Unterkirnach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Unterkirnach
Unterkirnach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterkirnach hervorgehoben
48.0788888888898.3647222222222815Koordinaten: 48° 5′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 815 m ü. NHN
Fläche: 13,17 km²
Einwohner: 2510 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78089
Vorwahl: 07721
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
78089 Unterkirnach
Webpräsenz: www.unterkirnach.de
Bürgermeister: Andreas Braun
Lage der Gemeinde Unterkirnach im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Unterkirnach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis.

Der Name ist germanischen Ursprungs und bedeutet „Untere Mühle“. „Mühle“ leitet sich ab von Kürne auf Mittelhochdeutsch (1050–1350), Quirn auf Althochdeutsch (500–1050) und kwirn-u-c (germanisch).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Unterkirnach liegt auf der Ostseite des Schwarzwalds, rund sieben Kilometer von der Kreisstadt Villingen-Schwenningen entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an Villingen-Schwenningen und Mönchweiler, im Süden an die Stadt Vöhrenbach und im Westen an die Stadt St. Georgen.

Die Gemarkung der Gemeinde weist einen in Baden-Württemberg kaum vergleichbaren Verlauf auf. So sind die Gemarkungen von Unterkirnach und Villingen eng miteinander verzahnt. Während die meisten Waldflächen rund um die Gemeinde auf Gemarkung Villingen liegen, sind die offenen Flächen auf Unterkirnacher Markung. Allein der Grenzverlauf Villingen-Unterkirnach ist ca. 60 km lang und bildet zahlreiche En- bzw. Exklaven. Die Gewanne im Stockwald, Groppertal, Hippengehr, Salvest, Viehhof und Neuhäusle sind Beispiele hierfür.

Grund für den markanten Grenzverlauf ist, dass Unterkirnach bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein abhängiger, unselbstständiger Ort der Stadt Villingen war. Bei dessen Loslösung von der Stadt wurden die offenen Flächen im Kirnach- und Brigachtal der neuen selbstständigen Gemeinde Unterkirnach zugeschlagen, während der Wald als einer der größten kommunalen Wälder in Baden-Württemberg (rund 8.000 ha) – bis heute – bei der Stadt Villingen, jetzt Villingen-Schwenningen, verblieb. Der Waldrand und somit die Gemarkungsgrenze bildet die örtlichen geologischen Verhältnisse ab, der Wald stockt auf dem unfruchtbaren Buntsandstein, während die Wiesen im fruchtbareren Granit/Gneis angelegt wurden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Unterkirnach gehören das Dorf Roggenbach, die Zinken Geisendöbele, Gropper, Grund, Herrenwald, Ippengehr(Hippen-), Moosloch, Schlegeltal, Schlegelwald, Stockwald und Tal, die Höfe Aspengrund, Bärtleshof, Hinterwasenhof, Leimgruben, Lippenhof, Thomashof und Weiherhaus und die Häuser Ackerloch, Bärloch, Breitbrunnen, Ellenwinkel, Elleck, Gründle, Hohrain, Im Felsen, „Kirnachtal, Kloster Maria Tann“, Neuhäusle, Nollen, Rötenloch, Rossacker, Spechtloch, Wannendobel, Weiherhaus, Winterhalde und Wolfsgrund.

Im Gemeindegebiet liegt die Burgruine Kürneck.[2]

Politik[Bearbeiten]

Unterkirnach ist selbstständig mit einem eigenen Rathaus und Bürgermeisteramt, die Gemeinde gehört wie die Umlandgemeinden Brigachtal, Dauchingen, Mönchweiler, Niedereschach und Tuningen der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Villingen-Schwenningen an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzendem zwölf Mitglieder an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 51,3 % (+8,0) - 6 Sitze (+1)
  2. FW 48,7 % (-8,0) - 6 Sitze (-1)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirnachmühle ist der Nachbau einer typischen Schwarzwaldmühle.
  • Der Wildpflanzenpark soll dem Besucher die Naturgarten-Idee näher bringen.
  • Im Kinderbauernhof können Kinder die einheimischen Nutztiere hautnah kennenlernen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Den ÖPNV in Unterkirnach stellt der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar sicher.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Freilichtbühne
  • Spielscheune – eine überdachte 1.000 m² große Spiel- und Aktionsfläche für Kinder
  • Hallenbad Aqualino
  • Orchestrionausstellung – „die ersten Musikautomaten“, zusammen mit dem Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen

Bildung[Bearbeiten]

Im Unterkirnach gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Alle weiterführenden Schulen stehen in den umliegenden Städten zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Siegfried Baumann, Bürgermeister a. D.
  • Helmut Glatz, Dirigent des Musikvereins Unterkirnach von 1981 bis 1997

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das erste Orchestrion wurde 1820 vom Spieluhrenbauer Carl Blessing in Unterkirnach im Schwarzwald gebaut.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 605–606

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unterkirnach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien