Budjonnowsk

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Stadt
Budjonnowsk
Будённовск
Föderationskreis Nordkaukasus
Region Stawropol
Stadtkreis Budjonnowsk
Bürgermeister Alexander Jurtschenko
Gegründet 1795
Stadt seit 1799
Fläche 62 km²
Bevölkerung 64.624 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1042 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 115 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 86559
Postleitzahl 35680x
Kfz-Kennzeichen 26, 126
OKATO 07 402
Website www.budgorod.ru
Geographische Lage
Koordinaten 44° 47′ N, 44° 9′ O44.78333333333344.15115Koordinaten: 44° 47′ 0″ N, 44° 9′ 0″ O
Budjonnowsk (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Budjonnowsk (Region Stawropol)
Red pog.svg
Lage in der Region Stawropol
Liste der Städte in Russland

Budjonnowsk (russisch Будённовск) ist eine Kreisstadt mit 64.624 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] im Süden Russlands in der Region Stawropol.

Geografie[Bearbeiten]

Budjonnowsk liegt im Vorland des Kaukasus am Fluss Kuma, 220 km südöstlich der Regionshauptstadt Stawropol. Nächstgelegene Stadt mit 45 km ist Selenokumsk.

Geschichte[Bearbeiten]

Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert existierte an Stelle des heutigen Ortes die tatarisch-mongolische Stadt Madschar (russ. Маджар, tatarisch Маҗар) an der Handelsroute von Asien nach Europa, deren Blütezeit mit der Zerstörung durch Tamerlan 1395 endete. Es wurden auch ältere Siedlungsreste gefunden, die bis ins 2. Jahrhundert zurückreichen. Seit dem 19. Jahrhundert existieren unbestätigte Hypothesen, die diese Ansiedlung mit dem Chasarischen Khaganat und – aufgrund des Namens – mit den Magyaren (Ungarn) in Verbindung bringen, zumal einige magyarische Stämme in den ersten Jahrhunderten nach Christus tatsächlich im nördlichen Kaukasusvorland nomadisierten.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts fiel das Gebiet an Russland. 1795 wurde die Militärsiedlung Staryje Maschary gegründet. Der Ort erhielt 1799 den Namen Swjatoi Krest (Святой Крест, „Heiliges Kreuz“) bzw. (gorod) Swjatowo Kresta ((город) Святого Креста, „Stadt des Heiligen Kreuzes“) und wurde zur Stadt ernannt. 1920 wurde die Stadt in Prikumsk (Прикумск) umbenannt, diesen Namen trug sie auch von 1957 bis 1973. Von 1935 bis 1957 und erneut ab 1973 hieß sie Budjonnowsk, benannt nach Semjon Budjonny (1883–1973), einem Marschall der Sowjetunion und Helden der Sowjetunion.

In die internationalen Schlagzeilen kam die Stadt im Juni 1995. Bei einer Geiselnahme tschetschenischer Terroristen unter Schamil Bassajew kamen im Krankenhaus von Budjonnowsk 150 Menschen um.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 6.583
1926 15.800
1939 23.150
1959 27.895
1970 35.768
1979 45.568
1989 55.350
2002 65.687
2010 64.624

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Budjonnowsk ist Zentrum der chemischen Industrie und einer umfangreichen Nahrungsmittelindustrie, auch Konfektionsindustrie ist vorhanden. In der Umgebung der Stadt gibt es Erdöl-, Erdgas- und Tonvorkommen.

Bildung[Bearbeiten]

Budjonnowsk ist Sitz mehrerer Fachhochschulen für Landwirtschaft und Weinanbau, außerdem gibt es eine Zweigstelle der Stawropoler Universität.

Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt hat ein Heimatmuseum. Sehenswert ist auch das historische Bahnhofsgebäude.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]