Bremen-Nord

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Stadtbezirk Bremen Nord
Vergleiche: Bremen-Nord ohne den Bereich südlich der Lesum mit Blumenthal, Vegesack und Teile von Burglesum

Bremen-Nord ist ein Stadtbezirk für das Bremer Stadtgebiet. Als lediglich geographische Bezeichnung Bremen-Nord wird öfters nur das Gebiet nördlich des Flusses Lesum so genannt.

Geografie und Ortsteile[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Blick vom Schulschiff Deutschland über die Mündung der Lesum auf die Weser bei Bremen-Vegesack

Bremen-Nord liegt östlich der Weser und zu beiden Seiten der Lesum. Im Nordosten grenzt der Bezirk an Ritterhude, im Nordwesten Schwanewede und im Süden an die Stadtteile Häfen, Gröpelingen und Blockland. Am gegenüberliegenden Weserufer liegen die Gemeinden Berne und Lemwerder.

Der Verwaltungsbezirk[Bearbeiten]

Bremen gliedert sich in die fünf Stadtbezirke Nord, West, Mitte, Süd und Ost als reine Verwaltungseinheiten sowie diese in 19 Stadtteile und 88 Ortsteile.

Der Stadtbezirk Bremen-Nord als Verwaltungseinheit umfasst mit 60,376 km² die bremischen Stadtteile

Im Stadtbezirk Bremen-Nord wohnen (Stand 2014) 98.606 Einwohner.

Die drei Stadtteile haben jeweils einen selbstständigen Beirat und jeweils ein Ortsamt als örtliche Verwaltungsbehörde mit einem Ortsamtsleiter.

Die umliegenden Ortsteile der niedersächsischen Gemeinden Lemwerder, Ritterhude (insbesondere Ihlpohl, Platjenwerbe und Ritterhude) und Schwanewede (insbesondere Neuenkirchen, Schwanewede, Beckedorf und Leuchtenburg) sind mit Bremen-Nord eng verflochten.

Zentrum des Ballungsraum von und um Bremen-Nord ist Vegesack.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte der Weser … 1805, Blatt III.
Mohrlosenkirchen bis zum Fehr Grund

Der Begriff Bremen-Nord entstand erst nach 1939, nachdem die bis dahin selbstständige bremische Stadt Vegesack und die preußischen Gemeinden Blumenthal, Lesum, Grohn, Schönebeck, Aumund und Farge-Rekum in die Stadt Bremen eingegliedert wurden.[1]

Bereits im Mittelalter war die Region beiderseits der Unterweser Interessengebiet der Stadt Bremen. Neben der Versandung der Weser bedrohten die Anrainer den für Bremen wichtigen Schiffsverkehr auf der Weser. Daher war es Ziel des Bremer Rates, sein Einflussgebiet möglichst weit in Richtung Wesermündung auszudehnen, was am linken Weser-Ufer (Stedingen) misslang.

Am rechten Weserufer verlief die Politik erfolgreicher: 1436 kaufte die Stadt Bremen die im heutigen Stadtteil Blumenthal gelegene Wasserburg Blomendal. 1469 wurde das Gebiet nochmals um das Gericht Neuenkirchen in nördliche Richtung erweitert. Der Amtsbereich reichte damit von der Lesummündung (heute Vegesack) bis nach Neuenkirchen am Ende des Geestrückens der Bremer Schweiz.

Im Westfälischen Frieden am Ende des Dreißigjährigen Krieges gewann Schweden 1648 das Erzstift Bremen als Herzogtum Bremen und versuchte alsbald, auch Hoheit über die Stadt Bremen zu bekommen, deren Reichsunmittelbarkeit im Friedensvertrag nicht ausdrücklich erwähnt worden war. 1653 besetzte der schwedische Generalgouverneur Hans Christoph von Königsmarck Blumenthal, Vegesack und Neuenkirchen, aber nach dem Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg durfte Bremen diese Besitzungen behalten. Wenig später kam es jedoch zum Zweiten Bremisch-Schwedischen Krieg, in dem Feldmarschall Wrangel die Hansestadt monatelang belagerte. Im anschließenden Frieden von Habenhausen musste Bremen die Regierungsgewalt über Vegesack, Blumenthal und Neuenkirchen an Schweden abtreten, behielt allerdings noch die niedere Gerichtsbarkeit. Im Großen Nordischen Krieg eroberte Dänemark das Herzogtum Bremen und trat es 1715 gegen eine Ausgleichszahlung an seinen Verbündeten Kurhannover ab. Beim Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde Vegesack wieder bremisch. Nach dem Deutschen Krieg 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover und damit auch den größtem Teil des heutigen Bremen-Nord.

Bremer Schiffbauer wie Johann Lange und Hermann Friedrich Ulrichs dehnten ihre Werften von Vegesack auf benachbarte Uferorte aus. Im 19. Jahrhundert ließen sich wohlhabende Bremer am hügeligen preußischen Nordufer der Lesum Villen und großzügige Gärten wie Knoops Park anlegen. 1883 gründeten Bremer Kaufleute in Blumenthal die Bremer Woll-Kämmerei.

Zur Geschichte der Stadtteile siehe dort

Bremen-Nord und Bremen[Bearbeiten]

Obwohl Bremen-Nord zu Bremen gehört, hat sich bei Teilen der ansässigen Bevölkerung durch die eigene Geschichte und die Entfernung zum Bremer Zentrum das Gefühl für eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Bei Fahrten in das Bremer Stadtzentrum heißt es immer noch „wir fahren nach Bremen“ (oder auch: „wir fahren nach Bremen rauf“, da der Weg in das Stadtzentrum entlang der Weser flussaufwärts führt). Auch die politischen Parteien wie SPD oder CDU gliedern ihre Partei nach Bremen und Bremen-Nord.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft in Bremen-Nord an der Weser und Lesum war lange Zeit durch den Schiffbau und die Reedereien geprägt. Große Betriebe in Bremen-Nord sind heute (2014)

  • Das Klinikum Bremen-Nord an der Grenze von Vegesack und Blumenthal ist ein Krankenhaus der Stadt Bremen mit ca. 488 Betten und rund 1000 Beschäftigten.
  • Die Maschinenfabrik ThyssenKrupp Krause - Standort Johann A. Krause in Farge mit um die 1000 Beschäftigten.
  • Die Vereinigten Anstalten der Inneren Mission Friedehorst in Lesum mit rund 800 Beschäftigten und 1200 Plätzen für Senioren, Behinderte, für Rehabilitation und Pflege.
  • Die Lürssen-Werft hat mit 300 Beschäftigten ihren Hauptsitz in Vegesack.
  • Die Norddeutsche Steingut AG in Grohn mit ca. 300 Beschäftigten.
  • Die KUKA Systems GmbH in Vegesack mit um die 300 Mitarbeiter.

Verkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

In Bremen Nord fahren die Buslinien der Bremer Straßenbahn AG 87, 90, 91 und 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, N7, N61 und N94 sowie mehrere Regionalbuslinien anderer Gesellschaften.

Die Unterscheidung zwischen Bremen-Nord und Bremen machte sich früher bei Tarifgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs bemerkbar, da Bremen-Nord wegen der großen Fahrtlängen lange eine eigene Tarifzone bildete, mit Bf. Bremen-Oslebshausen bzw. der naheliegenden Bushaltestelle Ritterhuder Heerstraße als einzige innerstädtische Zahlgrenze. Bei Fahrten, welche ausschließlich mit Straßenbahnen und/oder Stadtbussen der BSAG durchgeführt wurden, galt diese Tarifgrenze indes nicht, ebenso sind seit Sommer 2011 Schüler-Zeitkarten grundsätzlich im gesamten Stadtgebiet Bremen ohne Aufpreis gültig. Seit dem 1. Januar 2015 gilt im VBN nur noch eine Preisstufe für ganz Bremen.[2]

S-Bahn[Bearbeiten]

Streckenverlauf der Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack mit dem Bahnhof Bremen-Vegesack

Die S-Bahn Bremen der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen bedient Bremen-Nord. Die Bahnstrecken Bremen-Vegesack–Bremen und Bremen-Farge–Bremen-Vegesack verbinden den Bremer Norden mit dem Stadtzentrum Bremen.

Straßen[Bearbeiten]

Bremen-Nord ist durch die Autobahn A 270 an die Autobahn A 27 und so an das Autobahnnetz in Richtung Bremen-Zentrum und Bremerhaven angebunden.

Fähren[Bearbeiten]

  • Eine Fährverbindung führt über die Weser von Vegesack nach Lemwerder in Niedersachsen.
  • Zwischen Blumenthal und Motzen sowie Farge und Berne bestehen Fährverbindungen.

Bundestagswahlkreis[Bearbeiten]

Der Bundestagswahlkreis Bremen II – Bremerhaven umfasste bis 1998 Bremen-Nord zusammen mit Bremerhaven als Wahlkreis im Land Bremen. Danach wurde der Wahlkreis mit dem aufgelösten Wahlkreis Bremen-West zusammengelegt und umfasst heute auch weitere Bremer Stadtteile.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939
  2. Pressemitteilung des VBN über den Wegfall der Preisstufe II

53.17258.6216666666667Koordinaten: 53° 10′ N, 8° 37′ O