Burg Kronberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Kronberg
Die Burg über der Altstadt von Kronberg

Die Burg über der Altstadt von Kronberg

Entstehungszeit: um 1220 bis 1230
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Kronberg im Taunus
Geographische Lage 50° 10′ 51,6″ N, 8° 30′ 23,8″ O50.1818.5066400Koordinaten: 50° 10′ 51,6″ N, 8° 30′ 23,8″ O
Höhe: 400 m ü. NHN
Burg Kronberg (Hessen)
Burg Kronberg

Die Burg Kronberg ist eine hochmittelalterliche Felsenburg in Kronberg im Taunus, einer Stadt im Hochtaunuskreis (Hessen).

Lage[Bearbeiten]

Die Burg liegt auf einem 400 m ü. NN hohen Sporn des Altkönigs am Südhang des Taunus. Benachbart ist die Burgruine Falkenstein in etwa drei Kilometer Luftlinie Entfernung und die Burg Königstein etwa vier Kilometer entfernt, beide in nordwestlicher Richtung, in der Nachbarstadt Königstein im Taunus.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1220 bis 1230 wurde die Oberburg der Burg Kronberg von den Herren von Eschborn im Auftrag des Kaisers auf staufischen Krongut mit einem „Freiturm“ als Bergfried gegründet.
Der Zeit entsprechend wurde abwechselnd weißer Kalkstein und schwarzer Lungstein für den Eingang zur Oberburg und das darüberliegende Fenster der Torkapelle benutzt.

Im 14. Jahrhundert wurde der Bau der Mittelburg, bestehend aus dem Kronen- und Flügelstammhaus, zwei über Eck gebauten Wohnhäusern, begonnen und nach der Familie derer von Cronberg benannt. Von 1318 bis 1322 wurde das Kronenstammhaus errichtet. Um 1505 war das Flügelstammhaus mit Küche und großer Esse fertiggestellt, der Bergfried mit seinem Hocheingang in 7 Meter Höhe und einer Grundfläche von 8,5 mal 8,5 Meter wurde aufgestockt auf 42,5 m. Die Höhe der Schildmauer beträgt 12,5 Meter.[1]. Im 17. Jahrhundert wurden die Treppengiebel durch noch heute erhaltene Schweifgiebel ersetzt. 1704 fällt die Burg an den Kurfürsten von Mainz, dessen Amtmann dort seinen Amtssitz bis 1710 hat. Die Burg war katholische Schule und Stadtgefängnis.

Während der napoleonischen Kriege war die Burg von französischen Truppen besetzt. Durch die Neuordnung des Reiches gehörte Kronberg ab 1866 zu Preußen. 1871 war die Burg – die Burgkapelle sollte schon abgerissen werden – so baufällig, dass Kronprinzessin Victoria, Gattin des späteren Kaisers Friedrich III., die Anlage renovieren ließ. Die Renovierungsarbeiten wurden nach ihrem Tod ihres Schwiegersohns Friedrich Karl von Hessen-Kassel-Rumpenheim fortgesetzt. Um 1911 wurde der Prinzenturm fertiggestellt (das Tor zu diesem stammt aus Frankfurt-Praunheim).[2] Die Burg wurde am 25. Mai 1912 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, das Hauptgebäude am 1. Juni 1913.[3]

1992 erwarb die Stadt Kronberg die Burg aus dem Besitz der Hessischen Hausstiftung; 1994 wurde die Stiftung „Burg Kronberg im Taunus“ gegründet. 2001–2002 wurden die „Oberburg“ und bis 2004 die übrigen Gebäude grundlegend saniert. 2012 begann die Sanierung des ab 1320 erstellten Westflügels der Burg, welche durch eine Spende von 2 Millionen Euro ermöglicht wurde und 2013 abgeschlossen sein soll.[4]

Heute dient die Burg, die einen sehr schönen Ausblick auf die Rhein-Main-Ebene bietet, als Museum und wird für Veranstaltungen genutzt.
Die Burg ist eingebunden in den 2013 vom Taunusklub e.V. angelegten 3-Burgen-Weg Königstein – Falkenstein – Kronberg.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sofie Bauer: Burg Kronberg. Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1993; ISBN 3-7686-6039-9 (formal falsche ISBN)
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag. Gudensberg-Gleichen 2000. ISBN 3-86134-228-6, S. 468.
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 223f.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Kronberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Burgmuseum Kronberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burg Kronberg bei alleburgen.de
  2. Alfred Hansmann: 1200 Jahre Praunheim. Eine Reise in Praunheims Vergangenheit. Frankfurt-Praunheim 2004: Vereinsring Praunheim. ISBN 3-00-013189-2, Seite 61
  3. Leitartikel Cronberger Anzeiger vom 25. Mai 1912
  4. Flügelstammhaus braucht einen neuen Namen in FAZ vom 9. Mai 2012, Seite 41
  5. 3-Burgen-Weg Königstein – Falkenstein – Kronberg bei taunusklub.de