Ritterhude
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Osterholz | |
| Höhe: | 10 m ü. NN | |
| Fläche: | 32,86 km² | |
| Einwohner: |
14.658 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 446 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 27721 | |
| Vorwahl: | 04292 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 56 008 | |
| Gemeindegliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Riesstraße 40 27721 Ritterhude |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Susanne Geils (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Ritterhude im Landkreis Osterholz | ||
Ritterhude (Plattdeutsch Hu’e) ist eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Osterholz. Sie liegt nördlich der Stadt Bremen (Freie Hansestadt Bremen) mit einer 10 km langen gemeinsamen Landes- und Stadtgrenze.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Ritterhude liegt nördlich von Bremen, östlich von Bremen-Nord und Schwanewede, südlich von der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und westlich von Lilienthal.
Der Naturraum wird durch die Marsch-, Moor- und Schwemmlandschaft der Hamme- und Wümme-Niederung und die eiszeitlich geprägte Geestlandschaft mit ihren Sand- und Lehmböden bestimmt.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Bei der Verwaltungs- und Gebietsreform 1974 entstand die heutige Gemeinde Ritterhude aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Ritterhude (7.700 Einwohner), Platjenwerbe (2.300 Einwohner), Ihlpohl (2.000 Einwohner), Lesumstotel (800 Einwohner), Stendorf (600 Einwohner) und Werschenrege (400 Einwohner).
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Name
1182 wurde Ritterhude als Hude (Plattdeutsch Hu'e) erstmalig in einer Urkunde des Klosters Osterholz erwähnt. Die Hude-Orte gehören zu einer Gruppe weniger noch bestehender Ortsnamen wie Hude (Oldenburg) oder Hude (Nordfriesland). Zudem sind einige Hundert Präfixe (Vorsilben) und Suffixe (Nachsilben) zu Ortsnamen gebildet worden, die in Norddeutschland, in den Niederlanden (-hijde) und in England (-hithe) verbreitet sind.
[Bearbeiten] Mittelalter
Das Geschlecht von der Hude wurde 1185 erstmals in einer Urkunde genannt. Die Burg Huda diente 1309, gemäß dem Bremer Urkundenbuch, zur Bewachung der Furt über die Hamme als einzigen Heerweg von Hamburg nach Bremen. 1380 gelobten die Ritter und Knappen von der Hude, dass „unze Slot“ ein offenes Schloss seien soll und so entging es der Zerstörung.
[Bearbeiten] Neuzeit
Nach dem ältesten Register der freien Dämme lebten 1568 auf dem Damthor Hude 52 Familien. Die Zahl stieg gemäß der Schatz- und Contributionsbeschreibung bis 1635 auf 89 Familien.
1712 vernichtete ein Großbrand 56 Gebäude, darunter eine Wasser-Mühle. 1757 wurden Schloss und Dammbrücke im Siebenjährigen Krieg zerstört. 1774, nach dem Tode von Friedrich August von der Hude, dem letzten seines Stammes in Ritterhude, erwarb Georg Gröning, späterer Ratsherr, Senator und Bürgermeister von Bremen, das Dammgut.
1850 wurde das Gericht Ritterhude mit den Orten Ritterhude, Osterhagen-Ihlpohl und Werschenrege (mit Erve, Loge, Ovelgönne), Heilshorn, Hülseberg/Isehorn, Buschhausen und Vor-Scharmbeckstotel mit dem Amt Osterholz vereint. 1854 durfte in Ritterhude erstsmals ein Gemeinderat gewählt werden.
[Bearbeiten] 20. und 21. Jahrhundert
1912 wurde eine Turnhalle und um 1926/30 die Linden-Apotheke, die Riesschule und das Postamt errichtet sowie die Landstraße zwischen Schlossbrücke und Nordseite ausgebaut.
Bei der Verwaltungs- und Gebietereform von 1974 wurde aus den selbständigen Gemeinden Ritterhude, Platjenwerbe, Ihlpohl, Lesumstotel, Stendorf und Werschenrege die heutige Gemeinde Ritterhude gebildet.
1999 erfolgte der Umbau der Mehrzweckhalle zu einem Veranstaltungszentrum. Das Rathaus von 1927 wurde 2000 umgebaut. Seit 2004 darf Ritterhude auch den plattdeutschen Ortsnamen Hu'e offiziell auf den Ortseingangstafeln führen.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
- 1949 hatte Ritterhude 5711 Einwohner, davon 2039 Flüchtlinge.
- 1974, bei der Gebietereform, hatten die selbständigen Gemeinden Ritterhude rund 7700 Einw., Platjenwerbe 2300 Einw., Ihlpohl 2000 Einw., Lesumstotel 800 Einw., Stendorf 600 Einw. und Werschenrege 400 Einw.; zusammen hatte die Gemeinde Ritterhude 1974 also rund 13.800 Einwohner.
- 1980 wurden 13.006 Einwohner registriert.
- 1990 wurden 13.274 Einwohner registriert.
- 2000 wurden 13.950 Einwohner registriert.
- 2010 wurden 14.658 Einwohner registriert.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Ritterhude besteht aus 31 Ratsmitgliedern (30 Ratsfrauen und Ratsherren sowie der hauptamtliche Bürgermeister/die hauptamtliche Bürgermeisterin).
| Sitzverteilung: Kommunalwahl |
SPD | CDU | Grüne | FDP | WG Ritterhude | Bürgerfraktion Ritterhude |
→ | Gesamt |
| 9. September 2001 | 12 | 11 | 3 | 1 | 3 | - | = | 30 Sitze |
| 10. September 2006 | 13 | 10 | 3 | 2 | 2 | - | = | 30 Sitze |
| 11. September 2011 | 12 | 7 | 6 | 1 | 1 | 3 | = | 30 Sitze |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Die Gemeinde Ritterhude unterhält Partnerschaften
- seit 1989 mit der Stadt Val de Reuil im Kanton Val-de-Reuil in Frankreich,
- seit 1994 mit der Stadt Sztum in Polen,
- seit 1991 mit der brandenburgischen Stadt Bad Belzig,
- seit 1967 mit der Gemeinde Scheemda in den Niederlanden, die nicht urkundlich verbrieft ist.
- Außerdem besteht eine Patenschaft mit Ortsteilen der philippinischen Stadt Sagay (Camiguin).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Im Zentrum der Gemeinde prägen denkmalgeschützte Gebäude in Backsteinarchitektur das Ortsbild, welche von den in Ritterhude gebürtigen und Ende des 19. Jahrhunderts in die USA ausgewanderten Gebrüdern Ries gestiftet wurden. Es handelt sich um die Turnhalle (1912), die Apotheke (1926), das Rathaus (1928), das Pfarrhaus (1929), die Ries-Schule (1930) und die Post (1932).
Die evangelische St.-Johannes-Kirche wurde 1792 anstelle eines Vorgängerbaus aus Fachwerk errichtet und 1908 sowie 1929 umgebaut. Unter anderem wurde das Fachwerk der Außenwände durch Backsteinmauern ersetzt. Der Turm in Ziegelbauweise wurde 1892 angebaut und 1936 aufgestockt.
Die baulichen Ursprünge des von einer Graft umgebenen Hauptgebäudes des Dammgutes, eines Adelssitzes, reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück.
Die im Ortszentrum befindliche ehemalige Windmühle, von der der 1876 bis 1880 errichtete Unterbau erhalten ist, wurde nach der im April 2006 begonnenen Instandsetzung am 3. August 2007 eingeweiht und wird seitdem für kulturelle Zwecke genutzt.
Die Ritterhuder Schleuse an der Hamme wurde 1874/75 errichtet und steht seit 1985 unter Denkmalschutz.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Jährlich in der Gemeinde ausgerichtet werden das Hammefest am ersten September-Wochenende auf der Riesstraße, das Osterfeuer am Schützenplatz, das Schützenfest, das Erntefest in Lesumstotel/Werschenrege und der „Beaujolais primeur“-Anstich im Rathaus.
Seit 2006 gibt es die Ritterhuder Torfnacht, ein Open-Air-Konzert auf dem Außengelände des Ritterhuder Veranstaltungszentrums.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
[Bearbeiten] Wirtschaft
Ritterhude ist Teil der europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg. Von den 3549 Beschäftigten kommen aus den Bereichen Produzierendes Gewerbe 33 %, Handel, Gastgewerbe und Verkehr 31 % sowie Dienstleistungen 36 %. Ritterhude verzeichnet 2930 Einpendler und 4491 Auspendler; vornehmlich aus und nach Bremen. (Alle Zahlen aus 2010)
Von dem Netz von Gewerbegebieten mit Flächen von 1,3 bis 27,1 Hektar sind zu nennen
- der Gewerbepark Ritterhude,
- das Gewerbegebiet Ihlpohl,
- das Gewerbegebiet Auf dem Radberg/Stendorfer Straße,
- sowie die kleineren, in die Siedlungsstruktur integrierten, Gewerbegebiete Kiepelbergstraße, Am Großen Geeren, An der Ihle, Lesumstotel und
- das Sondergebiet Heidkamp für den Einzelhandel.
Als größere und ältere Firmen sind in Ritterhude zu nennen
- die Linpac Packaging GmbH in der chemischen Industrie,
- die Lubrizol Deutschland GmbH in der chemische Industrie,
- die Hoefs Maschinenbau GmbH für Metall-, Maschinen- und Stahlbau sowie Autokran- Baumaschinenvermietung
- die Thiele & Fendel Bremen GmbH & Co. KG für Heizungs-, Sanitär- und Klimaanlagen,
- die Klenke Elektrotechnik GmbH & Co. KG für Elektro- und Sicherheitstechnik
- die Kähler Baumaschinen GmbH & Co.KG
- die BKE Jens Fislage Büro- und Kommunikationseinrichtungen.
[Bearbeiten] Verkehr
- Ritterhude ist Haltepunkt der S-Bahnen auf der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven. Für den praktisch (nicht verwaltungstechnisch) eher mit Bremen verflochtenen Ortsteil Platjenwerbe ist der nähergelegene Haltepunkt Bremen-Lesum an der Bahnstrecke Bremen-Vegesack–Bremen relevanter.
- Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an der Autobahn 27 (Cuxhaven–Bremerhaven–Bremen–Walsrode) und der Bundesstraße 74 (Bremen–Stade). Die Anschlussstelle Ritterhude Süd der A27 befindet sich auf Höhe des Autobahndreiecks zur A281, welche als zukünftige Weserquerung eine wichtige Rolle in der verkehrstechnischen Anbindung des nordwestdeutschen Raumes (z.B. Richtung Oldenburg (Oldenburg)) einnimmt.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten] Bildung
[Bearbeiten] Schulen
- Grundschule Ritterhude (ehemals Carl-Diem-Schule)
- Grundschule Ihlpohl
- Grundschule Platjenwerbe
- Schulzentrum Moormanskamp: Haupt- und Realschule Ritterhude sowie Gymnasium Ritterhude, 2007/2008 erweitert um die Oberstufe
- Riesschule: früher Orientierungsstufe, seit der Schulstrukturreform 5. bis 7. Klassen der Haupt- und Realschule, seit 2008 Oberstufe des Gymnasiums
- Zivildienstschule Bremen/Ritterhude
- Alleinstehendes Gymnasium im Gelände des Schulzentrums
[Bearbeiten] Sozialeinrichtungen
- Krankenhauswesen, nächstgelegene Akutkrankenhäuser: Klinikum Bremen-Nord, Residenz-Kliniken Lilienthal und Kreiskrankenhaus Osterholz.
[Bearbeiten] Sport
- Sportvereine
- Turn und Sportgemeinde Ritterhude von 1887 (TuSG Ritterhude), größter Sportverein mit den Sparten Fußball, Handball, Tennis, Tischtennis, Judo, Schwimmen, Tanzen, Turnen, Unihockey und Volleyball. Der Hamme Pokal ist ein überregional Judo-Turnier.
- BSG Hüderbeek
- TSV Lesumstotel
- ASV Ihlpohl
- SG Platjenwerbe
- RSG Platjenwerbe
- FSC Stendorf
- DLRG Ortsgruppe Ritterhude
- RC Tempo Ritterhude
- Ritterhude Badgers, American Footballteam
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Karl-Heinz Geils (* 20. Mai 1955), ehemaliger deutscher Bundesliga-Fußballspieler.
[Bearbeiten] Literatur
- Friedrich Kühlken: Zwischen Niederweser und Niederelbe - Eine Heimatkunde des Landes Bremen und des Niedersächsischen Regierungsbezirks Stade, Osterholz-Scharmbeck, 1950.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
[Bearbeiten] Weblinks
- http://www.ritterhude.de/
- http://geschichtsatlas.de/~gd5/ritterhude.htm
- http://www.ritterhuder-muehle.de/
- http://www.heimatverein-platjenwerbe.de/
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