Brigachtal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brigachtal
Brigachtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brigachtal hervorgehoben
48.0063888888898.4683333333333705Koordinaten: 48° 0′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 705 m ü. NHN
Fläche: 22,8 km²
Einwohner: 5037 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78086
Vorwahl: 07721
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
St. Gallus Straße 4
78086 Brigachtal
Webpräsenz: www.brigachtal.de
Bürgermeister: Michael Schmitt (parteilos)
Lage der Gemeinde Brigachtal im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Brigachtal ist eine Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Brigachtal liegt am Ostrand des Schwarzwalds im Tal der Brigach, einem Quellfluss der Donau, in 705 bis 790 Meter Höhe zwischen Villingen-Schwenningen und Donaueschingen. Durch die Gemeinde führt auch die Brigach entlang die Schwarzwaldbahn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zentral im Schwarzwald-Baar-Kreis und grenzt im Norden und Westen an Villingen-Schwenningen, im Süden an Donaueschingen und im Osten an Bad Dürrheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Brigachtal besteht aus den drei Ortsteilen Kirchdorf, Klengen und Überauchen. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens und ihre offizielle Benennung erfolgt durch den Namen selbst.[2] Zu den beiden Ortsteilen Kirchdorf und Überauchen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer und zum Ortsteil Klengen gehören das Dorf Klengen, der Weiler Beckhofen und die Häuser Ankenbuck.[3] Der 793 erwähnte Ort Eiginhova war der ursprüngliche Name des heutigen Kirchdorf, welches erst um das Jahr 1200 auf Grund seiner Funktion als zentrales Kirchdorf für die umliegenden Ortschaften der Urmark Klengen seinen heutigen Namen erhielt.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Gemeinde im Rahmen der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg am 1. Oktober 1974 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Kirchdorf, Klengen und Überauchen. Den Namen bekam sie von der Brigach, an der die Gemeinde liegt.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Auf dem Staatlichen Hofgut Ankenbuck war in der Zeit der Weimarer Republik ein Arbeitslager für Jugendliche errichtet worden. Zu Beginn der NS-Zeit von 1933 bis 1934 wurde dort ein frühes Konzentrationslager für politische Häftlinge eingerichtet, die als Hitler-Gegner dort interniert wurden. Dorthin kamen auch der Mannheimer KPD-Landtagsabgeordnete Georg Lechleiter, der 1942 ermordet wurde, sowie der Freiburger SPD-Reichstagsabgeordnete Stephan Meier, der 1944 im KZ Mauthausen sein Leben verlor. Die Häftlinge wurden zu Feld- und Straßenarbeiten eingesetzt.[5]

Religionen[Bearbeiten]

In Brigachtal bestehen je eine römisch-katholische und evangelische Kirchengemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1990: Meinrad Belle (CDU)
  • 1991–2010: Georg Lettner, verstorben am 26. September 2010 (CDU)
  • seit 2011: Michael Schmitt (parteilos)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wbt.: 55,3 % (2004: 54,6 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,4 %
26,7 %
11,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+10,2 %p
-2,8 %p
-7,4 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[6]

  • FW: 61,4 % – 9 Sitze (+2)
  • CDU: 26,7 % – 4 Sitze (±0)
  • SPD: 11,9 % – 1 Sitz (-2)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Brigachtal unterhält seit 1984 partnerschaftliche Beziehungen zu Essey-lès-Nancy in der Nähe von Nancy in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Brigachtal liegt an der Schwarzwaldbahn von Konstanz nach Offenburg bzw. Karlsruhe. Seit der Umsetzung des Ringzug-Konzepts 2003 ist die Gemeinde wieder an einen attraktiven Öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Der Ringzug bedient seitdem die Haltepunkte Brigachtal Klengen und Brigachtal Kirchdorf untereinander und werktags mindestens stündlich mit Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und Bräunlingen. Die Gemeinde gehört dem Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar an.

Bildung[Bearbeiten]

Für die jüngsten Einwohner bestehen drei kommunale (Am Gaisberg, Schlupfwinkel und Bondelbach) und ein römisch-katholischer Kindergarten (St. Martin). In Klengen besteht eine Grundschule. Zusammen mit den Gemeinden Bad Dürrheim und Tuningen wurde eine Werkrealschule gegründet. Andere weiterführende Schulen (Realschulen und Gymnasien) befinden sich z. B. in Bad Dürrheim, Donaueschingen und Villingen-Schwenningen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im ehemaligen Schulhaus von Überauchen ist ein Heimatmuseum eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.): Das Brigachtal im frühen Mittelalter (= Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Bd 67), Weinstadt 2013 (ISBN 978-3-942227-14-8).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Januar 2007.pdf Hauptsatzung der Gemeinde Brigachtal vom 6. Dezember 2006
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 598–599
  4. Thomas H. T. Wieners: Cheneinga marca & capella sancti Martini. Die Urmark Klengen und die Urkirche Kirchdorf im Spiegel der frühmittelalterlichen Urkundenüberlieferung des Klosters St. Gallen, in: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.): Das Brigachtal im frühen Mittelalter (= Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Bd. 67), Weinstadt 2013, S. 95–131, hier S. 97f. u. 102.
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 28, ISBN 3-89331-208-0
  6. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=326075

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brigachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien