Großschwabhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großschwabhausen
Großschwabhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großschwabhausen hervorgehoben
50.93777777777811.486666666667319Koordinaten: 50° 56′ N, 11° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mellingen
Höhe: 319 m ü. NHN
Fläche: 12,16 km²
Einwohner: 1029 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99441
Vorwahlen: 036454, 036425 (OT Hohlstedt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 025
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Hohlstedter Weg 3
99441 Großschwabhausen
Webpräsenz: www.grossschwabhausen.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Schaffarzyk
Lage der Gemeinde Großschwabhausen im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Ilmtal-Weinstraße Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Ilmtal-Weinstraße Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Ilmtal-Weinstraße Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Ilmtal-Weinstraße Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Ilmtal-Weinstraße Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Ilmtal-Weinstraße Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Ilmtal-Weinstraße Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild

Großschwabhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Weimarer Land in Thüringen und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen. Eingemeindet ist der Ortsteil Hohlstedt mit Kötschau.

Lage[Bearbeiten]

Großschwabhausen liegt auf einer Hochebene in einem kleinen Muldental westlich der Muschelkalkanhöhen des Saaletals bei Jena am Übergang in das Ackerbaugebiet zwischen Apolda und Weimar. Die Landesstraße 1060 führt am Ort vorbei und die Bahntrasse Gera–Weimar mit Halt im Ort durchschneidet die Gemarkung. Auf den Muschelkalkanhöhen Richtung Jena steht Wald.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche in Großschwabhausen

Die Ersterwähnung von „Suabehusen“ findet sich in einem vor dem Jahr 815 anzusetzenden Hersfelder Güterverzeichnis. 876 wird „Svabohus“ im Ingelheimer Protokoll wegen des Zehntstreits in Thüringen genannt. Grundherr war im Mittelalter die Adelsfamilie Schwabhausen, deren Burg jedoch fast völlig verschwunden ist. 1350 fiel der Ort mit der Kirchbergschen Herrschaft Kapellendorf an die Stadt Erfurt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort schwer zerstört.

Großschwabhausen war 1664 von Hexenverfolgung betroffen. Ein reicher Mann geriet in einen Hexenprozess.[2]

Wirtschaftlichen Aufschwung brachte die 1876 erfolgte Eröffnung der Weimar-Geraer Eisenbahn.

Im Ort lebten in den 1930er-Jahren mehrere Familien, die der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas angehörten. Diese wurden 1935 wochenlang von aufmarschierten SA-Trupps diffamiert und terrorisiert. Einige wurden in der Folge vor Gericht gestellt und wegen „fortgesetzter staatsfeindlicher Tätigkeit“ zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt.[3]

Am 11. April 1945 wurde ein letzter Transportzug mit Häftlingen aus dem KZ Buchenwald auf dem Bahnhof des Ortes von US-Flugzeugen beschossen. Die SS-Wachmannschaft brachte sich in Sicherheit, während einige der Häftlinge erschossen wurden. Fünf von ihnen wurden auf dem Ortsfriedhof bestattet und später mit einem Gedenkstein geehrt. Die übrigen Häftlinge trieb die SS auf einem Todesmarsch weiter in Richtung Jena.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Südwestlich des Ortes befindet sich der so genannte Hain, ein geschützter Laubwald. Im Frühjahr finden sich hier vor dem Laubaustrieb flächendeckende Bestände des Märzenbechers (Leucojum vernum), vermischt mit Wald-Bingelkraut (Mercurialis biennis), Haselwurz (Asarum europaeum), Schlüsselblume (Primula elatior), später auch Türkenbund (Lilium martagon).
  • Eine Stele aus dem Jahr 1984 an der Döbritscher Straße erinnert an die KZ-Häftlinge eines Todesmarsches aus dem KZ Buchenwald, die im April 1945 durch den Ort getrieben wurden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Schwabhausen in Bayern

Sport[Bearbeiten]

Die Handballer des SV Fortuna Großschwabhausen konnten in der Saison 2006/2007 Erfolge aufweisen und neben dem Aufstieg in die Landesliga (Staffel 1), auch das Halbfinale des Thüringenpokals erreichen. 2012 konnte die Mannschaft den Staffelsieg der Landesliga feiern und stieg damit in die Thüringenliga auf.

Die Fußballer konnten nach dem Aufstieg in die Bezirksliga im Jahr 2005 den Klassenerhalt sichern und sich im Mittelfeld der Liga etablieren. Vor Beginn der Saison 2007/2008 mussten sie in eine andere Staffel (Staffel 3) wechseln. In dieser Staffel folgte dann der Abstieg in die Kreisliga. Nach einem personellen Umbruch konnte auch diese Liga nicht gehalten werden. Seit der Saison 2010/2011 spielt die 1.Mannschaft nun in der 1.Kreisklasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Gottwalt Schaper (* 10. März 1873 in Hohlstedt, † 4. Januar 1942 in Berlin), Bauingenieur, Brückenbauer der Deutschen Reichsbahn

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großschwabhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240.
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0