Mellingen (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mellingen
Mellingen (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mellingen hervorgehoben
50.94361111111111.393333333333230Koordinaten: 50° 57′ N, 11° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mellingen
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 14,41 km²
Einwohner: 1266 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99441
Vorwahl: 036453
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Weimarische Str. 17
99441 Mellingen
Webpräsenz: www.mellingen-online.de
Bürgermeister: Eberhard Hildebrandt (CDU)
Lage der Gemeinde Mellingen im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Ilmtal-Weinstraße Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Ilmtal-Weinstraße Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Ilmtal-Weinstraße Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Ilmtal-Weinstraße Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Ilmtal-Weinstraße Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Ilmtal-Weinstraße Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Ilmtal-Weinstraße Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild
Sitz der Verwaltungsgemeinschaft
St.-Georg-Kirche

Mellingen ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen. Ortsteile sind Mellingen und Köttendorf.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort Mellingen teilt sich in einen Ortsteil rechts der Ilm mit der Pfarrkirche und einen links der Ilm, einer Erweiterung aus dem Hochmittelalter. In Mellingen mündet die Magdel in die Ilm.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1137 als Meldingen erwähnt und war einst auch Sitz einer Burg. In Mellingen gab es zwei Burgen. Die erste Burg auf dem Kapellenberg wurde 1175 zerstört. Der Standort der zweiten Burg (Heinrichsburg) befindet sich nördlich der Ilm und östlich der Dorfmitte dicht an der Bundesstraße. Sie diente wohl der Sicherung des Ilmübergangs. Die Veste gehörte den einflussreichen Herren von Mellingen aus der Familie der Schenken und Vitzthume von Apolda, die sich 1137, 1149 und 1193 nach dem Ort Mellingen benannten. Sie standen im Dienste der Erzbischöfe von Mainz. Beringer von Meldingen war einer der vielen Adligen, die beim Erfurter Latrinensturz im Juli 1184 ums Leben kamen. 1250 teilte sich die Familie in die Linie Blankenhain, die auch die Grafschaft Berka 1272 erwarb. Die anderen Zweige gingen in den niederen Adel über. Die Heinrichsburg gab man 1451, nach ihrer Zerstörung im Sächsischen Bruderkrieg, auf. Der Standort der Burg ist heute kaum noch erkennbar.[2][3]

Das Marktrecht erhielt Mellingen schon im Jahr 1609. Die heutige Pfarrkirche entstand 1669 aus einer mittelalterlichen Chorturmkirche. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts war der Ort Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde nach 1945 mit dem Land Thüringen Teil der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Seit 1990 gehört der Ort zum neu gegründeten Bundesland Thüringen.

→Siehe auch St. Georg (Mellingen)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt heute auf Gold eine grüne Meldenstaude. Es soll das der Familie "von Mellingen" darstellen. Historisch gesehen, ist das Wappen aber falsch interpretiert. Auf alten Siegeln der Familie ist ein stilisierter Apfelbaum zu sehen. Es erklärt sich, wenn man berücksichtigt das die Herren von Mellingen, ein Familienzweig der Herren von Apolda waren, die im Wappen zuerst einen Apfelbaum, dann einen Zweig mit Äpfeln oder nur drei Äpfel führten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am Südostrand des Dorfes wurde 1999 im Rahmen eines Projektes während der Zeit Weimars als Kulturhauptstadt Europas vom Schweizer Künstler und Architekten Marcel Kalberer der Feiningerturm errichtet. Dieser trägt auch die Bezeichnung Doppeltes Motiv und basiert auf dem 1920 gemalten Bild Die Kirche von Mellingen von Lyonel Feininger.[4] Das Original des Bildes hängt im Von der Heydt-Museum in Wuppertal. Der Feininger-Radweg führt am Feiningerturm vorbei.

Bilder[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Alter Ortskern am Kirchberg mit Kirche und Kirchhof
  • Gebäudekomplex der Untermühle
  • Eisenbahnbrücke über die B 87
  • Autobahnbrücke über das Ilmtal (A-BW 215)

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Friedhof mit Denkmal für die umgekommenen Soldaten des Ersten Weltkrieges auf dem Friedhof und Grabstätte für sechs unbekannte KZ-Häftlinge
  • Ernst-Thälmann-Gedenkstein zwischen Ernst-Thälmann-Straße, einem DDR-Neubaugebiet, und der Bahnhofstraße
  • Denkmal für die Gefallenen von 1870/71 unterhalb des Kirchberges

Schulen[Bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Grundschule sowie das unmittelbar benachbarte Lyonel-Feininger-Gymnasium. Die Schule wurde 1968 gebaut und 1984 erweitert. Ursprünglich sollte sie nach der ersten Kosmonautin Walentina Tereschkowa benannt werden. Da die Schule sehr gute Beziehungen zu der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald unterhielt, erhielt sie aber 1974 den Namen POS „Albert Kuntz“ Mellingen, benannt nach Albert Kuntz, einem Kommunisten aus Wurzen, der in den KZ von Lichtenburg, Buchenwald und Mittelbau Dora inhaftiert war und im KZ Dora umgebracht worden ist. An die ursprünglich geplante Benennung erinnert heute noch ein Wandmosaik an der Grundschule.

Kindergarten[Bearbeiten]

Der in der Blankenhainer Straße befindliche Kindergarten wurde 2009 rekonstruiert. An seiner Giebelwand hat der Erfurter Grafiker Dieter Henning ein Wandbild angebracht, das an die Wiederbelebung der Feininger-Tradition im Ort durch das jährliche Feininger-Pleinair erinnert, bei dem sich hunderte Kinder unter Anleitung von Kunsterziehern bildnerisch betätigen.

Vereine[Bearbeiten]

In Mellingen ist der SSV Blau-Gelb Mellingen 1872 e.V. ansässig, welcher 6 Abteilungen hat (Fußball, Kegeln, Volleyball, Reiten, Turnen, Spielleute).

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

BW

Mellingen liegt an der Bahnstrecke Weimar–Gera und ist innerhalb der Woche stündlich mit der Regionalbahn ab Weimar bzw. aus Richtung Jena West/ Gera erreichbar. Hier treffen sich aus beiden Richtungen kommend die Regionalbahnzüge stündlich. Der Bahnhof befindet sich am nördlichen Ortsrand und zum Zentrum sind es ca. 10 Minuten Fußweg. Mellingen ist auch mit den Buslinien 229, 253 und 255 erreichbar. Es gibt 4 Haltestellen: Weimarische Str., Burgkeller, Grundschule/Gymnasium und Ortsteil Köttendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor-und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig - Verlag, 2001, S. 181, ISBN 3-910141-43-9.
  3. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, S. 358, ISBN 3-86134-631-1.
  4. Feiningers Zeit in Mellingen und Umgebung, Seite auf der Website der Lyonel-Feiniger-Grundschule Mellingen, abgerufen am 21. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mellingen (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien