Region Stawropol

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Subjekt der Russischen Föderation
Region Stawropol
Ставропольский край
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordkaukasus
Fläche 66.160 km²[1]
Bevölkerung 2.786.281 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km²
Verwaltungszentrum Stawropol
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (81,6 %)
Armenier (5,5 %)
Ukrainer (1,7 %)
Darginer (1,5 %)
Griechen (1,2 %)
(Stand: 2002)[3]
Gouverneur Wladimir Wladimirow
Gegründet 13. Februar 1924
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahlen (+7) 865xx, 879xx
Postleitzahlen 355000–357999
Kfz-Kennzeichen 26, 126
OKATO 07
ISO 3166-2 RU-STA
Website www.dumask.ru
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44.9543.25Koordinaten: 44° 57′ N, 43° 15′ O

Die Region Stawropol (russisch Ставропольский край/Stawropolski krai) ist eine Verwaltungseinheit (Krai) in Russland.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Region Stawropol haben Archäologen Siedlungen entdeckt, die aus dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung stammen. In den Tälern der Flüsse Jegorlyk und Kuma gibt es unzählige alte Siedlungen, Grabhügel und befestigte Siedlungen. Dort wo sich heute die Stadt Budjonnowsk befindet, lag zur Zeit der so genannten Goldenen Horde die Stadt Madschar. Sie war im 14. Und 15. Jahrhundert eine bedeutende Stadt im Nordkaukasus. Im Mittelalter führten zahlreiche Handelsrouten durch die Region, darunter die Seidenstraße. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts befanden sich diese dünn besiedelten Gebiete unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches. Mit dem Ende des Russisch-Türkischen Krieg von 1768 bis 1774 ging die Region Stawropol vom Osmanischen Reich an Russland über. Im Jahr 1777 wurde auf Geheiß der Kaiserin Katharina II. als Bestandteil der Asow-Mosdok-Verteidigungslinie die Festung Stawropol erbaut, wo dann acht Jahre später auch die Stadt Stawropol gegründet wurde.

Die Region Stawropol wurde am 13. Februar 1924 als das Süd-Ostgebiet gegründet, am 16. Oktober wurde es in die Nordkaukasusregion umbenannt, seit 17. März 1937 wurde die Region als der Ordshonikidze-Kreis bezeichnet, und seit dem 12. Januar 1943 bis heute existiert es unter ihrem heutigen Namen.

1995 hatten tschetschenische Terroristen mit Schamil Bassajew an der Spitze im Krankenhaus der Stadt Budjonnowsk 1600 Menschen als Geiseln genommen. Darunter befanden sich 150 Kinder und viele schwangere Frauen. Die Besetzung des Krankenhauses dauerte sechs Tage. 106 Geiseln, 11 Milizionäre und 14 Militärangehörige fanden dort den Tod.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Mehrheit der etwa 2,7 Millionen Menschen in der Region Stawropol sind Russen. Außerdem leben dort große Volksgruppen der Armenier, Ukrainer und Griechen. In jüngster Zeit hat auch die Anzahl der dagestanischen Völker zugenommen, insbesondere der Darginer. Die Nogaier und Turkmenen, die im Osten und Nordosten der Region leben, sind Nachfahren der Nomadenbevölkerung. Das gilt auch für die Osseten, die adygejischen Völker und die Abasinen im Gebirgsvorland.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Hauptindustriezweige sind der Maschinenbau, die Energiewirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie. Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region, sie zählt mehr als 156.000 Beschäftigte. Im Ackerbau dominiert der Anbau von Getreide und Sonnenblumen. Eine führende Rolle spielt die Viehzucht, darunter die Schafzucht, die Geflügelzucht und die Schweinezucht. Gut entwickelt sind der Gartenbau, der Weinbau und die Imkerei.

Touristisch bedeutend sind zahlreiche Kurorte, die an Heilquellen errichtet wurden. Diese werden auch als Mineralwasser abgefüllt. In der Stawropol Region gibt es zur Zeit 118 Kurheime und Heilstätten und 5 Erholungsheime. Der bekannteste Kurort ist Kislowodsk. Auch die Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas ist bedeutend, so führen mehrere Pipelines der Ölfelder im Süden durch die Region.

Naturraum[Bearbeiten]

Schelesnowodsk. Blick auf den Berg Beschtau

Die Region liegt im hügeligen Vorland des Kaukasus, den Norden bildet die Manytschniederung, zwischen dem Schwarzen Meer, dem Asowschen und dem Kaspischen Meer. Der bedeutendste Fluss der Region Stawropol ist der Kuban, der dem Elbrus entspringt. Die Region grenzt an neun andere Regionen der Russischen Föderation, auch an Tschetschenien, was des Öfteren zu bewaffneten Übergriffen in der Region geführt hat. Die Region Stawropol liegt an der Grenze zwischen Europa und Asien.

Die Region Stawropol besteht in weiten Teilen aus Steppe, nur wenige hundert Kilometer östlich, befindet sich eine der wenigen reinen Wüstengebiete auf europäischem Boden in der Kalmückischen Steppe. Der Süden ist geprägt durch das Hochgebirge des Kaukasus mit seiner unberührten Natur. Ebenfalls im Süden finden sich eine Gruppe von 17 erloschenen Vulkanen.

An Bodenschätzen gibt es in der Region Stawropol Erdgas, Erdöl und Uranerz. Der besondere Reichtum der Region sind jedoch die Heilwasserquellen. Auf einem relativ kleinen Areal sprudeln mehr als 120 Mineralquellen. Die Kawkasskije Mineralnyje Wody in der Nähe von Mineralnyje Wody mit ihren Mineralwasserquellen sind die bedeutendste Kurortregion der Russischen Föderation.

Auf dem Gebiet der Region befinden sich zwei von den 84 Naturschutzgebieten Russlands: das archäologische Schutzgebiet Tatarskoje gorodischtsche unweit von Stawropol und der Lermontow-Naturpark.

Im Süden Richtung Kaukasus geht das Klima in ein Hochlandklima über. Die mittlere Temperatur im Juli beträgt +22 °C, wobei die tatsächlichen Tagestemperaturen oft auch 30 °C übersteigen. Im Januar beträgt die mittlere Temperatur −4,4 °C, wobei ein Absinken auf unter −15 °C nicht häufig ist, aber vorkommen kann.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten]

Die Region Stawropol gliedert sich in 26 Rajons und 9 Stadtkreise. Die bedeutendsten Orte neben dem Verwaltungszentrum Stawropol sind die vier weiteren Großstädte Pjatigorsk, Kislowodsk, Newinnomyssk und Jessentuki, daneben Mineralnyje Wody, Georgijewsk, Budjonnowsk und Michailowsk. Insgesamt gibt es 19 Städte und sieben Siedlungen städtischen Typs.

Größte Städte
Name Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Stawropol Ставрополь 398.539
Pjatigorsk Пятигорск 142.511
Kislowodsk Кисловодск 128.553
Newinnomyssk Невинномысск 118.360
Jessentuki Ессентуки 100.996

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Region Stawropol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Naselenie po nacional'nosti i vladeniju russkim jazykom po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2002 goda. Rosstat, abgerufen am 1. November 2011 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung und Kenntnis der russischen Sprache nach Föderationssubjekt, Ergebnisse der Volkszählung 2002).