Bremen-Nord

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Bremen-Nord: Blumenthal, Vegesack und Teile von Burglesum
Zum Vergleich: Der Bremer Stadtbezirk Nord

Bremen-Nord ist die Bezeichnung für das Bremer Stadtgebiet nördlich des Flusses Lesum. Dabei handelt es sich um eine geographische Gebietsbezeichnung.

Lage[Bearbeiten]

Bremen-Nord umfasst die bremischen Stadtteile Burglesum (nur nördlich der Lesum gelegene Ortsteile St. Magnus, Lesum und Burgdamm), Vegesack und Blumenthal. Die umliegenden Ortsteile der niedersächsischen Gemeinden Lemwerder, Ritterhude (insbesondere Ihlpohl, Platjenwerbe und Ritterhude) und Schwanewede (insbesondere Neuenkirchen, Schwanewede, Beckedorf und Leuchtenburg) sind mit Bremen-Nord eng verflochten. Da die Siedlungsfläche dieser Ortschaften praktisch in die von Bremen-Nord übergeht, kann von einem Ballungsraum mit Vegesack als Zentrum innerhalb der Metropolregion Bremen/Oldenburg gesprochen werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff Bremen-Nord entstand erst nach 1939, nachdem die bis dahin selbstständige bremische Stadt Vegesack und die preußische Stadt Blumenthal sowie die preußischen Gemeinden Lesum, Grohn, Schönebeck, Aumund und Farge-Rekum in die Stadt Bremen eingegliedert wurden.[1]

Bereits im Mittelalter war die Region beiderseits der Unterweser Interessengebiet der Stadt Bremen. Neben der Versandung der Weser bedrohten die Anrainer den für Bremen wichtigen Schiffsverkehr auf der Weser. Daher war es Ziel des Bremer Rates, sein Einflussgebiet möglichst weit in Richtung Wesermündung auszudehnen, was am linken Weser-Ufer (Stedingen) misslang.

Am rechten Weserufer verlief die Politik erfolgreicher: 1436 kaufte die Stadt Bremen die im heutigen Stadtteil Blumenthal gelegene Wasserburg Blomendal. 1469 wurde das Gebiet nochmals um das Gericht Neuenkirchen in nördliche Richtung erweitert. Der Amtsbereich reichte damit von der Lesummündung (heute Vegesack) bis nach Neuenkirchen am Ende des Geestrückens der Bremer Schweiz.

Im Laufe der Jahre wechselte die Herrschaft im heutigen Bremen-Nord mehrfach. 1653 eroberte Schweden Blumenthal, Vegesack und Neuenkirchen. 1707 eroberte Dänemark das Herzogtum Bremen, so dass Vegesack und Blumenthal 1712 dänisch wurden. 1715 kaufte Kurhannover das Herzogtum Bremen von Dänemark ab. Während Vegesack 1803 wieder bremisch wurde, annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und dessen Gebiete.

Obwohl Bremen-Nord zu Bremen gehört, hat sich bei Teilen der ansässigen Bevölkerung durch die eigene Geschichte und die Entfernung zum Bremer Zentrum das Gefühl für eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Bei Fahrten in das Bremer Stadtzentrum heißt es immer noch „wir fahren nach Bremen“ (oder auch: „wir fahren nach Bremen rauf“, da der Weg in das Stadtzentrum entlang der Weser flussaufwärts führt). Diese Grenze macht sich auch bei Tarifgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs bemerkbar, da Bremen-Nord eine eigene Tarifzone bildet, mit Bf. Bremen-Oslebshausen bzw. der naheliegenden Bushaltestelle „Ritterhuder Heerstraße“ als einzige innerstädtische Zahlgrenze. Bei Fahrten, welche ausschließlich mit Straßenbahnen und/oder Stadtbussen der BSAG durchgeführt werden, gilt diese Tarifgrenze indes nicht, ebenso sind seit Sommer 2011 Schüler-Zeitkarten grundsätzlich im gesamten Stadtgebiet Bremen ohne Aufpreis gültig.

Stadtbezirk Nord[Bearbeiten]

Der gesetzliche Stadtbezirk Nord umfasst hingegen auch die südlich der Lesum gelegenen, zum Stadtteil Burglesum gehörenden Ortsteile Burg-Grambke und Werderland. Die Fläche des Stadtbezirks ist um rund ein Drittel größer, als die des Bremen-Nord genannten Gebiets nördlich der Lesum.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939

53.17258.6216666666667Koordinaten: 53° 10′ N, 8° 37′ O