Bad Berka

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Berka
Bad Berka
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Berka hervorgehoben
50.911.280833333333275Koordinaten: 50° 54′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 55,27 km²
Einwohner: 7651 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99438
Vorwahl: 036458
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 003
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 10
99438 Bad Berka
Webpräsenz: www.bad-berka.de
Bürgermeister: Volker Schaedel (Freie Wähler)
Lage der Stadt Bad Berka im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Ilmtal-Weinstraße Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Ilmtal-Weinstraße Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Ilmtal-Weinstraße Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Ilmtal-Weinstraße Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Ilmtal-Weinstraße Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Ilmtal-Weinstraße Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Ilmtal-Weinstraße Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild

Bad Berka ist eine Kleinstadt im Süden des Landkreises Weimarer Land in Thüringen. Sie ist nach der Kreisstadt Apolda die zweitgrößte Stadt im Landkreis und liegt an der Ilm, die ihr Tal in der Gegend tief in den Buntsandstein eingegraben hat, etwa zwölf Kilometer südlich von Weimar.

Ilmbrücke

Die Kurstadt trägt das Zertifikat Ort mit Heilquellenkurbetrieb.[2] Bad Berka hat sich als Zentrum höchster medizinischer Kompetenz einen Namen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gemacht. Die Geschichte des Kurwesens und der bereits 1813 gegründeten Badeanstalt Berka ist eng mit dem Wirken Goethes verbunden. Als Kur-, Urlaubs-, Wohn- und Arbeitsort ist Bad Berka mit seinen Ortsteilen Tannroda, Bergern, Schoppendorf, Gutendorf, Meckfeld und Tiefengruben eine gefragte Adresse. Dazu tragen die gut ausgebaute Infrastruktur und Verkehrsanbindung, neue Wohn- und Gewerbegebiete in landschaftlich attraktiver Umgebung sowie aufwendig sanierte Stadtteile und Objekte bei. Anziehungspunkt für Besucher, Kurgäste und Urlauber sind in erster Linie die reizvolle Lage und Umgebung Bad Berkas mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für Sport und Erholung, Wandern, Rad fahren und Kneippen, sein mildes Reizklima, das heilende Wasser des Goethebrunnens sowie die medizinische Kompetenz der Zentralklinik als einer hochmodernen Akutklinik sowie der drei Median-Kliniken als Kureinrichtungen für die Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation.

Geographie und Stadtgliederung[Bearbeiten]

Blick vom Paulinenturm über die Stadt

Bad Berka, umgeben vom 150 km² großen Landschaftsschutzgebiet „Mittleres Ilmtal“, liegt im Hügelland der Ilm-Saale-Platte, 12 km südlich von Weimar, 24 km südöstlich von Erfurt und 20 km westlich von Jena.

Stadtgliederung

Mit der Verwaltungsreform im Jahr 1994 wurde die Stadt Bad Berka gebildet.[3] Zu ihr gehören der Ortsteil München (schon seit 1836 zu Bad Berka gehörend) und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Tannroda mit den Ortsteilen Böttelborn und Kottendorf, Bergern, Schoppendorf, Meckfeld und Tiefengruben. Am 1. Dezember 2008 folgte der Ort Gutendorf.[4]

Die Stadt und ihre zugehörigen Ortsteile hatten zum Stichtag 1. Januar 2012 insgesamt 7675 Einwohner. Die einzelnen Ortsteile wiesen dabei folgende Einwohnerzahlen auf:

Einwohner 2012

Bad Berka (insgesamt) 7675

Ortsteile
•  Bad Berka 5496
•  Bergern 356
•  Gutendorf 203
•  Kottendorf 43
•  Meckfeld 142
•  München (Bad Berka) 88
•  Schoppendorf 107
•  Tannroda 990
•  Tiefengruben 250

Die Kernstadt weist eine Fläche von ca. 21,35 km² auf. Sonstige Flächen, wie etwa der Kurpark, Gärten und Landwirtschaftsflächen sind ca. 6,08 km² groß.

Geschichte[Bearbeiten]

Forstamt mit Tafel zur Erinnerung an Goethe
Turm der Stadtkirche

Der Name Berka bedeutet soviel wie Stadt der Birken am Wasser und erfuhr im Laufe der Jahrhunderte mehrere Schreibweisen: Birka, Berkaw, Berkau, seit 1911 Bad Berka.[5]

Bad Berka wurde erstmals im Mai 1119 als Bercha urkundlich erwähnt, Anlass war die Übergabe der Kirche durch Graf Wichmann an das Marienstift zu Erfurt.[6] Sie wurde 1414 das erste Mal als Stadt bezeichnet. Ab dem 12. Jahrhundert sind spärliche Informationen des Berkaer Grafengeschlechts überliefert, das zunächst in einer Wasserburg direkt an der Ilm residierte, etwa ab 1277 dann in einem neu erbauten Schloss auf dem danach benannten Schlossberg, an das allerdings nur noch einige wenige Mauerreste, ein Brunnen und ein Wallgraben erinnern. Auch von dem um 1240 gegründeten Kloster Berka künden lediglich die Mauern im Untergeschoss der heutigen Pfarrei sowie einige Flur- und Ortsbezeichnungen.[7] Das Kloster bestand bis 1525. Die Klosterkirche wurde bei einem Brand 1608 schwer beschädigt und von 1727 bis 1741 neu wieder aufgebaut.[8]

Berka war 1673 von Hexenverfolgung betroffen. „Die alte Glasern“ geriet in einen Hexenprozess und wurde 1673 auf dem „Breslingsberg“ verbrannt.[9]

Seit dem 17. Jahrhundert gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Weimar-Eisenach. Das herzogliche Jagdzeughaus wurde 1739 eingeweiht. 1807 machte bereits der Berkaer Korbmachersohn Ludwig Geist (von 1795 bis 1804 Diener und Sekretär bei Johann Wolfgang von Goethe) auf besondere Quellen in Berka aufmerksam. 1811 regte der Mädchenschullehrer Heinrich Friedrich Schütz erneut die Nutzung der Heilquellen in Berka an. Auf Veranlassung des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar erfolgte der Bau eines Schwefelbades in Berka. Es wurde im Juni 1813 eröffnet. Johann Wolfgang von Goethe hatte dem Aufbau der Kuranlagen in Berka unterstützend und beratend zur Seite gestanden und weilte 1814 selbst für sechs Wochen in Berka zur Kur. 1825 wurde am Rande des Kurparks, unter der Leitung des großherzoglichen Oberbaudirektors Clemens Wenzeslaus Coudray, ein Badegesellschaftshaus errichtet und eingeweiht. 1876 folgte ein Moorbadehaus, das 1910 als zeitgemäßes Kurbadehaus von Grund auf erneuert wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude das Hotel „Am Goethebrunnen“.[10]

Der Ortsteil München wurde bereits 1836 in den Heimatverband Berka eingegliedert. 1887 wurde Berka an das Eisenbahnnetz angeschlossen und mit den Städten Weimar und Blankenhain verbunden. Eine in Berka abzweigende Teilstrecke verlängerte das Netz 1888 bis nach Kranichfeld. Auf dem Teilstück Bad Berka-Blankenhain stellte man 1967 den Eisenbahnverkehr ein."[11]

1898 entstand vier Kilometer von Berka entfernt auf dem Emskopf oberhalb von München, die erste Lungenheilanstalt – die Sophienheilstätte. Den Titel Bad erhielt der Ort 1911. 1951–1957 wurde die Zentralklinik Bad Berka gebaut und war zunächst als Heilstätte für Tuberkulosekranke gedacht. 1966 profilierte sich die Klinik u. a. auf den Gebieten Herzchirurgie und Herzerkrankungen. 1990 ging die Zentralklinik in die Verantwortung des Thüringer Ministeriums für Soziales und Gesundheit über. Noch im selben Jahr schloss das Ministerium einen Kooperationsvertrag mit der Rhön-Klinikum AG ab. In den 1990er Jahren wurden in der Klinik Um- und Neubauarbeiten durchgeführt.[12]

Kriege und Naturkatastrophen[Bearbeiten]

Abgesehen von den „üblichen“ Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg musste Bad Berka auch unter anderen Zerstörungen leiden: 1431 brannte die Stadt fast völlig nieder, 1608 gingen 44 Häuser nebst Nebengebäuden (und ihrem Inhalt) in Flammen auf, unter anderem auch die Kirche, das Rathaus, die Schule und das Klostervorwerk. 1674 brannten infolge eines Blitzeinschlags 50 Häuser nieder, 1816 hat das Feuer 90 Häuser nebst Scheunen und Ställen, das Rathaus und die Schule vernichtet. 1613 versanken 23 Häuser bei der Thüringer Sintflut im Hochwasser der Ilm. 1777, bei einer erneuten Hochwasserheimsuchung, ertranken fünf Menschen, 1830 riss die Ilm bei einem Hochwasser alle drei über sie führenden Brücken weg.[5] In der letzten Septemberwoche 1857 fielen etliche Häuser in der Innenstadt einem Großbrand zum Opfer.[13] 1981 litt der Ort erneut unter einem verheerenden Ilm-Hochwasser.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Stadtwappen Bad Berka zeigt eine goldene Palme. Ihre Früchte sind ebenfalls golden, die Wedel grün. Rechts, links und hinter der Palme erheben sich goldene Berge, den rechten krönt eine Burg. Ähnliche Darstellungen existieren bereits auf Siegelabdrücken aus dem Jahr 1674. Seine heutige Form erhielt das Wappen 1930, die Farbgestaltung wurde 1992 neu festgelegt. Über Entstehung und Sinn des Berkaer Stadtwappens gibt es keine Akten, nur das Wissen um die Symbolkraft der Palme. Ihr wurde im 17. Jahrhundert Fruchtbarkeit, Kultur und Wohlstand zugeschrieben. Die Palme fand sich auf vielen Wappen adliger Familien, Hausmarken und anderen Wappenbildern, auch auf dem Emblem der 1617 gegründeten Fruchtbringenden Gesellschaft zu Weimar.

Die kleine Stadt Berka war im 17. Jahrhundert durch Krieg und Brand schwer zerstört. Es wird angenommen, dass der Herzog von Sachsen-Weimar ihr daher als neues Wappen einen „sprossenden Palmbaum“ als Zeichen der Fruchtbarkeit verliehen hat, verbunden mit dem Wunsch nach Frieden, Eintracht und Wachstum für die Stadt. Die Berge dokumentieren die typische Landschaft, die Burg den Sitz ehemaliger Berkaer Grafen- und Herrengeschlechter.[14]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 55,2 % zu folgendem Ergebnis:[15]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 27,7 % 5
FWG 23,4 % 5
Soziale Bürgerbewegung / Die Linke 13,4 % 3
BI Pro Bad Berka 9,1 % 2
BI zur Senkung der Kommunalabgaben 8,3 % 2
SPD 8,0 % 1
FDP 6,1 % 1
Bündnis 90/Die Grünen 4,1 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeister-Stichwahl am 6. Mai 2012 setze sich Volker Schaedel (Freie Wähler) gegen seinen Vorgänger Thomas Liebetrau durch.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften seit 1971 mit der nordfranzösischen Stadt Solesmes in der Nähe der belgischen Grenze und seit 2001 mit der polnischen Stadt Żabno. Seit 2010 bestehen mit Wells in Großbritannien freundschaftliche Beziehungen. Des Weiteren bestehen nicht offizielle Patenschaften mit den deutschen Städten Bad Dürkheim an der Weinstraße, Bad Wildungen in Nordhessen und Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Berka unterhält seit 1991 eine freundschaftliche Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Median-Klinik in Bad Berka

Größte Arbeitgeber in der Stadt sind die Zentralklinik Bad Berka GmbH und die Median-Kliniken Bad Berka.

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Berka verfügt über zwei Haltepunkte an der Strecke der Ilmtalbahn: Bad Berka/Hauptbahnhof und Bad Berka/Zeughausplatz. Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 85 und 87. Der Anschluss Weimar der Bundesautobahn 4 befindet sich etwa sechs Kilometer nördlich.

Bad Berka liegt am Ilmtal-Radweg und an dem vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg zertifizierten Thüringer Drei-Türme-Weg.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Am Hexenberg
  • Marie-Curie-Gymnasium Bad Berka (früher: Marie-Curie-Gymnasium Bad Berka/Blankenhain)
  • Klosterbergschule (Regelschule), Friedensplatz
  • In Bad Berka befindet sich das Thüringische Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm), das zahlreiche Fachtagungen für Pädagogen aus Thüringen und darüber hinaus anbietet.
  • Im Stadtteil Bergern befindet sich ein Jugend-Waldheim als Walderlebnis-Schule.[16]

Gesundheit[Bearbeiten]

Haupteingang der Zentralklinik

In Bad Berka existieren heute die folgenden klinische Versorgungsstrukturen.

Einerseits gibt es die Median Kliniken, die sich auf die Anschlussheilbehandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert haben. Die beiden Kliniken existieren in der heutigen Form seit 1994 beziehungsweise 1997. Es gab bereits Vorgängereinrichtungen in der DDR-Zeit.

Zum anderen befindet sich auf der Harth die Zentralklinik Bad Berka, die durch Erweiterung und Modernisierung der Zentralklinik aus den 1950er Jahren entstanden ist. Diese Fachklinik hat sich vor allem auf die Behandlung orthopädischer, kardiologischer und neurologisch-neurochirurgischer Krankheitsbilder spezialisiert. Weiterhin befindet sich in Bad Berka eine von zwei Kliniken für Herzchirurgie in Thüringen. Die zur Zentralklinik gehörende Einrichtung für Wirbelsäulenchirurgie ist die zweitgrößte Klinik ihrer Art in Deutschland. Die kardiologische Fachabteilung ist die größte in Thüringen.

Die Klinik wurde durch intensive Um- und Neubaumaßnahmen modernisiert. Nach Angabe des Haupteigners wurden etwa 100 Millionen Euro in den Standort Bad Berka investiert.

Seit einigen Jahren befindet sich die Klinik in einem Wandel. Vom Charakter des Fachkrankenhauses soll sich die Klinik auch zum regionalen Schwerpunktversorger entwickeln. Hierfür wurden eine Notaufnahme, Abteilungen für Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie interventionelle Radiologie eingerichtet. Die Erweiterung intensivmedizinischer Kapazitäten ist geplant. Ein neuer Funktionstrakt wird derzeit gebaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktbrunnen

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus und Markt
1816 fiel das alte Berkaer Rathaus mit vielen weiteren Häusern einem furchtbaren Stadtbrand zum Opfer. Auf Empfehlung Goethes, der die Hilfsmaßnahmen leitete, kam sofort der neue Landbaumeister Clemens Wenzeslaus Coudray nach Berka. Er plante und überwachte den Wiederaufbau der Stadt. Das neue Rathaus konnte bereits am 2. April 1817 eröffnet werden. An ihm ebenso wie an den Gebäuden rund um den Markt prägte Coudray seinen klassizistischen Baustil. Bei aller Bescheidenheit leisteten sich die Berkaer aber eine Besonderheit und zwar eine Monduhr, die auf einer blauen bzw. goldenen Halbkugel die jeweiligen Mondphasen anzeigt. Ende des 19. Jh. kaufte der Stadtrat das Nachbargebäude an und vergrößerte damit das Rathaus, 1932 entstand das Säulenportal. Die letzte grundlegende Sanierung erfolgte 1993 bis 1995. Die Rathausgalerie bietet sehenswerte, wechselnde Ausstellungen.
Das barocke Zeughaus
  • Zeughaus
1739 ließ Herzog Ernst August dieses markante Gebäude zur Unterbringung seiner vielen Jagdutensilien errichten. Im Erdgeschoss des 59 m langen Hauses waren Wagen, Schlitten, Kutschen und Stangen untergestellt. Im Obergeschoss ließ er Jagdtücher, Lappen, Netze u. a. aufbewahren. Nach 1808 kam das Berkaer Jagdzeug kaum noch zum Einsatz. Das Zeughaus diente verschiedensten Zwecken: als Lager für Heu, Holz und als Schafstall. Während des Zweiten Weltkrieges brachte man dann sogar die Bekleidung von Juden darin unter, die in den Konzentrationslagern Deutschlands umgebracht worden waren. Zwischen 1945 und 1991 befand sich eine Möbelfabrik im Zeughaus. Nach umfangreicher Sanierung dient das Gebäude nun als Bürgerhaus und beherbergt die Bibliothek, das Stadtarchiv, einen Mehrzwecksaal, Kegelbahn und Gaststätte.
  • Coudray-Haus
Der Oberlandbaumeister Coudray projektierte dieses Gebäude im Auftrag des Großherzogs Carl August als Bade- und Gesellschaftshaus für die Berkaer Kurgäste. Johann Wolfgang von Goethe hatte eine derartige Einrichtung seit der Badegründung 1813 immer wieder angemahnt. 1825 fand die feierliche Einweihung statt. Viel Lob erhielt der Baumeister Coudray für seinen in klassizistischen Formen gehaltenen „wohl gelungenen Bau“. Von nun an war das Haus kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Berkaer Badelebens. Neben gastronomischer Versorgung wurden Bälle, Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen durchgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Haus zum Volksheilbad, seit 1994 wieder der Stadt Bad Berka. Nach anstehenden Sanierungsarbeiten bietet es Ausstellungen und Veranstaltungen verschiedenster Art.
  • Edelhof
In dem 1786 errichteten Barockgebäude, in dem sich heute das Forstamt Bad Berka befindet, logierten im 18. Jh. die Jagdgäste der Weimarer Herzöge – die „Edlen von Weimar“, nach der Badegründung dann die wohlhabenden Kurgäste. Auch Goethe und seine Frau Christiane verbrachten 1814 in diesem Haus einen sechswöchigen Kuraufenthalt. Im Bereich des Edelhofes soll sich einst die „alte Wasserburg“, der erste Sitz der Berkaer Grafen, befunden haben. Sie wurde vermutlich zwischen 1264−1275 zerstört oder aus Sicherheitsgründen verlassen. Die Berkaer Grafen zogen dann in ihr neuerbautes Schloss auf dem Schlossberg.
  • Evangelische Kirche St. Marien
Katholische Kirche
Die Kirche St. Marien steht auf den Grundmauern der 1608 abgebrannten Klosterkirche. Über ein Jahrhundert konnten sich die Berkaer keinen Kirchenneubau leisten. Erst ab 1727 entstand ein neuer Kirchturm. Als Wetterfahne wünschte Herzog Ernst August zur Dokumentation seines Lieblingsjagdreviers Berka einen Hirsch. Im Gegensatz dazu setzten die Berkaer auf das Rathaus später ein Kreuz. 1739 bis 1741 wurde das barocke Kirchenschiff gebaut. Die Ostwand mit gotischem Spitzbogen blieb erhalten.
Das gesamte Gelände um die Kirche gehörte einst zu dem Zisterzienserinnen-Nonnenkloster, das von ca. 1240 bis 1525 in Berka bestand.
Weiterhin gibt es am Ortsausgang in Richtung Tannroda eine katholische Kirche.
Hauptartikel: St. Marien (Bad Berka)
  • Goethebrunnen mit Häuserensemble und Kneipp-Anlage
Goethebrunnen und Goethe-Büste im Hintergrund
Die sogenannte Stahlquelle, der heutige Goethebrunnen, wurde 1807 von dem Berkaer Ludwig Geist (von 1795–1804 Diener und Sekretär bei Goethe) entdeckt und bei der Badegründung 1813 gefasst. Erst als das Schwefelwasser im Park versiegte, boten die Berkaer dieses eisenhaltige Heilwasser für Bäder und Trinkkuren an. 1835 bauten sie das Stahlbadehaus, heute Sitz der Tourist-Information und Kurverwaltung.
Nach Funden heilsamer Moorerde entstand 1876 das Moorbadehaus, heute Hotel „Am Goethebrunnen“. Durch eine Tiefbohrung 1877 veränderte sich die Zusammensetzung des Quellwassers. Es ist seit dieser Zeit ein calciumsulfathaltiges Heilwasser, das insbesondere für Trinkkuren eingesetzt wird. Die Quelle speist erfrischend kühl aber auch die neben dem Brunnen befindliche Kneipp-Anlage. Die Goethe-Büste in einer Mauernische stammt vom Bildhauer und Bad Berkaer Ehrenbürger Adolf Brütt.
Paulinenturm
  • sogenanntes „Goethehaus“
Etwas zurückgesetzt zwischen Rathaus und Kirche findet der aufmerksame Besucher die ehemalige „Organistenschule“, das heutige Goethehaus. Mehr als zweihundert Jahre war dieses Gebäude die Mädchenschule Berkas sowie die Wohnung des jeweiligen Lehrers, der gleichzeitig das Organistenamt in der Kirche bekleidete. Von 1799 bis 1829 lebte und wirkte in ihm Heinrich Friedrich Schütz – ein fleißiger und vielseitiger Mann. Er war nicht nur Mädchenschullehrer und Organist, sondern führte im Rathaus jahrelang die Gemeinderechnung und machte sich vor allem um den Aufbau und die Führung der 1813 gegründeten Schwefelbadeanstalt verdient. In diesem Zusammenhang verband ihn eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Johann Wolfgang von Goethe.
  • Paulinenturm
Wie ein Wahrzeichen thront der 26 m hohe Paulinenturm auf dem Adelsberg oberhalb von Bad Berka. Von der Plattform aus eröffnet sich eine einzigartige Aussicht in das Thüringer Land. Errichtet wurde der 26 m hohe Turm 1884 vom Berkaer Kur- und Verschönerungsverein.
  • Thillm
Das im Juli 1905 eröffnete „Schloss Harth“ an der Alexanderstraße (heute Heinrich-Heine-Allee 2–4) erfüllte alle Erfordernisse eines zur damaligen Zeit modernen Sanatoriums. Größten Wert legte Starcke auf die Bestimmung des Hauses als „Gesundungsheim im besten Sinne des Wortes“, daher auch die Inschrift über dem Hauptportal „Mens sana in corpore sano – Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“.
Nach umfangreicher Sanierung bezog 1997 schließlich das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (kurz Thillm) das repräsentative Gebäude und bietet Schulung und Weiterbildung für alle Lehrer des Freistaates Thüringen.

Sehenswertes in den Ortsteilen:

  • Dorfkirche „Zum Kripplein Christi“ in Bergern, gestaltet vom irisch-US-amerikanischen Künstler Matt Lamb
  • Thüringer Korbmachermuseum in Tannroda

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkstätte auf dem Friedhof für ermordete KZ-Häftlinge sowie Bombenopfer
  • Todesmarsch-Stele gegenüber dem Kurhotel zur Erinnerung an den Verlauf und die Opfer des Todesmarsches von 1945, bei dem Häftlinge des KZ Buchenwald im April den Ort passierten

Parks[Bearbeiten]

  • Kurpark

Sport[Bearbeiten]

Kneipp-Anlage am Goethebrunnen
Kneippbecken im Dammbachsgrund
Kneippbecken am Gottesbrünnlein
  • ausgedehntes Wander- und Radwegenetz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Stadt veranstaltet jährlich das Brunnenfest mit einem Festumzug alle zwei Jahre sowie das Drachenfest auf dem Segelflugplatz. Während des Brunnenfests findet jährlich ein großes Feuerwerk im Kurpark statt. Dazu kommt noch das jährliche, ebenfalls im Kurpark stattfindende Schützenfest. Weiter gibt es kleinere Feste in den Ortsteilen.

Ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltungskalender ist das Parkgeflüster „Liszt im Grünen“. Im Bad Berkaer Kurpark werden während der Abendstunden Bäume und Strauchgruppen in ein geheimnisvolles Wechselspiel aus Licht und Farbe getaucht, begleitet von Musikeinspielungen des Musikgymnasiums Schloss Belvedere Weimar. Dieses Schauspiel kann von Mai bis September bestaunt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinrich Conrad Ludwig Goullon (1801–1883), geheimer Medizinalrat
  • Franz Hugershoff (1809–1886), Mechanikus
  • Adolf Werner von Strauch, Hofjägermeister
  • Ferdinand Arnold Reinhard, Justizamtmann
  • Heinrich Göcking, Mediziner
  • Fritz Schubert
  • Hugo Friedrich Fries (1818–1889), Jurist und Reichstagsabgeordneter
  • Otto von Bismarck (1815–1898), erster Reichskanzler des Deutschen Reiches
  • Adolf Brütt (1855–1939), Bildhauer
  • Max Linke (1877–1969), Zimmermeister und Baumeister
  • Franz Ferdinand Voigt, Rektor
  • Adolf Tegtmeier (1894–1975), Mediziner

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Thomas Plaß (* 16. Jahrh.; † 1608/1609 in Lübeck), Jurist und Ratssekretär der Hansestadt Lübeck
  • Otto Fries (* 22. März 1849; † 24. August 1905 an Bord eines Postdampfers bei Lome), Reichstagsabgeordneter
  • Wilhelm Flitner (* 20. August 1889; † 21. Januar 1990 in Tübingen), Pädagoge
  • Hugo Günther (* 24. November 1891; † 4. Dezember 1954), Parteifunktionär (SPD/KPD/KPO/SED) und Versicherungsdirektor
  • Hans Carl Nipperdey (* 21. Januar 1895; † 21. November 1968 in Köln), Rechtsprofessor, erster Präsident des Bundesarbeitsgerichtes
  • Konrad Elmer-Herzig (* 9. Februar 1942), evangelischer Pfarrer und Gründungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei der DDR
  • Hartmut Griesmayr (* 18. April 1945), Drehbuchautor und Regisseur

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt; † 22. März 1832 in Weimar), Schriftsteller, weilte hier mehrmals als Besucher und Badegast
  • Peter im Baumgarten (getauft 30. August 1761 in Meiringen, Kanton Bern, gest. 1799 in Hamburg?), Ziehsohn Goethes, seit 20. Februar 1786 durch die Heirat mit Johann Friederike Luise, geb. Hoffmann, Schwiegersohn des Berkaer Pastors Wilhelm Conrad Hoffmann (1737–1801)
  • Dietrich Georg von Kieser (* 24. August 1779 in Harburg; † 11. Oktober 1862 in Jena), Mediziner, arbeitete als Badearzt in Berka
  • Adolf Brütt (* 10. Mai 1855 in Husum; † 6. November 1939 in Bad Berka), Bildhauer, wirkte in Weimar und Bad Berka, seit 1928 Ehrenbürger der Stadt
  • Erich Wolf Degner (* 8. April 1858 in Hohenstein-Ernstthal; † 18. November 1908 in Berka), Musikpädagoge, lebte und starb in Bad Berka
  • Hans Gerhard Gräf (* 5. Mai 1864 in Weimar; † 1942 in Jena), Goethe-Forscher, untersuchte die Beziehung von Goethe zu Bad Berka
  • Adolf Tegtmeier (1894–1975), Arzt, Prof. Dr., Planer und Ärztlicher Direktor der Zentralklinik
  • Eberhard Hasche (1920–1973), Prof. Dr. med., baute die Thorax- und Herzchirurgische Klinik am Zentralklinikum Bad Berka auf
  • Walther Victor (* 21. April 1895 in Bad Oeynhausen; † 19. August 1971 in Bad Berka), Schriftsteller und Publizist, arbeitete in Bad Berka
  • Marie E. P. König (* 10. September 1899 in Forst; † 5. Oktober 1988 in Güdingen), Prähistorikerin, lebte und arbeitete kurze Zeit in Bad Berka
  • Martin Hellberg (* 31. Januar 1905 in Dresden; † 31. Oktober 1999 in Bad Berka), Autor, Schauspieler und Regisseur, arbeitete und lebte in Bad Berka
  • Helmut Holtzhauer (* 2. Dezember 1912 in Leipzig; † 16. Dezember 1973 in Bad Berka), Politiker (KPD, SED), starb in Bad Berka
  • Wolfgang Blochwitz (* 8. Februar 1941 in Geringswalde; † 8. Mai 2005 in Bad Berka), Fußballspieler, tätig u. a. bei Carl Zeiss Jena, starb in Bad Berka
  • Frank-Michael Pietzsch (* 24. August 1942 in Wittenberg), Politiker (CDU), ehemaliger Thüringer Sozialminister, in den 1980er-Jahren Oberarzt an der Zentralklinik
  • Albrecht Schröter (* 7. April 1955 in Halle/S.), Pädagoge und Sozialwissenschaftler, Oberbürgermeister von Jena, arbeitete von 1996 bis 2000 als Referent am ThILLM in Bad Berka
  • Matt Lamb, irisch-US-amerikanischer Maler und Friedensaktivist, kam 2007 nach Bergern und malte im Frühjahr 2008 die Dorfkirche dort aus.
  • Johannes Petzold (* 24. Oktober 1912 in Plauen; † 19. Mai 1985 in Eisenach), Kirchenmusiker und Komponist, von 1952 bis 1961 Kantor in Bad Berka (1954 Kirchenmusikdirektor)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hella Tänzer: Bad Berka. Das Goethe-Bad im Grünen. Leipzig 2001, ISBN 3-934572-31-6.
  • Stadtverwaltung Bad Berka (Herausgeber): Bad Berka einst und heute. 128 Seiten, Kranichfeld 1994, ohne ISBN.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Heilbäder und Kurorte. Abgerufen am 14. März 2012 (PDF; 8 kB)
  3. Thüringer Verordnung über die Auflösung der Stadt Tannroda und der Gemeinden Bergern, Meckfeld bei Bad Berka und Tiefengruben und ihre Eingliederung in die Stadt Bad Berka vom 23. März 1994 (GVBl S. 383)
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  5. a b c Ulrich Völkel: Gastliches Thüringen. Arnstadt 1993, ISBN 3-929662-00-0.
  6.  Manfred Stimming (Bearb.): Die Urkunden bis zum Tode Erzbisch. Adalberts I. In: Historischer Verein für Hessen (Hrsg.): Mainzer Urkundenbuch. Bd. I, Darmstadt 1932. (482)
  7. H. Tänzer: Bad Berka – Das Goethe-Bad im Grünen. STADT-BILD-VERLAG LEPZIG, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-31-6, S. 3.
  8. H. Tänzer: Bad Berka – Das Goethe-Bad im Grünen. STADT-BILD-VERLAG LEPZIG, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-31-6, S. 8.
  9. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 232.
  10. H. Tänzer: Bad Berka – Das Goethe-Bad im Grünen. STADT-BILD-VERLAG LEPZIG, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-31-6, S. 21.
  11. M. Kurth, U. und W. Haußen: Die Weimar-Berka-Blankenhainer Eisenbahn – Von der „Berk'schen Bimmel“ zur „Ilmtalbahn“. EK-Verlag, Freiburg 2007, ISBN 3-88255-589-0, S. 44.
  12. Geschichte der Zentralklinik
  13. Bericht über den Brand im Bad Berkaer Amtblatt vom 1. September 2007 (PDF; 774 kB)
  14. Homepage Bad Berka
  15. Homepage Bad Berka
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWaldpädagogik und Jugendwaldheime (Thüringen). In: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Onlinemagazin. Abgerufen am 16. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Berka – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien