Câmpeni

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Câmpeni (Begriffsklärung) aufgeführt.
Câmpeni
Topesdorf
Topánfalva
Wappen von Câmpeni
Câmpeni (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Alba
Koordinaten: 46° 22′ N, 23° 3′ O46.36277777777823.0525553Koordinaten: 46° 21′ 46″ N, 23° 3′ 9″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 553 m
Fläche: 86,6 km²
Einwohner: 7.221 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 515500
Telefonvorwahl: (+40) 02 58
Kfz-Kennzeichen: AB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 20 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Boncești, Borlești, Botești, Dânduț, Dric, Certege, Coasta Vâscului, Dealul Capsei, Fața Abrudului, Florești, Furduiești, Mihoiești, Motorăști, Peste Valea Bistrii, Poduri, Sorlița, Tomușești, Valea Bistrii, Valea Caselor, Vârși
Bürgermeister: Ioan Călin Andreș (USL)
Postanschrift: Str. Avram Iancu, nr. 5
loc. Câmpeni, jud. Alba, RO–515500
Website:

Câmpeni (deutsch Topesdorf oder Topersdorf, ungarisch Topánfalva)[2] ist eine Stadt im Kreis Alba in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage von Câmpeni im Kreis Alba
Römisch-katholische Kirche St. Maria
(erbaut 1832)

Câmpeni liegt im Zentrum des Apuseni-Gebirges, zwischen den Teilgebirgen Găina im Westen, Muntele Mare im Norden und dem Siebenbürgischen Erzgebirge im Südosten. In der Stadt mündet der Fluss Abrud in den Arieș. Die Kreishauptstadt Alba Iulia befindet sich etwa 80 Kilometer südöstlich entfernt. Câmpeni ist Zentrum des Motzenlandes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1565. Der Ort gehörte damals zum Fürstentum Siebenbürgen. Etwa 25 Jahre später gewährte der siebenbürgische Fürst Sigismund Báthory der rumänischen Adelsfamilie Filimon die Erlaubnis zum Betrieb einer Mühle am Arieș. In der Folge entwickelte sich Câmpeni zu einem Zentrum der rumänischen Volksgruppe in Siebenbürgen; im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen des Fürstentums existierte hier eine rumänische Oberschicht. Ende des 17. Jahrhunderts gelangte Câmpeni an Österreich-Ungarn. Im 18. Jahrhundert hatte es 5.400 Einwohner und soll damit größer gewesen sein als Alba Iulia oder Târgu Mureș.[3] Eine wesentliche Rolle spielte der Bergbau, insbesondere die Förderung von Gold. Daneben lebten viele Bewohner von der Land- und Viehwirtschaft. Soziale Spannungen und nationale Unterdrückung führten zu mehreren Unruhen. 1782 kam es zu einer lokalen Bauernrebellion. 1784/85 brach hier ein Aufstand leibeigener Bauern unter den Führern Horea, Cloșca und Crișan aus, der blutig niedergeschlagen wurde.[4] 1848/49 war die Region um Câmpeni Schauplatz von Kampfhandlungen zwischen rumänischen Revolutionären unter Avram Iancu und habsburgischen Truppen.[5]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Câmpeni Teil Rumäniens. Wirtschaftlich dominierten zunehmend die Holzgewinnung und -verarbeitung. Einige kleinere Industriebetriebe siedelten sich an. 1961 wurde Câmpeni zur Stadt erklärt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1850 lebten auf dem Gebiet der heutigen Stadt 2.894 Einwohner. 2.800 waren Rumänen, 33 Ungarn, 25 Deutsche und 23 Roma. 1992 wurde mit 8.878 die größte Bevölkerungszahl registriert. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Câmpeni 8.080 Personen, darunter 7.810 Rumänen, 248 Roma und 14 Ungarn. 5.238 wohnten in Câmpeni, die übrigen 2.572 in den 20 eingemeindeten Ortschaften.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Câmpeni liegt an der 1912 eröffneten Schmalspurbahn von Turda nach Abrud. Diese ist seit Ende der 1990er Jahre für den regulären Verkehr geschlossen; auf dem Abschnitt zwischen Abrud und Câmpeni fahren sporadisch einige Züge zu touristischen Zwecken.[7] Es bestehen Busverbindungen nach Turda. Durch Câmpeni führt die Nationalstraße (Drum național) DN 75 von Turda nach Ștei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Avram Iancus Reiterdenkmal, 1940 im Zentrum der Stadt errichtet, steht unter Denkmalschutz.[8]
  • Das Avram Iancu Museum[9][10]
  • Landschaftlich reizvolle Umgebung

Bilder von Câmpeni[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Valerian Trifa (1914–1987),[11] rumänisch-orthodoxer Priester und faschistischer Politiker

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Câmpeni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Wörterbuch der Ortschaften aus Siebenbürgen
  3. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  4. România Pitoreascâ, abgerufen am 26. Februar 2009
  5. Wilhelm Ramming von Riedkirchen: Der Sommer-Feldzug des Revolutionskrieges in Siebenbürgen im Jahre 1849. Verlag F. A. Credner, Prag 1864.
  6. Volkszählung 2002, abgerufen am 26. Februar 2009 (PDF-Datei; 1,14 MB)
  7. Bilder der Schmalspurbahn zwischen Turda und Abrud, auf YouTube
  8. Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert, abgerufen am 30. Juli 2013 (PDF; 7,10 MB)
  9. „Câmpeni und das Muzeul Avram Iancu“, auf www.karpatenwilli.com
  10. Das Avram Iancu Museum (rumänisch)
  11. Valerian D. Trifa bei alternativaonline.ca