Buchfart

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Buchfart führt kein Wappen
Buchfart
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Buchfart hervorgehoben
50.92111111111111.3325258Koordinaten: 50° 55′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mellingen
Höhe: 258 m ü. NHN
Fläche: 7,2 km²
Einwohner: 180 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99438
Vorwahl: 03643
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weimarische Str. 7
99438 Buchfart
Bürgermeister: Oliver Karls
Lage der Gemeinde Buchfart im Landkreis Weimarer Land
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Buchfart ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen.

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf Buchfart im Frühling

Die Ortslage von Buchfart befindet sich etwa 17 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Apolda und etwa 7 Kilometer südlich der Stadt Weimar im Durchbruchstal der Ilm. Als höchste Erhebung gilt die Balsamine (340,6 m ü. NN), ein Ausläufer des Rosenbergs (379,9 m ü. NN), welcher jedoch schon zur Flur des Weimarer Ortsteils Legefeld gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Am nördlichen Ufer der Ilm hatte das Gelände am Prallhang schon in der Jungsteinzeit und später zur Besiedlung angezogen, was archäologische Funde belegen.[2]

Der Ortsname Buchfart verweist auf eine wichtige Furtstelle im Buchenwald. Der Ort wurde erstmals 1348 urkundlich mit Lutolf von Heitingsburg residenz in Buchverte erwähnt. Die Grafen von Orlamünde hatten zu dieser Zeit die Lehnshoheit in Buchfart, diese gelangte 1395 an die Grafen von Schwarzburg.[3] Offenbar dienten die Felsenburg und die Buchfarter Ilmfurt einer Altstraße, die hier unmittelbar an der Burg den Steilhang des Ilmtales erklomm, die dafür erforderlichen Stützmauern und Reste von Hohlwegen sollen noch im 19. Jahrhundert im Gestrüpp erkennbar gewesen sein.[4] Die wildreichen Wälder um Buchfart und Hetschburg waren beliebte Jagdreviere des Weimarer Hofes.[5]

Die Felsenburg Buchfart lockte auch Forscher an. Bereits 1551 war der Mineraloge und Bergbau-Experte Georgius Agricola zu den Kammern der Felsenburg aufgestiegen, da man ihm lebhaft versicherte, dort hätten einst Troglodyten - zwergenhafte „unterirdische Lebewesen“ gehaust.[4] 1822 untersuchte der Heimatforscher Karl Gräbner tagelang die sagenhafte Burganlage und veröffentlichte dazu das Buch „Das alte Bergschloß Buchfart im Großherzogtum Weimar“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Felsenburg[Bearbeiten]

Die Felsenklippen gegenüber der Ortslage von Buchfart sind durch fortschreitende Erosion in ständiger Wandlung, die dort befindliche Felsenburg wird in der Literatur auch als Höhlenburg bezeichnet, mit dem Ausbau der Anlage wurde wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert begonnen. Sie gilt als eine Besonderheit in der Thüringer Burgenlandschaft. Die Anlage bestand aus etwa zwölf Kammern und Gängen, die sich bis zu 40 Meter über dem Talgrund erstreckt haben. Die einstige Zugangssituation und die Außenmauern sind nicht mehr rekonstruierbar. Die Burg bot in ihrer Blütezeit den bestmöglichen Schutz vor Angreifern, andererseits waren die Lebensbedingungen innerhalb der Burg sicher extrem. Bereits um 1440 wurde die Anlage aufgegeben. Inzwischen hat die Natur einen bedeutenden Teil der Burg zerstört. Im Jahre 2009 waren umfangreiche Sicherungsarbeiten an der Felswand erforderlich; man hofft nun, einen Großteil der noch vorhandenen Ruine gerettet zu haben.

Ilm-Brücke und Mühle[Bearbeiten]

Eine weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes stellt die 1613 erbaute, überdachte Holzbrücke über die Ilm dar. Die denkmalgeschützte Brücke hat eine Länge von 43 Metern, eine Breite von drei Metern und die Durchfahrtshöhe beträgt 3,05 Meter. Die Brücke ist noch immer dem Verkehr gewidmet - sie gehört als Brückenbauwerk zur Bundesstraße 87. Neben der Brücke befindet sich eine denkmalgeschützte Wassermühle. Das Ensemble zählt zu den beliebtesten Fotomotiven.

Dorfkirche[Bearbeiten]

Die Buchfarter Kirche „Zu unseren Lieben Frauen“ ist im Kern ein gotisches Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert. Das Langhaus stammt hingegen aus dem 18. Jahrhundert. An der Kirche wurde 1870 eine Generalsanierung vorgenommen.

Gebietswanderwege[Bearbeiten]

Durch Buchfart verläuft der Goethewanderweg Weimar-Großkochberg sowie der „Drei-Türme-Wanderweg“, dieser führt vom Ort direkt zum benachbarten Paulinenturm bei Bad Berka.[6]

Balsamine[Bearbeiten]

Die landschaftlichen Reize des Ilmtales bei Buchfart führten zur Ausweisung als „Landschaftsschutzgebiet mittleres Ilmtal“. Schon im 18. Jahrhundert begann hier ein lebhafter Fremdenverkehr. Oberhalb der Felsenburg wurde 1894 die Gastwirtschaft „Günthers Ruh“ durch Balduin Zorn erbaut. 1924 wurde sie durch Brand zerstört. Die jetzige Ausflugsgaststätte „Balsamine“ wurde 1931 erbaut. Den poetischen Namen erhielt sie nach den hier angepflanzten Robinien, die im Frühjahr den Ort mit ihrem süßen, betörenden Duft verzaubern.[Anmerkung 1] [3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Buchfart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2.  Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, Buchfart, S. 73.
  3. a b  Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden (Hrsg.): Unterwegs im Tal der Ilm. Wissenswertes und Informatives für Touristen und Einheimische. MFB-Verlagsgesellschaft, Eisenach 1998, ISBN 3-931431-10-X, Buchfart, S. 43–44, 48–49.
  4. a b  Ernst Leissling: Das mittlere Ilmtal. Greifenverlag, Rudolstadt 1966, S. 186–187.
  5.  Heiko Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 410–411.
  6. Tourismus-Information Bad Berka: Faltblatt zum „Drei-Türme-Weg“.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Von der Gaststätte hat man auch einen Einblick in den „Bärfangsgrund“. Ob dort tatsächlich einmal Bären hausten, kann nicht mehr belegt werden.