Brigach

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Dieser Artikel behandelt den Fluss Brigach; zum gleichnamigen Ortsteil von St. Georgen siehe Brigach (St. Georgen im Schwarzwald).
Brigach
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Die Brigach in Donaueschingen

Die Brigach in Donaueschingen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1112
Lage Schwarzwald-Baar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle in Brigach bei St. Georgen im Schwarzwald
48° 6′ 24″ N, 8° 16′ 51″ O48.1066666666678.2808333333333925
Quellhöhe ca. 925 m ü. NHN[1]
Zusammenfluss mit der Breg zur Donau östlich von Donaueschingen47.9509722222228.5201833333333672Koordinaten: 47° 57′ 3″ N, 8° 31′ 13″ O
47° 57′ 3″ N, 8° 31′ 13″ O47.9509722222228.5201833333333672
Mündungshöhe ca. 672 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 253 m
Länge 40,5 km[2]
Einzugsgebiet 196,69 km²[3]
Abfluss am Pegel Donaueschingen / Brigach[4]
AEo: 193 km²
NNQ (1997)
MNQ
MQ
Mq
250 l/s
0,50dep1
3,01 m³/s
15,6 l/(s km²)
Mittelstädte Villingen-Schwenningen, Donaueschingen
Kleinstädte St. Georgen im Schwarzwald
Gemeinden Unterkirnach, Brigachtal

Die Brigach ist ein 40 Kilometer langer Quellfluss im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg, der nach einem insgesamt südöstlichen Lauf in Donaueschingen von links mit der längeren und einzugsgebietsreicheren Breg zur Donau zusammenfließt. Im bekannten Spruch: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“.

Name[Bearbeiten]

Der Name Brigach ist keltischen Ursprungs und bedeutet „helles, lauteres Wasser“. Ein hier entdecktes Relief verweist wahrscheinlich auf die Göttin Abnoba.[5]

Geographie[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

Zusammenfluss mit der Breg (links) zur Donau (unten)

Eine Brigachquelle ist im Keller eines Bauernhofes im Obertal von Brigach gefasst und kann dort besichtigt werden. Auf der amtlichen Gewässerkarte des Landes beginnt die Brigach jedoch ihren Lauf auf etwa 925 m ü. NHN etwas unterhalb eines kleinen Teiches bei diesem Hof der Stadt Sankt Georgen im Schwarzwald.[6]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Brigach fließt zunächst in flachem Lauf ungefähr ostnordöstlich durch die aus offener Flur in den Talmulden und Wäldern auf den begleitenden Höhen zusammengesetzte Schwarzwaldlandschaft und erreicht so die erste größere Ortschaft Sankt Georgen, von wo an die Badische Schwarzwaldbahn bis zum Mündungsort im Tal verläuft. Sie ist dort gegenüber den größeren Randhöhen schon 100 Meter eingetieft und biegt nun langsam um den Röhlinswald zur Rechten auf Südostlauf, die landschaftstypische Streubesiedelung setzt wieder ein. Am Zulauf des ersten längeren Zuflusses Röhlinsbach von Westnordwesten verlässt sie die St. Georgener Gemarkung und tritt ins sogenannte Groppertal ein, ein über einen halben Quadratkilometer großes Landschaftsschutzgebiet, an dem die Gemeinde Unterkirnach wie die Stadt Villingen-Schwenningen Anteil haben. Es zieht sich talabwärts bis etwas über die Zumündung – wieder von rechts und Westnordwesten – ihres mit über 12 km Länge und 33 km² Einzugsgebiet bedeutendsten Zuflusses Kirnach am Bahnhof Villingen-Kirnach noch außerhalb der Ortslage Villingens.

Etwas danach lässt die Brigach ungefähr nach der Hälfte ihres Laufes die Schwarzwald-Waldhöhen hinter sich und tritt im Ortsbereich von Villingen in die flachere Baarlandschaft ein, die von offener Flur bestimmt ist und in der größere Siedlungen liegen als am Oberlauf. In der Stadtmitte wechselt sie auf Südlauf und nimmt hier ein paar Zuflüsse aus dem Norden auf, danach zwei über 10 km lange aus dem Schwarzwald im Westen, den Warenbach noch auf Villinger Gemarkung, den Holenbach schon auf dem Gebiet der folgenden Gemeinde Brigachtal. Unterhalb des Hauptortes Klengen der Gemeinde läuft die Brigach über die Gemarkungsgrenze auf Donaueschinger Gebiet ein, ihr Tal tieft sich wieder zwischen Waldhügeln ein, entwickelt Mäander und schwenkt dann nach links auf Ostlauf durchs Siedlungsgebiet der Stadt. Im links liegenden Teil des Schlossparks stößt wenige Meter neben der Brigach eine Karstquelle auf, die seit Jahrhunderten als Donauquelle angesehen, und deren Donaubach genannter Überlauf unterirdisch durch den Park in die Brigach geleitet wird. Die Mündung ist durch einen vom ehemaligen deutschen Kaiser Wilhelm II. gewidmeten Tempel markiert. Gegenüber den beiden Quellflüssen ist diese Donauquelle aber hydrologisch unbedeutend und nur nominell. Anderthalb Kilometer östlich-unterhalb der Donaubach-Quelle vereinigt sich die Brigach auf etwa 672 m ü. NHN mit der aus dem Hochschwarzwald kommenden, rechten Breg und schafft damit die Donau.

Auf ihren etwa 40,5 km Länge fällt die Brigach um über 250 m.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Es umfasst 196,7 km² und liegt ganz im Schwarzwald-Baar-Kreis, zu fast zwei Dritteln im Schwarzwald, der restliche Ostsaum gehört zur Baar. Darin fließt die Brigach recht nahe an der Nord- und dann an der Ostseite; zentraler durchzieht das Einzugsgebiet die sehr beständig ostsüdöstlich laufende Kirnach, die selbst recht dicht an der Brigachquelle entsteht. Die dieser nahe nordwestliche Wasserscheide grenzt ab vom Einzugsgebiet der über die Kinzig zum Rhein entwässernden Gutach, im weitere nordöstlichen Verlauf dann von dem der Schiltach zur höheren Kinzig. Hinter der langen nordöstlichen Wasserscheide entwässert der junge Neckar mit seinen Zuflüssen ebenfalls zum Rhein. Auf den übrigen Außenseiten gelangen die Niederschläge dagegen in die Donau. Vor der kurzen südöstlichen gibt es nur wenig bedeutende Zuflüsse zu dieser, hinter der wieder langen südwestlichen Grenze liegt das mit 291,5 km²[7] merklich größere Entwässerungsgebiet des rechten Donau-Quellflusses Breg.

Der höchste Punkt im Einzugsgebiet liegt etwa einen Kilometer südwestlich des Ursprungs auf dem Gipfel des 1024,2 m ü. NN erreichenden Kesselbergs; hier stoßen die Einzugsgebiete von Gutach im Nordwesten, Brigach im Osten und Breg im Südwesten zusammen.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Zuflüsse von über 3,0 km Länge mit Mündungsrichtung und Mündungsort, von der Quelle zur Mündung aufgeführt. Für die vollständige Liste, auch mit mehr Daten, siehe beim

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04 des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Hochwasservorhersagezentrale, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  5. Wolfdieter Gramlich: Steinernes Zeugnis vergangener Zeit. In: Südkurier, 12. Juli 2012
  6. Siehe den Online-Kartenserver der LUBW.
  7. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 05 des Online-Kartenservers der LUBW.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brigach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien