil war das Gut Heiderhof, das erstmals 1362 als „Hof Zer Heide“ erwähnt wird. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde deutlich, dass Bonn für längere Zeit „provisorischeBundeshauptstadt bleiben sollte. Folglich ging man daran, die herrschende Wohnungsnot in Bonn und Bad Godesberg durch den Bau mehrerer Trabantenstädte zu bekämpfen. 1964 erfolgte der erste Spatenstich für die Siedlung Heiderhof, 1965 zogen die ersten Bewohner ein.

Im Gegensatz zu Neu-Tannenbusch war der Heiderhof als Demonstrativbauvorhaben des Bundes vor allem für Bundesbedienstete, am Rande auch für Sanierungsverdrängte aus Alt-Godesberg, geplant worden. Dementsprechend gilt der Heiderhof trotz seiner eher schlichten Architektur mit einigen Hochhäusern als gute Wohnlage. Viele der ursprünglichen Bewohner leben auch heute noch dort. So ist das Durchschnittsalter seit 1970 von damals etwas über 30 Jahren auf heute fast 50 Jahre angestiegen. Heute leben auf dem Heiderhof etwa 5.000 Menschen.

Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr Bonns erfolgt durch die Linien 610 und 611, die beide montags bis freitags im 20-Minuten-Takt, abends und am Wochenende im 30 Minuten-Takt verkehren und zusammen einen dichten Takt anbieten. Die Linien bieten Umsteigemöglichkeiten an die Stadtbahnlinien 16 und 63 an der Bad Godesberger Stadthalle, sowie an die Züge der DB und TransRegio am Bad Godesberger Bahnhof. Beide Linien fahren jedoch auch zum Bonner Stadtzentrum und verbinden den Heiderhof auch mit Plittersdorf, der Rheinaue und dem Bundesviertel. Nachts stellt der N3 ein stündliches Fahrtenangebot sicher.

Zwei große überörtliche Einrichtungen sind auf dem Heiderhof angesiedelt, das Haus der Begegnung der Evangelischen Kirche im Rheinland am Mandelbaumweg und die Wohnbau GmbH, ein bundesweit in Vermietung, Neubau, Altbausanierung und Verwaltung von Wohnungen tätiges Unternehmen, am Philosophenring.

Das „Haus der Begegnung“, wurde 1996 als Ersatzbau für das bis dahin wenige hundert Meter entfernt am Akazienweg gelegene Pädagogisch-Theologische-Institut erbaut. Im Zuge der kirchlichen Strukturreformen ist es seit 2002 die Heimat von zwei Einrichtungen der Evangelischen Kirche im Rheinland:

Das Pädagogisch-Theologische Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland (PTI) fördert auf landeskirchlicher Ebene das Lehren und Lernen in Schule und Gemeinde. Es ist zuständig für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in religionsdidaktischen und gemeindepädagogischen Fragen; dazu gehören neben dem Religionsunterricht und der Konfirmandenarbeit auch der Elementarbereich und die integrative Arbeit.

Die Evangelische Akademie im Rheinland stellt sich in ihren Tagungen und Veranstaltungen aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Mit ihrer fach- und themenspezifischen Arbeit in den Themenfeldern Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, interreligiöser und interkultureller Dialog und Kultur organisiert sie den Dialog der Kirche mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen und unterstützt angesichts eines zunehmend säkularen Umfelds und sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Milieus die Sprachfähigkeit der Kirche. Sie ist ein Ort der Begegnung und des Austausches für unterschiedliche kirchliche wie gesellschaftliche Gruppen, für Fachleute und Multiplikatoren ebenso wie für interessierte Laien aus dem Raum der Landeskirche, darüber hinaus auch aus dem nationalen und internationalen Bereich.

Die beiden großen christlichen Kirchen unterhalten Gemeindezentren auf dem Heiderhof (evgl.: Immanuelkirche, kath.: Frieden Christi) und je einen Kindergarten, die Diakonie ein Altenzentrum (Haus auf dem Heiderhof). Eine Grundschule auf dem Heiderhof ist als Ganztagsschule eingerichtet; außerdem wird dort als Schule in freier Trägerschaft die englischsprachige Independent Bonn International School betrieben.

Solange Bundestag und Bundesregierung ihren Sitz in Bonn hatten, lebten auf dem Heiderhof eine Reihe sehr bekannt gewordener Politiker, darunter Gerhard Schröder (CDU), von 1953 bis 1969 Bundesminister in verschiedenen Ressorts und Herbert Wehner (SPD), lange Jahre stellv. Vorsitzender der SPD, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag und während der Großen Koalition Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, sowie auch Hans-Dietrich Genscher (FDP), der lange Zeit als Bundesaußenminister für die Bundesrepublik Deutschland tätig war.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiderhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Hopmann: Heiderhof von den Anfängen bis zur Bebauung. In: Godesberger Heimatblätter, Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V., Heft 43/2005, Bad Godesberg 2005, ISSN 0436-1024, S. 37–61. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
  •  Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21, Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 49/50.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bezieht sich auf den Statistischen Bezirk Heiderhof; Quelle: Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2013, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, Februar 2014